http://www.faz.net/-gqz-8yfq6

Einweihung 2019 : Bundestag mit klarer Mehrheit für Einheitsdenkmal

  • Aktualisiert am

Die im Dunkeln sieht man: Computer-Modell des umstrittenen Einheitsdenkmals in Berlin. Bild: dpa

Seit fast zwanzig Jahren wird um ein Denkmal zur Erinnerung an die Deutsche Einheit gestritten. In Berlin soll es jetzt gegen den Willen der Haushälter doch noch kommen.

          Nach einem beispiellosen Hin und Her soll das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin nun doch gebaut werden. Der Bundestag forderte in der Nacht zu diesem Freitag mit klarer Mehrheit, das seit Jahren geplante Projekt noch vor der Bundestagswahl im Herbst auf den Weg zu bringen. Einweihung soll im Herbst 2019 sein – am 30. Jahrestag des Mauerfalls.

          Die Grünen unterstützten einen entsprechenden Antrag von Union und SPD. Nur die Linken stimmten dagegen. Das Plenum hob damit einen Beschluss des Haushaltsausschusses vom vergangenen April auf, der das Projekt wegen einer Kostensteigerung von 10 auf 15 Millionen Euro gestoppt hatte.

          Seit bald zwei Jahren baureif

          Die Entscheidung damals sei „richtig und wichtig“ gewesen, sagte die SPD-Abgeordnete Hiltrud Lotze. Die folgende Debatte habe gezeigt, worum es wirklich gehe – den Mut der Ostdeutschen zur Überwindung der SED-Diktatur zu würdigen. Der CDU-Abgeordnete Marco Wanderwitz sagte: „Das Freiheits- und Einheitsdenkmal darf und wird nicht an der Finanzierung scheitern. Wir wollen bauen.“

          Geplant ist nach dem bisherigen Verfahren eine große begehbare Waage vor dem Berliner Schloss. Unter dem Motto „Bürger in Bewegung“ soll sie an die Friedliche Revolution in der DDR 1989 und die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern.

          Die Wettbewerbssieger Milla & Partner aus Stuttgart reagierten erfreut auf die Entscheidung. „Nach einem Jahr der Ungewissheit sind wir froh, das vor sieben Jahren begonnene und seit bald zwei Jahren baureife Werk nun umsetzen zu können“, erklärten Geschäftsführer Johannes Milla und Architekt Sebastian Letz.

          Kritik am geplanten Standort

          Der Bundestag forderte in der Entscheidung vom Freitag, die Plenarbeschlüsse zur Errichtung des Denkmals aus den Jahren 2007 und 2008 „konsequent“ umzusetzen. Die ursprünglich bewilligten Mittel von zehn Millionen Euro sollten gegebenenfalls aufgestockt werden, hieß es.

          Die Linken kritisierten besonders den geplanten Standort auf dem Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals vor dem Berliner Schloss. Das Vorhaben habe kaum Akzeptanz in der Öffentlichkeit, sagte die Linken-Abgeordnete Sigrid Hubach.

          Weitere Themen

          Zwei Mann in einem Boot

          Seehofer und Maaßen : Zwei Mann in einem Boot

          Am Ende einer turbulenten Woche hängt die Koalition am Schicksal eines Beamten. Horst Seehofer hat sich weit vorgewagt. Findet er noch den Weg zurück? Eine Chronologie der Ereignisse

          Topmeldungen

          Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles

          Große Koalition : Über Maaßens Beförderung wird neu verhandelt

          Die Koalition kommt wegen der Beförderung von Verfassungsschutzpräsident Maaßen nicht zur Ruhe. SPD-Chefin Nahles will den Deal neu verhandeln – und einen „Irrtum“ aus der Welt schaffen. Merkel und Seehofer stimmen Gesprächen zu.

          Immobilien : Was der Wohngipfel gebracht hat

          Viele Deutsche können sich das Wohnen in Großstädten nicht mehr leisten. Leider überzeugt nur bedingt, was die Koalition nun vorgelegt hat. Ein Kommentar.
          So ähnlich dürfte es am Sonntag aussehen: Merkel in dieser Woche bei einem Treffen mit Daimler-Chef Dieter Zetsche.

          Diesel-Nachrüstungen : Merkel trifft sich am Sonntag mit Autobossen

          Der Streit um Diesel-Nachrüstungen nähert sich offenbar seinem Ende: Am Sonntag will sich die Kanzlerin mit den Konzernchefs der Autoindustrie treffen. Eine Lösung soll in der kommenden Woche stehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.