06.04.2012 · Seine Auslassung verdiene Ignoranz, er denunziere das politische Anliegen von Literatur: Vier Schriftsteller aus Deutschland, Österreich und Israel äußern sich zu Günter Grass und seinem Gedicht.
Von Sandra KegelRichtlinien für Lesermeinungen
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"Dieser Inszenierung hält die Autorin entgegen, dass die Zeitungen voll seien von kritischen Berichten über die israelische Politik: „Wenn der Grass-Text ein Gedicht sein soll“, so Lewitscharoff, „dann habe ich gerade nach Verzehr einer Forelle mit Hilfe von zwei, drei melodischen Fürzen eine neue Matthäus-Passion komponiert.“ Schade, dass Sie Gunter Grass nicht versteht, wohl auch nicht verstehen will.
Waren die Realitaeten ncht immner ausgeblendet, von links und rechts?
Wer von links oder rechts schreiben will, muss die Geschechte zurechtruecken. Denn beide sind in unserer Geschichte nichr ruhmreich gewsen. Daher lassen die meistens das letzte Jahrundert aus. Wer Liks allerdings als die weniger gefaehrlich einschaetzt ist entweder Voreingeneommen oder kennt die Geschichte nicht!
"Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist."
Das Hass-Pamphlet Grass´ empört viele zu Recht. Rolf Hochhuth schrieb in einem Offenen Brief an Grass, den Münchner Merkur und Welt abdruckten, u.a.:"Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: Der SS-Mann, der das 60 Jahre verschwiegen hat, aber den Bundeskanzler Kohl anpöbelte, weil der Hand in Hand mit einem amerikanischen Präsidenten einen Soldatenfriedhof besuchte, auf dem auch 40 SS-Gefallene liegen."
Bildhafte Beispiele, Frau Wagner, klingen oft primitiv
Sie sind, wie hier von Sibylle Lewitscharoff, trefflich fein gelungen.
Es geht mir gegen den Strich, dass in dem Artikel ostentativ auf das Alter bzw. das Geburtsjahr verwiesen wird. Hat das etwas mit der Meinungshoheit zu tun? Grass hat sich fürchterlich verritten, er wird das wissen, aber vorzugeben, als ob gerade die "jüngere Generation" schockiert sei, überhaupt Geburtsjahrgänge ins Spiel zu bringen, entbehrt wirklich jeder Grundlage. Das missfällt mir außerordentlich.
Tja, da hat der Grass die Senkgrube tatsächlich aufgemacht. & seine Kritiker marschieren mit Freuden hinein. Über die Qualität des "Gedichts" & die Details des Inhalts kann man ja durchaus geteilter Meinung sein, aber wie ein Großteil der Kritiker "argumentiert" ist für mich nur noch lächerlich.
Kümmern wir uns kurz um den Inhalt des Gedichts:
1. Israel (bzw. seine Regierung, um genau zu sein, die jedoch starke
Kontinuität im Verhalten zeigt, egal wer im Knesset sitzt) tritt
die Osloer Beschlüsse von 1973 mit den Füßen, anerkennt
formal zwar die Grenzen von 1967 an, handelt jedoch weiterhin wie eine
Besatzungsmacht und expandiert in palästinensisches Autonomiegebiet
ein.
2. Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet und
verfügt über ein nicht unbeträchtliches
Nuklearwaffenarsenal; dem Staat Israel wurde nicht mit Sanktionen
gedroht, der Iran bekommt aber die volle diplomatische und
wirtschaftliche Breitseite ab; hinzu kommen die Drohgebärden im
persischen Golf mit einer Unzahl an Flugzeugträgern durch die USA
3. Israel hat, statt sich an bereits festgesetzte UNO-Regeln zu halten,
um Gaza eine Mauer errichtet, was menschenrechtlich höchst
fragwürdige Konsequenzen bei den palästinensischen
Bürgern hatte
4. ... Was ist Günter Grass vorzuwerfen?
JAWOHL
Ich stimme voellig zu ,alles andere ist Pharisaism Hoch2 oder mehr
Ausdruecke wie eckelhaf sind nicht eines Kritikers wuerdig und
offenbaren nur
hoechste Nervositaet und Unanstaendigkeit
Je stärker Grass angegriffen wird,
umso deutlicher wird auch, dass dieser Mann richtig liegt, mit seiner Einschätzung. Der deutsche Bürger bekommt wieder einmal vorgeführt, wie "frei" die Presselandschaft in Deutschland wirklich ist.
mit ihrem primitv-kommentar zu dem "gedicht" von grass hat
Lewitscharoff den israelis keinen gefallen getan. muß man sich
so ordinär ausdrücken ?
trauriges niveau
Lasst ihn doch. Und auch Wahlkampf machen für die SPD. Lasst ihn doch. Seine Eitelkeit ist weltenumspannend.
Man kann doch ohne Antisemitismusverdacht die Frage stellen,
warum Israel es nicht zulässt, dass es von der IAEA kontrolliert
wird. Die Sicherheit im Nahen Osten verdient es vielmehr diskutiert zu
werden als ein zur Unzeit erschienenes "Grass-Gedicht".
Muss man diesem Mann denn immer so ein breites Forum bieten? Kann man
ihn nicht endlich einmal wirklich ignorieren?
wieder mal zu spät - und- auch generationsbedingt - nicht integer! Den Zeigefinger in Richtung Nah-Ost, mutlos dem Alter ergeben, wutlos bescheiden, intellektuell taktierend, mit letzter Tinte, statt mit Herzblut, weltbürgerlich die eigenen Probleme negierend; Warnung mit implizierter Angst - in literarischer Waagschale gefunden, nur des Autoren Namens wegen.- Und da, der 3.Weltkrieg - G.G. tut doch alles was er kann - und hätt' auch seinen 2. gern vergessen, so empört er sich, bestens erfahren, um emotional zu richten. Mensch, G.G.: Jede dritte Ehe wird geschieden, einst dicht bei dicht, nun im Wahn entfremdet und verfeindet, oft christlich geprägt: Auge um Auge! Was sind da ein paar ungelegte A-Bomben gegen unsere Interessen, unsere Erziehung, unsere phantasievolle Destruktivität oder das versiegende Wasser, da wo es dringend wäre z.B.; oder auch die weltweiten, immerwährenden 'Bürgerkriege' ? Und ja: wir alle waren und sind zu allen Zeiten nur eine Fußnote der Evolution!
"Den Juden schenkt der Günter ein Gedicht..."
So lautet eine Zeile in einem "Gegen-Gedicht" von Leon de Winter, das heute in der Welt veröffentlicht wurde. De Winter stammt aus einer jüdischen Familie, dessen Eltern den Holocaust nur in einem Versteck überlebt haben. Man darf deshalb davon ausgehen, dass de Winter das Orginalzitat kennt, dass er in seinem Gedicht verarbeitet hat. Es nimmt ganz offensichtlich Bezug auf den Titel eines Propaganda-Films der Nazis. Er lautet: "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt." Das filmische NS-Machwerk wurde dank der Befreiung vom Nazi-Regime glücklicherweise nie gezeigt; die Stadt aber hieß: Theresienstadt. Deutlicher kann die dichterische Ohrfeige kaum ausfallen. Grass hat sie sich mit seinem Hass-Pamphlet allerdings auch redlich verdient.
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.04.2012 17:44 Uhrobige Antwort sollte an Martin Klocke gehen.
Sorry, habe die Antwort an die falsche Adresse geschickt.
Herr Martin Klocke, das war die Erwiderung auf Ihre Post, GG habe es GUT GEMEINT.
nichts für Ungut.
I.S.
Das Gegenteil von gut ist "nicht Böse gemeint"
Es ist schwer, über das Versungetüm eines geadelten Literaten
zu lachen, das sich als verdichteter Konsens einer angebl.
unterdrückten, mit der Antisemitismuskeule in Schach gehaltenen
Mehrheit in der BRD und gar in der ganzen freien Welt präsentiert.
Es wirkt vielmehr wie ein gut kalkulierter, literarischer Erstschlag,
der nicht etwa zündet, weil er so unerwartet und treffsicher ins
Ziel gelangte, sondern weil er in maßloser Verantwortungslosigkeit
den hinter ihm hergrollenenden Kornet-Raketen-Hagel jener weltweiten
Gesinnungs-Guerilla heraufbeschwört, die er, der Dichter, gar nicht
unter Kontrolle hat. Was sich als Abwehr aufbaut, um mit pointierten
Vergeltungsschlägen á la de Winter und Broder gegen das
Grasssche Flackgeschütz zu feuern, wird nur als Bestätigung
für dessen Vorwurf gegen den "Agressor" (=Israel)
instrumentalisiert werden.
Nichts an diesem Gedicht aus Sorge um den Weltfriedens - nicht Inhalt,
nicht Wortwahl, nicht Attitüde - dient der Deeskalation, im Gegenteil.
Israel sieht das offenbar anders ;-)
Sonst hätte man gegen Grass dort heute kein Einreiseverbot verhängt. Zugleich hat der israelische Innenminister Grass geraten, ggf. in den Iran zu fahren. Dort finde er für seine Hass-Tiraden ein gewogenes Publikum.
Grass hat kein Hass-Pamphlet geschrieben...
Sondern nur seiner Blindheit recht stümperhaft Ausdruck verschafft.
Er ist für mich das Synonym für die Blindheit der Linken in
Europa, bei der alle Schandtaten, die im Namen des Kommunismus und der
Revolution sowie "Antifa" nicht existieren. Ebenfalls
übersieht sie die Schandtaten der islamischen Staaten, allen voran
des Irans, weltweit.
Herr Grass hat all diese Blindheit in diesem Gedicht ausgedrückt,
damit wir uns alle daran ergötzen können. Wir sollten einfach
nur über ihn lachen. Er hat es nicht böse gemeint.
leon de winter
ist ein wundervoller schriftsteller.
leider ist er ein wundervoller schriftsteller, der, wenn es um kritik an
der politik israelischer regierungen geht, alle freiheit des denkens,
die er sonst so meisterhaft propagiert, vergisst und wie im pawlowschen
reflex nämliche kritik als antisemitisch einstuft.
leider ist er mit dieser haltung nicht allein.
Ich habe nie viel von G.G. gehalten - trotz Lieratur-Nobelpreis (den hat
Winston Churchill auch erhalten!). Aber jetzt muß ich sagen:
"Hut ab!". Denn Herr Grass ist nach Sarrazin der zweite
Prominente, der es gewagt hat eines der großen Tabus der
Nachkriegszeit anzutasten: "es gibt (gegen alle menschliche
Erfahrung!) keine bösen Juden und Israelis".
Oder in den Worten unserer Kanzlerin: "Die bedingungslose (!)
Unterstützung Israels ist Teil der deutschen Staatsräson".
Natürlich ist das Geschrei all derer groß, die von den
Nachkriegstabus profitiert haben oder die die einmalige Gelegenheit
nutzen möchten, nun endlich einmal von der Öffentlichkeit
wahrgenommen zu werden.
Vor wenigen Jahren war das noch anders, als ein Bundestagsabgeordneter
öffentlich zur Unperson gemacht wurde, weil er darauf hinwies, dass
die konsequente Anwendung des Grundsatzes "Deutscher =
Kriegsverbrecher und Menschenschlächter" dazu führen
könnte, dass Juden mit GULAG-Schlächtern gleichgesetzt werden!
Grass wollte zeigen, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt
Dieser ganze Hass auf Grass ist schlimm. Noch sind die Gedanken frei und die, die gegen den Krieg verfasst werden, ganz besonders. Es geht ja um den Kriegsfall. Grass ist mit seinem Gedicht der Osterinitiative von Obama, der den Mullah's Friedenssignale sandte, nur zuvorgekommen. Darf er das als Deutscher etwa nicht? Sogar in Israel stehen die Blätter voll davon, dass die Politik Netanjahus verkehrt ist. Spricht Grass Israel sein Selbstverteidigungsrecht ab? Nein! Er warnt nur davor, dass wenn Israel angreift, die Dinge ungleich komplizierter werden, als wenn es sich verteidigt. Dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt, nämlich zu handeln, bevor Unbewiesenes sich als Wahrheit herausstellt, dann allerdings nicht mehr verhindern lässt, ist falsch, denn Israel hat immer davon profitiert, gut vorbereitet gewesen zu sein auf die Angriffe der Nachbarstaaten. Eine atomare Vernichtung kann sich der Iran wegen der Kollateralschäden überhaupt nicht leisten. Israel ist zu klein.
Angriffe auf Grass ungerechtfertigt
Obwohl ich selbst eher leicht zu der Meinung tendiere, einen präventiven Angriff auf den Iran zu befürworten, finde ich die Angriffe auf Grass erstaunlich niveaulos. Dass man dazu tendiert Herrn Grass persönlich zu diskreditieren, obwohl er einfach nur eine berechtigte persönliche Besorgnis um den Weltfrieden ausdrückt, könnten so interpretiert werden, dass manche negative Klischees, die man Herrn Grass zu Unrecht unterstellt zu vertreten womöglich gar nicht so abwegig sind. Falls man Lehren aus dem zweiten Weltkrieg zieht so kann man zu recht unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Vielleicht sollte man den zweiten Weltkrieg nicht dadurch aufwerten, dass überhaupt irgendwelche Lehren aus ihm gezogen werden. Einem Herrn Grass, der als einer von wenigen diesen Krieg persönlich erlebt hat, kann dies aber nun wirklich nicht verübelt werden. Kurz gesagt, die Mahnung von Herrn Grass ist respektabel und berechtigt. Man muss ihr aber nicht zwangsläufig in allen Punkten folgen.
Ein möglicher Krieg zwischen Israel und dem Iran kann uns Europäern allein deshalb nicht unberührt lassen, als die Folgen einmal mehr für die betroffene Bevölkerung als auch uns Europäer spürbar wenn nicht gar fatal sein würden. Wie im letzten Krieg von 2008/09 im Gazastreifen ist davon auszgehen, dass Israel von seiner modernen Waffentechnologie grosszügig Gebrauch machen würde: damals starben 13 Israelis und auf seiten der Palästinenser zwischen 1'100 und 1'400 Menschen (d.h. Opferbilanz von rund 1:100). Günter Grass bringt mit seinem Gedicht das zum Ausdruck, was weite Teile der europäischen Bevölkerung nicht versteht und nicht hinzunehmen bereit ist: die Besetzung weiter Teile Palästinas, die gegen internationale Normen verstossende Landnahme und Konfiskation palästinensischer Güter, die schon vor der Staatsgründung in 1948 begann (nachzulesen im dem in 2012 erschienen Buch der Schweizerin und NZZ Redaktorin Marlene Schnieper 'Nakba, die offene Wunde').
Hochhut giftet gegen G.Grass!Hatte Glück war 1943 erst 12 Jahre.
Ich störe mich immer wieder an der Gleichsetzung von Regierung und Volk. Beschließen einige der 120 Mitglieder der Knesset, sich einen Atomschlag gegen Iran vorzubehalten, heißt es, "Israel" beabsichtige Iran anzugreifen. Ebenso werden die Machenschaften Ahmadinedschads und der Ajatollah-Bande als Aggression des "Iran" bezeichnet. In beiden Ländern wünscht sich jedoch die große Mehrheit der Bevölkerung Frieden. Die Meinungen der Regierungen sind demnach nicht die Meinungen der Bevölkerung. Und wenn Günter Grass Kritik übt an den Hitzköpfen in der israelischen Regierung, ist das gewiß kein Angriff auf Israel oder gar das jüdische Volk, sondern berechtigte Kritik an der Politik der Regierung. Darüberhinaus halte ich es mit dem hervorragenden Islam-Kenner Peter Scholl-Latour, welcher sagt, das iranische Regime, wäre niemals so töricht, Israel anzugreifen. Sollten die Hitzköpfe in der Knesset jedoch so töricht sein, Iran anzugreifen, könnte das für alle Beteiligten böse enden.
Offensichtlich fühlt sich jetzt aber auch jeder berufen, sich öffentlich an Grass abzuarbeiten, selbstverständlich nicht, um sich selbst zu profilieren, sondern aus tiefer Sorge. Diese Sorge wird dann mit Forellenfurzvergleichen artikuliert: sachlich-intellektuelle Höchstleistung!