04.04.2012 · Nach langem Schweigen, wie es im Text heißt, nun eben doch: Günter Grass’ leitartikelndes Gedicht.
Von Günter GrassRichtlinien für Lesermeinungen
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Es musste etwas gesagt werden, damit endlich gesprochen wird.
was schon laengst haette gesagt werder sollen...
...wurde endlich von Guenter Grass ausgesprochen. Danke!!!!
In "unserem Vorbildland USA" gilt so etwas als
Meinungsfreiheit (freedom of expression), da
darf man sogar mal was gegen die Politik Israels sagen, ohne deswegen
als rassistisch abge-
stempelt zu werden. Denn es hat nichts mit Judentum zu tun, wenn man den
Staat Israel
berechtigt kritisiert, und das nicht nur aus aktuellem Anlass.
Kein Reim
Kein Metrum!
Soll das
Poesie sein?
Vermutlich wohn'ich
Hinter'm Mond.
Da hat der alte
Nöckergreis,
Satzfezen wie
Hächsel im Lehm
Verrührt.
Die Aussage ist
Längst bekannt,
Vielleicht noch nicht
Bei unseren Politikern,
Die sich nicht
Trauen.
Danke
Für den späten Mut
Eines Prominenten.
Günter Grass hat das gesagt, was viele in unserem Land denken - und sich in der Öffentlichkeit nicht zu sagen trauen. Dass er es in Form eines Gedichts gemacht hat, warum nicht. Es wird hoffentlich eine Diskussion anstoßen, doch ich befürchte, dass diese von Seiten der Politik im Keim erstickt werden wird. Ich empfinde es als unerträglich, wie uns dieses kleine Land Israel seit zig-Jahren in Atem hält. Anstatt zu verhandeln, werden Siedlungen weiter aus- und Mauern gebaut und dadurch die Fronten noch mehr verhärtet. Die USA, die in der Vergangenheit noch so eine Art Schiedsrichter gewesen sind, jetzt haben sie den Faden verloren und den Moment verpasst, diesen wieder aufzunehmen, falls das überhaupt der Wille ist... Das Heilige Land: Ist es überhaupt noch heilig - mit Gewalt, Blut und Tränen getränkt? Die Schublade, in die Kommentare zu bestimmten Themen zugeordnet werden, in dem Fall Israel + Kritik ist in Deutschland besonders groß - leider.
Es musste einmal gesagt werden
Mir ist Günther Grass egal,
Mir ist sein Gedicht auch egal...
Was mir nicht egal ist,
Ist wenn Achmadinedjad
Will Israel von die Landkarte tilgen
Und wenn Khamenei, Israel
mit einem Krebsgeschwür vergleicht.
Was mir nicht egal ist,
ist wenn beide eine Atombombe bauen
und Israel die Vernichtung fürchten muss.
Was mir nicht egal ist,
Ist wenn 1 (eine!) Atombombe reicht,
um Israel zu vernichten…
Alle eure Kommentare lassen mir
Die Haare zu Berge werden.
Versteht ihr nicht was es bedeutet
Vernichtet zu werden? Alle? Alle???
Deinen Nachbar brüllt Tag für Tag,
dass er dich töten will
und kauft eine Bazooka.
Wartest du geduldig bis er dich erschießt?
Ich verstehe euch nicht!
Ich kann euch nicht verstehen!
Ich weiß nur eine Sache:
Ich werde mich nicht vernichten lassen
Ihr hat ,jetzt wie damals,
vor Hitler und Achmadinedjad
gekuscht und weggeguckt!
Ich erwarte nichts mehr von euch!
Ich werde nicht nachgeben!
ich werde kämpfen
wie der Löwe von Juda!
Edmond Richter
Das Gedicht ist nicht schön (das war wahrscheinlich auch nicht des Dichters Absicht), aber es sagt die Wahrheit! Wäre dies nicht so, hätte es mit Sicherheit nicht diese kolossale Wirkung im In- und Ausland erzielt!
Man muss doch mal sagen dürfen...
... darf man ja (fast immer) auch! Das bedeutet aber nicht, dass auch
jeder Schwachsinn gesagt werden muss (wird er aber auch fast immer). Vor
allem bedeutet es aber, dass auch jede Replik gesagt werden dürfen
muss.
Das Gedicht und die Diskussion erinnert mich stark an Sarrazin. Das
Problem ist nicht ihre Meinung und ihr Recht sie zu äußern,
sondern die nicht vorhandene Ahnung von dem Thema zu dem sie schreiben.
Wo droht denn die Auslöschung des iran. Volkes? Wo sind diese
Planspiele? Bisherige isr. Militäreinsätze in diese Richtung
(Irak, Syrien) bieten sich auch nicht als Präzedenz an.
Freiheit der Meinung ist immer die Freiheit der Meinung der anderen
Grass ist für seinen Beitrag deshalb zu danken, weil er differenzierend auf einen Missstand hinweist, der in der öffentlichen Auseinandersetzung in Deutschland immer deutlich wird: die emotionale Aufladung politischer Diskussion im Sinne der sog. "Moral", die für die eigene Position in Anspruch genommen wird, und das dann auftauchende "Gutmenschentum". Der Rückgriff auf die vermeingliche Moralität der eigenen Position versperrt dann die rationale Analyse und die Inblicknahme der unterschiedlichen Interessen und Sachverhalte, die bei einem Thema im Spiele sind. Man muss auch gegenüber/von dem Staat Israel in einer deutschen Demokratie des Jahre 2012 sagen können, was man denkt - ohne deshalb als "Antisemit", "Rassist" usw. beschimpft zu werden. Menschen, die vorgeben, die Demokratie zu verteidigen, sollten diese Grenze deutlich machen und betonen, dass die Freiheit der Meinung auch immer die Freiheit dessen ist, der etwas anderes meint als man selbst.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.04.2012 18:42 Uhrals Rassist beschipft zu werden...
wenn man Kritik uebt, ist wohl diskreditierend. Es stellt sich doch die Frage, ist eben diese Kritik rassistisch, wie kommen Sie darauf?
Sagen dürfen gilt für jeden.
Man darf sagen, es dürfen aber auch andere sagen, z.B. dass sie einen für einen "Antisemit", "Rassist" usw." halten. Wenn das falsch ist, diskreditieren sie sich damit schon selbst, so wie Grass es mit seinem Gedicht tut.
Der wahre Grund für dieses Gedicht?
Geht es hier nur um Israel? Mir scheint, dass Grass zeigt, wie
Meinungsmaschine und Verhaltensnormung in unserem Land funktionieren,
uns zeigt, wie man einen Text bauen muss, um etwas Kritisches über
die Außenpolitik Israels sagen zu können:
Man nehme die wohlbekannten Fakten und um sie aber öffentlich
äußern zu können, dürfen auf keinen Fall fehlen:
1. Erwähnung, dass der Gegenüber (Iran) von einem
Verrückten regiert wird, daher ja zu Recht das Böse darstellt;
2. Betonung, dass die deutsche Schuld unvergleichlich und nicht
begreifbar ist;
3. Betonung, dass man keinem Antisemitismus das Wort redet;
4. Betonung, dass man dem Land Israel verbunden ist;
5. Wiederholung, dass wir als Deutsche selbst erheblich belastet sind
und gerade deshalb…usw. usf.
Wenn das nicht Grass´ Absicht war, ist es umso trauriger, dass er
es ohne Hintergedanken für notwendig hielt und offenbar glaubt,
dass sein Gedicht nur auf diese Weise öffentlichkeitstauglich
gemacht werden könne. Traurig traurig.
Zunächst finde ich es beschämend, das man diese
Ausführungen ein Gedicht nennen darf.
Und doch sollte es, egal wem, erlaubt sein das Thema so zu beschreiben
und eine solche Meinung zu vertreten, wie in Herr Grass es in diesen
Zeilen tut.
Niemandem sollte das Recht abgesprochen werden, Dinge an den Pranger zu
stellen, die durchaus an genau diese Stelle gehören. Letztendlich
sollten Israel und der Iran meiner Meinung nach an genau der gleichen
Stelle, in einem Atemzug genannt werden.
Und im Weiteren auch Russland und die USA und irgendwann vielleicht auch Deutschland.
Dieser Konflikt stellt wieder mal die ganze Krux der
Stellvertreterkonflikte dar. (siehe Vietnam, Kuba, Afgahnistan, Syrien)
Wie gut das es einen Grass gibt, der mit solchen Worten gehört wird
und polarisiert.
Wie schade, das sich solche Worte in Deutschland Gedicht schimpfen dürfen.
Begeisterung auch im Dichterolymp!
Seid umschlungen, Millionen!
Dies Gedicht der ganzen Welt!
Brüder – unterm Sternenzelt
muß ein lieber Dichter wohnen.
Wem der große Wurf gelungen,
Deutscher Sprache Freund zu sein;
wer das Abitur errungen,
mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nicht versteht, der stehle
weinend sich aus diesem Bund!
Grass spricht über die heuchlerische Unterscheidung in "gute" und "böse" Atombombe. Trotz der absehbaren Frontenbildung in der Diskussion schweigt er nicht und das ist gut so. Leider wird das Ganze folgenlos bleiben, weil einfach zu viele Entscheider auf einem (politischen) Auge blind sein müssen.
1. Respekt, 2. Meinungsfreiheit, 3. Lösungen
Dass seine aktuelle Stellungnahme in der FAZ erscheint, weil Günter
Grass als Schriftsteller ein bedeutendes Lebenswerk vollbracht hat,
scheint so manche Andersdenkende zornig oder neidisch zu machen - aber,
Herrn Grass sollten die gleichen Rechte der freien
Meinungsäußerung zugestanden werden, wie jedem anderen.
Ansonsten sind konstruktive Lösungsvorschläge wichtiger als
denunzierende oder abschätzige, respektlose Debatten.
Wie wäre es mit einer Verlegung des Sitzes der Vereinten Nationen
nach Jerusalem? Zwischen Europa, Afrika und Asien gelegen könnten
sich die dort ansässigen (z.T. sehr verschiedenen) Völker und
Religionen gemeinsam bemühen, diese für den Weltfrieden so
wichtige Institution zu einem offenen Zentrum der Begegnung, der
Toleranz und der respektvollen Debatte werden zu lassen. Dies würde
nicht nur der Befriedung des sogenannten Nahen Ostens zuträglich sein.
1. Respekt, 2. Meinungsfreiheit, 3. Lösungen
Respekt für die Idee des UN-Standortes in Jerusalem. Endlich jemand, der nicht nur auf "den alten Deutschen" Günter Grass einzuprügeln versucht, sondern der eine Idee, deren Verwirklichung "des Schweißes der Edlen" wert wäre!
Es muss immer wieder gesagt werden
Lieber Herr Grass, herzlichen Dank für Ihr sehr wahres Gedicht. Was
auch gesagt werden sollte: dass die Welt oft genug von den grauenvollen
Verbrechen Hitlers hört, aber die nie endenden Kriege, die seit dem
Ende des letzten Weltkrieges stattfinden, werden selten Verbrechen
genannt. Wir haben Freunde unter den Bürgern dieser Länder,
die ebenso entsetzt sind von der Kriegstreiberei ihrer Regierungen wie
wir alle.
Viele Nobelpreisträger haben sich schon dazu geäußert
und sollten es immer wieder tun.
Meine Hochachtung, Herr Grass!
Endlich traut sich jemand zu sagen, was gesagt werden muss! Dank an Sie
für Ihren Mut.
Sic transit gloria mundi!
Das als Gedicht getarnte politische Pamphlet soll
größtmögliche Innen und Außenpolitische Wirkung
erzielen und uns alle zum Nachdenken ermuntern.Doch die
äußerst komplizierte politische Situation im nahen Osten,die
veränderte geostrategische Lage auch seit dem arabischen
Frühling, lassen keine einfachen Antworten zu. Die Welt des Herrn
Grass ist einfach, simpel, sein Koordinatensystem von gestern, es ist in
der Zeit des kalten Krieges verankert.
Man bedenke,ein Land würde Deutschland unverhohlen drohen es zu
vernichten und es bestünde die Gefahr, dass dieses Land an einer
Atombombe baute und somit ein atomarer Anschlag nicht ganz
unwahrscheinlich wäre, wie würden wir uns dann verhalten ?
Israel hat eine solche Bedrohung durch den Iran vor Augen, sie ist
konkret existenzgefährdend ! Herr Grass hat das nicht
verstanden.Berechtigte Kritik an Israels Siedlungspolitik hat mit diesem
Sachverhalt überhaupt nichts zu tun.Bitte Herr Grass, versuchen Sie
das differenzierter zu sehen.
Was viele nicht wissen (wollen?)
Israels Verteidigung wird Angriff genannt. Warum?
Seit 1948 wurde es von Arabern angegriffen, die die Juden ins Meer
werfen wollten. Ab 1967 nannten sie sich Palestinenser. An der Wucht der
Angriffe änderte das nichts.
Die UNO schürt den Konflikt zwischen Israel und den Arabern, in dem
sie den arabischen Flüchtlingen von 1948 als einzige weltweit einen
vererbbaren Status gab: den des Flüchtlings.
Seit der islamistischen Machtergreifung in Iran ist die Vernichtung
Israels iranisches Staatsziel (so wie die Vernichtung der Juden
Deutschlands Staatsziel war).
Israel ist nicht verpflichtet über Atompolitik Rechenschaft
abzulegen. Es hat den Atomsperrvertrag nicht unterzeichnet. Der Iran
aber ist Unterzeichner, ist also zur Transparenz verpflichtet.
Israel-Feindlichkeit ist in Deutschland Mainstream. Wer sich als mutig
darstellt, weil er in diesem Mainstream schimmt, ist feige und heuchlerisch.
G.G.s "Gedicht" ist erbärmlich. Seinen Nobelpreis hat er
genauso verdient wie Obama
Grass ist gewiss nicht mein Fall, nach den deutlich verspäteten
Bekenntnissen zur Waffen-SS-Zugehörigkeit schon gar nicht. Er
wähnt sich als das politisch-literarische Gewissen Deutschlands
oder besser gesagt: Der nicht mehr existenten "Bonner
Republik" in Gestalt der damals schon alten, aber republikanischen
und irgendwie gemütlichen Tante SPD. Die 68er hielten ihn für
eine Art Messias neudeutscher Kultur nach dem Krieg. Dem folgte eine
völlige Überschätzung der Künste des Herrn Grass.
Nun haben wir dieses "Gedicht". Lyrik soll das sein. Naja
schön, aber einen LyrikWettbewerb der Oberstufe würde er damit
nicht gewinnen. Es hilft ja nicht, hier und dort neue Zeilen zu bilden.
Das alles vorausgeschickt und nach Abzug der ganzen Theatrlik meine ich:
Inhaltlich hat er recht. In der Tat hat Israel Atomwaffen und entzieht
sich internationaler Kontrolle. Sehr wohl ist dieser A. aus I. ein
Maulheld 1.Güte. Und jawohl: Da droht ein Krieg, und zwar recht
bald. Mundauf ist also richtig.
Unerträgliche Heuchelei eines alternden "Künstlers"(?)
...in seinem als Gedicht getarnten aggressiven Machwerk auf unterstem Stammtischniveau nebenbei noch seine "Verbundenheit mit Israel" zu beteuern! Und welch groteske Verdrehung der Realität: Die Sorge, Israel könne "das iranische Volk auslöschen" – während doch gerade die Vernichtung Israels seit jeher das erklärte Ziel des Iran, militanter Palästinenser und anderer von Grass nicht als gefährlich eingestufter Staaten ist! Wird der Iran von einem "Maulhelden" regiert (welch groteske Beschönigung!), oder von einem skrupellosen Diktator, Fanatiker und Kriegstreiber, der sämtliche "internationale Kontrollen" verhöhnt? Wird er sich von Grass zu einem deutschen Gutmenschen umerziehen lassen? Es ist schäbig, anmaßend und unmoralisch, aus der Sicherheit der übersättigten Deutschlands ein fernes "vom Wahn okkupiertes" Land zu diffamieren, das seit seiner Gründung ums nackte Überleben kämpft. Grass hätte sich seine "letzte Tinte" besser für die Kritik an den vielen Diktaturen und Unrechtsstaaten
steht meiner Meinung nach eine Botschaft von Herrn Grass, welche sich
viele Deutsche, auch unsere Damen und Herren Politiker ruhig mal
verinnerlichen dürfen...
Aufgrund der Vergangenheit - deren wir uns alle bewusst sein müssen
und die den späteren Generationen den Schatten der Scham und der
Reue entgegenwarf - fühlte sich hierzulande fast jeder mundtot
gemacht...
Wie könnten wir es wagen uns zu erdreisten unsere Meinung zu nennen?
Wie kann sich Herr Grass dazu erdreisten?
Die Antwort ist einfach...
Lasst die Vergangenheit, Vergangenheit sein!
Natürlich waren dies schlimme Zeiten und die Taten sind
verachtenswert. Aber sie haben mit uns nichts mehr zu tun oder zumindest
nur noch marginal.
Ich glaube an keine "Erbschuld".
Daher ist die freie Meinungsäußerung auch in dieser Thematik
völlig legitim!
Auch wenn der Autor ein Deutscher ist...
Erbschuld
Das Problem ist, dass die meisten Leute nicht verstanden haben, worin
die deutsche Erbschuld besteht.
Gemeinhin wird sie so ausgelegt, dass Deutschland auf immer und
unabrückbar an der Seite der Juden, an der Seite Israels stehen
muss, als Wiedergutmachung seiner Greuel am Volke Israel.
Das ist falsch.
Deutschlands Erbschuld besteht darin, sich auf immer und
unabrückbar dagegen zu stemmen, dass Menschen einander ermorden,
Unschuldige getötet werden, dass jemand mit Macht sich über
moralische Grenzen hinwegsetzt und Leid anrichtet.
Darum, und gerade darum, MUSS Deutschland endlich auch die Reden des
Benjamin Netanjahu als das benennen, was sie sind, nämlich
Kriegstreiberei, würdig nur unserer Verachtung, nicht unserer
Unterstützung.
Und an diese Erbschuld glaube ich von ganzem Herzen. Nur glaube ich
nicht, dass diese Erbschuld spezifisch deutsch ist.