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Fund zum Reformationsjubiläum : Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthers entdeckt

  • Aktualisiert am

Zum Reformationsjubiläum: Schautafel mit dem Bildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora auf dem Gendarmenmarkt in Berlin.. Bild: dpa

Der Ablasshandel war Martin Luther ein Graus. In seinen 95 Thesen übte er massive Kritik an der Praxis der Kirche. Doch jetzt hat eine Forscherin einen Ablassbrief gefunden. Er lautet auf den Namen des Reformators.

          In der spanischen Nationalbibliothek ist ein Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthers aufgetaucht. Die Direktorin des Weserrenaissance-Museums in Lemgo, Vera Lüpkes, entdeckte das Schriftstück in Madrid bei Recherchen für eine Ausstellung, wie sie dem Kölner „Domradio“ sagte. Luther, der später den Ablasshandel der Kirche erbittert bekämpfte, hatte den Brief als Mönch im Erfurter Augustinerkloster gekauft. Dort hatte der berühmte Ablassprediger Johann Tetzel (1465 bis 1519) 1508 gepredigt. Seine Ansprachen stellten später den Anlass für Luthers 95 Thesen („Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum“) dar, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 veröffentlichte.

          Auf der 1631 erstellten Abschrift des Ablassbriefs sei Luthers Geburtsname „Martin Luder“ gemeinsam mit den Namen vieler Mitbrüder verzeichnet, sagt Vera Lüpkes: „Der Papst hatte nämlich angeordnet, dass für Klöster nicht mehr einzelne Ablassbriefe geschrieben werden sollten, sondern einer für das gesamte Kloster.“

          Luther sei „ein Kind seiner Zeit“ und in der vorreformatorischen Kirche sehr verwurzelt gewesen, sagt die Wissenschaftlerin. Vera Lüpkes hatte nach Tetzels Ablassbrief für die Ausstellung „Mach’s Maul auf! – Reformation im Weserraum“ gesucht, die noch bis zum 7. Januar im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo zu sehen ist. „Nein, wir konnten den Brief nicht ausleihen“, sagt sie. Stattdessen habe man den Ablassbrief als Kopie in den Katalog zur Ausstellung aufgenommen.

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