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Comic Erste „Micky Maus“-Chefin: Erika Fuchs 98jährig gestorben

25.04.2005 ·  Erika Fuchs, die erste Chefredakteurin der deutschen „Micky Maus“-Hefte und langjährige Übersetzerin, ist am 22. April im Alter von 98 Jahren in München gestorben. Romano Scarpa, der Erfinder von Gitta Gans, starb tags darauf 77jährig in Spanien.

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Sie hat Micky Maus, Donald Duck und den Panzerknackern die witzigen deutschen Sprüche in den Mund gelegt, die oft Kultstatus erlangten: Erika Fuchs, die erste Chefredakteurin der deutschen „Micky Maus“-Hefte und langjährige Übersetzerin, ist am 22. April im Alter von 98 Jahren in München gestorben. Das teilte der Berliner Egmont Ehapa Verlag am Montag mit.

Am gleichen Tag wurde auch bekannt, daß der Disney-Künstler Romano Scarpa, der über 50 Jahre als Comic-Zeichner für die Micky-Maus-Hefte arbeitete, am vergangenen Samstag in Spanien im Alter von 77 Jahren gestorben ist. Er hatte die Disney-Heftchenwelt durch neue Schöpfungen bereichert wie Atömchen und Gitta Gans.

Mit Erika Fuchs trauere der Verlag um „die grande dame des Comics, die sprachliche Wegbegleiterin ganzer Generationen, die in Entenhausen gleichermaßen beheimatet war wie in internationaler Literatur und im deutschen Kulturgut“, heißt es in einem Nachruf des Verlages. „Man kann gar nicht gebildet genug sein, um Comics zu übersetzen“, sagte sie über ihre Arbeit mit den kurzen Sprechblasentexten, zu der die promovierte Kunsthistorikerin bald nach dem Krieg eher zufällig kam und schließlich fast ein halbes Jahrhundert dabei blieb.

Generationen von Jugendlichen wuchsen mit der Fuchs-Sprache auf. Sie schuf Ausdrücke wie „seufz“, „zong“ „grübel, grübel“ und „studier!“ oder Kultsprüche wie „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“. Fuchs zog dabei alle Register der Umgangssprache von Klassiker-Zitaten bis zum Teenager-Slang.

Zitate deutscher Dichter und Denker, flotte Jugendsprache und geschwollene Redensarten waren ihre Stilmittel, um die Comic-Stadt Entenhausen („das Land, wo die Zitate blühen“) für deutsche Leser sprachlich zu beleben. Fuchs befreite die Micky-Maus-Geschichten damit von dem Vorurteil der verpönten „Peng-Krach-Bumm“-Sprache in den Comics, die die jungen Menschen „verblödeten“, wie Kritiker lange Zeit argwöhnten.

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