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Endstation App-Store Das iPad ist nur eine Fernbedienung

Hemmt das iPad die Kreativität im Umgang mit dem Computer oder treibt es die Computergeschichte entscheidend voran? Unser Autor ist ein erfolgreicher Blogger und EDV-Chef am Max-Planck-Institut. Der Trubel um Apples Tablet-PC regt ihn mächtig auf. Hier schreibt er, warum.

© dpa Vergrößern Kein Gerät für Kreative? Apples iPad

Zu Beginn ein wenig Computergeschichte: 1987 veröffentlichte Apple das Programm HyperCard und legte es kostenlos jedem verkauften Macintosh-Computer bei. HyperCard erlaubte es, kleine Anwendungen für den Mac zu schreiben, und die dafür zuständige Programmiersprache HyperTalk war einfach, intuitiv und leicht zu lernen. Dies löste eine Welle von Kreativität aus. Lehrer schrieben sich ihre Unterrichtsmaterialien selbst, Literaturwissenschaftler schufen sich eine multimediale Arbeitsumgebung, Museen zeigten virtuelle Führungen durch ihre Ausstellungen. Das Besondere an den kleinen Programmen, die damals noch nicht Apps, sondern Stacks (für Stapel) hießen, war, dass sie meist nur für die eigene Nutzung geschrieben waren. Der Anwender löste seine Probleme mit Hilfe von HyperCard selbst, ohne auf externe Hilfe professioneller Programmierer angewiesen zu sein.

Schon in den sechziger und siebziger Jahren arbeitete der Computerpionier Alan Kay gemeinsam mit dem Mathematiker und Psychologen Seymor Papert am Massachusetts Institute of Technology (MIT) am Konzept des „Dynabooks“. Es sollte ein Computersystem sein, das selbst Kinder nutzen und programmieren können. Kay setzte auf die Idee eines Tablet-Computers, der auch mit haptischen Gesten zu bedienen ist. Das Dynabook ist also der Urgroßvater des iPads.

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Ungleicher Kampf um die Netzhoheit

Zeitsprung: Seit das Internet etwa 1997 die akademischen Spielwiesen verließ, tobt ein erbitterter Kampf um die Vorherrschaft im World Wide Web. Auf der einen Seite die, die das Internet als eine Erfüllung des nie eingelösten Versprechens der Brechtschen Radiotheorie sehen, als ein Medium, in dem jeder Empfänger auch gleichzeitig Sender sein kann. Der amerikanische Internetpionier Dave Winer etwa spricht vom „Two-Way-Web“, davon, dass das Web eine „Umgebung für Schreiber, nicht nur für Leser“ sei. Auf der anderen Seite sitzen die Vertreter der Unterhaltungskonzerne, für die das Netz nur ein weiterer Distributionskanal der klassischen Medien ist, angereichert um ein paar interaktive Spielereien. Es ist ein ungleicher Kampf, bei dem die kleinere Seite nur deshalb überlebt hat, weil die großen Medienunternehmen bis heute nicht wirklich verstanden haben, wie das Netz – auch als soziales Netz – funktioniert. Und weil ihnen bis heute noch keine Idee gekommen ist, wie eine Wertschöpfungskette im Internet aufgebaut werden kann. Der Kampf ist hart, wie die aktuellen Angriffe auf die Netzneutralität zeigen. Noch sind im Internet alle gleich, doch nun wird gefordert, dass derjenige, der mehr zahlen kann, auch mehr Bandbreite zur Verfügung gestellt bekommt. Also schnelles Internet für die einen, lahmes Internet für den Rest der Welt.

In dieser Situation präsentiert Apple nun das iPad. Alle Welt jubelt. Sieht das Gerät nicht aus wie eine moderne und schicke Verkörperung des Dynabooks? Verspricht es uns nicht Internet überall und in Farbe? Ist es nicht das Gerät, mit dem auch unsere Oma durch die endlosen Weiten des Webs surfen kann?

Ein Gerät, das sich auszahlen könnte

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