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Samsung-Direktor Steffen Ganders : Hacken gehört in den Schulunterricht

Auch junge Leute müssen lernen, dass Digitalisierung mehr ist als eine Popkultur: Cosplayer posieren für ein Selfie. Bild: Getty

Der Elektronikkonzern aus Korea forciert das Thema digitale Bildung. Welches sind seine Motive? Und wo verläuft die Grenze zwischen Verantwortung und Selbstverantwortung? Ein Gespräch mit Steffen Ganders von Samsung.

          Das Thema digitale Bildung wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Welche Rolle spielen international agierende IT-Konzerne wie Samsung in einer solchen Debatte?

          Ich glaube, dass wir als Unternehmen, das die Digitalisierung mitgestaltet, sehr gut sehen können, wie sich unterschiedliche Bereiche auch global gesehen entwickeln und welchen Einfluss die Technologie und das, was mit ihr einhergeht, hat - im Miteinander und wirtschaftlich. Wir haben uns als Unternehmen in Deutschland für ein bestimmtes gesellschaftliches Engagement entschieden, wir wollen die Digitalisierung begleiten und Impulse geben. Auch im Schulkontext mit seinen föderalen Herausforderungen.

          Geht es nicht um den Absatz Ihrer Produkte auf einen Milliardenmarkt?

          Wir sehen, wie unsere Technologien heute verwendet werden. Im Gesellschaftlichen, im Beruflichen, im Qualifikationsbereich oder in der Wirtschaft gibt es Nachholbedarf. Nicht beim Einsatz der Technologie an sich, sondern bei der Frage, wie ich die Technologie gestaltend einsetzen kann, um in einer digitalisierten und globalisierten Welt die gesellschaftliche Teilhabe aufrechtzuerhalten. Wir sind in vielen Bereichen präsent, die Menschen kennen uns und nutzen unsere Produkte. Uns geht es um die Entwicklung digitaler Kompetenzen, um gestalterische Fähigkeiten. Das ist gerade für eine Wissensgesellschaft in einem Land wichtig, in dem die Fertigung eine immer kleinere Rolle spielt und das über keine entscheidende Rohstoffbasis verfügt.

          Zugleich machen Sie eine Generation in der Schule vertraut mit Ihrem technischen System.

          Director Corporate Affairs von Samsung Electronics: Steffen Ganders

          Die Diskussion über den Einsatz der privaten Geräte im Schulunterricht zeigt doch, dass die Sichtweisen zur notwendigen Entwicklung entsprechender Fertigkeiten gar nicht so weit voneinander entfernt liegen. Wir wollen, zum Beispiel mit unserer Initiative „Digitale Bildung neu denken“, Schulen in die Lage versetzen, Unterricht mit der Einbindung von digitalen Hilfsmitteln projektorientiert auszuprobieren. Letztlich wollen wir uns als Unternehmen aber nicht anmaßen, Lehrern Empfehlungen auszusprechen, wie man unsere Geräte pädagogisch, methodisch, didaktisch in den Unterricht integriert. Wir sind keine Pädagogen. Wir sehen aber, dass die Technologien helfen, um Unterricht zu entwickeln. Wir hören aus den Schulen, dass das eine wunderbar funktioniert, das andere nicht, dafür brauchte es Unterstützung oder eine Weiterentwicklung der Technologie. Und wir sehen auch, dass die Lehrerinnen und Lehrer das nicht einfach von heute auf morgen können. Ihre Rolle verändert sich, der Unterricht wird beispielsweise eher kollaborativ. Wir versuchen, die Entwicklung des Lehrens zu begleiten, ohne dass wir inhaltlich Einfluss auf den Unterricht nehmen wollten. Ob sich eine Schule dann für unsere Technologie entscheidet oder nicht, darum geht es bei unserem Engagement nicht.

          Worin sehen Sie im Bereich digitale Bildung die Verantwortung, die IT-Konzernen wie Samsung zukommt?

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