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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Das Gedicht von Günter Grass Was gesagt werden muss

 ·  Nach langem Schweigen, wie es im Text heißt, nun eben doch: Günter Grass’ leitartikelndes Gedicht.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (75)

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Frank Zschoche

Grassgedicht

Es musste etwas gesagt werden, damit endlich gesprochen wird.

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brigitte schulze

was schon laengst haette gesagt werder sollen...

...wurde endlich von Guenter Grass ausgesprochen. Danke!!!!
In "unserem Vorbildland USA" gilt so etwas als Meinungsfreiheit (freedom of expression), da
darf man sogar mal was gegen die Politik Israels sagen, ohne deswegen als rassistisch abge-
stempelt zu werden. Denn es hat nichts mit Judentum zu tun, wenn man den Staat Israel
berechtigt kritisiert, und das nicht nur aus aktuellem Anlass.

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Johannes Graf

poesie nouvelle?

Kein Reim
Kein Metrum!
Soll das
Poesie sein?

Vermutlich wohn'ich
Hinter'm Mond.

Da hat der alte
Nöckergreis,
Satzfezen wie
Hächsel im Lehm
Verrührt.

Die Aussage ist
Längst bekannt,
Vielleicht noch nicht
Bei unseren Politikern,
Die sich nicht
Trauen.

Danke
Für den späten Mut
Eines Prominenten.

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Margit Walther-Zahn

Eine unendliche Geschichte

Günter Grass hat das gesagt, was viele in unserem Land denken - und sich in der Öffentlichkeit nicht zu sagen trauen. Dass er es in Form eines Gedichts gemacht hat, warum nicht. Es wird hoffentlich eine Diskussion anstoßen, doch ich befürchte, dass diese von Seiten der Politik im Keim erstickt werden wird. Ich empfinde es als unerträglich, wie uns dieses kleine Land Israel seit zig-Jahren in Atem hält. Anstatt zu verhandeln, werden Siedlungen weiter aus- und Mauern gebaut und dadurch die Fronten noch mehr verhärtet. Die USA, die in der Vergangenheit noch so eine Art Schiedsrichter gewesen sind, jetzt haben sie den Faden verloren und den Moment verpasst, diesen wieder aufzunehmen, falls das überhaupt der Wille ist... Das Heilige Land: Ist es überhaupt noch heilig - mit Gewalt, Blut und Tränen getränkt? Die Schublade, in die Kommentare zu bestimmten Themen zugeordnet werden, in dem Fall Israel + Kritik ist in Deutschland besonders groß - leider.

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Edmond Richter

Es musste einmal gesagt werden

Mir ist Günther Grass egal,
Mir ist sein Gedicht auch egal...

Was mir nicht egal ist,
Ist wenn Achmadinedjad
Will Israel von die Landkarte tilgen
Und wenn Khamenei, Israel
mit einem Krebsgeschwür vergleicht.

Was mir nicht egal ist,
ist wenn beide eine Atombombe bauen
und Israel die Vernichtung fürchten muss.

Was mir nicht egal ist,
Ist wenn 1 (eine!) Atombombe reicht,
um Israel zu vernichten…

Alle eure Kommentare lassen mir
Die Haare zu Berge werden.
Versteht ihr nicht was es bedeutet
Vernichtet zu werden? Alle? Alle???

Deinen Nachbar brüllt Tag für Tag,
dass er dich töten will
und kauft eine Bazooka.
Wartest du geduldig bis er dich erschießt?

Ich verstehe euch nicht!
Ich kann euch nicht verstehen!
Ich weiß nur eine Sache:
Ich werde mich nicht vernichten lassen

Ihr hat ,jetzt wie damals,
vor Hitler und Achmadinedjad
gekuscht und weggeguckt!

Ich erwarte nichts mehr von euch!
Ich werde nicht nachgeben!
ich werde kämpfen
wie der Löwe von Juda!

Edmond Richter

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Thomas Geydan

Freiheit, die ich meine...

Das Gedicht ist nicht schön (das war wahrscheinlich auch nicht des Dichters Absicht), aber es sagt die Wahrheit! Wäre dies nicht so, hätte es mit Sicherheit nicht diese kolossale Wirkung im In- und Ausland erzielt!

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Alexander Nelle
Alexander Nelle (NELLAL) - 06.04.2012 12:45 Uhr

Man muss doch mal sagen dürfen...

... darf man ja (fast immer) auch! Das bedeutet aber nicht, dass auch jeder Schwachsinn gesagt werden muss (wird er aber auch fast immer). Vor allem bedeutet es aber, dass auch jede Replik gesagt werden dürfen muss.

Das Gedicht und die Diskussion erinnert mich stark an Sarrazin. Das Problem ist nicht ihre Meinung und ihr Recht sie zu äußern, sondern die nicht vorhandene Ahnung von dem Thema zu dem sie schreiben. Wo droht denn die Auslöschung des iran. Volkes? Wo sind diese Planspiele? Bisherige isr. Militäreinsätze in diese Richtung (Irak, Syrien) bieten sich auch nicht als Präzedenz an.

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Franz-Joseph Meißner

Freiheit der Meinung ist immer die Freiheit der Meinung der anderen

Grass ist für seinen Beitrag deshalb zu danken, weil er differenzierend auf einen Missstand hinweist, der in der öffentlichen Auseinandersetzung in Deutschland immer deutlich wird: die emotionale Aufladung politischer Diskussion im Sinne der sog. "Moral", die für die eigene Position in Anspruch genommen wird, und das dann auftauchende "Gutmenschentum". Der Rückgriff auf die vermeingliche Moralität der eigenen Position versperrt dann die rationale Analyse und die Inblicknahme der unterschiedlichen Interessen und Sachverhalte, die bei einem Thema im Spiele sind. Man muss auch gegenüber/von dem Staat Israel in einer deutschen Demokratie des Jahre 2012 sagen können, was man denkt - ohne deshalb als "Antisemit", "Rassist" usw. beschimpft zu werden. Menschen, die vorgeben, die Demokratie zu verteidigen, sollten diese Grenze deutlich machen und betonen, dass die Freiheit der Meinung auch immer die Freiheit dessen ist, der etwas anderes meint als man selbst.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.04.2012 18:42 Uhr
brigitte schulze

als Rassist beschipft zu werden...

wenn man Kritik uebt, ist wohl diskreditierend. Es stellt sich doch die Frage, ist eben diese Kritik rassistisch, wie kommen Sie darauf?

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Alexander Nelle
Alexander Nelle (NELLAL) - 06.04.2012 12:47 Uhr

Sagen dürfen gilt für jeden.

Man darf sagen, es dürfen aber auch andere sagen, z.B. dass sie einen für einen "Antisemit", "Rassist" usw." halten. Wenn das falsch ist, diskreditieren sie sich damit schon selbst, so wie Grass es mit seinem Gedicht tut.

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Markus Bachmann
Markus Bachmann (Herr_B) - 06.04.2012 11:57 Uhr

Der wahre Grund für dieses Gedicht?

Geht es hier nur um Israel? Mir scheint, dass Grass zeigt, wie Meinungsmaschine und Verhaltensnormung in unserem Land funktionieren, uns zeigt, wie man einen Text bauen muss, um etwas Kritisches über die Außenpolitik Israels sagen zu können:
Man nehme die wohlbekannten Fakten und um sie aber öffentlich äußern zu können, dürfen auf keinen Fall fehlen:
1. Erwähnung, dass der Gegenüber (Iran) von einem Verrückten regiert wird, daher ja zu Recht das Böse darstellt;
2. Betonung, dass die deutsche Schuld unvergleichlich und nicht begreifbar ist;
3. Betonung, dass man keinem Antisemitismus das Wort redet;
4. Betonung, dass man dem Land Israel verbunden ist;
5. Wiederholung, dass wir als Deutsche selbst erheblich belastet sind und gerade deshalb…usw. usf.
Wenn das nicht Grass´ Absicht war, ist es umso trauriger, dass er es ohne Hintergedanken für notwendig hielt und offenbar glaubt, dass sein Gedicht nur auf diese Weise öffentlichkeitstauglich gemacht werden könne. Traurig traurig.

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Wulf Turner
Wulf Turner (Turnwulf) - 06.04.2012 10:38 Uhr

Es ist erlaubt, aber wie

Zunächst finde ich es beschämend, das man diese Ausführungen ein Gedicht nennen darf.
Und doch sollte es, egal wem, erlaubt sein das Thema so zu beschreiben und eine solche Meinung zu vertreten, wie in Herr Grass es in diesen Zeilen tut.

Niemandem sollte das Recht abgesprochen werden, Dinge an den Pranger zu stellen, die durchaus an genau diese Stelle gehören. Letztendlich sollten Israel und der Iran meiner Meinung nach an genau der gleichen Stelle, in einem Atemzug genannt werden.
Und im Weiteren auch Russland und die USA und irgendwann vielleicht auch Deutschland.
Dieser Konflikt stellt wieder mal die ganze Krux der Stellvertreterkonflikte dar. (siehe Vietnam, Kuba, Afgahnistan, Syrien)
Wie gut das es einen Grass gibt, der mit solchen Worten gehört wird und polarisiert.

Wie schade, das sich solche Worte in Deutschland Gedicht schimpfen dürfen.

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Begeisterung auch im Dichterolymp!

Seid umschlungen, Millionen!
Dies Gedicht der ganzen Welt!
Brüder – unterm Sternenzelt
muß ein lieber Dichter wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
Deutscher Sprache Freund zu sein;
wer das Abitur errungen,
mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nicht versteht, der stehle
weinend sich aus diesem Bund!

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Manfred W. Rautenberg

"Gute" Atombombe?

Grass spricht über die heuchlerische Unterscheidung in "gute" und "böse" Atombombe. Trotz der absehbaren Frontenbildung in der Diskussion schweigt er nicht und das ist gut so. Leider wird das Ganze folgenlos bleiben, weil einfach zu viele Entscheider auf einem (politischen) Auge blind sein müssen.

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Frank Rinn
Frank Rinn (FrankRinn) - 06.04.2012 05:42 Uhr

1. Respekt, 2. Meinungsfreiheit, 3. Lösungen

Dass seine aktuelle Stellungnahme in der FAZ erscheint, weil Günter Grass als Schriftsteller ein bedeutendes Lebenswerk vollbracht hat, scheint so manche Andersdenkende zornig oder neidisch zu machen - aber, Herrn Grass sollten die gleichen Rechte der freien Meinungsäußerung zugestanden werden, wie jedem anderen. Ansonsten sind konstruktive Lösungsvorschläge wichtiger als denunzierende oder abschätzige, respektlose Debatten.
Wie wäre es mit einer Verlegung des Sitzes der Vereinten Nationen nach Jerusalem? Zwischen Europa, Afrika und Asien gelegen könnten sich die dort ansässigen (z.T. sehr verschiedenen) Völker und Religionen gemeinsam bemühen, diese für den Weltfrieden so wichtige Institution zu einem offenen Zentrum der Begegnung, der Toleranz und der respektvollen Debatte werden zu lassen. Dies würde nicht nur der Befriedung des sogenannten Nahen Ostens zuträglich sein.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.04.2012 14:59 Uhr
Bernd Keichel-Enders

1. Respekt, 2. Meinungsfreiheit, 3. Lösungen

Respekt für die Idee des UN-Standortes in Jerusalem. Endlich jemand, der nicht nur auf "den alten Deutschen" Günter Grass einzuprügeln versucht, sondern der eine Idee, deren Verwirklichung "des Schweißes der Edlen" wert wäre!

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Rosemarie Breuer

Es muss immer wieder gesagt werden

Lieber Herr Grass, herzlichen Dank für Ihr sehr wahres Gedicht. Was auch gesagt werden sollte: dass die Welt oft genug von den grauenvollen Verbrechen Hitlers hört, aber die nie endenden Kriege, die seit dem Ende des letzten Weltkrieges stattfinden, werden selten Verbrechen genannt. Wir haben Freunde unter den Bürgern dieser Länder, die ebenso entsetzt sind von der Kriegstreiberei ihrer Regierungen wie wir alle.
Viele Nobelpreisträger haben sich schon dazu geäußert und sollten es immer wieder tun.

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Iris Maria Hofmann

Hochachtung...

Meine Hochachtung, Herr Grass!
Endlich traut sich jemand zu sagen, was gesagt werden muss! Dank an Sie für Ihren Mut.
Sic transit gloria mundi!

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Thomas guendling

ICH Grass

Das als Gedicht getarnte politische Pamphlet soll größtmögliche Innen und Außenpolitische Wirkung erzielen und uns alle zum Nachdenken ermuntern.Doch die äußerst komplizierte politische Situation im nahen Osten,die veränderte geostrategische Lage auch seit dem arabischen Frühling, lassen keine einfachen Antworten zu. Die Welt des Herrn Grass ist einfach, simpel, sein Koordinatensystem von gestern, es ist in der Zeit des kalten Krieges verankert.
Man bedenke,ein Land würde Deutschland unverhohlen drohen es zu vernichten und es bestünde die Gefahr, dass dieses Land an einer Atombombe baute und somit ein atomarer Anschlag nicht ganz unwahrscheinlich wäre, wie würden wir uns dann verhalten ? Israel hat eine solche Bedrohung durch den Iran vor Augen, sie ist konkret existenzgefährdend ! Herr Grass hat das nicht verstanden.Berechtigte Kritik an Israels Siedlungspolitik hat mit diesem Sachverhalt überhaupt nichts zu tun.Bitte Herr Grass, versuchen Sie das differenzierter zu sehen.

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Henri Eber
Henri Eber (Charma) - 05.04.2012 22:06 Uhr

Was viele nicht wissen (wollen?)

Israels Verteidigung wird Angriff genannt. Warum?
Seit 1948 wurde es von Arabern angegriffen, die die Juden ins Meer werfen wollten. Ab 1967 nannten sie sich Palestinenser. An der Wucht der Angriffe änderte das nichts.
Die UNO schürt den Konflikt zwischen Israel und den Arabern, in dem sie den arabischen Flüchtlingen von 1948 als einzige weltweit einen vererbbaren Status gab: den des Flüchtlings.
Seit der islamistischen Machtergreifung in Iran ist die Vernichtung Israels iranisches Staatsziel (so wie die Vernichtung der Juden Deutschlands Staatsziel war).
Israel ist nicht verpflichtet über Atompolitik Rechenschaft abzulegen. Es hat den Atomsperrvertrag nicht unterzeichnet. Der Iran aber ist Unterzeichner, ist also zur Transparenz verpflichtet.
Israel-Feindlichkeit ist in Deutschland Mainstream. Wer sich als mutig darstellt, weil er in diesem Mainstream schimmt, ist feige und heuchlerisch.
G.G.s "Gedicht" ist erbärmlich. Seinen Nobelpreis hat er genauso verdient wie Obama

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Stephan Mette

Viel Lärm um wenig...

Grass ist gewiss nicht mein Fall, nach den deutlich verspäteten Bekenntnissen zur Waffen-SS-Zugehörigkeit schon gar nicht. Er wähnt sich als das politisch-literarische Gewissen Deutschlands oder besser gesagt: Der nicht mehr existenten "Bonner Republik" in Gestalt der damals schon alten, aber republikanischen und irgendwie gemütlichen Tante SPD. Die 68er hielten ihn für eine Art Messias neudeutscher Kultur nach dem Krieg. Dem folgte eine völlige Überschätzung der Künste des Herrn Grass.

Nun haben wir dieses "Gedicht". Lyrik soll das sein. Naja schön, aber einen LyrikWettbewerb der Oberstufe würde er damit nicht gewinnen. Es hilft ja nicht, hier und dort neue Zeilen zu bilden.

Das alles vorausgeschickt und nach Abzug der ganzen Theatrlik meine ich: Inhaltlich hat er recht. In der Tat hat Israel Atomwaffen und entzieht sich internationaler Kontrolle. Sehr wohl ist dieser A. aus I. ein Maulheld 1.Güte. Und jawohl: Da droht ein Krieg, und zwar recht bald. Mundauf ist also richtig.

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Werner Steinfeld

Unerträgliche Heuchelei eines alternden "Künstlers"(?)

...in seinem als Gedicht getarnten aggressiven Machwerk auf unterstem Stammtischniveau nebenbei noch seine "Verbundenheit mit Israel" zu beteuern! Und welch groteske Verdrehung der Realität: Die Sorge, Israel könne "das iranische Volk auslöschen" – während doch gerade die Vernichtung Israels seit jeher das erklärte Ziel des Iran, militanter Palästinenser und anderer von Grass nicht als gefährlich eingestufter Staaten ist! Wird der Iran von einem "Maulhelden" regiert (welch groteske Beschönigung!), oder von einem skrupellosen Diktator, Fanatiker und Kriegstreiber, der sämtliche "internationale Kontrollen" verhöhnt? Wird er sich von Grass zu einem deutschen Gutmenschen umerziehen lassen? Es ist schäbig, anmaßend und unmoralisch, aus der Sicherheit der übersättigten Deutschlands ein fernes "vom Wahn okkupiertes" Land zu diffamieren, das seit seiner Gründung ums nackte Überleben kämpft. Grass hätte sich seine "letzte Tinte" besser für die Kritik an den vielen Diktaturen und Unrechtsstaaten

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Manuel Bauer
Manuel Bauer (Manuel_B) - 05.04.2012 14:47 Uhr

Weit hinter den Zeilen...

steht meiner Meinung nach eine Botschaft von Herrn Grass, welche sich viele Deutsche, auch unsere Damen und Herren Politiker ruhig mal verinnerlichen dürfen...

Aufgrund der Vergangenheit - deren wir uns alle bewusst sein müssen und die den späteren Generationen den Schatten der Scham und der Reue entgegenwarf - fühlte sich hierzulande fast jeder mundtot gemacht...
Wie könnten wir es wagen uns zu erdreisten unsere Meinung zu nennen?
Wie kann sich Herr Grass dazu erdreisten?

Die Antwort ist einfach...

Lasst die Vergangenheit, Vergangenheit sein!

Natürlich waren dies schlimme Zeiten und die Taten sind verachtenswert. Aber sie haben mit uns nichts mehr zu tun oder zumindest nur noch marginal.
Ich glaube an keine "Erbschuld".
Daher ist die freie Meinungsäußerung auch in dieser Thematik völlig legitim!

Auch wenn der Autor ein Deutscher ist...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.04.2012 00:24 Uhr
Sebastian Fels

Erbschuld

Das Problem ist, dass die meisten Leute nicht verstanden haben, worin die deutsche Erbschuld besteht.

Gemeinhin wird sie so ausgelegt, dass Deutschland auf immer und unabrückbar an der Seite der Juden, an der Seite Israels stehen muss, als Wiedergutmachung seiner Greuel am Volke Israel.

Das ist falsch.

Deutschlands Erbschuld besteht darin, sich auf immer und unabrückbar dagegen zu stemmen, dass Menschen einander ermorden, Unschuldige getötet werden, dass jemand mit Macht sich über moralische Grenzen hinwegsetzt und Leid anrichtet.

Darum, und gerade darum, MUSS Deutschland endlich auch die Reden des Benjamin Netanjahu als das benennen, was sie sind, nämlich Kriegstreiberei, würdig nur unserer Verachtung, nicht unserer Unterstützung.

Und an diese Erbschuld glaube ich von ganzem Herzen. Nur glaube ich nicht, dass diese Erbschuld spezifisch deutsch ist.

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Von Fridtjof Küchemann

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