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Sachbücher des Jahres

Crypto Partys Eins ist unsicher: Unsere Daten

Noch fehlt uns das Gefühl für den Schutz unserer Privatsphäre im Internet und ihre Gefährdung: Auf Crypto Partys werden auch Anfängern die Grundlagen des Eigendatenschutzes nahegebracht. Weltweit, zum Beispiel in Berlin.

© dpa Vergrößern Wir wissen zu wenig über unseren Datenfluss

0x00WE15E7: So sieht ein sicheres Passwort aus. Jeder weiß das. Fürs Online-Banking, für unsere Profile in den sozialen Netzwerken, für unsere Konten bei Online-Versandhändlern oder Krankenkassen, für den Zugriff auf unsere E-Mails, beim Einrichten des heimischen WLAN: Immer werden wir nach Passwörtern gefragt, immer wieder werden wir beim Eintippen gewarnt, wenn das gerade gewählte Passwort den Sicherheitskriterien nicht genügt, und immer wieder machen wir es uns lieber einfach.

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Als Anfang Juli über 400.000 Yahoo-Konten gehackt und die Anmeldedaten der Nutzer ins Netz gestellt wurden, zeigte die Liste der beliebtesten Passwörter ein erschreckendes Bild. Die Kombination „123456“ auf Platz eins war 1666 Mal gewählt worden, die Kombinationen „123456789“ und „12345678“ folgen mit 222 beziehungsweise 208 Nutzern auf den Plätzen sechs und sieben. Dazwischen: „password“, „welcome“ und „abc123“.

Kein Gefühl für die Privatsphäre im digitalen Raum

Dabei ist die Wahl von Passwörtern nur das Offensichtlichste, mit dem wir im Internet sorglos umgehen. Während das Interesse an unseren Daten wächst: Die großen Suchmaschinen verkaufen unsere Abfragen, die sozialen Netzwerke unsere Interessen. So wird nicht nur die Werbung immer genauer auf uns abgestimmt. Sie bietet uns inzwischen nicht nur Schuhe an, weil wir uns zuletzt dafür interessiert haben, sondern passt den Preis an auf die Höhe, die wir - so verrät es unser Verhalten - zu bezahlen bereit sind, obwohl andere denselben Schuh günstiger bekommen würden. Für unser Interesse an bestimmten Krankheiten interessiert sich die Versicherung, zu der wir womöglich gerade wechseln wollen. Oder der Arbeitgeber, bei dem wir uns bewerben. Man muss nicht in Iran, China oder Russland leben, man muss nicht an den Überwachungsstaat denken, um sich um die eigenen Daten im Netz zu sorgen. Auch wenn selbst im Westen die Zugriffs- und Speicherbefugnisse der Ermittler gestärkt werden sollen.

„Es ist erstaunlich“, sagt Julian Oliver, der sich selbst „Critical Engineer“, kritischer Entwickler, nennt, weil Bezeichnungen wie Medienkünstler oder Hacker seine Arbeit einengten: „Im öffentlichen Raum wird unsere Privatsphäre, ein grundlegendes Menschenrecht, geschätzt und verteidigt. Aber im digitalen Raum gibt es kaum ein Gefühl für die Gefahren, dafür, dass dort eine Menge auf dem Spiel steht.“ Zusammen mit Danja Vasiliev, einem weiteren kritischen Entwickler, und der Journalistin Marta Peirano hat Julian Oliver gerade zur zweiten Crypto-Party in Deutschland eingeladen, zu einer Zusammenkunft, bei der Leute erzählen, was sie über den Eigendatenschutz wissen, und einander dabei helfen, ihre Rechner und Smartphones mit den schützenden Einstellungen und Programmen zu versehen.

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