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Debatte Jürgen Habermas: Amerikas Autorität liegt in Trümmern

Jürgen Habermas hat den Krieg gegen den Irak als völkerrechtswidrigen Akt verurteilt. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt der Philosoph, Amerika habe die Rolle einer Garantiemacht des internationalen Rechts aufgegeben.

© AP/Heribert Proepper Vergrößern Jürgen Habermas

Jürgen Habermas hat den Krieg gegen den Irak als völkerrechtswidrigen Akt verurteilt. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt der Frankfurter Philosoph fest, die Vereinigten Staaten hätten die Rolle einer Garantiemacht des internationalen Rechts aufgegeben.

"Machen wir uns nichts vor: Die normative Autorität Amerikas liegt in Trümmern." Die "triumphale Freude", die Hans Magnus Enzensberger angesichts der Bilder vom Sturz der Standbilder Saddam Husseins bekundete, läßt Habermas zwar als moralisches Gefühl gelten, das ein Moment der Wahrheit enthalte. Er gibt aber zu bedenken, daß der Wert der Freiheit in Regeln der Selbstbindung Gestalt annimmt.

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Der Bush-Doktrin einseitiger Tyrannenbekämpfung, die auf eine Revolution der Weltordnung hinauslaufe, hält Habermas, der in Amerika hohes Ansehen genießt, die Einsicht des philosophischen Pragmatismus entgegen, daß Gerechtigkeit nicht exportiert werden kann, sondern im Streit der Parteien durch gegenseitige Perspektivenübernahme entsteht.

Den vollständigen Beitrag von Jürgen Habermas finden Sie im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Donnerstag, den 17. April 2003.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

 
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