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CNN-Korrespondent Robertson Man kann nicht berichten, wenn man tot ist

28.02.2003 ·  Im Golfkrieg 1991 arbeitete Nic Robertson als Satellitentechniker für CNN in Bagdad. Heute ist wieder dort - als Korrespondent. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt er über die Kriegstage von einst und die Anspannung von heute.

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Nic Robertson ist wieder in Bagdad. Als Korrespondent von CNN berichtet er aus einem Land, das wieder einmal an der Schwelle eines Krieges steht, und wird auch dann bleiben, wenn die ersten Bomben fallen sollten. Wie einst im Januar 1991, als Robertson noch als Satellitentechniker arbeitete und die Berichte des CNN-Reporters Peter Arnett aus dem Golfkrieg in die Welt schickte.

In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Samstagsausgabe) erinnert sich Robertson an die Kriegstage 1991. „In Bagdad waren wir vollständig von der Außenwelt abgeschnitten und wußten daher nicht, welche Wirkung unsere Berichte draußen entfalteten“, schreibt Robertson. Der heutige irakische Außenminister Sabri ermöglichte es dem CNN-Team als damaliger Leiter des Pressezentrums, weiter zu berichten.

Saddam im Fernsehzentrum

Einen seiner schlimmsten Augenblicke erlebte Robertson am zweiten Tag der Bombardierung im Gebäude des irakischen Fernsehens. Obgleich dieses, wie er annahm, eine Zielscheibe der Amerikaner sein würde, wurde ihm das Verlassen des Gebäudes verweigert - mit der Begründung, daß eine „bedeutende Persönlichkeit“ sich angekündigt habe. Es war Saddam Hussein höchstpersönlich.

„Die Arbeitsbedingungen haben sich inzwischen beträchtlich verändert. So ist der Arbeitstag heute nie zu Ende. Damals zeichneten wir am Tag einen Bericht auf. Live-Stücke gab es nicht, zumindest vor Beginn des Krieges. Heute berichten wir fast zu jeder Tageszeit, bis spät in die Nacht live“, schreibt Robertson. Zugleich aber habe sich die Arbeit erleichtert, da die Iraker nicht mehr so stark eingriffen wie noch 1991: „Zwar werden wir immer noch von amtlichen Aufpassern begleitet, wenn wir draußen Filmaufnahmen machen, aber unser Material wird vor der Übertragung nicht mehr so genau geprüft. Damals schnitten uns die Zensoren in der Fernsehanstalt buchstäblich das Wort ab, wenn ihnen nicht gefiel, was wir übertrugen.“

Die Menschen im Irak sind laut Robertson noch immer so gastfreundlich, wie er sie vor 12 Jahren erlebt hat. Allerdings sei die Armut unübersehbar gewachsen. „Wieder in Bagdad am Vorabend eines möglichen Krieges habe ich das Gefühl, ich muß jeden Tag hinausgehen und versuchen, mein Bestes zu geben. Ich denke an die unschuldigen Menschen, die in einem Krieg möglicherweise ihr Leben verlieren werden“, schreibt er. „Ich habe zu viele Menschen gesehen, die ihre Liebsten im Krieg verloren. Ich habe zuviel - emotionale und physische - Zerstörung erlebt. Ich bin nicht darauf aus, wieder einmal darüber zu berichten. Aber ich sehe den Dingen gefaßt entgegen.“

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