http://www.faz.net/-gqz-8er3h

Debatte : „Islamphobie ist der salonfähige Antisemitismus“

  • Aktualisiert am

Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami Bild: dpa

Der syrisch-deutsche Autor Rafik Schami hat Intellektuelle wie Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski scharf attackiert. Sie würden den Islam hassen und seien zu feige, sich mit der arabischen Kultur auseinanderzusetzen. Ihre angebliche Sorge um jüdische Mitbürger sei lächerlich.

          Der syrisch-stämmige Schriftsteller Rafik Schami hat prominenten deutschen Intellektuellen – unter ihnen die Philosophen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski sowie der Dramatiker Botho Strauß – wegen ihrer Aussagen zur Flüchtlingskrise Hass auf den Islam vorgeworfen. „Die Islamphobie ist der salonfähige Antisemitismus“, sagte Schami dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

          Es klinge lächerlich, „wenn diese Hasser ihre Sorge um die ’jüdischen Mitbürger’ als Grund ihrer Verachtung der Muslime in diesem Land“ angäben, so Schami. In seinem 40-jähigen Bemühen um die Aussöhnung zwischen Juden und Arabern sei „nie einer dieser Herren auch nur in Sichtweite anzutreffen“ gewesen.

          „Ein Araber ist gut, wenn er 3.000 Kilometer entfernt ist“

          Aus den Kreisen der genannten Intellektuellen sei ihm über Jahrzehnte hinweg Feindseligkeit entgegen geschlagen. Diese führte Schami, der 1971 aus seinem Heimatland Syrien ins Exil nach Deutschland gegangen war und heute mit seinen Romanen zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren gehört, auf die „Feigheit dieser Herren“ zurück, sich mit ihren Klischeebildern über die arabischen Kulturen auseinanderzusetzen. „Ein Araber ist gut, wenn er dreitausend Kilometer entfernt ist, und höchstens, wenn er die Herren oder ihre Vorurteile bedient, aber nicht, wenn er sich hier in ihrer Sprache zu Wort meldet oder auch noch kritisiert.“

          Zugleich formulierte Schami einen Zehn-Punkte-Katalog mit Erwartungen an Flüchtlinge. Im Zentrum stehen Dankbarkeit, Achtung und Respekt vor dem „christlichen Abendland“ mit seinen Freiheiten, Werten und Gesetzen. Die Diskussionen darüber „müssen wir wieder an uns reißen und nicht den Populisten und Menschenhassern überlassen.“ Flüchtlinge müssten die Gleichheit von Mann und Frau ebenso achten wie die Rechte von Homosexuellen. Sie sollten aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und für die Beseitigung der Fluchtursachen in ihren Heimatländern kämpfen.

          Dankbarkeit für die Aufnahme in Deutschland bestehe nicht darin, „unterwürfig und schleimig gegenüber den Deutschen zu sein, um insgeheim rassistisch über sie zu denken“, sondern vor allem im Respekt den Helferinnen und Helfern gegenüber. „Diese tapferen Frauen und Männer sind ein Garant für die Flüchtlinge gegen die Rassisten und Populisten.“

          Weitere Themen

          „Instinct“ Video-Seite öffnen

          Serientrailer : „Instinct“

          „Instinct“ läuft ab Mittwoch, den 23.05, um 20.15 Uhr auf TNT.

          Han Solo im Interview Video-Seite öffnen

          Star Wars : Han Solo im Interview

          "Solo – A Star Wars Story" erzählt, wie der aus der "Star-Wars"-Trilogie bekannte Weltraumcowboy Han Solo zum Piloten wird, seinen pelzigen Freund Chewbacca kennen lernt und an seinen geliebten Millenium-Falken gelangt. Hauptdarsteller Ehrenreich hatte seine Freude bei den Dreharbeiten.

          Topmeldungen

          Speisesaal einer Aufnahmeeinrichtung in Bamberg: Hier werden vor allem Asylbewerber aus sogenannten sicheren Herkunftsländern untergebracht, die wenig Aussicht auf Asyl haben.

          Neue Zahlen : Nur noch jeder dritte Asylbewerber wird anerkannt

          Der Rückgang der positiven Bescheide müsse laut Bamf „nicht zwingend“ an einem „übergeordneten Grund“ liegen. Die Behörde verweist unter anderem auf die Zuständigkeit anderer EU-Staaten nach der Dublin-Verordnung

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.