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Carla Bruni Die neue Frau des Präsidenten

26.12.2007 ·  So etwas gab es seit den Gerüchten um Kennedy und Marilyn Monroe nicht mehr. Sarko-Bruni ist ein clash of civilizations der besonderen Art: Nicolas Sarkozy, der Underdog, der Präsident wurde, und das aus dem Kulturadel stammende Pop-Idol.

Von Niklas Maak
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Mit so einem Geschenk hatten selbst die Kühnsten unter Frankreichs Klatschreportern nicht gerechnet: Der soeben mit großem medialen Theaterdonner geschiedene Staatschef Nicolas Sarkozy hat nicht nur eine neue Freundin, sondern auch gleich um deren Hand angehalten – und diese Freundin ist keine andere als die Sängerin Carla Bruni.

Zur Erinnerung an das, was bisher geschah: Carla Bruni, 1968 in Turin geboren, wurde in den neunziger Jahren als Model berühmt, bevor sie 2002 als Sängerin in Erscheinung trat und mit „Quelqu’un m’a dit“ ein sensationelles selbst komponiertes Album veröffentlichte, das in Frankreich auf Platz eins der Charts und in Deutschland immerhin in den Top 20 landete; monatelang konnte man in keine Bar mehr gehen, ohne dass im Hintergrund Carla Brunis rauchig-hauchige Stimme summte, dass „Raphaël“ aussehe wie ein Engel, aber bei der Liebe ein Teufel sei.

Unsympathische Teufelserscheinung

Dieses Lied war ihrem damaligen Freund Raphaël Enthoven gewidmet, einem jungen Pariser Philosophen, der, bevor Carla Bruni dieser Beziehung ein Ende machte, mit Justine Lévy verheiratet war. Lévy ihrerseits ist die Tochter des bekannten Allround-Intellektuellen Bernard-Henri Lévy. Nachdem Carla Justine Raphaël ausgespannt hatte (spätestens hier beißen alle Vorabendserien-Schreiber vor Neid in den Tisch), bekam sie mit ihm einen Sohn, und Justine Lévy schrieb einen Roman mit dem Titel „Rien de grave“ (Nicht so schlimm), in dem Bruni leicht verfremdet als unsympathische Teufelserscheinung beschrieben wird.

Die neue Frau des Präsidenten

Und kaum hatte man sich in Frankreich über all diese nahtlos in Bücher und Platten verwandelten Affären des Pariser Kulturbetriebs beruhigt, platzt nun auch noch der neue Präsident persönlich mitten hinein.

Frankreichs Sozialisten toben

Sarkozy und Bruni: So etwas gab es seit den Gerüchten um Kennedy und Marilyn Monroe nicht mehr. Sarko-Bruni ist, anders als jedes denkbare deutsche Äquivalent (und was wäre das: Angela Merkel und Herbert Grönemeyer? Kurt Beck und Heidi Klum?), ein clash of civilizations der besonderen Art: der Underdog, der Präsident wurde, und die aus dem Kulturadel stammende Carla Bruni; der Ghaddafi-Freund und Hardliner-Präsident und das eher dem linksliberalen Oberschichtmilieu zugehörige Pop-Idol.

Frankreichs Sozialisten toben, der Präsident wolle mit privatem Glamour von einer üblen Politik ablenken, und jener Teil der französischen Musikwelt, der sich schon immer mehr mit der Vorstadt-Rapperin Keny Arkana und ihrem Anti-Sarko-Chanson „La Rage“ als mit Carla Brunis luxusmelancholischen Schlummerliedern identifizierte, weiß nun endgültig, wo der Feind sitzt.

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Jahrgang 1972, Redakteur im Feuilleton.

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