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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Der Politikstil der Kanzlerin Das System M

 ·  Mit Angela Merkel kam die Relativierung von Werten in die Politik. Ihre Führung lebt von den Missverständnissen, die über sie in Umlauf sind. So arbeitet sie am Zerfall der Demokratie.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (199)

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Raban Ruddigkeit

Armes Westdeutschland

Wann immer Frau Merkel Haltung bewiesen hat, haben sich Journaille und Stammtische auf sie gestürzt. Und dabei, wie im Fall Israel genau diese Werte ebenso leichtfertig verraten, wie es dieser nicht mehr ganz dichte Dichter getan hat. Dass sich die Welt jeden Tag verändert, macht ein Maß an Flexibilität doch für jedes Leben unabdingbar und wenn sich jemand korrigieren kann, macht ihn das in meinen Augen zutiefst menschlich. Und damit auf einem Niveau berechenbar, das deutlich stabiler ist, als jedes Manifest und mancher Glaube. Die Werte, die Frau Höhler vermisst, sind doch nichts anderes als liebgewordene Gewissheiten, Bonner Bedeutungshoheiten und – vor allem – die damit verbundenen geldwerten Vorteile. P.S.: Der einzige, der im Moment eine souveränes politisches Korrektiv zur Kanzlerin darstellt, ist unser Bundespräsident. Und der ist – leider – auch kein Westler.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.08.2012 17:16 Uhr
Andreas Donath
Andreas Donath (adoc) - 05.08.2012 17:16 Uhr

Hier geht es doch nicht um West oder Ost, es geht um Prinzipien ...

... Werte, Überzeugungen oder - wie im Fall Merkels - die perfektionierte prinzipienlose Beliebigkeit im Interesse des Machterhalts. Frau Höhler hat das schon klar herausgeabeitet und vorzüglich formuliert. Ich möchte nicht von einem Menschen regiert werden - völlig egal ob aus Stralsund oder Altötting stammend - der für nichts, aber rein gar nichts steht, der kein Programm, keine Überzeugung, keine Reibungsflächen kennt, der heute für das eintritt, was er gestern noch mit Entschiedenheit verworfen hat, nur weil es plötzlich machttaktisch opportun erscheint. Totalitäre Ansätze und Strukturmerkmale sind dies allemal. Mich schaudert es dabei sogar vor der inneren Eiseskälte, die diese Frau "auszeichnet". Und mich schaudert vor dem Heer das diese Frau um sich geschart hat - man betrachte nur das absurd-devote Gehabe ihrer Fraktionsmitglieder bei Abstimmungen, wenn sie ihre Ja-Kärtchen stolz um die Kanzlerin scharwenzelnd vor sich herhalten.

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Raban Ruddigkeit

Armes Westdeutschland #1

Wie dünn die Decke des hier oft beschworenen Anstandes, des Respekts und der Toleranz ist, macht nicht nur der durch einen Haufen Gefühligkeit mäandernde Text von Frau Höhler deutlich, sondern insbesondere eine Mehrzahl der hier erscheinenden Kommentare. Bar jeden konkreten Beleges wird hier aufs stimmungmacherischste pauschalisiert, woneben sich sogar ein Thilo Sarrazin als wissenschaftlich fundiert ausmacht. Und weil man scheinbar sonst nichts hat, greift man dann auch noch in die Ossi-Kiste. »Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.« kalauerte einst Helmut Schmidt und meinte nichts anderes, als dass Politik etwas mit Realismus, Augenmaß und pragmatischen Machbarkeiten zu tun hat.

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Andreas Donath
Andreas Donath (adoc) - 05.08.2012 13:09 Uhr

Merkel hat ihre Aura der alternativlosen Beliebigkeit ...

... wie eine riesige Käseglocke über unser Land gestülpt. Das System Merkel, das vor der messerscharf argumentierenden Getrud Höhler auch schon Cora Stephan schonungslos seziert hat, ist zu einem gefährlichen Moloch geworden, der alles zu ersticken droht. Es ist an der Zeit, dass ein ganzes Land aus seinem Tiefschlaf erwacht und dieser unsäglichen Frau samt ihrem schmierigen Gefolge den verdienten Laufpass gibt, sonst nehmen Rechtsstaat, Demokratie und Freiheit irreparablen Schaden. Und dies sage ich als ehemaliges CDU-Mitglied, das sich von diesen Leuten, die eine ehemalige Volkspartei quasi chloroformiert haben, längst angewidert abgewendet hat.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.08.2012 17:19 Uhr
Andreas Donath
Andreas Donath (adoc) - 05.08.2012 17:19 Uhr

Ich setze einiges an Hoffnung ...

... in die Freien Wähler. Das Vakuum ist riesig, vielleicht können sie es in entscheidenden Teilen künftig ausfüllen.

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Edgar Wermuth
Edgar Wermuth (egnor) - 05.08.2012 14:27 Uhr

Das Problem ist aber: Wen stattdessen wählen?

Auch die Oppositionsparteien haben derzeit keinerlei überzeugendes Personalangebot.

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lothar Thoss
lothar Thoss (sorgeam) - 05.08.2012 11:15 Uhr

A.Merkel

Frau Höhler trifft voll ins Schwaze.
Es ist die Beliebigkeit, mit der die Bundeskanzlerin uns vorführt, wie wenig wir von Politik Merkelscher Prägung verstehen . So sind es die schlechten Wählergebnis- Voraussagen für die bevorstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg , die bei A,M, Alarmzeichen auslösen. Fukoshima bietet die Chance, die Wählermeinung noch im letzten Moment zu drehen. Also wird alles über den Haufen geworfen, was ein halbes Jahr zuvor als die einzige Alternative in der Atompolitik durchgesetzt wurde, ohne dass damals das heiße Eisen der Entsorgung des Atommülls angefasst wurde, geschweigedenn eine Perspektive für die Zukunft vorgegeben wurde. Das wurde wieder einmal ausgeklammert, denn für solide Politik, die sich nicht bei jeder Windrichtungsänderung um 360 Grad mitdreht, fehlt es A.M. am grundlegenden Verständnis .Der Werteverfall bei den christlichen Parteibrüdern akzeptiert , dass ihre evang. Partei-Chefin ohne Kirche heiratete.Merkelzeit!

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Marzo Matto
Marzo Matto (maerzc) - 05.08.2012 00:32 Uhr

Die bittere Wahrheit: Merkel entspricht haargenau Angebot und Nachfrage

Innerparteilich hat sie höchterfolgreich für ein Heer von äußerst limitierten Eunuchen (Kauder et al.) gesorgt. Hier gibt es kaum jemanden, der Charakter besitzt. Die Opposition wiederum glaubt an grenzenlose Solidarität und will dafür noch grenzenlosere Finanzhilfen zu Lasten der deutschen Steuerzahler verordnen. Letztere werden also von einem Parteienblock regiert. In der Wirtschaft wird der interessenbasierte Relativismus oder noch zutreffender gesagt: Rechtsnihilismus schon lange praktiziert – und das nicht nur in den Banken. Von den (insbesondere öffentlich-„rechtlichen“) Medien ganz zu schweigen, die der Öffentlichkeit unablässig Sand gebührenpflichtig in die Augen streuen.

Und dennoch zwingt niemanden die deutschen Wähler, dieses marode System aufrecht zu erhalten. Da sich aber die Mehrheit der Bevölkerung mittlerweile selbst "leidenschaftslos", i.e. völlig indifferent gegenüber Werten verhält, ist auch hier nichts mehr zu erwarten. Dafür gibt es eine Bezeichnung: DEKADENZ

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Roger Dorfner

Zerstörung der Sozialstaaten in Europa

Frau Höhler formuliert zurückhaltend. Tatsächlich haben wenige Personen einen Ende-Sozialstaat-Mechanismus (ESM) etabliert, der über den von Banken hergestellten Sachzwang "Euro-Rettung" und dem wie bestellten Druck der Ratingagenturen die Völker gegeneinander ausspielt: Für alle Ewigkeit werden Länder versuchen, mit immer brutaleren Verarmungsorgien Haushalte zu "sanieren". Paul Craig Roberts (Reagan-Regierung) nennt Germany einen "puppet-state". Wer zieht die Fäden? Wer profitiert? Die Völker in Europa zahlen.
P.S.: Lese-Hinweis zum "Umgang" mit Schwach-Währungs-Staaten: Regierungs-Dokument "Mutual Security" von 1959 und in Anwendung: John Perkins - Economic Hitmen.

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Achim Lau
Achim Lau (alau) - 04.08.2012 21:29 Uhr

Die Mitte wird radikal - gut so!

Die vielen zustimmenden Kommentare zu diesem entlarvenden Artikel über den Verfall von Demokratie, Rechtsbewusstsein und Moral machen mich zuversichtlich, dass die Mitte der Gesellschaft langsam aus der Narkose erwacht. Nichts ist heute wichtiger!
DANKE an die FAZ !

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Fritz Iversen

Erlesener Quark mit hohem Fettanteil

Nach Brandt wurde allen Kanzlern vorgeworfen, ihnen würden a) die Werte fehlen und b) wären sie nur am Machterhalt interessiert: "Keiner ihrer Kollegen und Vorgänger hat das Tableau seiner Themen so entschieden unter eine einzige Prämisse gestellt - den persönlichen Machtzuwachs - wie ..." Das ist einerseits so überzogen, dass sich Höhler damit selbst diskreditiert, anderseits haben Schröder, Kohl, Schmidt etc. sich solche Invektiven regelmäßig genauso zugezogen. Dass Merkel "Leidenschaft" und "Credo" vermissen lässt, zeigt nur, worüber sich allerdings nicht streiten lässt: Merkel ist das größte rhetorische Anti-Talent, das irgendwo in Europa nach dem 2. Weltkrieg in eine solche Position gekommen ist. Ihre einziges Machtmittel sind Argument und strukturiertes Denken, natürlich auch das opportune Belegen von Positionen zum Zweck, andere unter Druck zu bringen. Das ist aber Bussiness as necessary. Bin kein Fan von Merkel, aber der Artikel ist nur eine feintuerische Form von Hetze.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.08.2012 14:21 Uhr
Edgar Wermuth
Edgar Wermuth (egnor) - 05.08.2012 14:21 Uhr

Selbstherrlichkeit und kalter Machtkalkül

Sie haben recht: So gut wie allen Vorgängern, Ausnahme Brandt vielleicht, lässt sich nachsagen, dass sie zu selbstherrlichen Entscheidungen neigten.

Dennoch: Das Ausmaß dem Zugriff des Parlaments entzogener Hinterzimmerpolitik hat neue Qualitäten erreicht.

Kohl war selbstherrlich, beratungsresistent, und er schielte - wie Merkel - auf die Umfragekurven. Wie Merkel im Falle Gauck, hat sich Kohl im Falle Rau über den Willen einer großen Bürgermehrheit hinweggesetzt und stur seinen Präsidenten-Kandidaten durchgedrückt. Dennoch hatte Kohl Überzeugungen, war z.B. wirklich ein engagierter Europäer.

Bei Merkel bleibt unklar, was - wenn sie welche hat -, denn ihre Überzeugungen sind. Das Betreuungsgeld: Ihre Überzeugung? Nein, ein Zugeständnis an die CSU, zur Machtbalance gehörend. Der Atomaussstieg: Ihre Überzeugung? Nein, ein Zugeständnis an Bürgerängste zwecks Wiederwahl.

Man muss sie nicht gleich dämonisieren, aber ein Eindruck sehr kalten Machtkalküls drängt sich auf.

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Rolf Eckmiller

Deutschland muß sich aus der Diktatur der Merkel'schen Alternativlosigkeit befreien!

Die studierte Physikerin und in der DDR sozialisierte Frau Dr. rer. nat.Angela Merkel hat es über Jahre hinweg geschafft:
1) Widersacher innerhalb der CDU zu 'neutralisieren' (whatever that means),
2) Die SPD für ihre Zwecke zu domestizieren,
3) Die Grünen durch die völlig unangemessene Überreaktion auf Fukushima zu 'entkernen',
4) Die 'Wettbewerber' innerhalb EU und Eurozone an sich zu binden und
5) Meinungsmacher aus Wirtschaft und Medienwelt in Deutschland erwartungsvoll zu stimmen.

Gertrud Höhler hat das Verdienst, das Verhaltensmuster unserer Kanzlerin offen zu legen und
verständlich zu machen.
Fraus Höhler beschreibt Frau Merkel als moderne, also weitestgehend skrupellose und naturgemäß egomane Machtpolitikerin, wie man sie aus der Geschichte kennt, sei es von
Machiavelli der Republik Florenz, Talleyrand vor und während Napoleon's Regime, oder von Diktatoren der schlimmeren Art.

Dank an Gertud Höhler, daß sie diese Demaskierung in eine derart brilliante Sprache kleidet.

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Hans W. Koerfges
Hans W. Koerfges (HansWK) - 04.08.2012 20:08 Uhr

Ein Vergleich

Beim Lesen des Aufsatzes kam mir spontan ein Vergleich mit klassischen Western Filmen in den Sinn. Da okkupiert ein Machtmensch eine Stadt, zwingt ihr seinen Willen auf und macht sich zum Alleinherrscher. Er ist schlau und regiert solange bis der Obergute angeritten kommt. Der nimmt, auch zunächst gegen den Widerstand der Unterjochten, mit den klassischen Freiheits- und anderen Werten den Kampf auf. Schliessslich entmachtet er den kleinen König und vertreibt ihn (bleiben wir zivilisiert). Frau Höhler, ich danke Ihnen. Jetzt ordne ich meine alten Überlegungen, dass Frau M. nicht weiss, wie wir im Westen ticken, endlich in ein passendes Bild ein.

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Gabi Heintz

Pacta sunt servanda - Vielen Dank, Frau Höhler (und FAZ!), für die Erinnerung an Werte!

Schön, daß sowas endlich wieder ins Bewußtsein gehoben wird.

Schade, daß man sich erst dann wieder an solche Grundsätze des miteinander Umgehens erinnert, wenn es um Geld (Euro-"Rettung") und die Macht (der Kanzlerin) geht.

Als der Gesetzgeber sich angemaßt hat, rückwirkend (!) in die Lebensplanung von Ehepaaren hineinzuregieren, gab es keinen Aufschrei. Frauen, die mit ihren Ehemännern verschiedene Zuständigkeiten ausgemacht und gelebt haben (er verdient das Geld, sie kümmert sich um Haushalt und Kinder), werden seit ein paar Jahren vom Gesetzgeber dafür abgestraft, daß sie sich "nicht um ihre Existenz-Sicherung gekümmert haben".

Von Pacta sunt servanda oder "Vertrauensschutz" ist da keine Rede.

Aber da geht es ja auch um Umerziehung. Die der Frau/Mutter und die des Kindes, auf dessen Weltbild man gerne von Anfang an Einfluß nehmen will.

Na, jedenfalls ist doch seit Merkels Abschied von den Stammwählern klar, daß es ihr nur um Macht und nicht um Programme/Grundsätze geht.

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wolfgang Dr. Richnow

Das System M

Eine seriöse kritische Analyse des Politikstils von Angela Merkel sollte sich nicht auf Behauptungen, Verdächtigungen und Unterstellungen beschränken, die G. Höhler an keiner Stelle mit konkreten Begründungen untermauert. Wenn sie ihr unterstellt, sie verlasse „unseren Grundwertekonsens“, oder sogar Anklänge an „die Diktaturen des zwanzigsten Jahrhunderts“ feststellt ohne diese Verdächtigungen auch nur mit einem Beispiel zu begründen, dann entbehrt diese haßerfüllte Invektive auf die Kanzlerin jeder Glaubwürdigkeit. Diese Art der politischen Analyse ist einer Wissenschaftlerin in keiner Weise angemessen; sie läßt eher persönliche Animosität vermuten.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.08.2012 21:15 Uhr
Edgar Wermuth
Edgar Wermuth (egnor) - 04.08.2012 21:15 Uhr

Um ein solches Urteil zu fällen über Frau Höhler,

Herr Dr. Richnow, sollte man schon das ganze Werk kennen. Gertrud Höhler hat sich doch in Buchlänge mit dem Regierungs- und Politikstil Angela Merkels auseinandergesetzt. Und der hier vorabgedruckte Text liefert vermutlich nur eine Art Quintessenz.

Dass Angela Merkels Politik-Stil eher autoritär als demokratisch ist, scheint mir nun wirklich keine weit hergeholte Anschuldigung.

Ich bin nur nicht so sicher, dass es etwas ganz Neues ist.

Helmut Kohl war wie seine Nach-Nachfolgerin mehr an Umfragewerten als an den Meinungen kluger Mitbürger interessiert, ob sie nun Biedenkopf, Geißler, Pöhl oder sonstwie hießen.

Auch der Basta-Kanzler oder der Weltökonom waren keine Bannerträger demokratischer Bürgerbeteiligung bei ihren Entscheidungen. Von Konrad Adenauer ganz zu schweigen...

Mangelnde demokratische Gesinnung ist es m. E. auch, wenn Politiker sich, weil ja "demokratisch legitimiert", hochmütig hinwegsetzen über allen unabhängigen klugen Sachverstand in der Gesellschaft.

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Hartmut Rosshoff

Das Sytem M

Im Grunde drücken doch alle in Deutschland und halb Europa Angela Merkel die Daumen, dass sie durchhält. In den Niederlanden, in Norditalien, Österreich, Finnland, Slowakei, Slowenien, sogar in Frankreich. Menschenwürdiges Leben ist auch Wohlstand. Die Mehrheit will doch, dass Gott in Frankreich wohnen bleibt! Und im Rest Europas. Ausgerechnet aus Polen kommt Bestärkung. Sind da nicht Hoffnung und Erwartung? Bei aller differenzierten Beschreibung von Regierungsstil und visionären Defiziten der Kanzlerin benennt die Vf. hier nicht die Hauptsache, um die es bei der Globalisierung geht, den Wirtschaftskrieg: der zur Zeit gegen und in Europa tobt. Die Zähmung (und Sanierung) der Banken ist längst nicht vollbracht. Erst danach, zusammen mit den USA, kann man beginnen, den wahren Skandal Europas zu beseitigen: die irrsinnige Arbeitslosigkeit junger Erwachsener in vielen Ländern. Gelingt das, werden sich die CDU-Werte von Familie und Wohlstand für alle, auch Sicherheit, erneut befestigen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.08.2012 17:56 Uhr
Edgar Wermuth
Edgar Wermuth (egnor) - 04.08.2012 17:56 Uhr

Was ist Angela Merkels Ziel?

Dass Gott in Frankreich wohnen bleibt?

Nein, ihr Ziel war, dass Sarkozy Gott in Frankreich bleibt! (Weil sie glaubte, ihn ganz gut im Griff zu haben. Und dabei hat sie sich taktisch verkalkuliert: Ihre offene Unterstützung, ein Stilbruch, hat ihm mehr geschadet als genutzt. Es offenbarte ein bisschen Unkenntnis der französischen Mentalität auf Seiten von A.M.)

Der Punkt im Höhler-Text ist doch gerade, dass A. M. *keine* erkennbaren festen Ziele und Prinzipien hat, sondern taktisch alles einer Frage unterordnet: was wohl *ihr selbst* am meisten nützt, ihre eigene Stellung stärkt.

Als der Widerstand in der Bevölkerung gegen Atomkraftwerke nach Fukushima laut Umfragen unüberwindllich groß wurde, war die vorherige Kalkulation einer nützlichen Anbiederung an die Grossindustrie hinfällig geworden und daher musste die Kehrtwende der Kehrtwende in der Atompolitik her. Und Merkel tat öffentlich so, als hätte ihr, der Physikerin, der Atomunfall von Fukushima ganz neue Einsichten gebracht.

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Edgar Wermuth
Edgar Wermuth (egnor) - 04.08.2012 14:32 Uhr

A.M.: Hohe Intelligenz + grosser Ehrgeiz + Opportunismus

Politiker sind üblicherweise intelligenter, vor allem redegewandter als der Durchschnitt, aber selten wirkliche Überflieger.

A.M. studierte Physik und Quantenchemie und arbeitete auf diesem Gebiet, war aber auch überragend und gewann Preise im Schulfach Russisch(!): Eine hochintelligente Überfliegerin und ehrgeizige Streberin, jahrgangsbeste Abiturientin.

Ehrgeizige Streber, die *immer* die Besten sein wollen, sind auch opportunistisch...

Um als Politiker im westlich beherrschten Deutschland erfolgreich zu sein, muss man sich gut stellen mit den wirtschaftlich Mächtigen und die Fieberkurve der Umfragewerte stets im Auge behalten. Manchmal Gegensätze.

In diesem Kräftefeld sucht A.M. den eigenen Erfolg zu optimieren, als wäre es ein kniffliges Geschicklichkeitsspiel. Das wirkt prinzipienlos...

Auffassungsschneller als die meisten anderen, hält sie wenig vom Urteil der Masse, weiß, was "alternativlos" richtig ist. Die Dummen stören...

Interessanter Artikel, eine Spur zu dämonisch.

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Klemens Bohmke
Klemens Bohmke (KleBo) - 04.08.2012 13:26 Uhr

Chance: Artikel 146 Grundgesetz

„Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Lasst uns diesen wo wir auch gehen und stehen einfordern! Endlich! Jetzt!
Die Tage (23 Jahre) des Nebels mit seinen lauwarmen Gestalten wären gezählt! Klarheit über unser inneres und äußeres Selbstverständnis würde dazu führen, dass genau die Leute Verantwortung übernehmen, welche wir schon so lange vermissen, aber auch hindern entscheidend am gesellschaftlichen Prozess teilzunehmen. Lasst uns endlich ein Fundament bauen zu dem sich klar ja sagen lässt, anstatt fortwärend einzelne Bauteile eines Konstrukts des Übergangs zu verneinen.

Für ein Aufstehen unserer Gesellschaft! Für eine neue Verfassung!

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Martin Heidenhain

Das System M

Mit Begeisterung und Beschämung gelesen. Hochintelligenter Artikel. M untergräbt nicht nur unsere Werteordnung (Rechtsstaatlichkeit, Parlamentarismus uam), sondern auch Europa (Vertragstreue, Zusammenhalt uam). Sie kennt die Geschichte und die Werte des Westens nicht. Sie ist nicht gewillt, sich darum zu kümmern.

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Ellen Schreiber

Einfache Zusammenfassung: Merkel ist gefährlich

Wie auch immer sie es im Einzelnen schafft, ihre verderbliche Politik in ihrer Fraktion populär zu machen: Diese Frau muß weg, samt ihrer Lakaien. Merkel läßt ja auch immer wieder gerne durchblicken, daß sie von Demokratie wenig hält. Sie ist der Steigbügelhalter für die kommende EU-Diktatur. Jetzt haben wir noch die Chance, diese Diktatur zu verhindern. Das Dritte Reich ist auch nicht von heute auf morgen entstanden. Bürgerliche Politiker haben Hitler zur Macht verholfen. Jetzt haben wir wieder eine solche Situation. Wann wehren wir uns endlich???!!!

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Paul Rabe

Merkel ist die "Piratin" der CDU

Die Piratenpartei feiert große Erfolge, weil sie sich ideologisch nicht festlegt, sie fragt noch mach einem "ideologischen Kompass" sondern sie fragt einfach die Mitglieder und Menschen.

Merkel macht es genauso, ihr sind Ideologien fremd, sie überlegt sich was die Menschen im Land gerne wollen, schaut also auf Umfragen, und richtet danach die Politik aus.

Der Erfolg von Piraten und Merkel zeigt, daß die Bevölkerung diesen Politikstil gut heisst.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.08.2012 12:47 Uhr
Ellen Schreiber

Merkels Erfolge?

Die Erfolge Merkels sind in etwa vergleichbar mit denen Honeckers. Nur in der Beliebtheit schlägt Honecker sie um Längen. Haben doch bei den DDR-Militärparaden Tausende von Menschen Honecker immer zugejubelt, nicht wahr? Aber das wird bei Merkel sicher noch kommen, Herr Rabe. Allerdings bin ich dann weg von hier. Aber Ihnen, Herr Rabe, wünsche ich schon mal viel Spaß beim Zujubeln!

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Lukas Werth

Was soll ich da noch sagen? Mir aus dem Herzen gesprochen!

Da habe ich keine Lust, noch etwas zusätzliches zu schreiben - halt, bis auf: wie sie die Wahl der letzten benden Bundespräsidenten gemanaged bzw nicht gemanaged hat, das war auch bezeichnend. Der einzige Grund, warum sie gegen Gauck war, das war ihr eigener Machtanspruch.

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Helga Zießler

Welch eine treffende Analyse dieser "Undercover"-Kanzlerin! Danke Frau Höhler, danke FAZ!

Beim Lesen klopfte mir das Herz immer höher. Frau Höhler findet exakt die richtigen Worte für das, was mir diese Frau schon immer unheimlich gemacht hat. "Autoritäre Machtentfaltung", "autoritärer Sozialismus", "autoritäres Schweigen", die "Ego-Karriere", die weit "vor dem Wohl des Landes" rangiert. Jedesmal ein Dolchstoß. Doch es kommt noch schlimmer. "Relativismus der Erkenntnisse und Werte", "Normen und Werte als Manövriermasse", "Rechtsbruch als Privileg der Regierung". Ist es zu weit hergeholt, wenn das alles an unselige Zeiten des vergangenen Jahrhunderts erinnert?
Nie hätte ich gedacht, dass sich solches nach so kurzer Zeit wiederholen könnte. Dass unsere junge, noch anfällige Demokratie von einer Frau kaputtgemacht werden könnte, deren "einzige Prämisse persönlicher Machtzuwachs" ist.
Wie konnte es angehen, dass niemand das rechtzeitig bemerkt hat, dass erst jetzt Stimmen wie die von Frau Höhler sich allmählich mehren? Ihr Buch wird das hoffentlich ändern, Frau Höhler! Danke!

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