15.09.2010 · Zwischen internen Bewertungen und öffentlichen Stellungnahmen zur Rolle des Bundespräsidenten im Fall Sarrazin herrschte am Mittwoch eine Kluft. Intern hieß es, im Falle des Falles hätte Wulff die Befugnisse über Gebühr ausgelegt. Offiziell wurden keine Bewertungen abgegeben.
Von Günter Bannas, BerlinRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
am falschen Platz!
Wulff hat doch noch gar nicht verstanden, dass er nicht mehr Tagespolitik machen und auch nicht länger Merkels Sprachrohr sein kann!
Nein, das ist kein Bundespräsident, das ist ein Politiker, der dieses Amt für seine und Regierungszwecke missbraucht!
Noch nicht einmal 100 Tage im Amt und schon abgebrannt?
Der zehnte Bundespräsident seit Bestehen der Bundesrepublik hat schon vor Ablauf einer 100-Tage-Frist eine denkbar schlechte Kostprobe seiner Amtstätigkeit abgegeben und er hat noch mindestens 19 Jahre Amtszeit vor sich, wenn eine Pensionierung mit (dann) 70 vorausgesetzt wird. Die Sarrazin-Affäre wird ihm sicherlich noch lange anhaften. Bleibt zu hoffen, dass er die langen Jahre durchhält und mehr Stehvermögen zeigt, als sein Vorgänger. Ansonsten haben wir als Steuerzahler noch einen weiteren jungen "Alt-Bundespräsidenten" durchzufüttern.
Winfried Frenzle
@Wulff muß gar nichts! Kapiert?
In der Sache halte ich das aus juristischer Sicht für schwierig. Es träfe der Sachverhalt der Verleumdung zu, wenn der noch amtierende BP, Hr. Wuff, mich widerlegen könnte. (rechtlich muß er (!) die Wahrheit darlegen: die Beweispflicht liegt bei ihm.). Also: unter Berufung auf die glaubwürdig bezeugten und dokumentierten Berichte der FAZ.net nenne ich Hr. Wulff einen Lügner. Der kann mich nun anzeigen, aber was hat er in der Hand? Deshalb ist die Personalie Wulff, der bezeugte Lügner, (beachten Sie, wie das dann verwendet, multipliziert und persistiert werden kann) mehr als nur "leicht Ruf-geschädigt". Ich kann diesen BP offen einen dokumentierten Lügner nennen - und das ist ein Skandal. Sehen Sie, deshalb ist die Sache aus meiner Sicht richtig brisant. Der Rücktritt wäre zudem sachlich auch dadurch gerechtfertigt, weil er das Buch gar nicht vor seiner Veröffentlichung hat lesen können. Eine fertige Beurteilung ohne Primärgrundlagen ? Das ist im Amt des BP genau das, was unangemessen ist. Eine unangemessene Besetzung mit einem Lügner: das ist eben nicht "... gar nichts! Kapiert?", denn worauf hat derselbe einen "Eid geschworen"? Also das ist schon heftig, was da abläuft. Keine Zeile zu wenig, was die FAZnet 'rüberbringt.
Wulff muss gar nichts! Kapiert?
Wulff muß zurücktreten - aber schnell! [<10]
Simone Hartmann (gedenke_der_zensur)
Wulff muß zurücktreten - aber schnell!
Wenn Wulff und das Bundespräsidialamt sich damit herausreden, sie hätten zwischen Bundesbank und Herrn Sarrazin "nur den Mediator gegeben" - was an sich schon ein Ding der Unmöglichkeit ist (schließlich hat sich ein Bundespräsident aus Angelegenheiten der Bundesbank herauszuhalten), und sich jetzt schon, nach einer Woche herausstellt, daß der Bundespräsident und das Bundespräsidialamt gelogen haben, dann gibt es nur einen Weg:
.
Herr Wulff, treten Sie zurück!
.
Beschädigen Sie das Amt des Bundespräsidenten nicht weiter!
Beim Himmel! Es ist Schmach, solch Unrecht dulden
So haben also die herrschenden Parteischmeichler den mutigen Bundesbankvorstand, der es wagte die Wahrheit auszusprechen, gestürzt und mit ihm viele aufrechte Menschen in dem gesunkenen Land. Der Staat ist nicht mehr er selbst, verführt von den Apologeten des Mohammedanismus; und was diese bloß aus Haß angeben wider einen von uns allen, das setzt der Staat strenge gegen uns und unser Leben, Kinder, Erben durch. Das Volk hat er geschatzt mit schweren Steuern, und abgewandt ihr Herz; neue Pressungen ersinnt man täglich, als offne Briefe, Darlehn und ich weiß nicht was; und was, um Gottes Willen, wird daraus? Der Krieg verzehrte es nicht, er führte keinen, er gab ja durch Verträge schmählich auf, was seine Ahnen mit dem Schwert erworben. Er braucht im Frieden mehr, als sie im Krieg. Die Banken haben das Land in Pacht. Der Staat ist zum Bankrottierer worden. Verrufenheit und Abfall hängen über ihm. Doch wir hören dieses Wetter pfeifen und suchen keinen Schutz, ihm zu entgehn; wir sehn den Wind hart in die Segel drängen und streichen doch sie nicht, gehn sorglos unter. Nein, blickend aus des Todes hohlen Augen, erspähe ich Leben, doch ich darf nicht sagen, wie nah die Zeitung unsers Trostes ist.
Ja, ja die Unbeteiligten; erst Schaden abwenden wollen und dann anrichten.
Das waren doch die Protagonisten und Propagandisten der Gutmenschfraktion, die mit all ihrer Aufgeregtheit, die sie medial angezettelt haben nun nichts mehr zu tun haben wollen. "Brandmauer von Seibert" ist gut gesprochen; er weiß, dass seine Chefin uns Bürgern den Wulff ins präsidiale Nest gesetzt hat.
Und was heißt denn hier "Befugnisse über Gebühr auslegen". Wulff hat sich eingemischt und nachdem er gemerkt hat, dass die Causa Sarrazin nicht die stabile Plattform für eine Selbstdarstellung hergab, sondern sich als ein dünnes Eis erwieß, auf das man sich nur begibt, wenn die Schicht dick genug ist, war es zu spät.
Und nun sind die Medien voll davon.
Die Kluft zwischen interner Sichtweise und dem, was die Pressestellen der Regierung und des Präsidialamtes nach außen verkaufen wollen, ist bereits erkannt.
Peinlich genug mit zu erleben, was dem Bürger an sog. funktionierender Demokratie zugemutet wird.
CK
Wulff hat Charakterlosigkeit bewiesen - er sollte zurücktreten.
Das Mobbing gegen Sarrazin - dass von Gabriel und Merkel geplant wurde - hat Wulff durch seinen Druck auf die Bundesbank als ausführendes Organ der Kanzlerin unterstützt. Dies war moralisch widerlich und immerhin stehen 96% der Bürger hinter Sarrazin. Und die FAZ hat nachgewiesen, dass nichts in seinem Buch rassistisch ist und die Fakten dem Stand der modernen Wissenschaften entsprechen. Das Buch wurde natürlich nicht gelesen. Dass Wulff sich devot als Handlanger dieser Mobbing-Aktion Merkels und Gabriels zur Verfügung gestellt hat, ist einem Bundespräsidenten unwürdig, der ja qua Verfassung eine neutrale und vor allem dem Volke direkt verbundene Position behaupten sollte. Wulff ist schwach. Er ist dem Amt nicht gewachsen, was auch an der absoluten Fehlwahrnehmung der gesellschaftlichen Situation liegt. Damit ist er natürlich nicht allein - die gesamte politische Kaste leidet unter dieser Wahrnehmungsstörung. Das ist aber andererseits auch keine Entschuldigung. Ein Gauck hätte die Lage besser durchschaut und vermutlich Sarrazin auch verteidigt, dem ja - wie alle Bürger wissen - eine unglaubliche Ungerechtigkeit und Intrige von Seiten der gesamten Politik so wie dem grössten Teil unserer Tabu-Medien entgegen gehetzt wurde.