25.07.2004 · Falls George W. Bush in diesem Herbst noch einmal gewählt wird, darf er sich auch bei Michael Moore bedanken, der vielleicht nicht der beste unter Bushs Wahlkampfhelfern ist, womöglich aber der effizienteste.
Wer solche Feinde hat, kann auf ein paar Freunde sehr gut verzichten. Falls George W. Bush in diesem Herbst noch einmal gewählt wird, darf er sich auch bei Michael Moore bedanken, der vielleicht nicht der beste unter Bushs Wahlkampfhelfern ist, womöglich aber der effizienteste.
Wenn das Bild des Präsidenten in den Fernsehnachrichten kommt, ist es höchstens ein paar Minuten lang zu sehen. Wenn die Republikaner sich Werbezeit kaufen, kostet es Millionen. Und dann kommt Moore und verlangt keine Gage dafür, daß er die Bilder von George W. Bush in zweitausend Kinos bringt, einen ganzen Film, in welchem Bush die Hauptrolle spielt, Bush lächelnd, Bush nachdenklich, Bush sportlich, Bush mit Laura, mit Jed, überall Bush.
Und solange Moore, was ohnehin erstaunlich ist, diese Bilder für sich sprechen läßt, solange macht Bush gar keine so üble Figur. Und wenn dann Moore, was schon mehr seine Art ist, später jedes Bild seiner rhetorischen Absicht unterwirft, wenn er zu recherchieren und zu argumentieren versucht, dann wird sein Film ästhetisch indiskutabel - und politisch zum ultraleichten Gegner: Aha, die Familie Bush war mit der saudischen Familie Bin Ladin geschäftlich eng verbandelt. Das steht zwar viel genauer im Buch von Craig Unger.
Aber was will Moore uns eigentlich sagen? Daß Bush der Präsident der Saudis ist? Daß Saudis böse sind? Er weiß es wohl selber nicht, und er glaubt wohl auch selber nicht daran, daß der Irak vor der Invasion jenes Paradies war, als welches es im Film beschrieben wird. Er ist nur ganz offensichtlich so besoffen von seinem Ruhm und seiner Eitelkeit, daß er meint, er könne das Regime Bush so leicht beseitigen, wie die amerikanische Armee das Regime Saddam Husseins beseitigt hat. In dieser Mutter aller Wahlkampfschlachten ist Moore aber bloß die Condoleeza Rice.