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Die Zukunft des Internet : Wie wir mit unserem Leben in Verbindung bleiben

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Das Internet der allernächsten Zukunft wird jedem seinen eigenen Lebensstrom geben, der sich von allen anderen unterscheidet, ein Fluss aus all den Informationen, an denen uns gelegen ist. Die Frage ist nur, was wir tun können, um nicht in ihm zu ertrinken.

          Das Internet, wie wir es heute kennen, ist eine Maschine zur Verstärkung von Vorurteilen. Dabei wissen wir angeblich mehr als je zuvor.

          Doch was wissen unsere Kinder, was unsere Eltern nicht wussten? Sie wissen ums Jetzt. Aber mit der Jetzigkeit ist es wie mit der Lichtverschmutzung in Großstädten, die es unmöglich macht, die Sterne zu sehen.

          Das Internet der allernächsten Zukunft wird jedem seinen eigenen Lebensstrom geben, der sich von allen anderen unterscheidet, ein Fluss aus all den Informationen, an denen uns gelegen ist. Die Frage ist nur, was wir tun können, um nicht in ihm zu ertrinken.

          1. An die Arbeit

          Noch nie zuvor standen wir an einem so aufregenden und gefährlichen Punkt der technologischen Entwicklung wie heute. Das Internet ist wie ein neuer Computer, auf dem eine grellbunte, faszinierende Vorführung läuft - von der wir uns seit fünfzehn Jahren in Bann schlagen lassen. Es ist an der Zeit, sie abzuschalten und an die Arbeit zu gehen. Wir müssen das Internet dazu bringen, dass es das macht, was wir von ihm wollen; dass es richtig funktioniert.

          2. Das sogenannte Informationszeitalter

          Ein Zeichen des Problems ist das Grundrätsel des Internet: Wenn dies das Informationszeitalter ist, worüber sind wir dann so gut informiert? Was wissen unsere Kinder, das unsere Eltern nicht wussten? Natürlich wissen sie mit ihren Computern umzugehen, aber das ist eine leichte Übung etwa im Vergleich damit, Auto zu fahren. Ich werde auf dieses Rätsel zurückkommen.

          3. Was ist das Gute daran?

          Hier ist ein leichteres Rätsel, und eine offensichtliche Lösung gleich dazu: Wo immer es Computer gibt, benutzt praktisch jeder, der schreibt, ein Textverarbeitungsprogramm. Die Textverarbeitung ist eine der erfolgreichsten Erfindungen, die es je gab; für die meisten Autoren ist sie nicht nur nützlich, sondern unverzichtbar. Wenn aber die entsprechende Software unverzichtbar ist - was hat sie Gutes bewirkt? Hat sie die Qualität dessen verbessert, was in unserer Gesellschaft geschrieben wird? Natürlich nicht. Man vergleiche die Lyrik oder Prosa, die Zeitungen oder wissenschaftlichen Zeitschriften unserer Tage mit denselben Produkten von vor fünfzig Jahren: Von einer Verbesserung kann keine Rede sein.

          4. Immer mehr, nicht immer besser

          Textverarbeitungsprogramme haben unterm Strich dazu geführt, dass wir mehr, nicht dass wir besser schreiben. Insgesamt hat das Internet die Quantität und nicht die Qualität der uns zugänglichen Informationen gesteigert. Statt das Internet zur Lösung einfacher Probleme einzusetzen, ist es nunmehr an der Zeit, dass wir es die wichtigen Probleme lösen lassen.

          5. Die wertvollste Ressource

          Die Internetsuche ist ein Beispiel. Moderne Suchmaschinen verbinden die Funktionen der Bibliotheken und Branchenführer von einst in globalem Maßstab. Natürlich sind sie nützlich, sogar unverzichtbar - wie Schreibprogramme. Aber es war immer schon schwieriger, die passende Person zu finden als die passende Tatsache. Die wertvollste Ressource, die im Internet zur Verfügung steht, ist die Erfahrung und das Wissen von Menschen. Selbst heute, wo uns das Schreiben leicht gemacht wird, wissen die Experten so viel mehr, als sie jemals schriftlich festhalten; und Menschen nehmen an nichts so sehr Anteil wie an anderen Menschen.

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