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Dan Brown: „Sakrileg“ Rettung naht

16.09.2005 ·  Verlaß ist allein auf die Frau: Das wissen die Leser von Dan Brown.

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Mit dem „Da Vinci Code“ hat ein Rhetorik-Kanzler („Reden wir doch mal konkret“) schon seine liebe Not. Abstrakt denken, heißt die Parole. Da werden Verteufelung und Scheinheiligkeit vor den Augen von Dan Browns Lesern flugs umgedreht in Leonardos geheimnisvollste Schöpfung, in die Züge der Mona Lisa.

Mag hinter deren Rücken der Landschaftssegen noch so schiefhängen, alle Zeichen stehen auf Wechsel. Und der smarte Amerikaner Robert Langdon braucht europäische Frauen mit Möglichkeitssinn an seiner Seite. Er ist der ständig überforderte Mann, kein Wunder bei einem praktizierenden Paranoiker. Beten diese Frauen etwa für ihn? Sind sie Schöngeister? Nein, sie sind Naturwissenschaftlerinnen. Reden sie etwa lang herum? Nein, sie handeln.

Sprechend sind doch nur ihre Namen: Erst hat Vittoria den ohnehin schon ausgestorbenen „Illuminati“ heimgeleuchtet, eine Siegerin eben. Sophie, die Kluge, knackt die Codes im „Sakrileg“. So Dark The Con Of Man: Ein dunkles Kapitel ist der Betrug an der Menschheit - wahrhaftig. Doch ewig lockt das Weib, und sei es, weil es ein Auto mit Gangschaltung fahren kann. Verlaß ist allein auf die Frau. Das wissen die Leser von Dan Brown. Denn der klaustrophobische Akademiker braucht die ruhige weibliche Hand („Wir können es schaffen. Die Menschen werden mitgehen“). Wer sonst würde sich mit einem Professor aus Harvard abgeben, der, von fremden Mächten getrieben, dauernd außerhalb seines Metiers brillieren muß? Dem Manne einen rettenden Engel - Angela, hilf!

Quelle: rmg / F.A.Z., 17.09.2005, Nr. 217 / Seite 39
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