11.12.2011 · Brüssel, Durban, Klima, Geld: Probleme werden auf Krisengipfeln breitgetreten, aber nicht gelöst. Wer den Ärger angerichtet hat, muss sich dort nicht stellen. Wie lange noch?
Von Nils MinkmarRichtlinien für Lesermeinungen
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Analysen massig, Lösungen keine!
In den letzten Monaten wird der FAZ-Leser mit einer Vielzahl, aus meiner
Sicht durchaus zutreffender Analysen und Ist-Standsbeschreibungen
konfrontiert, die eines gemeinsam haben:
Lösungen des Dilemmas werden nicht aufgezeigt!
Es wird Zeit die Diskussion aus der "Problemanalyse" hin zur
"Problemlösung" zu steuern.
So beauerlich es für konservativ denkende Menschen auch ist: wir
werden nicht umhin kommen in diesem Zusammenhang unser, nach bisheriger
Auffassung allein seligmachendes Gesellschaftssystem als gescheitert in
die Geschichte zu verbannen. Noch wäre dieser Prozess lenkbar, aber
nicht mehr lange. Ist ein Umbau des gesellschaftlichen Wertesystems
nicht von innen heraus machbar, erwartet uns ein nie gekannter globaler
Sturm in absehbarer Zeit. Wohlstand und Menschenrechte werden für
99% der Menschheit dann perdu sein.
Schwarzmalerei? Übertreibung? Na klar - es geht so weiter, wie in
den letzten 60 Jahren!
Eine brilliante Analyse im ersten Teil des Artikels, Herr Minkmar, nur
warum tappen Sie in die gleiche argumentative Falle, wenn es um den
Klimaschutz geht?
Selbstverständlich ist der Schutz der Umwelt
(über)lebenswichtig, aber wie mit einer schlicht unbewiesenen
Behauptung (der menschgemachte CO2-Anteil in der Atmosphäre
verursacht den Klimawandel) auf vielerlei Arten dem Bürger das Geld
aus der Tasche gezogen und umverteilt wird, während weltweit
täglich 22.000 Kinder verhungern, ist eine Affenschande und sollte
genauso deutlich angeprangert werden. Die Mechanismen sind nämlich
dieselben: Unwissenheit erhalten und durch gezielte Desinformation
ausbauen, Ängste schüren, vermeintliche (und natürlich
alternativlose!) Lösungen anbieten, und dann abkassieren.
Desinformation und Nebelkerzen...
Zitat: "Sie sollten sich dringend über den Sachstand
informieren "...
Nach dem Kopenhagengipfel habe ich genau das intensiv getan. Ergebnis:
es gibt keinerlei wissenschaftlichen Beweis für einen
menschgemachten (!) Anteil am (existenten) Klimawandel. Sie haben mehr
Informationen? Her damit!
-
Zitat: "...und die Verschwörung der Wissenschaftler
hinterfragen, denn diese existiert NICHT."
Habe ich auch nicht behauptet. Es ist eher ein grassierender
Opportunismus und Trittbrettfahrerei...
-
Zitat: "Der Klimawandel ist solide Wissenschaft und weist eindeutig
den Menschen und vor allem das CO2 aus fossilen Brennstoffen als Treiber
der momentanen nie dagewesenen Erhitzung der Atmosphäre nach."
-
Das, Herr Debus, ist Desinformation pur: Um den unstrittigen Klimawandel
gehts nicht, dass CO2 den treibt ist genauso unbewiesen wie die
Höhe des aus fossilen Brennstoffen bestehende CO2 Anteiles der
Atmosphäre, und die Atmosphäre war im Mittelalter deutlich
wärmer als heute.
@ debus
"Die Bevölkerung ist leider immer noch was Naturwissenschaft
angeht hemmungslos ungebildet und meist auch noch stolz drauf."
Da haben sie recht.
"Der Lebensinhalt des Menschen ist reduziert auf Auto, Arbeit,
Einkauf, Sport, Saufen."
Was sagt uns das? Klimaschützer sind Misanthropen. Es soll sogar
Menschen geben die gerne auf diesen Lebensinhalt "reduziert"
wären, anstatt von Systemfragern als Systemopfer instrumentalisiert
zu werden. Denn wie wusste schon Brecht: Nur wer im Wohlstand lebt, lebt
angenehm." (Zu seiner Zeit bekam er im Arbeiter u. Bauernparadies
schließlich noch Waren aus dem Westen).
Und Sie sind unbrilliant in die Falle der Skeptiker gegangen.
Zitat: "Die Mechanismen sind nämlich dieselben: Unwissenheit
erhalten und durch gezielte Desinformation ausbauen, Ängste
schüren, vermeintliche (und natürlich alternativlose!)
Lösungen anbieten, und dann abkassieren."
Genau das tun Sie gerade: desinformieren!
Sie sollten sich dringend über den Sachstand informieren und die
Verschwörung der Wissenschaftler hinterfragen, denn diese existiert NICHT.
Der Klimawandel ist solide Wissenschaft und weist eindeutig den Menschen
und vor allem das CO2 aus fossilen Brennstoffen als Treiber der
momentanen nie dagewesenen Erhitzung der Atmosphäre nach. Warum
denken immer alle nur mit dem Portemonnaie? Die Bevölkerung ist
leider immer noch was Naturwissenschaft angeht hemmungslos ungebildet
und meist auch noch stolz drauf. Kein Wunder das unser
Vormittagsfernsehen für Kinder mit der Sendung mit der Maus 1000x
besser ist als alles was Erwachsene geboten bekommen.
Der Lebensinhalt des Menschen ist reduziert auf Auto, Arbeit, Einkauf,
Sport, Saufen.
Seid Ihr wirklich so intelligent?
Falsch! Ungleichheit ist notwendig, um den Menschen einen Anreiz zum EIGENVERANTWORTLICHEN Handeln zu geben. Aber sie muss überwindbar sein. Und in Deutschland jedenfalls ist sie es - auch mit Hilfe des Staates. Das ist vollfunktionsfähige soziale Marktwirtschaft. Jetzt beginnen wieder die Gedankenspiele, ob die Kommandowirtschaft der Marktwirtschaft überlegen sei. Dabei hatten wir das doch schon und es war ein unmenschlicher Mißerfolg mit Millionen von Toten in China, SU, Kambodscha etc.. Kein Kommandeur, der uns sagen will was wir brauchen, ist gerecht und allwissend, denn er besitzt eben nur SEIN Wissen. Nehmt endlich an, Ihr Systemfragensteller, dass kein Mensch dem anderen gleicht, nicht die dieselben Fähigkeiten hat, nicht dieselben Bedürfnisse und Gefühle. Oder Ihr reduziert ihn auf einen Rumpfmenschen. Marktwirtschaft maßt sich nicht die Überheblichkeit an, mehr Wissen zu haben, als alle anderen und andere zu bevormunden. Wißt Ihr wirklich so viel mehr als alle anderen?
Antworten (8) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.12.2011 12:19 Uhr@ Dr. Jäger
Ich glaube, dass sie den Hauptkritikpunkt nicht verstanden haben. Herr Minkmar wäre mit einer funktionierenden sozialen Marktwirtschaft zufrieden. Nur genau die haben wir nicht mehr, da asoziale Führungseliten unsere Marktwirtschaft korrumpieren. Ich glaube hier möchte niemand eine Planwirtschaft oder ähnliches, wirklich nicht.
Was für eine Intelligenz?
Auch die Mitglieder des Politbüros der KPdSU waren intelligent genug, sich einen Platz in dieser Institution zu verschaffen.
Ach ja...
...die Gesellschaft, das System ist schuld, nie der Einzelne. Offensichtlich waren die Boys and Girls intelligent genug, um zu erkennen, dass es wichtige Institutionen gibt (genauso wie Parteien, Gewerkschaften, Betriebsräte, NGOs) und sich dort - aus eigenem Antrieb - einen Platz zu verschaffen - Sie nicht? Gott, erhalte mir meine Ausreden für meinen Mißerfolg und meinen Sozialneid.
Ja, offensichtlich...
...denn den Sozialstaat haben wir schon. Da gibts nichts mehr zu agitieren.
Intelligenz
Die city boys und city girls verdienen nicht deshalb so viel Geld, weil sie so intelligent sind, sondern weil sie an der richtigen Stelle im System sitzen. Die offenbar auch von Ihnen vertretene Anthropologie, die nur Einzelne und keine Institutionen kennt, ist alles andere als intelligent.
Wir Murmeltiere...
Und wie sind die 1 % dahin gekommen? Alle durch Korruption, Mord, Totschlag? Ein paar vielleicht (sicherlich darunter auch gerechte, allwissende Ex-Politiker, Solargurus etc.) - aber alle? Keiner durch eigene Leistung, Antrieb, selbsterworbene Fähigheiten und individuelles Wissen? Diese Sichtweise nennt sich Sozialneid. Aber der ist ok - machen wir was draus! Lassen Sie uns versuchen, zu den 1 % zu gehören. Wer zahlt den Hauptteil der Steuern und Abgaben, die den "Armen" in Deutschland (die übrigens nicht mit den wirklich Armen in vielen anderen Ländern zu vergleichen sind)? Diejenigen, die versuchen, mit ihrem Fleiß und ihrer Leistung versuchen, zu den ersten 1 % zu gehören (Die ersten 25 % der Verdiener erbringen 76,5 % des Steueraufkommens, die ersten 5 % zahlen 42 % des Einkommenssteueraufkommens). Nur die Lamentierer und Systemveränderer leisten nichts, außer für sich selbst. Sie vergessen, dass Vermögen jeden Tag neu erwirtschaftet werden muss, sonst zerfällt es.
Also ich bin ziemlich dumm
Mir hat der liebe Gott nicht so viel Intelligenz mitgegeben, gerade
deswegen agitiere ich hier für den Sozialstaat -- damit auch Leute,
die so dumm und faul und initiativlos sind wie ich, irgendwie
überleben können.
Soviel Egoismus nehme ich mir dann schon heraus.
Und täglich grüßt das Murmeltier
70% der Bevölkerung besitzt in Deutschland 9% der Vermögenswerte (Quelle DIW). 1% besitzt ca. 40% und den Rest nennen wir wohl Bürgertum. Wer das gerecht findet, gehört mit Sicherheit nicht zu den 70% (mehr als 2/3) oder bevorzugt die Armut.
Da sitzen jährlich tausende Menschen zusammen, der grösste Teil von ihnen weder mit demokratischer Legimation, noch irgendeiner Entscheidungsbefugnis, und haben zunächst einmal Probleme miteinander. Diese Probleme löst man insofern, dass nach geraumer Zeit ein Kommunique verabschiedet wird, dessen wichtigster Inhalt besagt, dass man sich im nächsten Jahr mit anderem Personal wiedertreffen wird. Da sind also eine Menge Probleme gelöst worden, nur die Beobachter, die weder Beobachter erster noch zweiter Ordnung sind, sondern sich als Supervisoren verstehen, haben nun ein Problem. Man stelle sich nur die Ergebnisse einer Radaktionskonferenz oder eine Greenpeace und attac Sitzung mit 500 stimmberechtigten Teilnehmern vor. Wer hat den Ärger angerichtet? Die "Supervisoren", die lieber im kleinen Kreis tagen, bevorzugt auf zwei bis drei Stühlen, sind gleichzeitig die Troublemaker und wahlentscheidende Meinungsmacher, vor denen Politiker und Banken einknicken.
Dem Artikel fehlt leider die Logik
Als Ursache aller Krisen die "Finanzindustrie" hinzustellen, entbehrt leider jeder Logik. Natürlich ist es leichtfertig und schwachsinnig, alle Schuldner mit AAA zu bewerten, bis es kracht. Aber zum Schuldenmachen gehören immer zwei, einer der leichtfertig Geld verleiht, (um damit weiteres zu verdienen) und einer, der es sich leiht, um damit, wenn es auf Dauer geschieht, über seine Verhältnisse zu leben. Wer jetzt sagt, die armen Studenten, Arbeitslosen etc. müssen Sparprogramme ertragen, verkennt doch, dass es nie einen anderen Zustand als stärkere Sparsamkeit gegeben hätte, wenn sich die Regierungen nicht ständig Geld von der willigen Finanzindustrie geliehen hätten. (P.S. meine Tochter ist Studentin, bekommt vom Staat 0,nichts und muss auch noch Studiengebühren bezahlen, d. h. meine Frau und ich müssen es bezahlen) Und das Beispiel Deutschland zeigt doch, dass es auch ohne Katastrophenverschuldung geht und trotzdem ein sehr hoher Lebensstandard möglich ist.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.12.2011 12:50 UhrLogik ?
Haben Sie sich die Frage gestellt, zu welchem Zweck sich Regierungen
Geld leihen? Wofür wird das Geld ausgegeben? Ich erwarte als
Antwort selbstverständlich: " Die Schulden haben wir den
ganzen überbordenden Sozialleistungen zu verdanken, die der
quasisozialistische Staat in Gutmenschenmanier unter Missachtung der
Forderung nach Eigeninitiative so generös an die Schmarotzer
verschenkt". Platt und völlig ahnungslos wäre eine solche
Antwort.
Deutschland hat schon Katastrophenverschuldung. Rechnen Sie mal!
Schulden des öffentlichen Hauhalts sind in Wirklichkeit:
1.) Subventionen und Rettungsaktionen (Stichwort: systemrelevante Banken)
2.) Steuergeschenke (Stichwort: Einkommensteuer, Vermögensteuer
und Abgeltungssteuer)
3.) öffentliche Aufträge für Prestigeobjekte
Hierzu einfach mal die Statistiken der letzten 20 Jahre sichten und den
angeblich so rasant anwachsenden Sozialhaushalt anschauen.
Was wollen Sie uns eigentlich damit sagen, dass Ihre Tochter nicht
staatlich unterstützt wird?
Und von wem leiht sich die Finanzindustrie denn das Geld?
"es [hätte] nie einen anderen Zustand als stärkere
Sparsamkeit gegeben..., wenn sich die Regierungen nicht ständig
Geld von der willigen Finanzindustrie geliehen hätten."
.
Das klingt logisch, übersieht aber wiederum folgendes: Die
Finanzindustrie verlieht dem Staat (genauer: den öffentlichen
Haushalten) ihrerseits v.a. zu hohen Zinsen das Geld, dass sie sich
selber kurz davor zu niedrigen Zinsen von genau demselben Staat
(genauer: der Bundesbank der BZB) geliehen hat. Es ist ja keineswegs so,
das die Banken an den Staat das Geld weiterverliehen, das die
Kleinsparer auf ihre Sparkonten einzahlen. Das sind bestenfalls "peanuts".
.
Dieses System hat sich seit circa 15 Jahren verselbständigt, als
erst in den USA und dann auch in Europa die Leitzinsen ständig
gesenkt und ausserdem alle Hürden für internationale
Finanztransaktionen abgebaut wurden.
.
"Die Schuld der Politik" besteht darin, dass sie dieses System
allzulange gefördert hat. Und nicht etwa in ausufernden Sozialmaßnahmen.
Die Systemfrage richtig gestellt.
Vielen Dank für diesen Artikel. Endlich schreibt mal jemand Tacheles!
Ja, wir brauchen einen Systemwechsel - allerdings nicht nur des Finanzsystems!
Wir sollten hinterfragen, ob die Grundannahmen unserer (sozialen)
Marktwirtschaft noch aufrecht zu erhalten sind. Die Theorie besagt, dass
die Gier des Einzelnen mittels der "unsichtbaren Hand des
Marktes" zum Wohle aller führt. Dieser Mythos ist Grundlage
des gesamten wirtschaftlichen Verständnisses der letzten
Jahrhunderte. Aber stimmt dieser Mythos auch?
Es wäre schon eine tolle Hand, die es ermöglichen würde,
Gier zu sähen und Gemeinwohl zu ernten. Dem ist jedoch nicht so.
Wer Gier sät erntet Gier. Unsere Gier als Produzenten und
Konsumenten ist mittlerweile so gesellschaftlich verankert, dass sie uns
gar nicht mehr auffällt.
Die Kehrseiten dieser Gier sind jedoch global nicht mehr tragbar:
Umweltzerstörung, drastische soziale Missverhältnisse und
psychische Erkrankungen als Folge dieser Gesellschaftsform sind nur
einige Beispiele.
In einer freiheitlichen Demokratie ist es Aufgabe der Buerger, der Bildung, der Medien halbwegs demokratische Verhaeltnisse zu bewahren. Die Buerger schlafen den Schlaf des guten Lebens, sie wissen nichts, oder wollen nichts wissen, von den Gefahren die uns umgeben. Die Bildung vermittelt nicht mehr die Erfahrungen vorheriger Generationen sie vermittelt nur noch die Schoenheit des erreichten Staatsgebildes D und der "ueberlebenswichtigen" EU. Und die Medien, vielleicht liegt es am Bildungsweg der Journalisten, sehen ihre Rolle als staattragend an, statt die lobbyverseuchte Parteiendiktatur aufzumischen, eingefahrene Gleise der Bereicherung unserer Politelite zu entlarven. Die Buerger hinterfragen im Allgemeinen nichts mehr, sie akzeptieren die Wahlen als Wahl und als demokratisch, weil es ihre Eltern taten? Man weiss es nicht, denn wie kann man sich sonst 85 % Zustimmung (Sonntagsfrage) zur Einheitspartei denken. Entweder ist das Volk total verbloedet oder es ist froh dass es so ist.
Ja also klar, die Banken, die sind schuldig. Z.B. die ... äh ... ja also diese Bank ... wie hieß
die doch gleich noch mal?
Ja, Herr Minkmar, die Frage ist ernst gemeint. Welche Banken haben
Deutschland ausgeschlachtet?
Die Namen bitte!
Cityboy?
Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie selbst Cityboy sind (oder
waren)? Dann beantworten Sie sich Ihre Frage doch allein! Ansonsten war
nicht nur von Banken sondern vor allem von der Finanzindustrie die Rede,
in der Banken lediglich die nach außen sichtbaren
"Leuchttürme" sind.
Schon vergessen? Alzheimer?
Vor ca. 2 Jahren ließen die Entscheider (+FED) in den USA "Lehmann Brothers" pleite gehen (während sie sich + andere retteten). Sie wußten, dass sie damit den größten Teil des produzierten Finanzgiftmülls bei ausländischen, vor allem europäischen Investoren entsorgen würden. Im Zuge dessen mußten in Deutschland mehrere Landesbanken, zuzügl. der HRE und anderer mit Milliardensummen vom Steuerzahler gerettet werden. Ein paar Monate später sahen wir die Chefs von Goldman Sachs vor dem amerikanischen Kongress unter Eid aussagen: "ja, auch wir haben Schrott verkauft und gleichzeitig darauf spekuliert, dass der Laden zusammenbricht, aber das ist legal." Goldmann beriet die Griechen beim Eintritt in die EU, Goldmann souffliert den Italienern bei der Überwindung ihrer Krise(?), Goldmann sitzt, mit der Mitgliedschaft in der FED und ihrem ehemaligen Mitarbeiter Draghi in der EZB an den Schalthebeln der Macht. Jetzt haben Sie einen Namen. Andere folgen - lesen sie die unabhängige Presse!
Was sich unterm Feudalismus ändern wird
Der Feudalismus kommt und das ist auch gut so. Denn Feudalherren
können sich nicht verstecken. Sie fahren sonntags sechsspännig
zur Kathedrale, ein Dutzend livrierter Lobbyisten läuft ihnen
voraus. Sie tragen gepuderte Perücken und haben einen Degen
umgebunden.
Sie leben mitten unter ihren Untertanen und lassen sich mit "Euer
Systemrelevanz" anreden.
Ihr grosses Vermögen macht das Sozial- und Bildungssystem
überflüssig, denn auf ihren Latifundien, Schlössern und
Parks finden auch Geringqualifizierte einen Job als Gärtner,
Stallbursche, Stiefelputzer.
Und natürlich sind sie -- die Fürsten im neubegründeten
Heiligen Römischen Reich der Europäischen Nationen -- von
jeder Steuerzahlung befreit.
Dass wir das noch erleben durften!
gehört definitiv auf jede Titelseite und der Tenor rund um die Uhr in den Rundfunkmedien übertragen. Das System wird zusammenbrechen, nur ist die Frage "noch" offen ob wir es danach besser machen.
evolutionsprozess-logische Umsteuerungslösung /Systemlösung ist erkannt
Die evolutionsprozess-theoretischr und -projektierte Antwort auf die
Systemfrage ist längst - auf geistiger Ebene - mit den Inhalten des
EPIKUR-Projekt beantwortet. Dieser Erkenntnisstand wartet ante porta
der Medienmauer darauf, in die Diskussion gelassen zu werden.
Sie ist machtpolitisch mehrfach
1. national-durch-Blockade
2. international-durch-eine-Geheimimplementierung
erfolgreich getestet.
Die deutschen Partei- und Industriespitzen zittern vor dem Tag, an dem
die Medienmauer sich öffnet.
Ich bin ja der erste, der dafür ist, endlich wieder Marktwirtschaft
in unser System einkehren zu lassen, und die unsäglichen
staatlichen Interventionen zugunsten der Bonuszahlungen von
Investmentbankern (sog. Eurorettung) zu unterlassen.
Dass endlich mal jemand an das Mitverschulden der Rating-Agenturen an
dem jetzigen Debakel erinnert, ist auch überfällig.
Trotzdem noch ein Wort - nicht nur die Finanzbranche, sondern auch die
Politik hat Schuld an der jetzigen Situation. Was wurde denn als
AAA-Produkt verpackt? Faule US-amerikanische Immobilienkredite, die auf
einer unsäglichen Förderpolitik der US-Regierung für
zweifelhafte Immobilienkäufer beruhten. Dazu kommt, dass die
Staatsschulden ja nun nicht von den Finanzinstituten zu verantworten
sind, sondern von den Regierungen, die ihren Bürgern keine
Einschnitte zumuten wollten.
Richtig gelesen?
Hätten Sie den Artikel korrekt gelesen, würden Sie erkennen,
dass nach Auffassung des Autors, zugespitzt formuliert, zwischen Politik
und Finanzindustrie nicht unterschieden werden kann. Sie sind demnach im
Prinzip identisch.
Ich für meine Person stimme mit dem Autor in dieser Frage
vollständig überein. Redet man von "Finanzindustrie"
ist automatisch auch "Politik" gemeint.
Wenn Sie "Marktwirtschaft" sagen, vermute ich, dass Sie einem
Idealbild anhängen, dass möglicherweise in einer kleinen
abgeschiedenen Region mit unterentwickelten technischen Standards noch
funktioniert. Eine solche "Marktwirtschaft" hat es im
nationalen (schon gar im internatiopnalen) Maßstab nie nicht
niemals gegeben und wird es auch nie geben. Eine echte
"Marktwirtschaft" ist eine genauso kruse Idee, wie eine
kommunistische Gesellschaft. Aber träumen Sie ruhig weiter! Das
muss ja noch erlaubt sein.
A propos Subprimes und Schrottpapiere
Ist es nicht Europas EFSF, der jetzt Papiere unbekannter Herkunft bündelt und als "garantierte AAA-Bonds" zu vermarkten sucht? Also wenn das keine EU-Suprimes sind. Kein Wunder die Chinesen haben dankend auf den Ankauf verzichtet.
Den neben den Handlangern aus der Politik wichtigsten Verbündeten
des übermächtigen Bankenfeudalismus haben Sie vergessen: Die
Mainstream-Medien. Ohne ihre überaus wirksame Unterstützung
wäre eine derart drastische Ausplünderung unserer
Volkswirtschaften und Öffentlichen Hände durch die
Finanzindustrie keinesfalls möglich.
Selbst Hartgesottene, die die Hintergründe des US-subprime-Geschäfts,
also den aufgeputschten Handel mit faulen Krediten zur
Geldschöpfung der Banken, bereits kannten, waren schockiert
über den leider nicht öffentlichen Film „Inside
Jobs“: Nämlich die Art, wie von großen
Vermögensbesitzern, Politikern und Ihren Beratern, eingekauften
Ratingagenturen und ökonomischer Havardprovinienz Versuche zur
Regelung der Finanzmärkte in USA systematisch boykottiert worden sind.
Und in Europa? Hierzulande haben sich zwei Sozialisten, Finanzminister
Steinbrück und sein Staatssekretär Asmussen mit Hilfe der von
Ihnen unmittelbar und mittelbar beherrschten öffentlichen Banken
(KfW-IKB; Landesbanken), an diesen Zug gehängt und den deutschen
Steuerzahler um große Summen geprellt ( im Volksmund
„Steinbrücks Lustgarten“ nach der
Geldschöpfungsszene im Faust)
Was soll man dazu noch sagen bzw. was heisst da noch politische
Verantwortung und wozu die ganzen Konferenzen? Überlassen wir uns
doch ganz den Märkten mit der unsichtbaren Hand.
leider nicht öffentlichen Film „Inside Jobs“
Der Dokumentarfilm „Inside Jobs“ kann meines Wissens normal bei z.B. Amazon oder iTunes erworben werden.
Denn die Sätze von Walter Eucken, nach der Apokalypse des liberalen Kapitalismus am Ende
des 2. Weltkrieges: "Die Lenkungsmethoden der „Freien Wirtschaft“ und der „Zentral-Verwaltungswirtschaft“ sind gescheitert. Das ist das wichtige Ergebnis der neuesten Wirtschaftsgeschichte. Beide Wirtschafsformen berühren sich im Übrigen auch in ihrem Aufbau sehr nahe. Der IG-Farben-Konzern oder die großen Kohlensyndikate haben sich ohne weiteres in die deutsche Zentralverwaltungswirtschaft des Krieges eingefügt, und zwischen amerikanischen Trusts und russischen zentralen Planstellen besteht nur ein kleiner Unterschied. "Kapitalismus" und "Sozialismus" bekämpfen sich in der Doktrin; de facto gehen sie in einander über. [...] sowie die Schlußfolgerung: „Wir müssen (also) nicht (nur) die Auswüchse der wirtschaftlichen Macht kontrollieren, sondern wirtschaftliche Macht selbst" sind in USA nie gehört und hier zu Lande schon 1957 dem Konkordat Abs - Adenauer geopfert worden und Politik war danach nur noch Verteilungspolitik, wie das BIP entstand, wollte niemand mehr wissen.
Diese Erkenntnis gehört auf jede Titelseite.
Die Auswirkungen eines medialen aufbauschens dieser Forderung
möchte ich mir garnicht vorstellen, oder doch?