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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Digitale Bohème in Berlin Diese verflixten tausend Euro

 ·  Um angstfrei leben zu können, kalkulieren die Vertreter der digitalen Bohème in Berlin mit einem monatlichen Betrag von tausend Euro. Porträt eines unsteten, opportunistischen Milieus.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (69)

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Stefan Hilse

Herr Meyer hat das BGE nicht verstanden,

denn es geht nicht um die Ponaders und alle anderen vermeintlichen "digitalen Bohemiens", sondern um die Rentner, die durch Zeitungaustragen ihre Rente aufbessern müssen, weil es zum Leben nicht mehr reicht und die all die Minijobber, die sich unter unwürdigen Bedingungen ausbeuten lassen müssen, weil es ein funktionierendes Sozialsystem doch gar nicht mehr gibt.
In meinen Augen sind die wahren "digitalen Bohemiens" diejenigen, die fest angestellt sind und die Zeit finden, während ihrer Arbeitszeit dem Autor hier Applaus zu spenden und ihre Augen vor dem real existierenden sozialen Elend im Land verschließen.

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Tyler Durden Volland

Ein Tropfen Essig in diesen herrvorragenden Wein..

Ein wunderbarer Beitrag, der vieles ganz genau trifft. Aber wie so oft liegt der Teufel im Detail, und zwar im Detail des Weglassens dessen, was nun mal unbedingt dazu gehört.

Die Welt dieser bösen 1000 Euro Forderer beinhaltet nun mal auch ein paar Millionen Menschen die zwar Volllzeit arbeiten, und zwar nicht am Computer, die aber dank der perversen Lohndrückerei von dem Geld das sie dabei verdienen ihre Familie nicht mehr ernähren können.

Und mit Verlaub, diese Politik kam mit Schröder lang vor den ersten Forderungen nach einem BGE.

Man sollte also die Ehrlichkeit besitzen und Ursache und Wirkung aufzeigen, bevor man die Lösung insinuiert, die einem ideologisch in den Kram passt... denn schliesslichist es ja auch jene Lohndrückerei in DE, ohen die die gesamte Staats- oder Banken Verschuldung gar nicht möglich geworden wäre.

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Rolf Mueller

Geregelte Arbeit hat die Wirtschaft längst abgeschafft

Ich verstehe den Sinn dieses Beitrags nicht. Die Wirtschaft hat "geregelte Arbeit" längst von ihrer Agenda gestrichen. Was sie anbietet ist ungeregelte Ausbeutung: Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche verfügbare 400-Euro-Sklaven oder sogar völlig kostenlose Praktikanten.

Es ist das Mindeste, dass diesen Menschen die direkte Überlebensangst durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen genommen wird. Was der Autor und seine Nerd-Freunde da hineininterpretieren, hat mit der Realität nichts zu tun.

Wenn man schon nicht recherchieren mag, dann hilft es manchmal, einfach arbeiten zu gehen. Dann trifft man auf alle diese Menschen, die nichts lieber hätten als eine geregelte Arbeit.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.07.2012 09:55 Uhr
Sebastian Schneider

Wenn das aber so ist,

warum agitieren dann die Verfechter des BGE nicht für geregelte Arbeit? Denn auch in einer Welt mit BGE werden die meisten von uns arbeiten müssen, sonst funktioniert nämlich das System nicht. Haben Sie von den Piraten und Ponaders schon was zu Überstundenregelung, Kündigungsschutz oder dergleichen gehört? Warum fangen die Piraten nicht mit einem weniger invasiven Projekt an, dass zumindest theoretisch leicht durchzuziehen ist. Z.B. der Forderung: Keine Arbeitsstelle mehr unter 1000 netto?

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Rolf Herrmann
Rolf Herrmann (waiwai) - 19.07.2012 10:06 Uhr

Das bayerische BGE

nennt sich Flächen-Prämie für Landwirte und beträgt 300 € pro Hektar jedes Jahr, bezahlt von der EU. Ein Ackerbaubetrieb mit z.B. 200 ha bekommt also mal so eben 60000 € abzugsfrei bei ca 10 Arbeitsstunden pro ha und kann daher von einem Ehepaar auch im Nebenerwerb betrieben werden. Natürlich gibt es noch ein paar andere EU-Subventionen dazu.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 14:10 Uhr
Michael Radloff

2.000 Stunden im Nebenerwerb?

Sehr geehrter Herr Hermann, ich kenne die Details nicht und nehme einfac h Ihre Zahlen. 2000 Stunden ist ganz schön viel, der durchschnittliche Arbeiter schafft 1600 Stunden. Kapital wie Traktor und gute Ausrüstung dürfte auch zum Einsatz kommen. Dafür bekomen wir "Kulturlandschaft" zurück.
Ganz widersprechen will ich Ihnen nicht. Von den 200 ha aufwärts zu den "ostelbischen Landjunkern" wird es schon sehr teuer und es kommt nur wenig Landchaftsgenuß zurück.

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Werner Schneider

Mit 400 Euro würde es funtionieren

Das BGE funktioniert meines Erachtens nur mit einem viel geringerem Niveau, so um die 400 Euro pro nichtbehinderte Person. Dann würden Jobs wie Bäcker weiter gemacht. Nur hätten die Leute eben nicht so große Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, denn diesbezüglich ist die heutige Situation einzigartig. Und natürlich hätten wir mit dem Verschwinden von Arbeitsagentur und Sozialamt starke Reduzierungen der heute ausufernden Bürokratie. Denn Beantragung und Auszahlung des BGE könnte das Finanzamz online abwickeln, der neue Perso und die lebenslange Steuernummer wären dann sinnvoll eingesetzt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.07.2012 17:12 Uhr
Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 20.07.2012 17:12 Uhr

Ein BGE ist immer ein schweres Verbrechen. Es kann auch bei 100% Zustimmung nie legitim

sein, weil es die Menschenrechte, die freiheitliche Ordnung grundlegend verletzt.
Die einzige Ausnahme gibt es dann, wenn das BGE ausschließlich aus der Förderung von Rohstoffen finanziert wird, für die es einen hohen Weltmarktpreis gibt; dies ist hierzulande aber utopisch.

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Herbert Schliffka

Über die Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens sollte der Souverän selbst entscheiden.

In der Schweiz ist seit April 2012 eine Volksinitiative lanciert worden, die eine Volksabstimmung 1. über die Einführung und 2. über die Höhe eines bedingungslosen Grundeinkommens einleitet, wenn sie genügen Unterstützer findet. Anstelle undurchdachte Vorschläge zu machen, sollte man sich über den Diskussionsstand informieren. Dazu eignet sich auch das Informationsmaterial der „Eidgenössischen Volksinitiative - Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“. Auch die Informationen des Omnibus für direkte Demokratie zu dem Thema eignen sich.
Das Grundeinkommen funktioniert nur dann, wenn es eine Akzeptanz bei der Mehrheit der Bevölkerung findet. Eine solche sollte durch eine bundesweite Volksabstimmung festgestellt werden. Gemäß Artikel 20,2 des GG wäre ein Gesetz, das die außerparlamentarisch zu initiierende Volksgesetzgebung in 3 Verfahrenschritten (1. Gesetzesinitiative, 2. Volksbegehren 3. Volksabstimmung nach vorheriger freier und gleichberechtigter Information) ermöglicht, längst fällig

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Karl Schade
Karl Schade (J.K.S) - 19.07.2012 06:10 Uhr

Gier und Angst

...sind die wesentlichen Triebkräfte wirtschaftlichen Handelns. So zumindest brachte es vor zehn Jahren ein Volkswirtschaft-Dozent auf den Punkt, als er uns ökonomisch höchst unterschiedlich vorgebildeten MBA-Studenten in wenigen Tagen die Quintessenz seiner Wissenschaft darlegte. Da begriff ich - studierter Geisteswissenschaftler mit bildungsbürgerlichem DDR-Hintergrund - vollends warum der Sozialismus nicht funktionieren konnte. Er hatte diese Triebkräfte fehlgeleitet. Gier nach Reichtum war verboten worden, denn um sie zu befriedigen hätte man vielleicht andere "ausbeuten" müssen. Jedem stand ein Arbeitsplatz zu. Daher hatte niemand Angst, ihn zu verlieren und entsprechend war die Leistung. Wer einen tollen Job, Lust und/oder Pflichtgefühl hatte, arbeitete gut. Wem es wichtiger war, Baumaterial für seine Datsche zu organisieren, tat eben das. Angst musste man nur haben, wenn man eine eigene Meinung vertrat. Dann kam man nicht weiter oder gar ins Gefängnis. 1989 war der Spuk zu Ende.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 14:10 Uhr
Herbert Schliffka

Angst macht Unfrei. Jede Diktatur benötig sie, sowohl die des Staates als die der Kapitalaneignung

Der eine Spuk ging 1989 zu Ende – aber nur um den Preis, dass der andere Spuk globalisiert werden konnte. Die Folge: massenhafte Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China, Indien oder anderen Ländern, in denen die Menschen ihre Arbeitsleistungen gegen einen noch geringeren Lohn verkaufen müssen.
Dass wir in einer freien Gesellschaft leben, ist ein Irrtum, ein Zukunftstraum. Heute müssen die Menschen ihre Arbeitsleistungen den Eigentümern der Unternehmen verkaufen, so wie sie einst auf dem Sklavenmarkt verkauft wurden. Das macht auch in den hochindustrialisierten Ländern des „Westens, zunehmend mehr Menschen, die nach Freiheit streben, Angst. Angst vor Einkommenslosigkeit durch Entlassungen (Schlecker, Opel, usw.). Ein bedingloses Grundeinkommen ist ein Schritt zur Befreiung. Es mindert die Angst und setzt der Gier der Kapitaleigner Grenzen. Das diese Grenzen notwendig (die Not wendend) sind, zeigt die nichtendenwollende Finanz- und Schuldenkriese.

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Herbert Schliffka

Ja wer kommt für die „verflixten“ tausend Euro - oder jede andere Einkommenszahlung – auf?

Ich vermute, Herr Meyer weiß es nicht.
Das zeigt schon die Verwendung des Wortes „aufkommen“, das ganz sinnlos ist in diesem Gedankenzusammenhang, der nicht nur diesbezüglich die Unwissenheit über die realen Vorgänge im global arbeitsteiligen Wirtschaftsorganismus zeigt, im dem die Menschen sich in aller Regel nicht mehr selbst versorgen, sondern durch die Arbeit in den weltweit zusammenwirkenden Unternehmen fremdversorgt werden. Die erzeugten Waren und Dienstleistungen geben den Einkommen ihren Wert. Und nur derjenige, der berechtigt wird, erhält ein Einkommen, mit dem er einen Anteil des „Weltsozialprodukts“ kaufen kann.
Zu Einkommen gelangt man durch Rechtsakte: entweder durch Gesetz, Tarifvertrag und/oder Arbeitsvertrag. Das bedingungslose Grundeinkommen wird durch Gesetz rechtsverbindlich. Wenn man es versteht, sieht man ein, dass es viele Verteilungsprobleme in der globalen Wirtschaft elegant löst. Es sollte, wie gerade in der Schweiz, durch Volksgesetzgebung eingeführt werden.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.07.2012 11:51 Uhr
Falk Bendel
Falk Bendel (FalkB) - 20.07.2012 11:51 Uhr

Wer wird von wem bestohlen?

Sie befürchten, dass nach Einführung des Grundeinkommens die Arbeitenden von den Grundeinkommensempfängern (was wir aber alle wären) bestohlen werden. Was sagen Sie zu meiner Behauptung, dass heute ebenfalls die Arbeitenden bestohlen werden? Aber nicht von allen, sondern von Besitzern der Produktionsmittel (meist in Form von Aktien).

Dazu eine grobe Rechnung: Unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, gerechnet auf den einzelnen Erwerbstätigen und Monat, beträgt ca. 4200 Euro (2,5 Billionen Buttonationaleinkommen : ca. 50 Mio Erwerbstätige : 12 Monate).

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland liegt aber bei nur ca. 3100 Euro. Wohin fließen die restlichen 1100 Euro? Aktuell jedenfalls nicht ins Grundeinkommen. Heute arbeitet fast ein Viertel der Erwerbstätigen für Niedriglohn (also Vollzeit mit einem Einkommen knapp oberhalb der Armutsgrenze; die Niedriglohngrenze ist bei etwa 1800 Euro brutto definiert). Differenz hier sogar 2400 Euro. Monat für Monat. Wo bleibt dieses Geld heute?

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Herbert Schliffka

Lieber Herr Hayes, Ihre überzogene Reaktion zeigt, dass ich die von ihnen geglaubt Ideologie

grundlegend in Frage gestellt habe. In Frage gestellte Orientierung verunsichert. Das erzürnt.
Richtig ist, dass in heutigen Tarifverträgen und Arbeitsverträgen den Einkommensvereinbarungen eine andere - ebenso rechtlich verbindliche – Vereinbarung danebengestellt wird, nämlich die der im Unternehmen zu erbringenden Arbeitsleistung. Und Einkommen, die auf Grund von Gesetzen gezahlt werden (Renten, Kinder-, Kranken- und Arbeitslosengeld, sowie Sozialhilfe) werden größtenteils aufgrund dieser Einkommensvereinbarungen in Arbeitsverhältnissen berechnet.
Aber, dass wir „in einer Gesellschaft freier Menschen“ leben, ist ein Irrtum, ein Zukunftstraum. Heute müssen die Menschen ihre Arbeitsleistungen den Eigentümern der Unternehmen verkaufen, so wie sie einst auf dem Sklavenmarkt verkauft wurden. Das macht zunehmend mehr Menschen, die nach Freiheit streben, Angst. Angst vor Einkommenslosigkeit durch Entlassungen (Schlecker, Opel, usw.). Ein bedingl. Grundeink. ist ein Schritt zur Befreiung.

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 19.07.2012 12:07 Uhr

Im Klartext: Sie wollen die Diebsgesindelrepublik, in der das Stehlen der oberste Grundwert ist

Denn ganz genau darauf läuft das hinaus: Es sollen die (dann noch wenigen) Arbeitenden bestohlen werden, um es den nicht oder nicht im Interesse der anderen Arbeitenden zu geben.
In einer Gesellschaft freier Menschen ist es so, dass jede/r voll Arbeitsfähige nur genau dann eine Leistung oder einen Gegenstand etc. von anderen erhält, wenn er/sie im Gegenzug auch etwas abgibt bzw. leistet. Die Austauschverhältnisse (heute meist indirekt via Geld) werden dabei frei ausgehandelt. Nennt sich Marktwirtschaft.
Sie aber wollen diese grundlegende Freiwilligkeit abschaffen, es soll einfach willkürlich denjenigen, die z.B. produktiv etwas produziert haben, etwas weggenommen und anderen gegeben werden.
Sie fordern damit die fundamentale Verletzung der Menschenrechte, die Beseitigung der freiheitlichen Ordnung und der Freiheit (=Abwesenheit von Zwang und Diebstahl), das Brechen des Grundgesetzes und somit im Ergebnis die Abschaffung der Moral.

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Sophie Fielding

Berlin ist mehr als das!

Ich als "alte" Berlinerin kann mich immer nur wundern, was für ein Biotop / selbsternannte geistige Elite / Boheme - wie auch immer - sich da in meiner Heimatstadt angesammelt hat und breitbrüstig verkündet, wofür Berlin steht, was es ausmacht.

Es gibt auch Berliner, die weder "wasmitmedien" machen noch von ALGII leben.

Doch, ehrlich. Ist sogar die Mehrheit!

Nur bloggen, twittern, quatschen die nicht von jeder Sekunde ihres Lebens, sondern leben es einfach. Und sie eignen sich auch nicht für exibitionistische RTL2-Dokus, an denen sich dann der rechtschaffende Teil unserer Gesellschaft empört ergötzen kann. Oder für Artikel über militante Prenzlberg-Mütter.

Ich lebe mit meinen vier Kindern (alle von einem Mann, mit dem ich - im Ernst - auch noch verheiratet bin, ganz ohne süddeutsche Herkunft) im bürgerlichen Teil von Berlin (ja, den gibt es! Wird nur in den Artikeln, Reportagen & Reiseführern nicht so hervorgehoben) und wir zahlen sogar Steuern!

Verrückt, ich weiß...

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Andreas Schäfer
Andreas Schäfer (BfSeMa) - 19.07.2012 00:46 Uhr

Rainer Meyer

Rainer Meyer schreibt.

Er schreibt
über Geld, Grundsicherung, die 'Berliner Bohème".
Über Opportunismus, "angstfreies Durchwursteln" und das
"in den Tag hinein leben".

Und offenkundig schreibt Rainer Meyer hier
'über einen Freund'

(Siehe erster Satz, "Mein Freund H. hat Angst...")

Und so fragen wir uns beim Lesen dieses süffisanten Artikels die ganze Zeit:
Schreibt Rainer Meyer hier über seine Freunde
und über "Opportunisten" im Rahmen einer journalistischen Festanstellung bei der FAZ,
oder verkauft er diesen 'seinen' Stoff da gerade als Freier Autor?

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Hanswalter Baumann

Chapeau!

Der Anfang zu einem zeitgeschichtlichen 'Sittengemälde' ist gemacht! Weiter so!

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Michael Temme

Berlin ist einfach überbewertet!

guter Artikel, trifft komplett zu.

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Fritz Iversen

Figuren

Elegant denunziert ist auch denunziert. Scheinbar ambivalent zwischen verständnisvoll und verständnislos, zwischen beschreibend und tieferblickend, fällt dann doch mehrmals dieses Wort: "Figuren". Genau da kippt der Artikel vom Interesse an den Ängsten der Menschen, die keine Angestelltes sein können oder wollen, in einen vermaledeiten Duktus, für den man heutzutage schon wieder sofort jede Menge Schulterklopfer einheimsen kann. Keine Ahnung, ob das nur sprachlich verunglückt ist oder ob da hinter den Argumentchen und Voruteilchen nicht doch schon Niedertracht herausblitzt? Ich würde mich schämen. Die Meinung kann man ja haben, aber nicht in diesem Stil.

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Markus Teuber

Tonnenleerer !

Beim Schlaraffenland-Geld ,auch "Bedingungsloses-Grund-Einkommen" genannt- ist aber nicht ganz geklärt,WER denn und vorall WARUM die ganzen "jobs" machen soll,die man eben nicht so aus Lust und Laune und weil die Arbeit "so toll ist",macht ?
.
Als da sind : Müllwerker,Putzfrau,Supermarktverkäuferin,"streßresistenter"Angestellter beim Kfz-Zulassungsamt,3-Uhr-Morgens-Bäcker,S-Bahn-Fahrkartenkontrolleur,Mc-Donalds-Verkäufer,Straßenbauer bei Kälte und Hitze,....
.
Die Befürworter sollten doch dies endlich einmal erklären und dabei daran denken : nicht alle Tätigkeiten sidn künstlerisch,sportlich,intellektuell oder sozial befriedigend und bieten damit "mehr" als nur Geld.
.
Und eine 5köpfige Familie kann dann so ganz ohne Einkommensarbeit fürstlich leben -mit 5000 TEuro ! Gerecht ?

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.07.2012 10:04 Uhr
Sebastian Schneider

Hör ich recht?

"Die Bürger einbeziehen", "Dann lernen sie vielleicht...." Sie klingen ein bisschen sehr nach meiner Heimatregion vor 23 Jahren. Die brauch ich nicht wieder. Ich mag weder von der Politik noch von Ihnen sauberkeitserzogen werden, vielen Dank.

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Falk Bendel
Falk Bendel (FalkB) - 20.07.2012 12:34 Uhr

Rechnen Sie bitte weiter...

Ist das tatsächlich Ihre Meinung? Jobs werden danach bezahlt, wieviel Geld für sie zur Verfügung steht? Sind also für eine Reinigungstätigkeit z.B. nur 2,50 Euro/h da, dann ist das ok? Und wenn gar kein Geld da ist, heißt es wieder Sklaverei? Ich halte das für eine verquere Sichtweise und behaupte im Gegenteil, wenn für die Entlohnung einer Arbeit, nicht so viel Geld da ist, dass der Vollzeitbeschäftigte davon leben kann, dann ist das Unternehmen, das diese Arbeit anbietet, nicht existenzfähig. Punkt.

Weiterhin sind Sie der Meinung, dass Bäcker nur noch für mind. 5000 Euro monatlich zu haben sein werden. Wie kommen Sie zu dieser Auffassung? Oder anders gefragt: Wären Sie nicht bereit, für über 6000 Euro (Grundeinkommen+Gehalt) als Bäcker zu arbeiten? Also ich sofort. Ich würde es sogar für 4000 oder 3000 machen. Und mancher sogar für 2000... Glauben Sie nicht? Warum arbeiten dann heute Bäcker, für durchschnittlich 1900 Euro?

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Wolfram Hertler

Ja gerecht

Das ne Familie mit 5 Köpfen mehr bekommt als jetzt ist sehr wohl gerechter. Haben wir jetzt nicht so wenige Kinder weil es eine finanzielle Strafe ist ein Kind groß zu ziehen ?
Vielleicht könnte man die Bürger mehr einbeziehen auch in die Abfuhr des Mülls, dann würden sie womöglich verantwortungsvoller damit umgehen? Wer braucht McDonnalds ?? Und wenn dann sollte man die Leute auch ordentlich bezahlen und nicht schlechter behandeln als die Viecher, die für diesen Massenfraß "produziert" werden. Vielleicht hätten Sie dann mehr Respekt vor dem Straßenbauer und würden nicht nur darauf schimpfen, dass da schon wieder ne Baustelle ist, weil der auch mal ganz schnell sagen kann: "so nicht Jungs, wenn ich nicht halbtags arbeiten kann bleib ich gleich ganz bei meiner Familie daheim" Oder frag mal bei der Konkurrenz usw. usw.
Ob eine Arbeit befriedigend ist oder nicht hängt sehr stark von der gesellschaftlichen Wertschätzung ab und die würde sich mit einem BGE sehr wohl verändern.

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Thomas Brentana

Hmmm

Mal nachdenken. "Eine Putzfrau wird dann allerdings nicht mehr für einen Dumpinglohn zu haben sein, sondern nur für einen, von dem sie leben kann." Von dem sie leben kann ? Sie lebt doch bereits vom BGE oder habe ich etwas falsch verstanden ? Nebenbei werden die meisten Jobs nicht danach bezahlt was der oder die Arbeitenden gerne hätten sondern nach dem was für diesen Job an Geld zur Verfügung steht.
Ihrem Beispiel folgend suchen wir uns daher eine/einen der Spass am frühen Aufstehen hat und dann um 4 Uhr morgens die Brötchen in den Ofen steckt die Sie gerne frühstücken würden. Dummerweise macht sie/er das nur für mindestens 5000 Euro im Monat, daher werden leider auch die Brötchen auf lässige 2,50 / Stück angehoben werden müssen. Aber das macht ja nichts, man setzt sich auf sein 15.000 Euro Fahrrad, zieht sich die 1.500 Euro Windjacke an und holt sich die Brötchen. Bestrichen mit Marmelade zu 30 Euro das Glas kann man dann den Tag gelassen angehen.

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Helmut Schlang

Ist doch super:

Zu meinen 1000€ noch mal 1500 drauf und dann ein schönes Auto oder fett in Urlaub, warum nicht? Und alles steuerfrei (mit dem 50% Mehrwertsteuermodell).

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Weitere Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Falk Bendel
Falk Bendel (FalkB) - 18.07.2012 18:17 Uhr

Wiederum eine einfache Antwort

Diese Tätigkeiten werden gemacht werden, weil sie bezahlt werden. Eine Putzfrau wird dann allerdings nicht mehr für einen Dumpinglohn zu haben sein, sondern nur für einen, von dem sie leben kann. Und das ist gut so. Das gleiche Anliegen hat auch der Mindestlohn.

Die Rechnung für die fünfköpfige Familie sieht bei näherer Betrachtung auch nicht ganz so rosig aus. Zum einen sind für Kinder geringere Beträge angedacht. Im Gespräch sind 500 Euro. Womit wir bei einem Familieneinkommen von 3500 Euro wären. Zum anderen müssen davon, anders als jetzt, auch Kosten wie Miete, Heizung, Strom... beglichen werden. Für fünf Personen sicher nicht unter 1500 Euro zu haben. Bleiben 2000 Euro netto zum monatlichen Verbrauch. Sind 400 Euro pro Nase. Ist das fürstlich?

Nein, es ist Grund genug, sich ein Zusatzeinkommen zu suchen. Das Schöne ist, das geht dann. Denn Erwerbseinkommen wird nicht vom Grundeinkommen abgezogen. Die erste Stunde Arbeit lohnt sich bereits. Ganz anders als bei Harzt-IV.

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Andreas Wasert
Andreas Wasert (Wasert) - 18.07.2012 16:08 Uhr

ausgelacht

Tausend Euro? Da kenne ich als Berliner Lumpenprolet andere Verhältnisse: Taxieren würde ich sie mal auf 250 Euro, die muß man schön als geschätzte Einnahmen angeben, und wenn man aufgrund der widriger werdenen Auftragslagen darunter bleibt, kann man Flyer gegen Nudelsuppe designen.
St. Gallener, die von Havard träumen! Ihr seid Mäuschens!

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Thomas Brentana

Eine Frage hätte ich da noch

sehr geehrte Verfechter des BGE. Woher bekommen wir denn die 960.000.000.000 (960 Milliarden) jährlich, die da verfeuert werden sollen ? Wenn Sie diese Frage argumentativ einwandfrei beantworten können, dann bin ich auch dafür. Immerhin würde sich das meinem Haushalt (5 Personen) zur Verfügung stehende Geld monatlich nahezu verdoppeln ohne auch nur einen Handschlag dafür tun zu müssen.
Sollten Ihnen allerdings keine nachprüfbaren Argumente zur Finanzierung einfallen, packen Sie den Vorschlag doch bitte dahin wo er hin gehört, in die virtuelle Mülltonne.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 19:19 Uhr
Wolfram Hertler

Geld für Menschen statt für Banken

Woher kommen eigentlich die Milliarden für die ganzen Banken und Rettungsschirme ?
Hat das mal jemand verständlich dargestellt.

Es geht, weil es als "alternativlos" dargestellt wird.

Alternativlos für einen Rechtsstaat sind aber gerechte Verhältnisse und die Wertschätzung der Menschen und die Einhaltung des Grundgesetzes. H4 ist ein Angriff auf die Menschenwürde.

Ich habs bekommen und bin froh, dass ich es nicht mehr bekomme.
Mit 2000 € nach Abzug der Miete und der Nebenkosten, könnten wir (2 Erw.,3 Kinder ) nicht wirklich gut leben. Aber mit zwei 60 % Anstellungen (wie jetzt auch) wäre vielleicht sogar mal wieder ein Urlaub drin. zudem noch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die im Bereich Arztpraxen herrschen. Bürokratie bis zur Halskrause. Patienten sind nur Störfaktor bei der Verwaltungsarbeit...

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Michael Lemke
Michael Lemke (M-Lemke) - 19.07.2012 03:34 Uhr

Nicht so einfach

Ganz so einfach ist es leider nicht.

Theoretisch bekäme jeder 1000 Euro Kinder die Hälfte.
Aber ab einem bestimmten Einkommen , kommen Steuern und Abgaben so dass mit wachsendem Einkommen der Zuschuss auf Null geht und später eben höhere Abgaben kommen. Auch ist die MwSt ein probates Mittel Steuern zu generieren ohne den Faktor Arbeit direkt zu verteuern. Maschinenarbeit würde allerdings teuerer werden.

Die Alimentierung ist ja schon vorhanden, H4 Sozialhilfe Bafög Wohngeld etc etc etc. Zuschüsse für alles und jedes nur eben muss mann sie erbetteln und hält manche auch eben von der Arbeit ab. Näheres dazu führt hier zu weit. Die Mindestrente oder Grundrente ist sowieso schon überfällig.

Es mal durchzurechnen wäre schon interessant, wobei es sicher einige Abstimmungsprobleme geben wird.

Aber insgesamt kann es machbar sein

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Giannozzo Richter

Prima Idee, Herr Bendel!

Wir zahlen das BIP einfach als Barsumme aus. Dass da noch kein Volkswirt drauf gekommen ist. Aber was machen Sie mit den restlichen 1.500 Euro, wollen Sie die einfach verkommen lassen?

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Falk Bendel
Falk Bendel (FalkB) - 18.07.2012 17:40 Uhr

Die Frage ist falsch gestellt.

Wir essen schließlich kein Geld. Die Frage muss lauten, ob unser Land in der Lage ist, jedem Einwohner Waren und Güter im Wert von 1000 Euro monatlich zur Verfügung zu stellen. Das ist es ganz offensichtlich:

Machen wir es ganz banal: Unser Bruttoinlandsprodukt beträgt aktuell ca. 2,5 Billionen Euro pro Jahr. Das sind bei 82 Mio. Einwohnern etwas über 2500 Euro pro Nase und Monat. 1000 Euro für jeden sind also schon heute locker drin.

Diese Rechnung wird sich weiter verbessern, weil das Grundeinkommen vorrangig für Konsum (im eigenen Land) ausgegeben werden wird, statt weltweit spekulativ investiert zu werden. Und weil unzählige Menschen aus unsinnigen Tätigkeiten oder ihrer Zwangstilllegung entkommen können und einer Tätigkeit nachgehen können, die sie für sinnvoll halten. Stellen Sie sich das enorme Potential frei, das damit frei würde und unserem Land zugute käme.

Und die paar Faulpelze, die es gäbe, erwirtschaften heute auch nichts. An die kommen Sie so und so nicht ran.

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David Winter

Es gibt auch in Berlin ein Mittelfeld

Ich bin vor vielen Jahren nach Berlin gezogen, weil mich die Enge der Provinz und die kleinkrämerische Peer Pressure („Was sitzt der mit seinem Notebook im Café?“) wahnsinnig gemacht haben. Ich habe meinen Mittelweg gefunden - erfreulich oberhalb von 1000 Euro, aber andererseits so, dass genug Zeit bleibt, um den Circus Maximus der Berliner Selbsterfindung zu genießen; auch mal an einem Montag.

Aber ja: Es gibt hier einen selbstreferenziellen Edel-Schlendrian. Jeder macht irgendein cooles „Projekt“ (oder drei), wird nie fertig, hat aber (scheinbar) Spaß.

Meine Steuern zahle ich an/in Berlin, doch die Kunden sitzen im Ausland bzw. deutschen Süden, dem ich damals so arrogant den Rücken zugedreht habe. Solvente Kunden findet man an der Spree kaum, doch die Frauen sind schön, die Bars Abenteuerspielplätze. Digitale Dialektik.

Wer indes in Berlin von einer „Silicon Spree“ träumt, hat nicht begriffen, dass elegantes Abhängen im Café „Blaues Band“ alleine diesen Traum nicht erfüllt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.07.2012 16:29 Uhr
Alphonso Porcamadonna

Ich kenne beides

Also ich fand diese Zirkel in Berlin in ihrer Selbstbezogenheitz auch nicht anders als die CSU bei mir daheim - aber die kann man abwählen, die Berliner Egomanie, befeuert durch die Distanz zum Land hinter der Steppe jedoch nie. Ich bin selbst sehr bayernkritisch, ich war zu lange hier, um das wirklich zu lieben, aber letztlich möchte ich dann doch irgendwo leben, wo alles funktioniert, wie es soll. Um den Preis, dass ich im Winter um 6.30 Uhr auf der Strasse stehe und vor meinem Haus den Schnee räume. Aber so ist das eben. Und in Bayern habe ich heute gefühlt mehr Freiheiten als in diesem Berlin, wo man alle Freiheiten der Welt hat, solange man dort im Chor mitsingt. Aber wehe, man kommt auf die Idee zu sagen, dass Mietpreissteigerungen auch positive Effekte haben können...

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Hendrik Hahn

Denkfehler

Die Annahme das Menschen die keine Angst mehr um ihre Existenz haben ihrer wirklichen Bestimmung nachgehen, muss erst belegt werden. Ich persönlich denke das sich 90 % der Menschen die im Moment ein monatliches Einkommen unter 1000 € haben mit dem BGE einfach genüsslich auf ihre Couch legen, ein Bier in die Hand nehmen und sich dann Britt, Mitten im Leben oder Barbara Salesch und Co. im TV anschauen. Es wird keinen Mehrwert in dem Sinne für die Gesellschaft haben.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 19:32 Uhr
Wolfram Hertler

Mehrwert

und was hat jetzt gerade für die Gesellschaft einen Mehrwert? Banker und sonstige Zocker an der Börse, die überhaupt keinen Mehrwert erwirtschaften und auch noch den real erwirtschafteten Mehrwert verbraten, weil damit jetzt die Banken gerettet werden ???? Da würde ich es aber gerne auf einen Versuch ankommen lassen. Es gibt auch intelligente Menschen die wenig Geld verdienen. Ihr Bild von Ihren Mitmenschen sagt viel über sie aus..sie sollten nicht so hart mit sich ins Gericht gehen.
Sie haben vielleicht das Bedürfnis mal auf der Couch zu liegen und sinnfrei fern zu sehen. Weil Sie evtl. zu viel Stress in der Arbeit haben. Das ist verständlich. Wenn drei Leute ihre Arbeit machen würden ginge es allen Dreien vielleicht besser. Mit einem BGE wäre u.U. auch das TV- Programm besser, weil nicht nur billigster Trash produziert würde ohne mal in Ruhe nachzudenken, ob Mensch das überhaupt will und braucht.

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Michael Lemke
Michael Lemke (M-Lemke) - 19.07.2012 03:41 Uhr

Die Couch

Also im Grunde kann man sich ja heute schon gut auf die Couch legen wenn man es denn will und das System kennt.
Das nun aber alle Friseurinnen und Wachleute, Putzkolonnen nur wegen des Druck arbeiten gehen ist schlicht zu einfach gedacht. Warum sollen sie nicht weiter dort arbeiten nur dass dann bei dem geringen Lohn das Grundeinkommen einen Grundstock bietet und somit insgesamt man davon auch leben kann, heute stehen sich manche Leute fast besser wenn sie H4 nehmen und ein wenig Schwarz arbeiten.
Arbeit kann auch spass machen und die sozialen Kontakte sind eben auch wichtig. Insgesamt ist sinnvolle Beschäftigung eben auch gut für den Geist.

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Alphonso Porcamadonna

Ich erlebe das anders.

Ich war ja selbst eine Weile (allerdings mit richtiger Arbeit) in Berlin und kenne diese Zirkel näher - tatsächlich sehe ich dort Angst sehr häufig als Treibsatz des Verhaltens, und ich glaube auch nicht, dass Angst eine Lösung sein kann. Angst arbeitet nur falschen Lösungen zu egal ob Dumpinglohn oder eben dem Ausklinken. Dass dort Leute so leben, die durchaus etwas drauf haben, und sie sich in einer Art Echokammer auch in diese Welt hineinreden und gegenseitig bestätigen, ist keine gute Sache. Aber das ist auch nichts, was man täte, wenn es andere, gute Alternativen gibt.

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Thomas Lengler

Widerlegt

Vielleicht belegen Sie doch erst einmal IHRE Annahme. Denn so widerlegen Sie sich gerade selbst durch ihre eigene Logik.

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Peter Wierny
Peter Wierny (wy1553) - 18.07.2012 13:31 Uhr

Highlight

... einfach herrlich geschrieben vom Autor meines Lieblingsblogs ... das Highlight des Tages ! Danke !

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Stefan Derrick

Durcheinander und Verdrehung

Lieber Herr Meyer, ich denke Sie bringen hier etwas viel durcheinander. Ein ganz schöner Mischmasch. Hier und da kann ich ja zustimmen. Bei Herrn Ponader liegen Sie aber, glaube ich, falsch. Wenn ich mich an seinen Beitrag hier richtig erinnere, war er wohl die meiste Zeit berufstätig und hat ALG2 nur phasenweise beantragt. Das wurde ihm dann verweigert, weil er durch sein Ehrenamt angeblich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe. Auch Herr Ponader hatte vorher anständig seinen Beitrag zur Sozialversicherung geleistet. Don Alphonso hätte die Dinge nicht so verdreht.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.07.2012 22:49 Uhr
Stefan Derrick

@Alphonso Porcamadonna

Danke für die weiteren Details. Ich weiß es zu schätzen.

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Alphonso Porcamadonna

Da fehlen ein paar Details

Herr Ponader hatte in München eine Stelle, die er nach eigener Aussage bis zur Pensionierung hätte machen können, ist dann aber nach Berlin gegangen, um sich dort mit dem BGE-Freund Ralph Boes zusammenzutun, und hat im Herbst letzten Jahres, klar gesagt, dass er geht, ohne sich um Geld oder einen Beruf gekümmtert zu haben. Da ist also kein arbeitsloser, vom Schicksal gebeutelter Künstler, sondern ein Aktivist des BGE, der in Berlin dann zuerst das "Gesicht" von Occupy Berlin wurde, und dann polGF der Piraten, und ansonsten auch ausgeführt hat, dass er das ALG2 als so eine Art ihm zustehenden Einkommen betrachtet. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand seinen Beruf aufgibt, um sich als politischer Aktivist zu betätigen. Ich kann sogar verstehen, dass er sich dafür an die Arbeitsagentur wendet und mitnimmt, was er kriegen kann. Aber irgendwann muss man auch darüber reden, was das Ganze denn bittschön werden soll, wenn der Mann dazu noch Propaganda gegen die macht, die bezahlen.

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Hans Glück

Ach ja...

Immer schön in den Kommentaren zu lesen, wie wenig den Einen das Leben von den Anderen gegönnt wird. Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem es nur Ingenieure, Lehrer und Anwälte gibt (obwohl selbst dazugehörend), die das Geld heranschaffen und brav ihr Häusle bauen. Ich will auch Menschen um mich haben, die wenig zum BIP beitragen, aber das Kreative und Schöngeistige in die Welt bringen. Und um Einen zu haben, der schöngeistige Höchstleistungen erbringt, muss man 100 aushalten, die sich zwar zur Kreativität berufen fühlen, aber vielleicht nur das Mittelmaß abbilden - und damit von ihrer Kreativität nicht leben können.

So ist das Leben, Streuverluste gibt es immer wieder, und die trage ich eben mit meinen Steuern mit... Besser, als in schwäbischer Biederkeit dem Ende meiner Tage entgegen zu sehen.

PS.: Großartiger Satz: "Sollte einmal mehr Geld hereinkommen, ist der Moment da, um sich neue Produkte von Apple zu kaufen und die Selbstbescherung bei Twitter zu verkünden."

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.07.2012 15:10 Uhr
Alphonso Porcamadonna

Biederkeit...

mit Verlaub, ich glaube, da wird ein Grossteil der Gesellschaft unterschätzt. Ich lebe ja unter anderem in einer Region, die sehr bieder ist, aber das heisst nicht, dass die Leute dann Punkt 6 vor der Glotze sind, und nicht mehr an das Gemeinwesen denken. Nur machen die über das, was sie sonst tun, kein grosses Bohei. Warum die Organisation einer Freitanzgruppe in Berlin mehr Wert als eine Trachtengruppe haben soll, weiss ich nicht, aber die eine kommt in Berlin sicher in die Medien und die andere wird belächelt, auch wenn es etwas (und icht weniger) mit Kultur zu tun hat. Und ich sehe auch nicht, dass aus dieser BGE-Szene jetzt Zilliarden neuer, grandioser Projekte entspringen würden. Das ist eher so Klubmate im Coworkingspace und 50 Tweets pro Tag. Auch das ist ok. Aber nicht besser.

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fridolin hinterhuber

Ausdrücklich.

Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu.Auch ich würde mich fürchten vor einem Land,in dem - ausschließlich - schwäbische Biederkeit herrschen würde.All die Ingenieur,Lehrer und Anwälte braucht Deutschland zweifellos.Sie sind der Teig.Aber ein Teig braucht auch ein Triebmittel,Hefe also,damit er besonders gut gedeiht.Und diese Hefe sind für mich all die (mehr oder weniger) liebenswerten Spinner,die ich als Steuerzahler auch unterstütze und unterstützen möchte.Zahlenmäßig handelt es sich dabei ohnehin nicht um so viele;ein immer noch reiches Land,das anderen Staaten dreistellige Milliardenbeträge überweist,sollte keine Schwierigkeiten haben,diese relativ kleine Anzahl kreativer Personen im eigenen Land zu alimentieren.

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Rolf Helbig
Rolf Helbig (rodot) - 18.07.2012 13:39 Uhr

Interessanter Gedanke, aber ... !

Ich glaube nicht, dass der Wechsel von der relativen Abhängigkeit vom Arbeitgeber zur totalen* Abhängigkeit vom Staat zu mehr Freiheit und Kreativität führt.

* "Total" in dem Sinne, dass der Staat dann als Geld- UND Gesetzgeber immer stärker zur Zentralmacht im Leben des Bürgers wird. Ihre positive Vorschau auf eine gesellschaftliche Entwickling durch ein mögliches BGE kann ich deshalb kaum teilen - auch wenn mir die Theorie symphatisch erscheint.

Auch die schwarz-weiße Einteilung von brav arbeitenden, unkreativen Menschen auf der einen Seite und freidenkenden kreativen Müßiggängern auf der anderen Seite scheint mir unrealistisch.

Oft steckt ein Gemisch davon in den meisten Menschen - mehr oder weniger ausgeprägt in die jeweilige Richtung.

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