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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Der Fall Sarrazin Körperzellenrock

 ·  Was Thilo Sarrazin gesagt hat, ist also nicht „auszuhalten“, seine Beschreibung der Welt „unerträglich“? Das meinen jedenfalls die intellektuellen Lobbyisten und kriegen sich kaum noch ein vor bebender Empörung. Dabei zeigt ihr Meinungskrieg in Schleimsprache nur eins: Wie unreif das deutsche Verhältnis zur Freiheit ist.

Artikel Lesermeinungen (95)

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A. Schmitt

Hallo Frau Preuss.

Völlig D’acord mit den drei Debatten die sie am Schluß identifiziert haben.
Auch das, was sie im zweiten Beitrag als Meinung vertreten, dürfen sie durchaus tun. In einigen Teilen würden wir uns sogar inhaltlich näher kommen können, könnte ich mir vorstellen.
Herr Zastrow hat sich allerdings nirgendwo auf die Seite einer Meinung geschlagen. Auch nicht auf die Seite ihrer „Meinungsgegner“. Auch viele Foristen hier die Zastrow Recht geben, geben nicht unbedingt Sarrazin recht.
Zastrow geht es um das Verhältnis zur Freiheit und demokratische Werte am Beispiel Sarrazin und Steinbach. Nicht um Meinungen selbst. An einer Stelle, wenn sie aufmerksam lesen, widerspricht er sogar der These, dass das Leben zu 80% vorherbestimmt ist sehr deutlich. Genau wie Sie.
Ihr erster Kommentar las sich allerdings völlig anders als ihr zweiter. Auch ich empfand den ersten anmaßend. Ihr zweiter transportierte im wesetlichen Ihnhalte (wenn auch sehr wertend in meinen Augen) und schon versteht man sich besser. Auch wenn man die Inhalte nicht immer unbedingt zu 100% teilt.

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A. Schmitt

Sehr geehrter Herr Kekez.

Mit Ihren Zeilen kann ich etwas anfangen, kann darüber nachdenken. - trotzdem dass ich den Kommentar des Herrn Zastrow als eine innere Befreiung empfand, über Mißstände die mich wirklich seit Jahren wütend machen.
Gleich ob Jenninger, Walser, Sarrazin oder auch Eva Herrman. Mich macht es wütend, dass jemand der nicht Weltbilder im Sinne des Zeitgeistes vertritt oder nicht „übereindeutig ablehnende“ Äusserungen über den NS macht, sofort moralisch geächtet wird von den „seriösen“ Medien - Ganz unabhängig davon, ob ich solche Meinung teile oder nicht.
Sie haben sicherlich Recht, dass die Art und Weise wie sensibel sich jemand äußern sollte in direktem Zusammenhang mit der Position eines öffentlichen Menschen steht. Allerdings muß man auch konstatieren, dass nicht immer mit gleichem Maß gemessen wird und das ist das was mich schreckt in unsererm Gesellschaftsbild.
Unsere Gesellschaft hat einen Bezug zu „Konservativen“ Meinungen und einer Auseinandersetzung damit verloren. Viele „Konservative“ Meinungen sind nicht gut oder schlecht, sondern moralisch untragbar bzw. schlicht dumm. Das schaffte und schafft sehr gefährliche Ungleichgewichte in unserer Gesellschaft. Artikel wie die von Zastrow gehören zu den positiven Folgen hieraus.

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Jim Trompete

Liebe Frau Preuss

Liebe Frau Preuss,
vielen Dank für Ihre Erläuterung. Mir schien zunächst, dass Sie zu denen gehören, die es "schlicht unerträglich" finden, dass man Auffassungen wie die des Ex-Bundesbankers in der Integrationsdebatte vertreten könne und Sie deshalb so scharf auf die positiven Kommentare hier im Forum reagierten. Wenn ich Sie da missverstanden habe, nehme ich meine Polemik selbstverständlich zurück.
Obwohl ich einiges teile, was Sie vortragen, meine ich dagegen: die Sorge darüber, dass ein Klima der politischen Korrektheit die öffentliche Diskussionen effektiv behindert und einschränkt, sollte bei uns allen grösser sein, als die Sorge um die Form der Argumente.
Sarrazin kann man m.E. dankbar dafür sein, dass er ein in der Sache kontrovers zu verhandelndes Thema in die Öffentlichkeit gedrückt hat, - unabhängig davon, ob man seinen Argumenten vollumfänglich zustimmt oder nicht. Und Zastrow kann man dafür dankbar sein, dass er die Rhetorik der "Betroffenheit" wegätzen möchte, die als solche selten Argumenten häufiger jedoch Diskussionsverboten Vorschub leistet.
Mit freundlichen Grüssen
JT

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Ivo Kekez
Ivo Kekez (Kekez) - 15.09.2010 09:51 Uhr

Sehr geehrter Herr A.Schmitt Teil 2

Wenn nun die BW der Meinung ist, das er deshalb nicht mehr als Vorstand tragbar ist, ist dies ihr gutes Recht. Ebenso darf die SPD darüber entscheiden, ob Sie Herrn S noch für parteiwürdig betrachtet; auch ihr gutes Recht. Die Politik hats ihm gegeben, die Politik hats ihm genommen. Und damit hat Sarrazin rechnen müssen. Erst recht nach den Erfahrungen, die er im Oktober 2009 gemacht hat, als Weber Ihn zum Rücktritt aufgefordert hat.Ebenso kritisiere ich die Beispiele Steinbach und Jenninger.Wäre Frau Steinbach nach den Äußerungen am „Tag der Heimat“ kritisiert worden, hätte ich sie auch verteidigt, aber die erste Aussage war zu verallgemeinernd, und damit sehr unpassend für ein öffentliches Vorbild. Und Jenningers Rede ist das beste Beispiel wie man es nicht machen darf (Rhetorikkurse), wie Herr J selbst schon zugegeben hat. Wenn schon viele Abgeordnete damals seine Rede falsch interpretiert haben, wie ist es dann erst bei manchen Bürgern rechtsextremer Gesinnung? Meinungsäußerungen von Personen, die im Blickpunkt stehen, sind eben auch meinungsbildend, und ab dann muss man sich auch deutlich von Verallgemeinerungen verabschieden.Diese Abgrenzung von Herrn Zastrow vermisse ich, und daher kann ich persönlich wenig damit anfangen.

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Ivo Kekez
Ivo Kekez (Kekez) - 15.09.2010 09:46 Uhr

Sehr geehrter Herr A.Schmitt Teil 1

falls Sie nochmals meine Kommentare lesen, werden Sie entdecken können, dass ich keinesfalls Herrn Zastrow die Schuld für das Verhalten einiger Teilnehmer gebe. Sind Sie vielleicht dieser Meinung, weil ich einen Teil der Kommentatoren „Pro-Zastrow-Fraktion“ genannt habe? Nun ja, irgendwie musste ich Sie trennen.
Ich muss Herrn Zastrows Artikel nicht mögen, aber eher aus stilistischen Gründen und nicht aus inhaltlichen. Bei vielen seiner Aussagen stimme ich mit Ihm überein, bei einigen eben nicht. Aber dies war niemals Teil meiner Kommentare, sondern nur was einige Kommentatoren hier daraus gemacht haben. Und dies hatte wenig mit den inhaltlichen Absichten von Herrn Zastrow zu tun.
Warum ich trotzdem diesen Artikel nicht besonders mag, liegt an der Intention des Autors, plötzlich eine Kritik an der sogenannten „eingeschränkten Meinungsfreiheit“ eines Herrn Sarrazin zu formulieren. Sarrazin schaffte es tatsächlich während der Zeit als Vorstand der BW seine Meinung in Buchform zu verfassen und sie der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Da frage ich mich, welch Arbeitspensum bei dem Gehalt von Ihm verlangt wurde, wenn er gleichzeitig soviele für Ihr niedriges Arbeitsaufkommen kritisiert.

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gisbert heimes

Kann das Sarrazin-Gen wie ein Grippe-Virus grassieren?

Scheint jedenfalls so.
-
14. September 2010 08:47
Über die Tyrannei der öffentlichen Meinung [50]
Phillipp Walter (Weite1)
.
Merken Sie was, Herr Walter? Die öffentliche Meinung ist doch pro Sarrazin. Selbst die FAZ zeigt sich beeindruckt.

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Jim Trompete

@Hanka Preuss - Auch beleidigt?

Liebe Frau Preuss,
jetzt hören Sie sich beleidigt an! Das ist eine seltsame Reaktion auf einen Artikel, der doch gerade das Errichten von Tabu-Arealen mittels virtuellem Beleidigtseins kritisiert. Sie könnten dem ollen Zastrow doch mal demonstrieren, dass seine Thesen zumindest bei Ihnen völlig ins Leere laufen! Aber nein, Sie müssen jetzt noch laut aufheulen, um sinnfällig zu demonstrieren, dass Sie wirklich beleidigt sind. Aber der olle Zastrow lässt sich auch durch Ihre Kompetenz in diesen Dingen nicht aufhalten. Der kennt alle Nacktschnecken dieser Republik. Wäre doch gelacht, wenn ihm da eine entwischen würde!
Mehr Salz bitte, mehr Ätzendes!
Mit verbindlichen Grüssen
JT

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Martin Tielke
Martin Tielke (Tielke) - 14.09.2010 20:12 Uhr

"Körperzellenrock" von Volker Zastrow in der FAS vom 12.9.

Ich möchte Ihnen sagen, wie begeistert ich bin vom Kommentar Volker Zastrows in der Sarrazin-Affäre!
Sie sollten den Text zum Einrahmen auf Büttenpapier drucken und an unsere führenden Politiker und Meinungsbewirtschafter schicken.
M. Tielke

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ecofin (ecofin) - 14.09.2010 19:34 Uhr

@Herr Peters, wenn es Ihnen wichtig ist,

dann erkläre ich hiermit, dass es nicht meine Absicht war, Herrn Sarrazins Äußerungen mit "Hochverrat" und "Majestätsbeleidigung" (gegen wen auch immer) zu assoziieren. Denn in der Tat genießt heute niemand mehr dieses Privileg, vor hundert Jahren aber schon. Eine Provokation ist immer eine Äußerung abseits der gesellschaftlichen Norm. Und selbst Herr Sarrazin hat unumwunden zugegeben, dass er provoziert hat! Vor hundert Jahren hätte sich vermutlich niemand über Hr. Sarrazins Äußerungen aufgeregt, wenn aber jemand ein Buch über die Inzucht in den europäischen Königshäusern geschrieben hätte, was meinen Sie, wäre passiert? Er wäre bestimmt mit einer höheren Pension in Rente gegangen, nicht wahr? Nein, Herr Sarrazin ist ein wahrer Held!

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Kurt Davids

Sie sind sehr mutig, Herr Zstrow !

Hallo Herr Zastrow -
unabhängig von der gut begründeten Wut, die Sie in Ihrem Artikel zum Ausdruck bringen habe ich höchsten Respekt vor dem Mut, so einen Text zu veröffentlichen, denn damit haben Sie für Ihre künftige pulizistische Arbeit "freiwillig" ein Stigma auf sich genommen. Für linksliberale Medien werden Sie künftig vermutlich niemals mehr schreiben dürfen und eine weitere "Karriere" unter den "Ersten Adressen" in anderen deutschen Leitmedien dürfte vorerst wenig Aussicht haben. Ich gehe davon aus, dass Sie das genau wissen und die Konseqenzen bewußt in Kauf nehmen. Dieser Gradlinigkeit allein gebührt höchste Anerkennung – die sich übrigens auch auf die F.A.Z. – Redaktion erstreckt, die hier ein wahrhaft aufklärerisches Signal setzt. Auch dieser Leserkommentar soll nichts weiter als ein klitzekleines Zeichen setzen: Herr Zastrow, Sie sind nicht allein !

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Nils v.d. Heyde
Nils v.d. Heyde (nvdh) - 14.09.2010 14:50 Uhr

Heiliger Zorn

muss Volker Zastrow befallen haben, als er diese herrlichen Formulierungen in die FAZ rückte.
Die 68er, die sich für ihre "Revolution" von dem Talaren-Muff ("Unter den Talaren Muff aus 1000 Jahren") angespornt sahen, starteten den "Marsch durch die Institutionen". Dort haben sie sich inzwischen längst fetsgeklebt. Und alles was ihnen nicht ins Weltbild passt wird als Verstoß gegen die Meinungsfreiheit denunziert.
Erzengel Gabriel führt die irdischen Heerscharen an, assistiert von einer ehemaligen FDJ- Propagandistin, die den Marsch durch die bundesdeutschen Institutionen erfolgreich absolviert hat, die Buchkritiken in Mikrofone stammelt, ohne das Verurteilte gelesen zu haben.
Denk ich an Deutschland über Tag, trifft mich der Schlag.

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A. Schmitt

Und noch einen weiteren Gedanken an Herrn Kekez.

Warum stoßen Sie sich so an einigen, wenigen Äußerungen im Forum, wie z.B. „Hauen Sie ab“?
Wir müssen gar nicht darüber streiten, dass dies ebenfalls intolerant und keine würdige Diskussionsführung ist, fehlender Respekt vor andersdenkenden. Warum aber hindert sie das daran, den eigentlichen Inhalt des Artikels zu würdigen und ihn zu beurteilen?
Auch das ist ein Vorwurf von Herrn Zastrow. Jeder versteht, was er verstanden haben möchte….. und nur weil Ihnen der Beitrag einiger Forenschreiber nicht passt, suchen sie die Schuld direkt bei Herrn Zastrow? Er hätte sie möglicherweise aufgestachelt?
Ich wage das Gegenteil zu behaupten. Wenn einer Zastrows Kommentar aufmerksam liest und darüber nachdenkt, wird er solche Kommentare, die Sie (zurecht) kritisieren, nicht mehr auf diese Weis schreiben.
Wir sind also einer Meiunng, wenn Sie feststellen dass es auch auf der Seite der Kommentarbefürworter falsche Propheten gibt.
Wir sind nicht einer Meinung, wenn Sie glauben dass Herr Zastrow eine unzulässige Kritik übt.

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A. Schmitt

Sehr geehrter Herr Kekez.

Das alles glaube ich Ihnen. Dass Sie den Artikel gelesen und verstanden haben. Ich erkenne an, dass hier das Forum mit dem ein oder anderen Kommentar in einer Art und Weise argumentiert, die ich nicht mittrage. Da sind wir einer Meinung – obwohl ich Herrn Zastrows Artikel sehr gut und notwendig finde. Ich sagte bereits an anderer Stelle, dass es Polemiker überall und zu jeder Meinung gibt. Daher macht nicht jeder schlecht oder unzulässig argumentierende Befürworter dieses Kommentars den Inhalt desselben falsch. Herr Zastrow kritisert in erster Linie den öffentlichen, sagen wir „offiziellen“ Umgang mit Meinungen. Nicht den Zustand von Leserforen.
Daher ist der eigentliche Punkt, dass sich selbst unter denen der Kritiker, von denen man es anderes erwarten könnte, keiner findet der bereit ist nicht gleich eine Art „Reichsacht“ über Ihn zu verhängen und die wichtigen Inhalte die er beschreibt zu reflektieren. Das ist genau das was Herr Zastrow kritisiert. Und genau das, was seinen Artikel so wichtig macht.

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A. Schmitt

Bravo @Clais von Mirsbach!

Genau Ihren Standpunkt wollte ich dem Forum noch hinzufügen und fand ihn von Ihnen bereits sehr treffend und präzise formuliert.
Herr Zastrow stimmt Herrn Sarrazin an keiner Stelle zu. Im Gegenteil, er bezeichnet Teile seiner Ausführung als „schroff“ und „schrecklich“. Auch bricht er an keiner Stelle eine Lanze für Frau Steinbach. Seine Kritik bezieht sich EINZIG UND ALLEINE auf den Umgang mit einer „schroffen und schrecklichen“ Meinung innerhalb einer „freiheitlichen Gesellschaft“. Trotzdem verfallen seine Kritiker sofort wieder in das reflexhafte „unerträglich“, „dumm“, unreflektiert, „eine Schande“, etc. – und geben ihm genau damit Recht.
Wenn eine Meinung, und sei es nur am Rande, „gesellschaflich geächtete“ Themen berührt, dann steht sie sofort in der Gefahr als moralisch verwerflich tabuisiert zu werden. Da macht es gar keinen Unterschied was die Meinung zu Thema eigentlich ist, denn es wird sofort verdammt und verteufelt. Was eigentlich gesagt wird interessiert keinen und jeder versteht ohnhin nur das was er verstehen möchte. Siehe auch den Hinweis auf Jenninger.
Das ist die Anklage des Hern Zastrow und die meisten, die ihn hier kritisieren und diffamieren geben ihm in ihrem Verhalten recht.

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Phillipp Walter
Phillipp Walter (Weite1) - 14.09.2010 10:47 Uhr

Über die Tyrannei der öffentlichen Meinung

"...; in den demokratischen Republiken geht die Tyrannei ganz anders zu Werk; der Machthaber sagt (...): Du hast die Freiheit nicht zu denken wie ich; Leben, Vermögen und alles bleibt dir erhalten; aber von dem Tage an bist du ein Fremder unter uns. Du wirst dein Bürgerrecht behalten, aber es wird dir nicht mehr nützen ... Du wirst weiter unter den Menschen wohnen, aber deine Rechte auf menschlichen Umgang verlieren.Wenn du dich einem unter deinesgleichen näherst, so wird er dich fliehen wie einen Aussätzigen; und selbst wer an deine Unschuld glaubt, wird dirch verlassen, sonst meidet man auch ihn." A. de Tocqueville, Über die Demokratie in Amerika, Bd. 1, aus dem Jahr 1835.
Für Tocqueville war der vorgenannte Machthaber die öffentliche Meinung. Seine Worte sind noch immer aktuell.

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Ivo Kekez
Ivo Kekez (Kekez) - 14.09.2010 09:31 Uhr

@Clais von Mirbach

Glauben Sie mir, wenn ich schreibe, das mir aufgefallen ist, das Herr Zastrow einen Artikel über freie Meinungsäußerung geschrieben hat? Ich glaube dies auch in den ersten beiden Sätzen erwähnt zu haben.Was ich dazu noch beschrieben habe, waren die Extreme der Pro-Zastrow Fraktion. Wenn sie die versch. Kommentare nochmals lesen, wird Ihnen sicherlich auffallen, das der Satz "Hauen Sie ab" nicht von mir stammt, sondern von einem Vertreter der freien "uneingeschränkten" Meinungsäußerung. Ebenso die versteckte Drohung an andere Politiker, falls Sarrazin was zustoßen sollte. Ist das die Verteidigung der Meinungsäußerung? Und sind Demonstrationen als Meinungsäußerungen plötzlich verboten, auch wenn sie unreif sind? Bezeichnen sie die Aussage von Herrn Sarrazin bezüglich des Judengens etwa als reif? Was ich von Sarrazins Thesen halte, tut hier nichts zur Sache, sondern ich verurteile die Art und Weise, wie mit Meinungen umgegangen wird, die nicht für „freie Meinungsäußerung über alles“ stimmen und hier rot gekennzeichnet wurden.
Und das bei Kommentaren über die freie Meinungsäußerung. Bezeichnen sie dies nicht als sehr widersprüchlich?
Darüberhinaus möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass sie meine Meinung dazu ertragen.

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Benno von Bormann

Worüber wundern wir uns?

Auch ich kommentiere erstmals, nämlich diesen außergewöhnlichen Beitrag in einer ansonsten tief gestürzten Zeitung. Heinrich Heine wird im Grab rotieren, beklagte er doch bereits zu seiner Zeit ein gesellschaftliches Phänomen, das wir heute in Perfektion erleben. Aufgrund eines negativen Selektionsprozesses - oder gehen Sie und ich in die Politik und machen es besser? - ist dieser Staat, ist diese Medienwelt im Würgegriff des Mittelmaßes, und dessen permanenter Ejakulation des Banalen. Ein Sarazin wird nicht wegen seiner Thesen gehaßt, die zu verstehen die meisten seiner Gegner intellektuell nicht in der Lage sind; dazu müßte man immerhin (s)ein Buch zu Ende lesen (können). Er hat vielmehr die furchtbarste aller Verfehlungen begangen; er hat als politischer Würdenträger in mehreren Ämtern Meßbares geleistet. Durch harte Arbeit! Was wir beobachten ist deshalb keine Auseinandersetzung um Thesen und Begriffe, es ist der Beißreflex, oder um im Bild zu bleiben die Schleimabsonderung einer Kaste (Frau Nahles als Paradebeispiel), die sich existentiell bedroht fühlt, da die Vita des Herrn Sarazin die Wähler auf die absurde Idee bringen könnte, Arbeit und Ergebnisse zu fordern wo Machtgewinn und Machterhalt bereits als Leistung gelten.

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Johann Horn
Johann Horn (Annaeus) - 14.09.2010 02:05 Uhr

Es ist traurig,

dass man sich genötigt fühlt, Volker Zastrow zuzustimmen. Wenn er doch nur Unrecht hätte! Wenn doch nur seine drastische Begrifflichkeit haltlos wäre! Aber leider, leider, es will so recht keine brauchbare Replik sich einfinden, womit er richtig ins Unrecht gesetzt werden könnte. Auch haben die hier geäußerten Gegenstimmen, beleidigt eher und beleidigend, keine große Durchschlagskraft. Es ist ein kleines Häuflein, das sich ihnen zugesellen mag. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die FAZ-Leser auch „nimmer des“ sind. Möglicher Weise hängt ihnen aber auch der Konformistenpart, den das herrschende p.c.-Lager vorschreibt, zum Halse heraus.

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gisbert heimes

Anfallssyndrom Meinungsfreiheit

Natürlich darf jeder nicht nur meinen, was er will. Er muß es auch sagen dürfen, ohne Wenn und Aber. Allerdings sollte er, besonders wenn es sich um eine gaaanz brisante Meinung handelt, ausdrücklich betonen, daß es sich lediglich um seine Meinung handelt. Sarrazin hätte also sagen sollen: nach meiner Meinung haben die Vertriebenen ein Vertriebenen-Gen. Dann war's das doch. So einen Meinungsbildner kann Deutschland sich jederzeit leisten, warum nicht als Bundesbankvorstand.

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Simone Hartmann

Dank an Volker Zastrow

Vielen Dank für diesen Lichtblick am heutigen Tage in dieser Republik.
.
Er sei nicht nur den GEZ-Medien wärmstens empfohlen.

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Jahrgang 1958, verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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