18.07.2012 · Um angstfrei leben zu können, kalkulieren die Vertreter der digitalen Bohème in Berlin mit einem monatlichen Betrag von tausend Euro. Porträt eines unsteten, opportunistischen Milieus.
Von Rainer MeyerRichtlinien für Lesermeinungen
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Herr Meyer hat das BGE nicht verstanden,
denn es geht nicht um die Ponaders und alle anderen vermeintlichen
"digitalen Bohemiens", sondern um die Rentner, die durch
Zeitungaustragen ihre Rente aufbessern müssen, weil es zum Leben
nicht mehr reicht und die all die Minijobber, die sich unter
unwürdigen Bedingungen ausbeuten lassen müssen, weil es ein
funktionierendes Sozialsystem doch gar nicht mehr gibt.
In meinen Augen sind die wahren "digitalen Bohemiens"
diejenigen, die fest angestellt sind und die Zeit finden, während
ihrer Arbeitszeit dem Autor hier Applaus zu spenden und ihre Augen vor
dem real existierenden sozialen Elend im Land verschließen.
Ein Tropfen Essig in diesen herrvorragenden Wein..
Ein wunderbarer Beitrag, der vieles ganz genau trifft. Aber wie so oft
liegt der Teufel im Detail, und zwar im Detail des Weglassens dessen,
was nun mal unbedingt dazu gehört.
Die Welt dieser bösen 1000 Euro Forderer beinhaltet nun mal auch
ein paar Millionen Menschen die zwar Volllzeit arbeiten, und zwar nicht
am Computer, die aber dank der perversen Lohndrückerei von dem Geld
das sie dabei verdienen ihre Familie nicht mehr ernähren können.
Und mit Verlaub, diese Politik kam mit Schröder lang vor den ersten
Forderungen nach einem BGE.
Man sollte also die Ehrlichkeit besitzen und Ursache und Wirkung
aufzeigen, bevor man die Lösung insinuiert, die einem ideologisch
in den Kram passt... denn schliesslichist es ja auch jene
Lohndrückerei in DE, ohen die die gesamte Staats- oder Banken
Verschuldung gar nicht möglich geworden wäre.
Geregelte Arbeit hat die Wirtschaft längst abgeschafft
Ich verstehe den Sinn dieses Beitrags nicht. Die Wirtschaft hat
"geregelte Arbeit" längst von ihrer Agenda gestrichen.
Was sie anbietet ist ungeregelte Ausbeutung: Rund um die Uhr, sieben
Tage die Woche verfügbare 400-Euro-Sklaven oder sogar völlig
kostenlose Praktikanten.
Es ist das Mindeste, dass diesen Menschen die direkte
Überlebensangst durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen genommen
wird. Was der Autor und seine Nerd-Freunde da hineininterpretieren, hat
mit der Realität nichts zu tun.
Wenn man schon nicht recherchieren mag, dann hilft es manchmal, einfach
arbeiten zu gehen. Dann trifft man auf alle diese Menschen, die nichts
lieber hätten als eine geregelte Arbeit.
Wenn das aber so ist,
warum agitieren dann die Verfechter des BGE nicht für geregelte Arbeit? Denn auch in einer Welt mit BGE werden die meisten von uns arbeiten müssen, sonst funktioniert nämlich das System nicht. Haben Sie von den Piraten und Ponaders schon was zu Überstundenregelung, Kündigungsschutz oder dergleichen gehört? Warum fangen die Piraten nicht mit einem weniger invasiven Projekt an, dass zumindest theoretisch leicht durchzuziehen ist. Z.B. der Forderung: Keine Arbeitsstelle mehr unter 1000 netto?
nennt sich Flächen-Prämie für Landwirte und beträgt 300 € pro Hektar jedes Jahr, bezahlt von der EU. Ein Ackerbaubetrieb mit z.B. 200 ha bekommt also mal so eben 60000 € abzugsfrei bei ca 10 Arbeitsstunden pro ha und kann daher von einem Ehepaar auch im Nebenerwerb betrieben werden. Natürlich gibt es noch ein paar andere EU-Subventionen dazu.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 14:10 Uhr2.000 Stunden im Nebenerwerb?
Sehr geehrter Herr Hermann, ich kenne die Details nicht und nehme einfac
h Ihre Zahlen. 2000 Stunden ist ganz schön viel, der
durchschnittliche Arbeiter schafft 1600 Stunden. Kapital wie Traktor und
gute Ausrüstung dürfte auch zum Einsatz kommen. Dafür
bekomen wir "Kulturlandschaft" zurück.
Ganz widersprechen will ich Ihnen nicht. Von den 200 ha aufwärts zu
den "ostelbischen Landjunkern" wird es schon sehr teuer und es
kommt nur wenig Landchaftsgenuß zurück.
Mit 400 Euro würde es funtionieren
Das BGE funktioniert meines Erachtens nur mit einem viel geringerem Niveau, so um die 400 Euro pro nichtbehinderte Person. Dann würden Jobs wie Bäcker weiter gemacht. Nur hätten die Leute eben nicht so große Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, denn diesbezüglich ist die heutige Situation einzigartig. Und natürlich hätten wir mit dem Verschwinden von Arbeitsagentur und Sozialamt starke Reduzierungen der heute ausufernden Bürokratie. Denn Beantragung und Auszahlung des BGE könnte das Finanzamz online abwickeln, der neue Perso und die lebenslange Steuernummer wären dann sinnvoll eingesetzt.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.07.2012 17:12 UhrEin BGE ist immer ein schweres Verbrechen. Es kann auch bei 100% Zustimmung nie legitim
sein, weil es die Menschenrechte, die freiheitliche Ordnung grundlegend
verletzt.
Die einzige Ausnahme gibt es dann, wenn das BGE ausschließlich aus
der Förderung von Rohstoffen finanziert wird, für die es einen
hohen Weltmarktpreis gibt; dies ist hierzulande aber utopisch.
Über die Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens sollte der Souverän selbst entscheiden.
In der Schweiz ist seit April 2012 eine Volksinitiative lanciert worden,
die eine Volksabstimmung 1. über die Einführung und 2.
über die Höhe eines bedingungslosen Grundeinkommens einleitet,
wenn sie genügen Unterstützer findet. Anstelle undurchdachte
Vorschläge zu machen, sollte man sich über den
Diskussionsstand informieren. Dazu eignet sich auch das
Informationsmaterial der „Eidgenössischen Volksinitiative -
Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“. Auch die
Informationen des Omnibus für direkte Demokratie zu dem Thema
eignen sich.
Das Grundeinkommen funktioniert nur dann, wenn es eine Akzeptanz bei der
Mehrheit der Bevölkerung findet. Eine solche sollte durch eine
bundesweite Volksabstimmung festgestellt werden. Gemäß
Artikel 20,2 des GG wäre ein Gesetz, das die
außerparlamentarisch zu initiierende Volksgesetzgebung in 3
Verfahrenschritten (1. Gesetzesinitiative, 2. Volksbegehren 3.
Volksabstimmung nach vorheriger freier und gleichberechtigter
Information) ermöglicht, längst fällig
...sind die wesentlichen Triebkräfte wirtschaftlichen Handelns. So zumindest brachte es vor zehn Jahren ein Volkswirtschaft-Dozent auf den Punkt, als er uns ökonomisch höchst unterschiedlich vorgebildeten MBA-Studenten in wenigen Tagen die Quintessenz seiner Wissenschaft darlegte. Da begriff ich - studierter Geisteswissenschaftler mit bildungsbürgerlichem DDR-Hintergrund - vollends warum der Sozialismus nicht funktionieren konnte. Er hatte diese Triebkräfte fehlgeleitet. Gier nach Reichtum war verboten worden, denn um sie zu befriedigen hätte man vielleicht andere "ausbeuten" müssen. Jedem stand ein Arbeitsplatz zu. Daher hatte niemand Angst, ihn zu verlieren und entsprechend war die Leistung. Wer einen tollen Job, Lust und/oder Pflichtgefühl hatte, arbeitete gut. Wem es wichtiger war, Baumaterial für seine Datsche zu organisieren, tat eben das. Angst musste man nur haben, wenn man eine eigene Meinung vertrat. Dann kam man nicht weiter oder gar ins Gefängnis. 1989 war der Spuk zu Ende.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 14:10 UhrAngst macht Unfrei. Jede Diktatur benötig sie, sowohl die des Staates als die der Kapitalaneignung
Der eine Spuk ging 1989 zu Ende – aber nur um den Preis, dass der
andere Spuk globalisiert werden konnte. Die Folge: massenhafte
Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China, Indien oder anderen
Ländern, in denen die Menschen ihre Arbeitsleistungen gegen einen
noch geringeren Lohn verkaufen müssen.
Dass wir in einer freien Gesellschaft leben, ist ein Irrtum, ein
Zukunftstraum. Heute müssen die Menschen ihre Arbeitsleistungen den
Eigentümern der Unternehmen verkaufen, so wie sie einst auf dem
Sklavenmarkt verkauft wurden. Das macht auch in den
hochindustrialisierten Ländern des „Westens, zunehmend mehr
Menschen, die nach Freiheit streben, Angst. Angst vor
Einkommenslosigkeit durch Entlassungen (Schlecker, Opel, usw.). Ein
bedingloses Grundeinkommen ist ein Schritt zur Befreiung. Es mindert die
Angst und setzt der Gier der Kapitaleigner Grenzen. Das diese Grenzen
notwendig (die Not wendend) sind, zeigt die nichtendenwollende Finanz-
und Schuldenkriese.
Ja wer kommt für die „verflixten“ tausend Euro - oder jede andere Einkommenszahlung – auf?
Ich vermute, Herr Meyer weiß es nicht.
Das zeigt schon die Verwendung des Wortes „aufkommen“, das
ganz sinnlos ist in diesem Gedankenzusammenhang, der nicht nur
diesbezüglich die Unwissenheit über die realen Vorgänge
im global arbeitsteiligen Wirtschaftsorganismus zeigt, im dem die
Menschen sich in aller Regel nicht mehr selbst versorgen, sondern durch
die Arbeit in den weltweit zusammenwirkenden Unternehmen fremdversorgt
werden. Die erzeugten Waren und Dienstleistungen geben den Einkommen
ihren Wert. Und nur derjenige, der berechtigt wird, erhält ein
Einkommen, mit dem er einen Anteil des „Weltsozialprodukts“
kaufen kann.
Zu Einkommen gelangt man durch Rechtsakte: entweder durch Gesetz,
Tarifvertrag und/oder Arbeitsvertrag. Das bedingungslose Grundeinkommen
wird durch Gesetz rechtsverbindlich. Wenn man es versteht, sieht man
ein, dass es viele Verteilungsprobleme in der globalen Wirtschaft
elegant löst. Es sollte, wie gerade in der Schweiz, durch
Volksgesetzgebung eingeführt werden.
Wer wird von wem bestohlen?
Sie befürchten, dass nach Einführung des Grundeinkommens die
Arbeitenden von den Grundeinkommensempfängern (was wir aber alle
wären) bestohlen werden. Was sagen Sie zu meiner Behauptung, dass
heute ebenfalls die Arbeitenden bestohlen werden? Aber nicht von allen,
sondern von Besitzern der Produktionsmittel (meist in Form von Aktien).
Dazu eine grobe Rechnung: Unsere wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit, gerechnet auf den einzelnen Erwerbstätigen
und Monat, beträgt ca. 4200 Euro (2,5 Billionen
Buttonationaleinkommen : ca. 50 Mio Erwerbstätige : 12 Monate).
Das Durchschnittsgehalt in Deutschland liegt aber bei nur ca. 3100 Euro.
Wohin fließen die restlichen 1100 Euro? Aktuell jedenfalls nicht
ins Grundeinkommen. Heute arbeitet fast ein Viertel der
Erwerbstätigen für Niedriglohn (also Vollzeit mit einem
Einkommen knapp oberhalb der Armutsgrenze; die Niedriglohngrenze ist bei
etwa 1800 Euro brutto definiert). Differenz hier sogar 2400 Euro. Monat
für Monat. Wo bleibt dieses Geld heute?
Lieber Herr Hayes, Ihre überzogene Reaktion zeigt, dass ich die von ihnen geglaubt Ideologie
grundlegend in Frage gestellt habe. In Frage gestellte Orientierung
verunsichert. Das erzürnt.
Richtig ist, dass in heutigen Tarifverträgen und
Arbeitsverträgen den Einkommensvereinbarungen eine andere - ebenso
rechtlich verbindliche – Vereinbarung danebengestellt wird,
nämlich die der im Unternehmen zu erbringenden Arbeitsleistung. Und
Einkommen, die auf Grund von Gesetzen gezahlt werden (Renten, Kinder-,
Kranken- und Arbeitslosengeld, sowie Sozialhilfe) werden
größtenteils aufgrund dieser Einkommensvereinbarungen in
Arbeitsverhältnissen berechnet.
Aber, dass wir „in einer Gesellschaft freier Menschen“
leben, ist ein Irrtum, ein Zukunftstraum. Heute müssen die Menschen
ihre Arbeitsleistungen den Eigentümern der Unternehmen verkaufen,
so wie sie einst auf dem Sklavenmarkt verkauft wurden. Das macht
zunehmend mehr Menschen, die nach Freiheit streben, Angst. Angst vor
Einkommenslosigkeit durch Entlassungen (Schlecker, Opel, usw.). Ein
bedingl. Grundeink. ist ein Schritt zur Befreiung.
Im Klartext: Sie wollen die Diebsgesindelrepublik, in der das Stehlen der oberste Grundwert ist
Denn ganz genau darauf läuft das hinaus: Es sollen die (dann noch
wenigen) Arbeitenden bestohlen werden, um es den nicht oder nicht im
Interesse der anderen Arbeitenden zu geben.
In einer Gesellschaft freier Menschen ist es so, dass jede/r voll
Arbeitsfähige nur genau dann eine Leistung oder einen Gegenstand
etc. von anderen erhält, wenn er/sie im Gegenzug auch etwas abgibt
bzw. leistet. Die Austauschverhältnisse (heute meist indirekt via
Geld) werden dabei frei ausgehandelt. Nennt sich Marktwirtschaft.
Sie aber wollen diese grundlegende Freiwilligkeit abschaffen, es soll
einfach willkürlich denjenigen, die z.B. produktiv etwas produziert
haben, etwas weggenommen und anderen gegeben werden.
Sie fordern damit die fundamentale Verletzung der Menschenrechte, die
Beseitigung der freiheitlichen Ordnung und der Freiheit (=Abwesenheit
von Zwang und Diebstahl), das Brechen des Grundgesetzes und somit im
Ergebnis die Abschaffung der Moral.
Ich als "alte" Berlinerin kann mich immer nur wundern, was
für ein Biotop / selbsternannte geistige Elite / Boheme - wie auch
immer - sich da in meiner Heimatstadt angesammelt hat und
breitbrüstig verkündet, wofür Berlin steht, was es ausmacht.
Es gibt auch Berliner, die weder "wasmitmedien" machen noch
von ALGII leben.
Doch, ehrlich. Ist sogar die Mehrheit!
Nur bloggen, twittern, quatschen die nicht von jeder Sekunde ihres
Lebens, sondern leben es einfach. Und sie eignen sich auch nicht
für exibitionistische RTL2-Dokus, an denen sich dann der
rechtschaffende Teil unserer Gesellschaft empört ergötzen
kann. Oder für Artikel über militante Prenzlberg-Mütter.
Ich lebe mit meinen vier Kindern (alle von einem Mann, mit dem ich - im
Ernst - auch noch verheiratet bin, ganz ohne süddeutsche Herkunft)
im bürgerlichen Teil von Berlin (ja, den gibt es! Wird nur in den
Artikeln, Reportagen & Reiseführern nicht so hervorgehoben) und
wir zahlen sogar Steuern!
Verrückt, ich weiß...
Rainer Meyer schreibt.
Er schreibt
über Geld, Grundsicherung, die 'Berliner Bohème".
Über Opportunismus, "angstfreies Durchwursteln" und das
"in den Tag hinein leben".
Und offenkundig schreibt Rainer Meyer hier
'über einen Freund'
(Siehe erster Satz, "Mein Freund H. hat Angst...")
Und so fragen wir uns beim Lesen dieses süffisanten Artikels die
ganze Zeit:
Schreibt Rainer Meyer hier über seine Freunde
und über "Opportunisten" im Rahmen einer journalistischen
Festanstellung bei der FAZ,
oder verkauft er diesen 'seinen' Stoff da gerade als Freier Autor?
Der Anfang zu einem zeitgeschichtlichen 'Sittengemälde' ist gemacht! Weiter so!
Berlin ist einfach überbewertet!
guter Artikel, trifft komplett zu.
Elegant denunziert ist auch denunziert. Scheinbar ambivalent zwischen verständnisvoll und verständnislos, zwischen beschreibend und tieferblickend, fällt dann doch mehrmals dieses Wort: "Figuren". Genau da kippt der Artikel vom Interesse an den Ängsten der Menschen, die keine Angestelltes sein können oder wollen, in einen vermaledeiten Duktus, für den man heutzutage schon wieder sofort jede Menge Schulterklopfer einheimsen kann. Keine Ahnung, ob das nur sprachlich verunglückt ist oder ob da hinter den Argumentchen und Voruteilchen nicht doch schon Niedertracht herausblitzt? Ich würde mich schämen. Die Meinung kann man ja haben, aber nicht in diesem Stil.
Beim Schlaraffenland-Geld ,auch
"Bedingungsloses-Grund-Einkommen" genannt- ist aber nicht ganz
geklärt,WER denn und vorall WARUM die ganzen "jobs"
machen soll,die man eben nicht so aus Lust und Laune und weil die Arbeit
"so toll ist",macht ?
.
Als da sind :
Müllwerker,Putzfrau,Supermarktverkäuferin,"streßresistenter"Angestellter
beim
Kfz-Zulassungsamt,3-Uhr-Morgens-Bäcker,S-Bahn-Fahrkartenkontrolleur,Mc-Donalds-Verkäufer,Straßenbauer
bei Kälte und Hitze,....
.
Die Befürworter sollten doch dies endlich einmal erklären und
dabei daran denken : nicht alle Tätigkeiten sidn
künstlerisch,sportlich,intellektuell oder sozial befriedigend und
bieten damit "mehr" als nur Geld.
.
Und eine 5köpfige Familie kann dann so ganz ohne Einkommensarbeit
fürstlich leben -mit 5000 TEuro ! Gerecht ?
Hör ich recht?
"Die Bürger einbeziehen", "Dann lernen sie vielleicht...." Sie klingen ein bisschen sehr nach meiner Heimatregion vor 23 Jahren. Die brauch ich nicht wieder. Ich mag weder von der Politik noch von Ihnen sauberkeitserzogen werden, vielen Dank.
Rechnen Sie bitte weiter...
Ist das tatsächlich Ihre Meinung? Jobs werden danach bezahlt,
wieviel Geld für sie zur Verfügung steht? Sind also für
eine Reinigungstätigkeit z.B. nur 2,50 Euro/h da, dann ist das ok?
Und wenn gar kein Geld da ist, heißt es wieder Sklaverei? Ich
halte das für eine verquere Sichtweise und behaupte im Gegenteil,
wenn für die Entlohnung einer Arbeit, nicht so viel Geld da ist,
dass der Vollzeitbeschäftigte davon leben kann, dann ist das
Unternehmen, das diese Arbeit anbietet, nicht existenzfähig. Punkt.
Weiterhin sind Sie der Meinung, dass Bäcker nur noch für mind.
5000 Euro monatlich zu haben sein werden. Wie kommen Sie zu dieser
Auffassung? Oder anders gefragt: Wären Sie nicht bereit, für
über 6000 Euro (Grundeinkommen+Gehalt) als Bäcker zu arbeiten?
Also ich sofort. Ich würde es sogar für 4000 oder 3000 machen.
Und mancher sogar für 2000... Glauben Sie nicht? Warum arbeiten
dann heute Bäcker, für durchschnittlich 1900 Euro?
Ja gerecht
Das ne Familie mit 5 Köpfen mehr bekommt als jetzt ist sehr wohl
gerechter. Haben wir jetzt nicht so wenige Kinder weil es eine
finanzielle Strafe ist ein Kind groß zu ziehen ?
Vielleicht könnte man die Bürger mehr einbeziehen auch in die
Abfuhr des Mülls, dann würden sie womöglich
verantwortungsvoller damit umgehen? Wer braucht McDonnalds ?? Und wenn
dann sollte man die Leute auch ordentlich bezahlen und nicht schlechter
behandeln als die Viecher, die für diesen Massenfraß
"produziert" werden. Vielleicht hätten Sie dann mehr
Respekt vor dem Straßenbauer und würden nicht nur darauf
schimpfen, dass da schon wieder ne Baustelle ist, weil der auch mal ganz
schnell sagen kann: "so nicht Jungs, wenn ich nicht halbtags
arbeiten kann bleib ich gleich ganz bei meiner Familie daheim" Oder
frag mal bei der Konkurrenz usw. usw.
Ob eine Arbeit befriedigend ist oder nicht hängt sehr stark von der
gesellschaftlichen Wertschätzung ab und die würde sich mit
einem BGE sehr wohl verändern.
Hmmm
Mal nachdenken. "Eine Putzfrau wird dann allerdings nicht mehr
für einen Dumpinglohn zu haben sein, sondern nur für einen,
von dem sie leben kann." Von dem sie leben kann ? Sie lebt doch
bereits vom BGE oder habe ich etwas falsch verstanden ? Nebenbei werden
die meisten Jobs nicht danach bezahlt was der oder die Arbeitenden gerne
hätten sondern nach dem was für diesen Job an Geld zur
Verfügung steht.
Ihrem Beispiel folgend suchen wir uns daher eine/einen der Spass am
frühen Aufstehen hat und dann um 4 Uhr morgens die Brötchen in
den Ofen steckt die Sie gerne frühstücken würden.
Dummerweise macht sie/er das nur für mindestens 5000 Euro im Monat,
daher werden leider auch die Brötchen auf lässige 2,50 /
Stück angehoben werden müssen. Aber das macht ja nichts, man
setzt sich auf sein 15.000 Euro Fahrrad, zieht sich die 1.500 Euro
Windjacke an und holt sich die Brötchen. Bestrichen mit Marmelade
zu 30 Euro das Glas kann man dann den Tag gelassen angehen.
Ist doch super:
Zu meinen 1000€ noch mal 1500 drauf und dann ein schönes Auto oder fett in Urlaub, warum nicht? Und alles steuerfrei (mit dem 50% Mehrwertsteuermodell).
Wiederum eine einfache Antwort
Diese Tätigkeiten werden gemacht werden, weil sie bezahlt werden.
Eine Putzfrau wird dann allerdings nicht mehr für einen Dumpinglohn
zu haben sein, sondern nur für einen, von dem sie leben kann. Und
das ist gut so. Das gleiche Anliegen hat auch der Mindestlohn.
Die Rechnung für die fünfköpfige Familie sieht bei
näherer Betrachtung auch nicht ganz so rosig aus. Zum einen sind
für Kinder geringere Beträge angedacht. Im Gespräch sind
500 Euro. Womit wir bei einem Familieneinkommen von 3500 Euro
wären. Zum anderen müssen davon, anders als jetzt, auch Kosten
wie Miete, Heizung, Strom... beglichen werden. Für fünf
Personen sicher nicht unter 1500 Euro zu haben. Bleiben 2000 Euro netto
zum monatlichen Verbrauch. Sind 400 Euro pro Nase. Ist das fürstlich?
Nein, es ist Grund genug, sich ein Zusatzeinkommen zu suchen. Das
Schöne ist, das geht dann. Denn Erwerbseinkommen wird nicht vom
Grundeinkommen abgezogen. Die erste Stunde Arbeit lohnt sich bereits.
Ganz anders als bei Harzt-IV.
Tausend Euro? Da kenne ich als Berliner Lumpenprolet andere
Verhältnisse: Taxieren würde ich sie mal auf 250 Euro, die
muß man schön als geschätzte Einnahmen angeben, und wenn
man aufgrund der widriger werdenen Auftragslagen darunter bleibt, kann
man Flyer gegen Nudelsuppe designen.
St. Gallener, die von Havard träumen! Ihr seid Mäuschens!
sehr geehrte Verfechter des BGE. Woher bekommen wir denn die
960.000.000.000 (960 Milliarden) jährlich, die da verfeuert werden
sollen ? Wenn Sie diese Frage argumentativ einwandfrei beantworten
können, dann bin ich auch dafür. Immerhin würde sich das
meinem Haushalt (5 Personen) zur Verfügung stehende Geld monatlich
nahezu verdoppeln ohne auch nur einen Handschlag dafür tun zu müssen.
Sollten Ihnen allerdings keine nachprüfbaren Argumente zur
Finanzierung einfallen, packen Sie den Vorschlag doch bitte dahin wo er
hin gehört, in die virtuelle Mülltonne.
Geld für Menschen statt für Banken
Woher kommen eigentlich die Milliarden für die ganzen Banken und
Rettungsschirme ?
Hat das mal jemand verständlich dargestellt.
Es geht, weil es als "alternativlos" dargestellt wird.
Alternativlos für einen Rechtsstaat sind aber gerechte
Verhältnisse und die Wertschätzung der Menschen und die
Einhaltung des Grundgesetzes. H4 ist ein Angriff auf die Menschenwürde.
Ich habs bekommen und bin froh, dass ich es nicht mehr bekomme.
Mit 2000 € nach Abzug der Miete und der Nebenkosten, könnten
wir (2 Erw.,3 Kinder ) nicht wirklich gut leben. Aber mit zwei 60 %
Anstellungen (wie jetzt auch) wäre vielleicht sogar mal wieder ein
Urlaub drin. zudem noch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die im
Bereich Arztpraxen herrschen. Bürokratie bis zur Halskrause.
Patienten sind nur Störfaktor bei der Verwaltungsarbeit...
Nicht so einfach
Ganz so einfach ist es leider nicht.
Theoretisch bekäme jeder 1000 Euro Kinder die Hälfte.
Aber ab einem bestimmten Einkommen , kommen Steuern und Abgaben so dass
mit wachsendem Einkommen der Zuschuss auf Null geht und später eben
höhere Abgaben kommen. Auch ist die MwSt ein probates Mittel
Steuern zu generieren ohne den Faktor Arbeit direkt zu verteuern.
Maschinenarbeit würde allerdings teuerer werden.
Die Alimentierung ist ja schon vorhanden, H4 Sozialhilfe Bafög
Wohngeld etc etc etc. Zuschüsse für alles und jedes nur eben
muss mann sie erbetteln und hält manche auch eben von der Arbeit
ab. Näheres dazu führt hier zu weit. Die Mindestrente oder
Grundrente ist sowieso schon überfällig.
Es mal durchzurechnen wäre schon interessant, wobei es sicher
einige Abstimmungsprobleme geben wird.
Aber insgesamt kann es machbar sein
Prima Idee, Herr Bendel!
Wir zahlen das BIP einfach als Barsumme aus. Dass da noch kein Volkswirt drauf gekommen ist. Aber was machen Sie mit den restlichen 1.500 Euro, wollen Sie die einfach verkommen lassen?
Die Frage ist falsch gestellt.
Wir essen schließlich kein Geld. Die Frage muss lauten, ob unser
Land in der Lage ist, jedem Einwohner Waren und Güter im Wert von
1000 Euro monatlich zur Verfügung zu stellen. Das ist es ganz offensichtlich:
Machen wir es ganz banal: Unser Bruttoinlandsprodukt beträgt
aktuell ca. 2,5 Billionen Euro pro Jahr. Das sind bei 82 Mio. Einwohnern
etwas über 2500 Euro pro Nase und Monat. 1000 Euro für jeden
sind also schon heute locker drin.
Diese Rechnung wird sich weiter verbessern, weil das Grundeinkommen
vorrangig für Konsum (im eigenen Land) ausgegeben werden wird,
statt weltweit spekulativ investiert zu werden. Und weil unzählige
Menschen aus unsinnigen Tätigkeiten oder ihrer Zwangstilllegung
entkommen können und einer Tätigkeit nachgehen können,
die sie für sinnvoll halten. Stellen Sie sich das enorme Potential
frei, das damit frei würde und unserem Land zugute käme.
Und die paar Faulpelze, die es gäbe, erwirtschaften heute auch
nichts. An die kommen Sie so und so nicht ran.
Es gibt auch in Berlin ein Mittelfeld
Ich bin vor vielen Jahren nach Berlin gezogen, weil mich die Enge der
Provinz und die kleinkrämerische Peer Pressure („Was sitzt
der mit seinem Notebook im Café?“) wahnsinnig gemacht
haben. Ich habe meinen Mittelweg gefunden - erfreulich oberhalb von 1000
Euro, aber andererseits so, dass genug Zeit bleibt, um den Circus
Maximus der Berliner Selbsterfindung zu genießen; auch mal an
einem Montag.
Aber ja: Es gibt hier einen selbstreferenziellen Edel-Schlendrian. Jeder
macht irgendein cooles „Projekt“ (oder drei), wird nie
fertig, hat aber (scheinbar) Spaß.
Meine Steuern zahle ich an/in Berlin, doch die Kunden sitzen im Ausland
bzw. deutschen Süden, dem ich damals so arrogant den Rücken
zugedreht habe. Solvente Kunden findet man an der Spree kaum, doch die
Frauen sind schön, die Bars Abenteuerspielplätze. Digitale Dialektik.
Wer indes in Berlin von einer „Silicon Spree“ träumt,
hat nicht begriffen, dass elegantes Abhängen im Café
„Blaues Band“ alleine diesen Traum nicht erfüllt.
Ich kenne beides
Also ich fand diese Zirkel in Berlin in ihrer Selbstbezogenheitz auch nicht anders als die CSU bei mir daheim - aber die kann man abwählen, die Berliner Egomanie, befeuert durch die Distanz zum Land hinter der Steppe jedoch nie. Ich bin selbst sehr bayernkritisch, ich war zu lange hier, um das wirklich zu lieben, aber letztlich möchte ich dann doch irgendwo leben, wo alles funktioniert, wie es soll. Um den Preis, dass ich im Winter um 6.30 Uhr auf der Strasse stehe und vor meinem Haus den Schnee räume. Aber so ist das eben. Und in Bayern habe ich heute gefühlt mehr Freiheiten als in diesem Berlin, wo man alle Freiheiten der Welt hat, solange man dort im Chor mitsingt. Aber wehe, man kommt auf die Idee zu sagen, dass Mietpreissteigerungen auch positive Effekte haben können...
Die Annahme das Menschen die keine Angst mehr um ihre Existenz haben ihrer wirklichen Bestimmung nachgehen, muss erst belegt werden. Ich persönlich denke das sich 90 % der Menschen die im Moment ein monatliches Einkommen unter 1000 € haben mit dem BGE einfach genüsslich auf ihre Couch legen, ein Bier in die Hand nehmen und sich dann Britt, Mitten im Leben oder Barbara Salesch und Co. im TV anschauen. Es wird keinen Mehrwert in dem Sinne für die Gesellschaft haben.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 19:32 UhrMehrwert
und was hat jetzt gerade für die Gesellschaft einen Mehrwert?
Banker und sonstige Zocker an der Börse, die überhaupt keinen
Mehrwert erwirtschaften und auch noch den real erwirtschafteten Mehrwert
verbraten, weil damit jetzt die Banken gerettet werden ???? Da
würde ich es aber gerne auf einen Versuch ankommen lassen. Es gibt
auch intelligente Menschen die wenig Geld verdienen. Ihr Bild von Ihren
Mitmenschen sagt viel über sie aus..sie sollten nicht so hart mit
sich ins Gericht gehen.
Sie haben vielleicht das Bedürfnis mal auf der Couch zu liegen und
sinnfrei fern zu sehen. Weil Sie evtl. zu viel Stress in der Arbeit
haben. Das ist verständlich. Wenn drei Leute ihre Arbeit machen
würden ginge es allen Dreien vielleicht besser. Mit einem BGE
wäre u.U. auch das TV- Programm besser, weil nicht nur billigster
Trash produziert würde ohne mal in Ruhe nachzudenken, ob Mensch das
überhaupt will und braucht.
Die Couch
Also im Grunde kann man sich ja heute schon gut auf die Couch legen wenn
man es denn will und das System kennt.
Das nun aber alle Friseurinnen und Wachleute, Putzkolonnen nur wegen des
Druck arbeiten gehen ist schlicht zu einfach gedacht. Warum sollen sie
nicht weiter dort arbeiten nur dass dann bei dem geringen Lohn das
Grundeinkommen einen Grundstock bietet und somit insgesamt man davon
auch leben kann, heute stehen sich manche Leute fast besser wenn sie H4
nehmen und ein wenig Schwarz arbeiten.
Arbeit kann auch spass machen und die sozialen Kontakte sind eben auch
wichtig. Insgesamt ist sinnvolle Beschäftigung eben auch gut
für den Geist.
Ich erlebe das anders.
Ich war ja selbst eine Weile (allerdings mit richtiger Arbeit) in Berlin und kenne diese Zirkel näher - tatsächlich sehe ich dort Angst sehr häufig als Treibsatz des Verhaltens, und ich glaube auch nicht, dass Angst eine Lösung sein kann. Angst arbeitet nur falschen Lösungen zu egal ob Dumpinglohn oder eben dem Ausklinken. Dass dort Leute so leben, die durchaus etwas drauf haben, und sie sich in einer Art Echokammer auch in diese Welt hineinreden und gegenseitig bestätigen, ist keine gute Sache. Aber das ist auch nichts, was man täte, wenn es andere, gute Alternativen gibt.
Widerlegt
Vielleicht belegen Sie doch erst einmal IHRE Annahme. Denn so widerlegen Sie sich gerade selbst durch ihre eigene Logik.
... einfach herrlich geschrieben vom Autor meines Lieblingsblogs ... das Highlight des Tages ! Danke !
Lieber Herr Meyer, ich denke Sie bringen hier etwas viel durcheinander.
Ein ganz schöner Mischmasch. Hier und da kann ich ja zustimmen. Bei
Herrn Ponader liegen Sie aber, glaube ich, falsch. Wenn ich mich an
seinen Beitrag hier richtig erinnere, war er wohl die meiste Zeit
berufstätig und hat ALG2 nur phasenweise beantragt. Das wurde ihm
dann verweigert, weil er durch sein Ehrenamt angeblich dem Arbeitsmarkt
nicht zur Verfügung stehe. Auch Herr Ponader hatte vorher
anständig seinen Beitrag zur Sozialversicherung geleistet. Don
Alphonso hätte die Dinge nicht so verdreht.
@Alphonso Porcamadonna
Danke für die weiteren Details. Ich weiß es zu schätzen.
Da fehlen ein paar Details
Herr Ponader hatte in München eine Stelle, die er nach eigener Aussage bis zur Pensionierung hätte machen können, ist dann aber nach Berlin gegangen, um sich dort mit dem BGE-Freund Ralph Boes zusammenzutun, und hat im Herbst letzten Jahres, klar gesagt, dass er geht, ohne sich um Geld oder einen Beruf gekümmtert zu haben. Da ist also kein arbeitsloser, vom Schicksal gebeutelter Künstler, sondern ein Aktivist des BGE, der in Berlin dann zuerst das "Gesicht" von Occupy Berlin wurde, und dann polGF der Piraten, und ansonsten auch ausgeführt hat, dass er das ALG2 als so eine Art ihm zustehenden Einkommen betrachtet. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand seinen Beruf aufgibt, um sich als politischer Aktivist zu betätigen. Ich kann sogar verstehen, dass er sich dafür an die Arbeitsagentur wendet und mitnimmt, was er kriegen kann. Aber irgendwann muss man auch darüber reden, was das Ganze denn bittschön werden soll, wenn der Mann dazu noch Propaganda gegen die macht, die bezahlen.
Immer schön in den Kommentaren zu lesen, wie wenig den Einen das
Leben von den Anderen gegönnt wird. Ich möchte nicht in einem
Land leben, in dem es nur Ingenieure, Lehrer und Anwälte gibt
(obwohl selbst dazugehörend), die das Geld heranschaffen und brav
ihr Häusle bauen. Ich will auch Menschen um mich haben, die wenig
zum BIP beitragen, aber das Kreative und Schöngeistige in die Welt
bringen. Und um Einen zu haben, der schöngeistige
Höchstleistungen erbringt, muss man 100 aushalten, die sich zwar
zur Kreativität berufen fühlen, aber vielleicht nur das
Mittelmaß abbilden - und damit von ihrer Kreativität nicht
leben können.
So ist das Leben, Streuverluste gibt es immer wieder, und die trage ich
eben mit meinen Steuern mit... Besser, als in schwäbischer
Biederkeit dem Ende meiner Tage entgegen zu sehen.
PS.: Großartiger Satz: "Sollte einmal mehr Geld hereinkommen,
ist der Moment da, um sich neue Produkte von Apple zu kaufen und die
Selbstbescherung bei Twitter zu verkünden."
Biederkeit...
mit Verlaub, ich glaube, da wird ein Grossteil der Gesellschaft unterschätzt. Ich lebe ja unter anderem in einer Region, die sehr bieder ist, aber das heisst nicht, dass die Leute dann Punkt 6 vor der Glotze sind, und nicht mehr an das Gemeinwesen denken. Nur machen die über das, was sie sonst tun, kein grosses Bohei. Warum die Organisation einer Freitanzgruppe in Berlin mehr Wert als eine Trachtengruppe haben soll, weiss ich nicht, aber die eine kommt in Berlin sicher in die Medien und die andere wird belächelt, auch wenn es etwas (und icht weniger) mit Kultur zu tun hat. Und ich sehe auch nicht, dass aus dieser BGE-Szene jetzt Zilliarden neuer, grandioser Projekte entspringen würden. Das ist eher so Klubmate im Coworkingspace und 50 Tweets pro Tag. Auch das ist ok. Aber nicht besser.
Ausdrücklich.
Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu.Auch ich würde mich fürchten vor einem Land,in dem - ausschließlich - schwäbische Biederkeit herrschen würde.All die Ingenieur,Lehrer und Anwälte braucht Deutschland zweifellos.Sie sind der Teig.Aber ein Teig braucht auch ein Triebmittel,Hefe also,damit er besonders gut gedeiht.Und diese Hefe sind für mich all die (mehr oder weniger) liebenswerten Spinner,die ich als Steuerzahler auch unterstütze und unterstützen möchte.Zahlenmäßig handelt es sich dabei ohnehin nicht um so viele;ein immer noch reiches Land,das anderen Staaten dreistellige Milliardenbeträge überweist,sollte keine Schwierigkeiten haben,diese relativ kleine Anzahl kreativer Personen im eigenen Land zu alimentieren.
Interessanter Gedanke, aber ... !
Ich glaube nicht, dass der Wechsel von der relativen Abhängigkeit
vom Arbeitgeber zur totalen* Abhängigkeit vom Staat zu mehr
Freiheit und Kreativität führt.
* "Total" in dem Sinne, dass der Staat dann als Geld- UND
Gesetzgeber immer stärker zur Zentralmacht im Leben des
Bürgers wird. Ihre positive Vorschau auf eine gesellschaftliche
Entwickling durch ein mögliches BGE kann ich deshalb kaum teilen -
auch wenn mir die Theorie symphatisch erscheint.
Auch die schwarz-weiße Einteilung von brav arbeitenden,
unkreativen Menschen auf der einen Seite und freidenkenden kreativen
Müßiggängern auf der anderen Seite scheint mir unrealistisch.
Oft steckt ein Gemisch davon in den meisten Menschen - mehr oder weniger
ausgeprägt in die jeweilige Richtung.