Home
http://www.faz.net/-het-6yzd1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Schriftsteller zu Grass Intellektuelle Senkgrube

 ·  Seine Auslassung verdiene Ignoranz, er denunziere das politische Anliegen von Literatur: Vier Schriftsteller aus Deutschland, Österreich und Israel äußern sich zu Günter Grass und seinem Gedicht.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (91)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

1 2 3 4  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Manfred Ernst Kindel

Inellektuelle Senkgrube

"Dieser Inszenierung hält die Autorin entgegen, dass die Zeitungen voll seien von kritischen Berichten über die israelische Politik: „Wenn der Grass-Text ein Gedicht sein soll“, so Lewitscharoff, „dann habe ich gerade nach Verzehr einer Forelle mit Hilfe von zwei, drei melodischen Fürzen eine neue Matthäus-Passion komponiert.“ Schade, dass Sie Gunter Grass nicht versteht, wohl auch nicht verstehen will.

Empfehlen
Josef Bujtor
Josef Bujtor (Mramorak) - 08.04.2012 09:21 Uhr

Waren die Realitaeten ncht immner ausgeblendet, von links und rechts?

Wer von links oder rechts schreiben will, muss die Geschechte zurechtruecken. Denn beide sind in unserer Geschichte nichr ruhmreich gewsen. Daher lassen die meistens das letzte Jahrundert aus. Wer Liks allerdings als die weniger gefaehrlich einschaetzt ist entweder Voreingeneommen oder kennt die Geschichte nicht!

Empfehlen
Wilhelm Friedrich

"Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist."

Das Hass-Pamphlet Grass´ empört viele zu Recht. Rolf Hochhuth schrieb in einem Offenen Brief an Grass, den Münchner Merkur und Welt abdruckten, u.a.:"Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: Der SS-Mann, der das 60 Jahre verschwiegen hat, aber den Bundeskanzler Kohl anpöbelte, weil der Hand in Hand mit einem amerikanischen Präsidenten einen Soldatenfriedhof besuchte, auf dem auch 40 SS-Gefallene liegen."

Empfehlen
Manfred Krick

Bildhafte Beispiele, Frau Wagner, klingen oft primitiv

Sie sind, wie hier von Sibylle Lewitscharoff, trefflich fein gelungen.

Empfehlen
Martin Krumme
Martin Krumme (dr_mart) - 07.04.2012 23:52 Uhr

Jahrgänge?

Es geht mir gegen den Strich, dass in dem Artikel ostentativ auf das Alter bzw. das Geburtsjahr verwiesen wird. Hat das etwas mit der Meinungshoheit zu tun? Grass hat sich fürchterlich verritten, er wird das wissen, aber vorzugeben, als ob gerade die "jüngere Generation" schockiert sei, überhaupt Geburtsjahrgänge ins Spiel zu bringen, entbehrt wirklich jeder Grundlage. Das missfällt mir außerordentlich.

Empfehlen
bossy bob
bossy bob (fbossel) - 07.04.2012 23:43 Uhr

Intellektuelle Senkgrube

Tja, da hat der Grass die Senkgrube tatsächlich aufgemacht. & seine Kritiker marschieren mit Freuden hinein. Über die Qualität des "Gedichts" & die Details des Inhalts kann man ja durchaus geteilter Meinung sein, aber wie ein Großteil der Kritiker "argumentiert" ist für mich nur noch lächerlich.

Empfehlen
Nele  Karajlić

Kümmern wir uns kurz um den Inhalt des Gedichts:

1. Israel (bzw. seine Regierung, um genau zu sein, die jedoch starke Kontinuität im Verhalten zeigt, egal wer im Knesset sitzt) tritt die Osloer Beschlüsse von 1973 mit den Füßen, anerkennt formal zwar die Grenzen von 1967 an, handelt jedoch weiterhin wie eine Besatzungsmacht und expandiert in palästinensisches Autonomiegebiet ein.
2. Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet und verfügt über ein nicht unbeträchtliches Nuklearwaffenarsenal; dem Staat Israel wurde nicht mit Sanktionen gedroht, der Iran bekommt aber die volle diplomatische und wirtschaftliche Breitseite ab; hinzu kommen die Drohgebärden im persischen Golf mit einer Unzahl an Flugzeugträgern durch die USA
3. Israel hat, statt sich an bereits festgesetzte UNO-Regeln zu halten, um Gaza eine Mauer errichtet, was menschenrechtlich höchst fragwürdige Konsequenzen bei den palästinensischen Bürgern hatte
4. ... Was ist Günter Grass vorzuwerfen?

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.04.2012 20:26 Uhr
KONSTANTINOS ZARIAS

JAWOHL

Ich stimme voellig zu ,alles andere ist Pharisaism Hoch2 oder mehr
Ausdruecke wie eckelhaf sind nicht eines Kritikers wuerdig und offenbaren nur
hoechste Nervositaet und Unanstaendigkeit

Empfehlen
David Nathan

Je stärker Grass angegriffen wird,

umso deutlicher wird auch, dass dieser Mann richtig liegt, mit seiner Einschätzung. Der deutsche Bürger bekommt wieder einmal vorgeführt, wie "frei" die Presselandschaft in Deutschland wirklich ist.

Empfehlen
claudia  wagner
claudia wagner (krehi54) - 07.04.2012 20:56 Uhr

grass

mit ihrem primitv-kommentar zu dem "gedicht" von grass hat Lewitscharoff den israelis keinen gefallen getan. muß man sich so ordinär ausdrücken ?
trauriges niveau

Empfehlen
Ulrich König

Lasst ihn doch

Lasst ihn doch. Und auch Wahlkampf machen für die SPD. Lasst ihn doch. Seine Eitelkeit ist weltenumspannend.

Empfehlen
Manfred Krick

Man kann doch ohne Antisemitismusverdacht die Frage stellen,

warum Israel es nicht zulässt, dass es von der IAEA kontrolliert wird. Die Sicherheit im Nahen Osten verdient es vielmehr diskutiert zu werden als ein zur Unzeit erschienenes "Grass-Gedicht".

Muss man diesem Mann denn immer so ein breites Forum bieten? Kann man ihn nicht endlich einmal wirklich ignorieren?

Empfehlen
Ch. Kloth
Ch. Kloth (Tolk) - 07.04.2012 20:43 Uhr

Ach G.Grass

wieder mal zu spät - und- auch generationsbedingt - nicht integer! Den Zeigefinger in Richtung Nah-Ost, mutlos dem Alter ergeben, wutlos bescheiden, intellektuell taktierend, mit letzter Tinte, statt mit Herzblut, weltbürgerlich die eigenen Probleme negierend; Warnung mit implizierter Angst - in literarischer Waagschale gefunden, nur des Autoren Namens wegen.- Und da, der 3.Weltkrieg - G.G. tut doch alles was er kann - und hätt' auch seinen 2. gern vergessen, so empört er sich, bestens erfahren, um emotional zu richten. Mensch, G.G.: Jede dritte Ehe wird geschieden, einst dicht bei dicht, nun im Wahn entfremdet und verfeindet, oft christlich geprägt: Auge um Auge! Was sind da ein paar ungelegte A-Bomben gegen unsere Interessen, unsere Erziehung, unsere phantasievolle Destruktivität oder das versiegende Wasser, da wo es dringend wäre z.B.; oder auch die weltweiten, immerwährenden 'Bürgerkriege' ? Und ja: wir alle waren und sind zu allen Zeiten nur eine Fußnote der Evolution!

Empfehlen
Wilhelm Friedrich

"Den Juden schenkt der Günter ein Gedicht..."

So lautet eine Zeile in einem "Gegen-Gedicht" von Leon de Winter, das heute in der Welt veröffentlicht wurde. De Winter stammt aus einer jüdischen Familie, dessen Eltern den Holocaust nur in einem Versteck überlebt haben. Man darf deshalb davon ausgehen, dass de Winter das Orginalzitat kennt, dass er in seinem Gedicht verarbeitet hat. Es nimmt ganz offensichtlich Bezug auf den Titel eines Propaganda-Films der Nazis. Er lautet: "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt." Das filmische NS-Machwerk wurde dank der Befreiung vom Nazi-Regime glücklicherweise nie gezeigt; die Stadt aber hieß: Theresienstadt. Deutlicher kann die dichterische Ohrfeige kaum ausfallen. Grass hat sie sich mit seinem Hass-Pamphlet allerdings auch redlich verdient.

Empfehlen
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.04.2012 17:44 Uhr
irisz sipos

obige Antwort sollte an Martin Klocke gehen.

Sorry, habe die Antwort an die falsche Adresse geschickt.
Herr Martin Klocke, das war die Erwiderung auf Ihre Post, GG habe es GUT GEMEINT.
nichts für Ungut.
I.S.

Empfehlen
irisz sipos

Das Gegenteil von gut ist "nicht Böse gemeint"

Es ist schwer, über das Versungetüm eines geadelten Literaten zu lachen, das sich als verdichteter Konsens einer angebl. unterdrückten, mit der Antisemitismuskeule in Schach gehaltenen Mehrheit in der BRD und gar in der ganzen freien Welt präsentiert.

Es wirkt vielmehr wie ein gut kalkulierter, literarischer Erstschlag, der nicht etwa zündet, weil er so unerwartet und treffsicher ins Ziel gelangte, sondern weil er in maßloser Verantwortungslosigkeit den hinter ihm hergrollenenden Kornet-Raketen-Hagel jener weltweiten Gesinnungs-Guerilla heraufbeschwört, die er, der Dichter, gar nicht unter Kontrolle hat. Was sich als Abwehr aufbaut, um mit pointierten Vergeltungsschlägen á la de Winter und Broder gegen das Grasssche Flackgeschütz zu feuern, wird nur als Bestätigung für dessen Vorwurf gegen den "Agressor" (=Israel) instrumentalisiert werden.

Nichts an diesem Gedicht aus Sorge um den Weltfriedens - nicht Inhalt, nicht Wortwahl, nicht Attitüde - dient der Deeskalation, im Gegenteil.

Empfehlen
Wilhelm Friedrich

Israel sieht das offenbar anders ;-)

Sonst hätte man gegen Grass dort heute kein Einreiseverbot verhängt. Zugleich hat der israelische Innenminister Grass geraten, ggf. in den Iran zu fahren. Dort finde er für seine Hass-Tiraden ein gewogenes Publikum.

Empfehlen
Martin Klocke
Martin Klocke (mampo) - 08.04.2012 06:33 Uhr

Grass hat kein Hass-Pamphlet geschrieben...

Sondern nur seiner Blindheit recht stümperhaft Ausdruck verschafft.
Er ist für mich das Synonym für die Blindheit der Linken in Europa, bei der alle Schandtaten, die im Namen des Kommunismus und der Revolution sowie "Antifa" nicht existieren. Ebenfalls übersieht sie die Schandtaten der islamischen Staaten, allen voran des Irans, weltweit.
Herr Grass hat all diese Blindheit in diesem Gedicht ausgedrückt, damit wir uns alle daran ergötzen können. Wir sollten einfach nur über ihn lachen. Er hat es nicht böse gemeint.

Empfehlen
Andreas Peter
Andreas Peter (Abydos) - 07.04.2012 21:56 Uhr

leon de winter

ist ein wundervoller schriftsteller.

leider ist er ein wundervoller schriftsteller, der, wenn es um kritik an der politik israelischer regierungen geht, alle freiheit des denkens, die er sonst so meisterhaft propagiert, vergisst und wie im pawlowschen reflex nämliche kritik als antisemitisch einstuft.

leider ist er mit dieser haltung nicht allein.

Empfehlen
Michael Uihlein

Grass sei Dank!

Ich habe nie viel von G.G. gehalten - trotz Lieratur-Nobelpreis (den hat Winston Churchill auch erhalten!). Aber jetzt muß ich sagen: "Hut ab!". Denn Herr Grass ist nach Sarrazin der zweite Prominente, der es gewagt hat eines der großen Tabus der Nachkriegszeit anzutasten: "es gibt (gegen alle menschliche Erfahrung!) keine bösen Juden und Israelis".
Oder in den Worten unserer Kanzlerin: "Die bedingungslose (!) Unterstützung Israels ist Teil der deutschen Staatsräson".
Natürlich ist das Geschrei all derer groß, die von den Nachkriegstabus profitiert haben oder die die einmalige Gelegenheit nutzen möchten, nun endlich einmal von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.
Vor wenigen Jahren war das noch anders, als ein Bundestagsabgeordneter öffentlich zur Unperson gemacht wurde, weil er darauf hinwies, dass die konsequente Anwendung des Grundsatzes "Deutscher = Kriegsverbrecher und Menschenschlächter" dazu führen könnte, dass Juden mit GULAG-Schlächtern gleichgesetzt werden!

Empfehlen
Konstantin Schneider

Grass wollte zeigen, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt

Dieser ganze Hass auf Grass ist schlimm. Noch sind die Gedanken frei und die, die gegen den Krieg verfasst werden, ganz besonders. Es geht ja um den Kriegsfall. Grass ist mit seinem Gedicht der Osterinitiative von Obama, der den Mullah's Friedenssignale sandte, nur zuvorgekommen. Darf er das als Deutscher etwa nicht? Sogar in Israel stehen die Blätter voll davon, dass die Politik Netanjahus verkehrt ist. Spricht Grass Israel sein Selbstverteidigungsrecht ab? Nein! Er warnt nur davor, dass wenn Israel angreift, die Dinge ungleich komplizierter werden, als wenn es sich verteidigt. Dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt, nämlich zu handeln, bevor Unbewiesenes sich als Wahrheit herausstellt, dann allerdings nicht mehr verhindern lässt, ist falsch, denn Israel hat immer davon profitiert, gut vorbereitet gewesen zu sein auf die Angriffe der Nachbarstaaten. Eine atomare Vernichtung kann sich der Iran wegen der Kollateralschäden überhaupt nicht leisten. Israel ist zu klein.

Empfehlen
Michael Mueller

Angriffe auf Grass ungerechtfertigt

Obwohl ich selbst eher leicht zu der Meinung tendiere, einen präventiven Angriff auf den Iran zu befürworten, finde ich die Angriffe auf Grass erstaunlich niveaulos. Dass man dazu tendiert Herrn Grass persönlich zu diskreditieren, obwohl er einfach nur eine berechtigte persönliche Besorgnis um den Weltfrieden ausdrückt, könnten so interpretiert werden, dass manche negative Klischees, die man Herrn Grass zu Unrecht unterstellt zu vertreten womöglich gar nicht so abwegig sind. Falls man Lehren aus dem zweiten Weltkrieg zieht so kann man zu recht unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Vielleicht sollte man den zweiten Weltkrieg nicht dadurch aufwerten, dass überhaupt irgendwelche Lehren aus ihm gezogen werden. Einem Herrn Grass, der als einer von wenigen diesen Krieg persönlich erlebt hat, kann dies aber nun wirklich nicht verübelt werden. Kurz gesagt, die Mahnung von Herrn Grass ist respektabel und berechtigt. Man muss ihr aber nicht zwangsläufig in allen Punkten folgen.

Empfehlen
Peter Schuppli
Peter Schuppli (PeSchu) - 07.04.2012 17:08 Uhr

Sonderfall Israel

Ein möglicher Krieg zwischen Israel und dem Iran kann uns Europäern allein deshalb nicht unberührt lassen, als die Folgen einmal mehr für die betroffene Bevölkerung als auch uns Europäer spürbar wenn nicht gar fatal sein würden. Wie im letzten Krieg von 2008/09 im Gazastreifen ist davon auszgehen, dass Israel von seiner modernen Waffentechnologie grosszügig Gebrauch machen würde: damals starben 13 Israelis und auf seiten der Palästinenser zwischen 1'100 und 1'400 Menschen (d.h. Opferbilanz von rund 1:100). Günter Grass bringt mit seinem Gedicht das zum Ausdruck, was weite Teile der europäischen Bevölkerung nicht versteht und nicht hinzunehmen bereit ist: die Besetzung weiter Teile Palästinas, die gegen internationale Normen verstossende Landnahme und Konfiskation palästinensischer Güter, die schon vor der Staatsgründung in 1948 begann (nachzulesen im dem in 2012 erschienen Buch der Schweizerin und NZZ Redaktorin Marlene Schnieper 'Nakba, die offene Wunde').

Empfehlen
G Meier
G Meier (pirun) - 07.04.2012 16:49 Uhr

Grass

Hochhut giftet gegen G.Grass!Hatte Glück war 1943 erst 12 Jahre.

Empfehlen
Heiko Sieron

Regierung ist nicht das Volk

Ich störe mich immer wieder an der Gleichsetzung von Regierung und Volk. Beschließen einige der 120 Mitglieder der Knesset, sich einen Atomschlag gegen Iran vorzubehalten, heißt es, "Israel" beabsichtige Iran anzugreifen. Ebenso werden die Machenschaften Ahmadinedschads und der Ajatollah-Bande als Aggression des "Iran" bezeichnet. In beiden Ländern wünscht sich jedoch die große Mehrheit der Bevölkerung Frieden. Die Meinungen der Regierungen sind demnach nicht die Meinungen der Bevölkerung. Und wenn Günter Grass Kritik übt an den Hitzköpfen in der israelischen Regierung, ist das gewiß kein Angriff auf Israel oder gar das jüdische Volk, sondern berechtigte Kritik an der Politik der Regierung. Darüberhinaus halte ich es mit dem hervorragenden Islam-Kenner Peter Scholl-Latour, welcher sagt, das iranische Regime, wäre niemals so töricht, Israel anzugreifen. Sollten die Hitzköpfe in der Knesset jedoch so töricht sein, Iran anzugreifen, könnte das für alle Beteiligten böse enden.

Empfehlen
Falko Steinbach

Abarbeitung

Offensichtlich fühlt sich jetzt aber auch jeder berufen, sich öffentlich an Grass abzuarbeiten, selbstverständlich nicht, um sich selbst zu profilieren, sondern aus tiefer Sorge. Diese Sorge wird dann mit Forellenfurzvergleichen artikuliert: sachlich-intellektuelle Höchstleistung!

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1970, Redakteurin im Feuilleton.

Jüngste Beiträge

Regen in Paris

Von Nils Minkmar

Acht Monate lang durfte Regisseur Patrick Rotman den französischen Präsidenten Hollande begleiten. Entstanden ist ein Film über Regen und Depression. In Frankreichs Kinos scheint er zu floppen. Mehr 5