Home
http://www.faz.net/-gsf-75owj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Sachbücher des Jahres

Antisemitismus-Vorwurf gegen Augstein Broder entschuldigt sich

Henryk Broder bedauert seinen Vergleich des „Freitag“-Herausgebers Jakob Augstein mit dem Herausgeber des nationalsozialistischen Hetzblatts „Der Stürmer“, Julius Streicher: „Das war vollends daneben.“

© dpa Vergrößern „Das war vollends daneben“: Henryk Broder entschuldigt sich

Der Publizist Henryk M. Broder hat sich für „Dramatisierungen“ in seiner Auseinandersetzung mit dem Journalisten und Verleger Jakob Augstein entschuldigt. In einem Beitrag, der bei „Welt online“ veröffentlicht wurde, nimmt Broder den Vergleich Augsteins mit dem nationalsozialistischen Politiker Julius Streicher zurück. „Das war vollends daneben“, schreibt Broder.

„Jakob Augstein ist weder ein kleiner noch ein großer Streicher, er verlegt nicht den ’Stürmer’, sondern den ’Freitag’, er ist verantwortlich für das, was er heute macht, und nicht für das, was er in einem anderen Leben möglicherweise gemacht oder nicht gemacht hätte.“ Er habe solche Dramatisierungen bei anderen immer kritisiert, schreibt Broder. „Und nun bin ich in dieselbe Falle getappt. Dafür entschuldige ich mich. Und nur dafür.“

Broder hatte Augstein als „kleinen Streicher von nebenan“ bezeichnet, „der nur Dank der Gnade der späten Geburt um die Gelegenheit gekommen ist, im Reichssicherheitshauptamt Karriere zu machen“. Das amerikanische Simon-Wiesenthal-Zentrum hatte Augstein auch unter Hinweis auf Äußerungen Broders auf ihre Liste der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt gesetzt. Inzwischen hat auch das Zentrum diesen Vorwurf differenziert.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Verschwörungsjournalismus Ist halt so, ist die Wahrheit!

In Deutschland formiert sich eine Gruppe von Menschen, die überall Lügen sehen. Sie hassen den Westen, misstrauen der Presse, und den Politikern sowieso. Und sie lieben Putin. Wer sind sie? Mehr Von Anna Prizkau

09.12.2014, 11:35 Uhr | Feuilleton
Berlin Edathy entschuldigt sich

Edathy äußerte sich am Donnerstag zu der Kinderpornografie-Affäre. Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit wies er zurück. Mehr

18.12.2014, 14:55 Uhr | Politik
Rat der Religionen Jüdisch-muslimischer Konflikt teilweise beigelegt

Im Sommer verließ die Jüdische Gemeinde Frankfurt den Rat der Religionen, weil sich Mitglieder antisemitisch geäußert hätten. Nun scheinen Teile des Konflikts entschärft. Trotzdem habe der Rat noch Hausaufgaben. Mehr Von Stefan Toepfer, Frankfurt

12.12.2014, 06:09 Uhr | Rhein-Main
Sind Sie Nerd genug?

Das digitale Zeitalter ist vollends gestartet. Das britische Office of Communications hat gerade getestet, ob die Engländer bereit dafür sind. Wir haben die Fragen aufgegriffen und stellen sie Ihnen. Mehr

08.08.2014, 16:20 Uhr | Wirtschaft
Machtkampf beim Spiegel Die Nachricht ist das Nachrichtenmagazin

Beim Spiegel ist was los: Der Chefredakteur und der Geschäftsführer sind bald weg. Doch es geht nicht bloß um die beiden. Wenn sich die Mannschaft nicht zusammenreißt, droht dem Magazin die Existenzkrise. Mehr Von Michael Hanfeld

06.12.2014, 13:08 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.01.2013, 11:30 Uhr

German, please

Von Michael Hanfeld

Wird die Deutsche Welle bald ausschließlich auf Englisch senden? Alle schütteln den Kopf. Peter Limbourg gibt genügend Grund für viele Fragen - aber auch für eine Antwort: Die Deutsche Welle spricht die Sprache des Geldes. Mehr 4