09.12.2011 · China gilt als Hoffnungsträger bei der Hilfe für Europa in der Finanzkrise - nach den Verhandlungen von der Nacht zum Freitag noch viel mehr. Aber warum, fragen sich die Chinesen, sollten sie den europäischen Lebensstandard sichern?
Von Mark Siemons, PekingRichtlinien für Lesermeinungen
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..."alternativlos" auf chinesisch?
Die Eindrücke transportieren Richtungsanzeigen der Gestaltung int. Politik im Reich der Mitte. So, daß der Wettbewerb um die Macht, Regeln aufzustellen, damit auch zu ändern, zum Hauptstreit des zwischenstaatl. Wettbewerbs avanciert, China dabei um der Kräftebalance wegen einen aktiveren Part einbringt. Oder auch die reaktiv, damit pragmatisch nach dem Motto, der Weg ist das Ziel, dabei im Subtext aber durch die gegen die konk. Weltordnungsmächte in Anschlag gebrachte Prämisse der Gleichheit der bilateralen Beziehungen bestimmte chin. Außenpolitik. Nicht kommuniziert wird die m.K.n. prinzipielle mentale Reserve 'des Chinesen' gegen das europäische Projekt. Nie nämlich, so seine Wahrnehmung, würde er in einem Staatenbündnis auf Souveränitätsrechte verzichten. Von daher erklärt sich neben dem Blick auf die Befriedung der Bevölkerung wohl die Skepsis, einem in Not geratenen Europa mit aus dem globalen Überschußgeschäft resultierenden Kreditvermögen zu haften.
Wenn China uns retten wollte - ich will es gar nicht und ich würde es den politikern verbieten. Geschäfte mit China zu machen hat immer einen Preis der über dem liegt, was auf dem Preisschild steht. Wir MÜSSEN uns selber retten. das sind wir uns Europäern selbst schuldig. Kein arabischer Scheich, kein reicher Okel aus Amerika, kein Großfürst aus Russland, sondern wir selbst. und ich glaube, wir können das auch. Diese Krise schweißt zusammen. Und wenn es noch schlimmer wird, schweißt sie uns eben mehr zusammen und es wir der Weg für die Reformen frei, die in den "guten" Zeiten nicht möglich waren. Wir schaffen das ohne China.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.12.2011 06:30 UhrDie Krise schweißt zusammen?
Das sieht man besonders am Beispiel Großbritanniens, nicht wahr?
Die ausgestiegen sind weil sie leisten statt profitieren sollten.
Im übrigen ist die Krise genau dadurch entstanden, daß die
Gemeinschaft -außerhalb Deutschlands und der wenigen
nördlichen Netto-Zahler- mit einem Gelddrucker verwechselte, und
nun trotzig aufstampft wenn das Ding den Dienst versagt.
Eine Gemeinschaft aus Egoisten (an sich schon ein Widerspruch in sich)
ist immer zum Scheitern verdammt. Und deshalb wird uns die Krise auch
nicht zusammenschweißen.
Ich bin nur froh, daß ich mir das alles von außen anschauen
kann, denn aus der Ferne besehen ist alles schön. Sogar der
Untergang des Landes, das einmal meine Heimat war.
Die Chinesen sind kluge Leute. Ein einziger Chinese kann besser rechnen
als die ganze Mischpoke in Berlin und Brüssel zusammen. Warum also
sollten sie die Schrott-Anleihen des EFSF oder der europäischen
Südstaaten kaufen? Vielmehr beteiligen sich die Chinesen bei ihren
Investitionen in Europa an erfolgreichen Unternehmen (z.B. Munich Re,
Medion) oder kaufen sie komplett, sofern der Know-how-Transfer attraktiv
erscheint (z.B. Volvo). Eine ganze Reihe namhafter deutscher
Maschinenbauer befindet sich übrigens bereits in chinesischer Hand.
Ob uns das gefällt, ist eine ganz andere Frage.
PS: Unsere giftgrüne, von einem fast religiösen Rettungswahn
(Kima, Atom, arme Griechen etc.) beseelte Politik ist aber derweil damit
beschäftigt, südeuropäische Hütchenspieler zu
“retten“ und Deutschland zu deindustrialisieren. Morgenthau
lässt grüßen.
Ich denke mal, daß China gute Gründe hat...
Euro und Dollar zu retten. Wenn diese beiden Währungen zusammenbrechen, wird die chinesische Währung dramatisch aufgewertet. Dann ist das das Ende von der "Werkbank der Welt". Die chinesische Wirtschaft kann ohne EU und USA nicht überleben. Alsomuss China alles dransetzen den Euro und den Dollar zu retten.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.12.2011 06:31 UhrKomisch...
...genau das gleiche erzählt man uns Deutschen seit Jahr und Tag.
Vielleicht ist es mal Zeit, hinter die Kulissen zu schauen. Man mag
überrascht sein was da so zutage kommt.
Es ist jemand zur Rettung dieser Welt angetreten. Wer so etwas schreibt,
riskiert im besten Fall milde belächelt zu werden. Im
ungünstigen Fall wird man ihn als weltfremden Fundamentalisten
beschimpfen. Sei es drum.
Diese Art Rettung sieht freilich etwas anders aus. Jesus wird nicht
unser Finanzsystem in Ordnung bringen wollen. Er hat ganzheitliche
Lösungen im Sinn.
Vielleicht doch nicht so weltfremd? Sieht man die verzweifelten und
kurzatmigen Bemühungen unserer höchsten Repräsentanten
(ich möchte ihnen ehrliches Bemühen keinesfalls absprechen),
ist es eventuell doch einen Gedanken Wert, ob die Rettung nicht tief in
uns Menschen ansetzten muss, wenn etwas Gescheites daraus werden soll.
Ich wünsche allen eine besinnliche Adventszeit.
Hoffentlich...
...kommen die Leute bei Besinnen auf den Trichter daß man nun mal
nicht zwei Herren dienen kann.
Wohin der Dienst am Mammon führt haben wir schon xMal gesehen und
erleben es gerade wieder. Vielleicht kapieren wir ja endlich daß
das so nichts wird?
Man wird sich ja mal was wünschen dürfen!
Die Chinesen sehen Europa absolut realistisch
Die Krise Europas ist in Wirklichkeit eine Krise seines Establishments. In Europa - wie auch in den USA - treffen sehr wohlhabende (um nicht zu sagen reiche) Bürger auf arme Staaten. Den politischen Willen das zu ändern gibt es nicht, gab es nicht, und ich fürchte wird es auch in naher Zukunft nicht geben. Diese Europa verdient - da stimme ich den Chinesen völlig zu - nur eines: Einen Tritt in den A...!
Ich will nicht von China gerettet werden - ich habe meinen Stolz
Nein, es kommt die Stunde, da muß man sich klar werden, wer wieviel Schuld und wieviel leichtfertiges Handeln an seinen Händen hat. Lieber stehe ich hin und sage aifrichtig, daß Duetschland in dieser Situation auch auf sein Wohlbefinden achtne muß. Wir sind an unsere Grunzen gegangen, aber für Betrügerländer wie Griechenland muß man nicht seinen Kopf riskieren. Lieber wickle ich den ganzen Euro ab, als daß ich Bittsteller von China werde. Haben wir das wirklich nötig? Nein!
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.12.2011 06:35 UhrDas Wort "Stolz", Herr Weinmann
kommt vom lateinischen "Stultitia", was soviel bedeutet wie "Dummheit".
Vielleicht denken Sie da nochmal über Ihre Aussage nach.
Trotzdem will ich nicht von China gerettet werden
Wir sollten erst mal selber versuchen. Ich sehe uns noch nicht so am Ende, dass wir uns am letzten Strohalm - China - fest klammern müssen.
Wenn sie alles, was aus China kommt aus Ihrem Wohnzimmer werfen,...
sitzen Sie wahrscheinlich in einem leeren Raum und wenn Sie alles
ausziehen was aus China kommt, dann sind Sie nackt!
Wer, glauben Sie, zahlt die Defizite des Sozialhaushaltes? Ein teil
sicherlich China, weil es bisher reichlich Bundesanleihen gekauf hat!
Wer Schulden macht, begibt sich in Abhängigkeit, von wem auch
immer. Wir von den Chinesen und Saudis, die PIIGS von Deutschland, und
jeder Privatmann von seiner Bank!
Ein Dreieck, das aus Amerika, China und einem durch Deutschland dominierten Europa besteht
soll dann eine friedliche Welt garantieren. Denn letztlich haben dann
alle Staaten über die Beziehungen zu dem Dreieck auch Beziehungen
zueinander, also auch Iran zu Israel. Klingt toll. Die Bemerkung
„Ein solches Beziehungsgeflecht müsse im globalen
Maßstab freilich durch dominierende Mächte zusammengehalten
werden.“ zeigt das Problem. Und wo ist die dominierende Macht in
30 Jahren. Etwa in dem undemokratischen China?
Zum anderen haben wir solche Dreiecksgefechte schon jetzt. Und es ist
keineswegs so friedlich wie gewünscht. Und wie wird es erst bei
knapp werdenden Ressourcen aussehen? Aber bestimmt nicht friedlicher.
Aber warum, fragen sich die Chinesen, sollten sie den europäischen Lebensstandard sichern?
Das würde ich mich an Stelle der Chinesen auch fragen. Aber da ich
kein Chinese bin, sondern Deutsche, frage ich mich, warum ich den
Laissez-faire-Lebensstandard Griechenlands sichern soll.
Zahlen wir eigentlich immer noch Entwicklungshilfe an China???
Deutschland hat laut einem FAZ-Artikel vom 27.09.2010 (Noch immer
fließt Geld nach China) noch vor zwei Jahren 321 Millionen Euro an
Entwicklungshilfe für China geleistet. Sollen uns die Länder,
die wir mit Geld unterstützen nun wirklich helfen können?
China oder auch die Türkei erleben einen Boom dank Entwicklungs-
oder wie im Falle der Türkei Angleichungshilfe.
Aus Deutschland fließt Geld in alle Welt. Geld, das der deutsche
Staat und vor allem der Bürger gut selber gebrauchen könnte.
Jetzt aber müssen wir uns von denen, denen wir Entwicklungshilfe
schicken sagen lassen, daß wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht haben.
Eine, wie auch immer geartete "Hilfe" Chinas würde nur
über einen Einkauf in die europäische Wirtschaft, im
schlimmsten Fall, die deutsche Rüstungsindustrie gehen.
Wollen wir das? Ich denke nein.
Wir Deutschen können uns selbst helfen, ohne unsere Wirtschaft zu verschachern.
@ Marc Müller
Pardon, als ich eben meinen Beitrag schrieb, hatte ich Ihren Kommentar noch nicht gelesen. Damit erübrigt sich meine Frage nach der Entwicklungshilfe für China. Wenn die tatsächlich immer noch gezahlt wird, ist das nur ein Zeichen für den verantwortungslosen und völlig unkritischen Umgang der Politik mit dem Geld der Bürger. Die Berechtigung solcher Zahlungen, die vor Jahren mal begründet beschlossen wurden, wird offenbar nie mehr nachgeprüft. Das ist wohl so ähnlich wie mit der Schaumweinsteuer und dem Soli. . .
Lieber die Gräser des Kapitalismus, als das Getreide des Sozialismus essen?
Tja, soweit ist es jetzt gekommen. der Westen muss den Dalai Lama und Waiwai bemühen, um die Verwerflichkeit des kommunistischen Regimes zu geiseln. Nicht auszudenken, was passierte, wenn Sozialismus tatsächlich mit radikaler Demokratie und Freiheit kombiniert wird.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.12.2011 06:23 UhrHerr Acassuso,
das "kommunistische" Regime in China hat mit Sozialismus in
etwa so viel zu tun wie ein Bordellbesuch mit Liebe.
Nämlich gar nichts.
Frau Ziessler!
Ich weiß ja nun nicht was Sie unter Sozialismus verstehen, eine
auch nur annähernd zutreffende Vorstellung davon können Sie
allerdings nicht haben... denn sonst würden Sie anders schreiben.
Denn Sozialismus (verstanden als das, was Marx und Engels wirklich
wollten, und nicht etwa worin ein paar "clevere" Soziopathen
es pervertiert haben) und Freiheit schließen sich mitnichten
gegenseitig aus... sie sind -ganz im Gegenteil !- wie siamesische
Zwillinge miteinander verbunden.
Sicher: wenn Sie mit "Freiheit" das Recht meinen, sich ohne
Rücksicht auf Verluste (vornehmlich ihrer Mitmenschen) auszutoben,
so wie es das Credo des Neoliberalismus und Sozialdarwinismus ist...
nun, dann muß Ihnen das sozial(istisch)e "Leben und Leben
lassen" bzw. das biblische "liebe deinen Nächsten wie
Dich selbst" als Angriff auf ihre Lebensgrundlage vorkommen.
Doch stellen Sie sich mal vor sie bräuchten nichts zu horten, weil
Ihre Bedüfrnisse bereits befriedigt sind. Welche Last fällt da
von ihren Schultern!
@ Guillermo Acassuso
Sie stellen die Frage, "was passierte, wenn Sozialismus
tatsächlich mit radikaler Demokratie und Freiheit kombiniert wird."
Komische Frage. Wie sollte das funktionieren? Könnten Sie das
vielleicht mal erklären?
Das eine schließt das andere völlig aus.