21.08.2006 · Bundeskanzlerin Merkel hat sich zu den Kritikern von Günter Grass gesellt. „Ich hätte mir gewünscht, wir wären über seine Biografie von vorneherein in vollem Umfang informiert gewesen“, so Merkel am Montag.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das späte Eingeständnis von Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass zu seiner Dienstzeit in der Waffen-SS kritisch bewertet. „Mich wundert es nicht, daß durch diese späte Offenlegung dieser biografischen Begebenheit eine Vielzahl von Kritik laut wird“, sagte Merkel am Montag in Berlin. „Ich hätte mir gewünscht, wir wären über seine Biografie von vorneherein in vollem Umfang informiert gewesen.“
Angesichts früherer sehr „dezidierter Stellungnahmen von Herrn Grass“ seien die jetzigen kritischen Reaktionen verständlich. „Ich verstehe sie jedenfalls“, sagte Merkel. Sie verwies grundsätzlich darauf, daß sie mit Grass gerade im Zusammenhang mit der deutschen Vereinigung nicht übereinstimme. Sie und er hätten „sehr unterschiedliche Einschätzungen der deutschen Geschichte“.