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Bundesverfassungsgericht Anatomie einer Hintergehung

 ·  Das jüngste Karlsruher Urteil ist eine präzise und dichte Beschreibung des Regierungsstils von Angela Merkel in Zeiten der europäischen Staatsschuldenkrise. Wir lesen eine Warnung vor drohender Entdemokratisierung.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (56)

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Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 23.06.2012 23:56 Uhr

Danke liebes Verfassungsgericht

Klare und deutliche Worte, die das BVG hier abgegeben hat und beschämend für Merkel und die Regierung, die diesen Stil der Entdemokratisierung durch Geschwindigkeit und Halbwertzeit auch noch mitmacht.

Aufmerksame LeserInnen und ZuhörerInnen haben schon lange Merkels verschwurbelte, inhaltslose, mit Methaphern durchtränkte Sprache, die die Wahrheit verbirgt und Unwahrheiten blühen läßt, kritisiert. Passend dazu die chronische Hast und Eile, in der Nebensächlichkeiten hochgeblasen und Wichtiges nicht erwähnt wird.

Ein Plädoyer für die parlamentarische Demokratie und eine Absage an den gefräßigen Marktkonformismus, der nach Merkels Willen unsere Demokratie schlucken soll.

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Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 22.06.2012 12:51 Uhr

Puh! Starker Tobak

Na liebe FAZ, so einen Tobak habe ich selten gelesen, aber zu Recht. Es stellt sich nur die Frage, na und?
Wen juckt die freie Presse oder die Meinung des Volkes? Da liegt das Problem. Die Kanzlerin weiss, dass ihr Handeln völlig folgenlos für die bleiben wird, juristisch und persönlich finanziell. Verlust der nächsten Bundestagswahl? Schau mer mal! Wenn schon, was soll's, sie ist ja abgesichert, nach mir die Sintflut. Es ist nur die schiere Rücksichtslosigkeit, genährt aus Unfähigkeit, wie sie in den Letzten Jahren überall im gesellschaftlichen Leben dieser Republik anzutreffen ist.

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Andreas Donath
Andreas Donath (adoc) - 21.06.2012 21:27 Uhr

Sie dürfen damit nicht durchkommen!

Dazu wurde unsere parlamentarische Demokratie zu hart und unter zu vielen Opfern erkämpft, um sie einfach mal eben so im Schnelldurchlauf auf die Müllhalde zu kippen. Einmal DDR genügt! Dass ausgerechnet Ultralinken, die es selbst nicht so mit der Verfassungstreue haben, der Verdienst zukommt, die Hüter des Grundgesetzes zur Offenlegung der Umtriebe von Merkel, Schäuble & Co. veranlasst zu haben, bewerte ich als eine Art Ironie der Geschichte.

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Hartmut Albrecht

Es gibt noch eine freie Presse

Eben finde ich, über eine andere Quelle, den Hinweis auf diesen Artikel. Herzlichen Dank der FAZ! Leider werden unsere Abgeordneten als "Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen" (GG 38, 1) von den Fraktionseinpeitschern unter entsprechenden Drohungen mitgeteilt bekommen haben, wie sie abstimmen sollen. Tragisch, daß ausgerechnet ein dubioser Verein wie "Die Linke" allein dem Verderben entgegen steht.

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Dietmar Kober
Dietmar Kober (dikob) - 21.06.2012 17:53 Uhr

Alles richtig, nur, ist eine solchermaßen eingeengte Rgierung noch handlungsfähig?

Es wäre alles nicht so schlimm, wenn man den Eindruck richtigen Handelns der Regierung hätte. Tatsächlich wirkt sie eher getrieben denn steuernd und agierend. Uns sind ja unglaubliche Zustände in den Schuldnerländern bnekannt geworden. Wenn aber die gesamte Führungselite bei uns, einschließlich der Bundesbank und Europas jetzt erst aufgeschreckt wird, weil mit Target 2 die Schuldnerländer sich seit 2 Jahren unauffällig bereits mit 770 Mrd Euro bedienen konnten, ohne daß es den Verantwortlichen überhaupt bewußt wurde, dann bleibt nur der Schluß totalen Versagens, totaler Unfähigkeit, kurz griechischer Verhältnisse im gesamten Euroraum. Hier kann die Devise nur lauten: Tragt diese Fehlkonstruktion zu Grabe! Das wird teuer aber auf jeden Fall billiiger, als den gegenwärtigen Versagern das Handeln weiter zu überlassem.

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 21.06.2012 17:43 Uhr

Das Milliardengrab

Es handelt sich eben nicht nur um den Stil der Kanzlerin. Es ist der Stil der ganzen Regierung, und wie wir gerade sehen, des mehr als halben Parlaments. Und wie bitte will man die Rechte des Parlaments schützen, wenn dessen Mehrheit diese schon gar nicht mehr zu schützen wünscht? Schaufelt sich nicht Regierung wie Opposition (mit Ausnahme von der Partei der Linken) ihr gemeinsames parlamentarisches Grab? Bereiten sie nicht gemeinsam der ganzen Republik ein Grab? Ein Milliardengrab?

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Lothar Dombrowski

Es macht mich wütend,

dass das Volk - und vorneweg seine "Vertreter" - diesen Rückbau der Demokratie widerstandslos hinnehmen. Abgesehen, von einigen wenigen, die sich vorkommen müssen, wie Don Quichote.
Es fehlt nicht mehr viel, und die Regierung erlässt Notstandsgesetze - an den tools dafür wird ja schon seit geraumer Zeit gebastelt - die selbstverständlich "alternativlos" sind, um wahlweise Deutschland, Europa, die Welt oder die Freiheit zu retten.
Muss es den Deutschen wirklich erst physisch schlecht gehen, damit sie es endlich begreifen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.06.2012 00:16 Uhr
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 24.06.2012 00:16 Uhr

angepaßte Medien sind mitverantwortlich für Unwissenheit

Sie haben ja so recht. Dennoch - vor einigen Tagen habe ich in einer mittelgroßen Universitätsstadt Unterschriften gesammelt gegen den Fiskal- und ESM-Vertrag. In 7 Stunden hatte ich 11 ! Unterschriften ! Die meisten der Angesprochenen hatten keine Ahnung, was mit diesen Verträgen auf uns zukommt.

Wenn über diese beiden "Pakte" (Pakte werden in der Literatur und Musik fast immer mit dem Teufel geschlossen) genauso intensiv berichtet worden wäre, wie über den Gesundheitszustand von Schweinsteiger, hätte es mehr Unterschriften gegeben, da bin ich mir sehr sicher.

Also gehört eine dicke Rüge auch den Medien, die sich viel zu sehr bedeckt halten, was das Agitieren und Propagieren unserer Kanzlerin angeht. Denn auch mit dem Wegfall einer aufmerksamen Presse gerät die Demokratie massiv in Gefahr und schnell unter die Räder.

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Georg Haslwimmer

Zeitdruck

Da man bei dieser Regierung immer mehr den Eindruck erhält, daß es gar nicht schnell genug gehen kann das Deutschland endlich abgeschafft wird, glaub ich kaum das dieses Urteil Frau Merkel oder H.Schäuble überhaupt interressiert.
Im Gegenteil, dies ist noch ein ansporn noch schneller zu agieren um dem BVG keine Möglichkeit zu geben irgendwelche Entscheidungen oder Abschlüsse zu verhindern.
Da auch diese Regierung eher den Eindruck macht, daß das Volk eh nur stört beim Großprojekt Europäische Einigung, ist diese Vorgehen auch nach vollziehbar.
Eher stellt man sich doch hin und begrüßt dieses Urteil noch und deutet es als Bestättigung des eigenen Handelns.
Ich bin der meinung das Deutschland noch nie solche Verfassung Untreue Vertreter hatte wie zur Zeit.
Der "Politikstil" errinnert immer mehr an die DDR.
Und vor allem geht es ja gar nicht, dem Volk die Entscheidung über solche weittragende Entwicklungen zu versagen.
Ein Verfassungsbruch reiht sich an den anderen.
Danke Fr.Merkel

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Barbara König

Ein Fall für den Generalbundesanwalt?

Ist durch die Aussage des BVG nicht schon der Tatbestand des Hochverrats attestiert? Und müsste dann nicht der Generalbundesanwalt gegen Frau Merkel und vermutlich auch gegen Herrn Schäuble tätig werden?

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Holger Baade

Das Urteil ist nicht nur eine Schelte für die Bundesregierung,

sondern in gleichem Maße eine schallende Ohrfeige für den Bundestagspräsidenten (und seine Stellvertreter).
Wo blieben Lammerts Appelle an die Regierung, wo sind oder waren seine Mahnungen und Warnungen an das Volk, obwohl dies eine originäre Aufgabe des Bundestagspräsidenten als Verfassungsorgan gewesen wäre? Wann und wo hat er für die Reichstagsbesetzer als Vertreter der Interessen des Souveräns jemals auch nur die Spur von Gegenwehr oder Auflehnung gezeigt?

Das tiefegründige Schweigen beweist, dass die Person Lammert Teil dieses Systems ist.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 21.06.2012 14:57 Uhr

Merkels Feudalherrschaft

Soeben bekam ich eine Mail vom Verein Mehr Demokratie, der mit Däubler-Gmelin und Degenhart eine Bürgerklage einreichen wird.

In der Mail heißt es:

„Seit der Zeitplan für die Beschlüsse über ESM und Fiskalpakt steht, laufen bei uns die Vorbereitungen auf Hochtouren. Am Freitag, dem 29. Juni, soll erst um 17 Uhr der Bundestag entscheiden und unmittelbar danach, 19 oder 20 Uhr, der Bundesrat. Dann werden die Gesetze dem Bundespräsidenten zur Ausfertigung vorgelegt. Noch Freitagnacht? Oder am Samstag? Dieses Durchhetzen von so immens wichtigen Gesetzen ist skandalös und wird kaum eine intensive Debatte zulassen, schon gar keine öffentliche.“

Welche Freude, dass Karlsruhe nun mehr Zeit von Gauck fordert.

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Walter Drews

Die wahren Verfassungsfeinde sitzen in der Regierung

Das jüngste Karlsruher Urteil ist der letzte noch fehlende Beweis für die Demokratiefeindlichkeit der Regierungsparteien. Wir brauchen eine totale Überwachung der Regierung, also eine Vorratsdatenspeicherung aller Vorgänge im Kanzleramt und den Parteizentralen. Jeder verbale oder schriftliche Äußerung und kleinste Pubs und jede Regung muß aufgezeichnet und ausgewertet werden um dieses Treiben zu unterbinden und um die Täter später bestrafen zu können. Bislang haben sich deutsche Politiker immer mit Ahnungslosigkeit und Vergesslichkeit herauswinden können.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.06.2012 16:24 Uhr
Rudi Meergans

Die Brücke am Tay

"Ich nenn' euch die Zahl."

"Und ich die Namen."

"Und ich die Qual."
(Th.Fontane)

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Helmut Smith
Helmut Smith (fmsus) - 21.06.2012 13:52 Uhr

Das haben wir uns verdient

An der Wahlurne wird sicherlich nichts entschieden, also auch nicht in nationalen Parlamenten. Die Kraft zur Gegenentwicklung liegt im spürbaren Protest, dieser findet faktisch nicht mehr statt.

Oftmals zu unsachlich, vielleicht emotional - aber immer ungehört in den Palästen, ob in Berlin oder Brüssel. Unsere Kinder werde für unser Schweigen büßen, sie werden sicherlich mehr tun als zu demonstrieren oder im Internet zu jammern.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 21.06.2012 13:17 Uhr

Das Wort „Regierungsstil“ ist schon arg geschmeichelt

Stil hat Merkel nicht, Regierungsstil schon gar nicht. Der Kommentar zeigt sehr schön, wie AM einsame Entscheidungen trifft, die mich doch immer wieder an gewisse Herren der DDR denken lassen.

Leider kann das BverfG erst auf Klage hin aktiv werden, darauf wies Herr Vormbaum hier schon hin. Hoffen wir, dass die Klage von Gysi gegen Fiskalpakt und ESM in Karlsruhe uns wohlwollende Richter finden wird. Der Kommentar von Herrn Geyer hat mir da wieder etwas Mut gemacht.

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Wolfgang Orth

Wer hängt der Katze die Schelle um?

Gesucht wird der oder die Abgeordnete oder Institution mit Courage, der dem ständigen Verstoß gegen unsere Demokratie Einhalt gebietet und unser Regierungsunwesen wieder in eine Demokratie verwandelt. Passend dazu auch die Frage an den Bundespräsidenten und seine jüngste Rede zur Bundeswehr: Wofür lohnt sich eine Armee noch, wenn es im demokratischen Sinne nichts mehr zu verteidigen gibt? Oder haben die verfassungswidrige Fraktionsdisziplin und die Angst vor der "Kanzlerin" schon alle Gegenwehr zum Erliegen gebracht? Leider habe ich als "Souverän" keine Möglichkeit, dem Treiben dieser Dame Einhalt zu gebieten. Es wäre mir Einiges wert!!!

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Kai Schraube

Ich habe kaum noch Hoffnung

hinsichtlich der Bereitschaft des Bundestages zur Kontrolle der Regierung. Die Angeordneten der letzten Legislaturperioden hatten es ja in der Hand, der Staatsverschuldung auf nationaler und europäischer Ebene entgegenzuwirken. Sie haben jedoch im Gegenteil die Gesetze verabschiedet, die dies erst ermöglichten.

Da der einzelne Abgeordnete nicht persönlich für die Folgen seines Tuns haftet, wird er sich - vor allem wenn's, wie heute, wirklich um die Wurst geht - gerne hinter der "Fraktionsdisziplin" verbergen und sein Gewissen nicht unnötig belasten.

Wer wissen will, wie's ausgehen wird, kann dazu schon seit Jahren die fundierten und verständlichen Einschätzungen von Hans-Werner Sinn lesen...

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Closed via SSO

trotzdem zu spät, König Fußball wird es richten, man will ja noch am Freitag rechtzeitig nach Kiew

In Schönheit gestorben, ist trotzdem tod: die Rechtstaatlichkeit, wie wir sie heute noch fühlen, die Selbständigkeit und Leistungsanreize von (Vor-)Gestern, die Freiheit der Reise, des Wortes, sogar der Gedanken (Handys und Computern sei Dank) alles wird nach und nach blutleer und damit Vergangenheit sein.

Eine unangreifbare, völlig immunisierte Institution, keinem Gesetz und keiner Verfassung verantwortlich zu machen wie es der ESM sein soll, wird aus der Art schlagen. Er hat das Geld, er hat den Daumen auf Allem.

Der Geist geht nicht mehr in die Flasche. ESM, rechtstaatlich angemessen kontrollierbar ja, so immun NEIN!

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Jürgen M. Backhaus

die Hintergehung des Btags wirft ein deutliches Licht auf undemokratische Intentionen

Das BVerfG spricht vom Preis der Demokratie, aber so ganz genau, möchte sie das Thema dann doch nicht ausleuchten, ist mein erster Eindruck. Entschleunigung und voller Informationsfluss ja, aber ob revolutionäre Strategien der "politischen Praxis", d.h. Handeln als Selbstzweck ohne Abstimmungsprozesse, weil im ideologischen Raster einer fragwürdigen Vorstellung von Exekutive, Regieren, Urteilen alternativlos verortet, vom Verfall oder Fehlen demokratischer Kultur zeugt, scheint mir etwas zu kurz gekommen zu sein. Es kann allerdings auch so sein, dass sich als Leser die Stellungnahme des BVerfGs von der des flott schreibenden Redakteurs nur schwer unterscheiden lässt. Dass hier die Nähe zur Realsatire auf der Hand liegt, wenn man sich die zahlreichen Regierungsflosken auf der Zunge zergehen lässt, ist kaum zu bestreiten, aber es bleibt auch wirklich schwer zu entscheiden, ob das BVerfG dem Ernst des Anliegens gerecht geworden ist, wenn man die Aufarbeitung in dieser Form resümiert.

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Konstantin Schneider

Merkels Mutti-Stil kennt nur wat mut dat mut

Für Machtmenschen ist Merkel eine absolute Offenbarung. Denn sie erlöst die zu Regierenden von jeglichem Zwiespalt, von den ewigen Diskussionen um das Gute, Wahre, Schöne und Erstrebenswerte. Insofern ist Merkel eine Kaiserin in Wartestellung und versucht auch so zu handeln. Sie muss nur mit den Bankern klarkommen, die ihr offenbar geraten haben, den Krieg gegen die Amerikaner anzunehmen, gegen die Briten etc.

Darüberhinaus ist sie noch geprägt vom Sozialismus, d.h. ihr kann niemand was vormachen in puncto Recht und Ordnung, denn sie kennt beide Seiten. Unterdrückung von Information war in beiden Systemen Gang und Gäbe nur die Vertuschungstechniken unterschieden sich.

Als Merkel beherzt nach der Macht in der CDU griff, erwarb sie sich einen Vertrauensvorschuss, von dem sie bis heute zehrt auch wenn er nicht mehr gerechtfertigt ist. Denn Merkel hat nicht wirklich dem Radikalismus abgeschworen, der sich an den Märkten austobt. Sie meint es also auch nicht gut mit uns.

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Horst Dettweiler
Horst Dettweiler (dettw) - 21.06.2012 12:19 Uhr

TOLL ! Und wer glaubt, daß sich jetzt etwas ändert ?

Das Merkelsche Mauschel-Prinzip steht und fällt ja mit der Unverbindlichkeit, der Nebelhaftigkeit, der ständigen Chance zur 180°-Wendung. Es bleibt für mich ein Rätsel, was diese Frau an die Spitze der ominösen "Beliebtheitsskala" führt, allenfalls die deutsche Neigung zum organisierten Massen-Jubel. Aber davon hatten wir ja eigentlich schon genug.

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Jahrgang 1960, Redakteur im Feuilleton.

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