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Computerweltenschöpfer : Der Mann mit der Mars-Mission

  • -Aktualisiert am

The Sky is no Limit: Elon Musk will den Weltraum erobern. Bild: dpa

Elon Musk hat die Struktur des Rechners auf die Unternehmensorganisation angewandt und damit die Spielregeln geändert. Und dann ist da noch die Reise zum Mars.

          Zweifellos befinden wir uns in der postheroischen Epoche der Computerkultur. Die Apparatschiks haben die Macht übernommen, und mit ihnen ist eine lärmende Mut- und Phantasielosigkeit eingekehrt. Was hat Peter Thiel gesagt? „Wir haben von fliegenden Autos geträumt und stattdessen 140 Zeichen erhalten.“ Vor diesem Hintergrund erscheint ein Mann wie Elon Musk wie ein Comicheld aus dem Marvel-Universum: wie Tony „Iron Man“ Stark. Mag sein, dass uns Tesla den Vorschein künftiger Automobilität beschert – was aber hat Elon Musk in der Ruhmeshalle der Computerkultur zu suchen?

          Der Schlüssel dazu ist ein kleines Computerspiel, das ein zwölfjähriger Südafrikaner mit seinem Commodore VIC-20 programmiert und der Zeitung „PC Office Technology“ zugesendet hat. Die druckt es ab und lässt dem Verfasser, einem gewissen E.R. Musk, ein Honorar von fünfhundert Dollar zukommen. Mag das Spiel Blastar (als Kopie eines Arcade-Games) nicht sonderlich einfallsreich gewesen sein, so erwies es seinem Verfasser doch hervorragende Dienste als mentaler Schutzschild und Anti-Realitäts-Prinzip. Schon als Kleinkind war Elon Musk regelmäßig in Trancen verfallen, während derer er unansprechbar war – was seine Eltern nötigte, das Kind auf Taubheit untersuchen zu lassen. Doch diese Absencen waren nichts als Wachträume, die den Jungen gegen die Außenwelt immunisierten, wie auch die Science-FictionBücher aus der Leihbibliothek, die er verschlang, bis er dazu überging, seinen Wissensdurst mit der Lektüre der Encyclopedia Britannica zu befriedigen.

          Waren die wirtschaftlichen Umstände der Familie Musk durchaus kommod, so war Elons Kindheit doch keine behütete. Nach der Scheidung der Eltern waren er und sein jüngerer Bruder zum Vater gezogen, einem Ingenieur, der eine befremdliche Leidenschaft für sadistische Psychospiele hegte. Neben diesen häuslichen Übergriffen musste sich der junge Träumer in der Schule einer Bande erwehren, die ihn beständig verprügelte, einmal sogar lebensgefährlich verletzte. Angesichts der Brutalität des Apartheid-Südafrikas erschien der Computer wie eine Botschaft aus einer anderen Welt, eine extraterrestrische Ordnung, die zum eigentlichen Habitat des Halbwüchsigen wurde. So sann er, wenn er sich nicht gerade mit „Dungeons and Dragons“-Rollenspielen vergnügte, über die Möglichkeiten von Raumkolonisierung, papierlosen Banken und Solarenergie nach – alles Fragen, die er auch später mit aller Verve verfolgen würde.

          Mit 17 machte sich Elon Musk nach Kanada auf, wo er einen Studienplatz an der Queen’s University in Ontario erhielt. Als Student legte er beträchtlichen Geschäftssinn an den Tag: Zusammen mit einem Mitbewohner, mit dem er ein Vierzehn-Zimmer-Haus bewohnte, veranstaltete er Partys für Hunderte Gäste. Weil diese jeweils fünf Dollar Eintritt bezahlten, reichte ein einziger solcher Abend aus, um Miet- und Lebenhaltungskosten eines ganzen Monats zu decken.

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