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Die Waldschlösschenbrücke wird gebaut Es war die Fledermaus und nicht das Erbe

14.11.2007 ·  Zuletzt sollte sie den Bau der Waldschlösschenbrücke abwenden, der aus Sicht der Unesco das Dresdner Elbtal verschandeln würde. Es war eine Illusion zu glauben, die Kleine Hufeisennase könne auswetzen, was bisher am beinahe kollektiven Unvermögen gescheitert ist, findet Reiner Burger.

Von Reiner Burger
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Manche Dinge gibt es eben nur in Dresden. Eine Brücke etwa, die nicht verbindet, sondern Politiker und Bürger seit Jahren spaltet. Oder eine, die, obwohl oder gerade weil noch gar nicht da, schon weltberühmt ist. Oder eine, auf der nach richterlicher Anordnung zwei Blitzanlagen aufgestellt werden sollen, um eine Fledermausart zu schützen.

Drei Monate war die „Kleine Hufeisennase“ für alle, die für den Erhalt des Dresden 2004 verliehenen Welterbe-Titels kämpfen, ein Symbol der Hoffnung. Denn im August verfügte das Dresdner Verwaltungsgericht, kurz bevor die Bagger anrollen sollten, wegen des vom Aussterben bedrohten Winzlings einen Baustopp in Sachen Waldschlösschen-Brücke. Zuvor war die Stadt mehrfach mit dem Versuch, das Projekt zu vertagen und einen Kompromiss mit der Unesco zu suchen, bei diversen Gerichten gescheitert. Sogar das Bundesverfassungsgericht ließ sich zu der Sache ein: Der Bürgerentscheid von Anfang 2005, in dem sich eine Zweidrittelmehrheit für die Brücke ausgesprochen hatte, wiege als „authentische Ausdrucksform unmittelbarer Demokratie“ schwerer als die völkerrechtliche „Weltkulturerbe-Konvention“. Auch deshalb ist es nicht verwunderlich, dass am Mittwoch das Sächsische Oberverwaltungsgericht den Baustopp aufgehoben hat.

Ein schwacher Trost bleibt

Es war eine Illusion zu glauben, die Kleine Hufeisennase könne auswetzen, was bisher am beinahe kollektiven Unvermögen gescheitert ist: Seit das Welterbe-Komitee der Unesco Dresden wegen der Brücke im Sommer 2006 auf seine „Rote Liste“ gesetzt hat, ist es trotz vieler guter Gelegenheiten aus schierer Prinzipienreiterei sowohl im Dresdner Stadtrat als auch in der Landesregierung und schließlich in der Welterbe-Verwaltung nicht gelungen, einen Kompromiss zu finden.

Ungenutzt blieb etwa die vom Oberverwaltungsgericht angesetzte Mediationsphase vor einem Jahr. Aktuell hatten die Bautzener Richter lediglich noch über naturschutzrechtliche Fragen und vor allem über Belange der Kleinen Hufeisennase zu befinden. Diesen kann nach Auffassung der Richter auf der Brücke nächtens mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h für Autos und zwei Blitzanlagen Genüge getan werden. Das aber sind gewiss nicht die Modifikationen, die das Welterbe-Komitee erwartet, um Dresden seinen Titel zu belassen. Ein schwacher Trost bleibt, dass der jahrelang sture Ministerpräsident Milbradt unter dem Eindruck der seit August währenden Hufeisennasen-Auszeit erstmals von der Möglichkeit gesprochen hat, die Brücke doch noch umzuplanen.

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Jahrgang 1969, politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

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