22.09.2005 · Der Marketing-Aufwand ist gewaltig. Am 14. Oktober erscheint gleichzeitig in siebenundzwanzig Ländern der neue „Asterix“-Band. Zeichner Uderzo stellte am Donnerstag schon mal Titel und Cover des Heftes vor.
Es bleibt ein Geheimnis. Bis am 14. Oktober das 33. Abenteuer von Asterix und Obelix zeitgleich in 27 Ländern in die Verkaufsregale kommt, soll den treuen Fans der Gallier die Spannung erhalten bleiben. Denn was in „Gallien in Gefahr“ passiert, wollte Autor Albert Uderzo am Donnerstag in Brüssel nicht verraten.
Zwar war die internationale Presse zur Vorstellung des neuen Werks geladen. Doch mehr als das Titelblatt gab es von dem neuen Band nicht zu sehen, der mit einer stolzen Startauflage von gleich acht Millionen Stück in den Verkauf gehen wird. Dunkel und bedrohlich sind die Wolken, die auf dem Titel über den unzertrennlichen Freunde hängen.
Der letzte Auftritt?
Während „das kleine, uns wohlbekannte Dorf“ in der deutschen Übersetzung „nur“ gefährdet ist, fällt den Galliern in der französischen Originalausgabe gar der Himmel auf den Kopf („Le ciel lui tombe sur la tête“). Der französische Titel spielt auf die größte Sorge der ansonsten unerschrockenen Gallier an, und offenbar wird auch „Die Geheimwaffe“ eine gewisse Rolle spielen. So wird zumindest der neue Band in der niederländischen Ausgabe heißen. Ist dies Asterix' letzter Auftritt?
„Nein, es ist nicht meine Absicht aufzuhören“, sagte Uderzo. Allerdings falle es ihm immer schwerer, sich neue Geschichten rund um Asterix, Obelix und ihre Gefährten auszudenken. „Außerdem ist meine Hand nicht mehr so gut wie sie einmal war“, gestand Uderzo. Handlung und Bildentwürfe stammten von ihm, die Feinarbeiten erledigten Zeichner und Koloristen. Mit letzteren arbeitete der Franzose in seiner fünfzigjährigen Künstlerkarriere von Anfang an zusammen: Uderzo ist farbenblind.
Gewaltiger Marketingaufwand
Ansonsten gab sich der inzwischen 78 Jahre alte Künstler trotz aller Nachfragen sehr bedeckt. Ob denn die neue Geschichte im umbezwingbaren Gallier-Dorf spiele oder aber wieder ein Abenteuer sei, das die beiden Helden in die Ferne führe? Nein, so Uderzo, um eine Reise gehe es dieses Mal nicht, sondern „um etwas ganz anderes“. Mehr wollte der Autor aber nun wirklich nicht verraten. Der Marketingaufwand für den neuen Asterix-Band ist gewaltig und findet dabei kräftige Unterstützung besonders in Brüssel, der inoffiziellen Hauptstadt für Cartoons und andere Bildergeschichten. So hat die königliche Münzanstalt des Landes diese Woche eine Sonderprägung mit dem Konterfei des Helden herausgebracht, wahlweise auch in Gold für knapp 300 Euro.
Auf fast 2000 Quadratmetern Fläche sollte am Donnerstagabend eine Asterix-Wanderausstellung eröffnet werden, die ab Frühjahr 2006 international auf Tournee gehen wird und unter anderem auch in Berlin zu sehen sein wird. Die belgische Post verkauft ab Samstag 700.000 Sonderbögen mit insgesamt sechs Briefmarken mit den bekanntesten Galliern zum Wert von jeweils 60 Cent. Der weltbekannte große Marktplatz im historischen Zentrum von Brüssel wird an diesem Wochenende in ein gallisches Dorf mit Hinkelstein verwandelt. Die Brunnen-Figur „Manneken-Pis“ wird als Obelix verkleidet. Und natürlich gibt es am Samstag abend auch ein großes Bankett im Gallier-Dorf mit Zaubertrank. Ob für die Musik ein Barde mit Leier, gallischer Trompete und Dudelsack sorgen darf, verrät das Programm nicht.
Populärste Comic-Figur Europas
In der Auflage von acht Millionen Exemplaren kommt das Gallier-Abenteuer am 14. Oktober in erstmals 27 Ländern gleichzeitig in die Läden. Für Deutschland, Österreich und Schweiz ist eine Startauflage von 2,4 Millionen angekündigt. Seit Erscheinen des ersten Comics um Asterix und Obelix 1959 verkauften die Verlage 310 Millionen Bände in 107 Sprachen und Dialekten.
„Geboren“ wurde Asterix 1951 in einem französischen Bistro. Zeichner Uderzo und Texter René Goscinny kreierten nach einigen Gläsern einen Helden, der zur populärsten Comic-Figur Europas werden sollte. 1959 erschien das erste Abenteuer des gewitzten Galliers in Frankreich, 1965 betrat er deutschen Boden. Zunächst als „Siggi und Babarras“ in Comics des „Fix und Foxi“-Verlags Kauka, drei Jahre später kam die erste Asterix-Ausgabe bei Ehapa in Stuttgart heraus. 1977 dann eine Art Zeitenwende: Szenarist und Autor Goscinny stirbt im Alter von 51 Jahren. Seitdem streiten die Fans, wie sehr sich der Verlust auf die Qualität der Geschichten ausgewirkt hat.