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Filmfestspiele Cannes : Goldene Palme für türkischen Film

  • Aktualisiert am

Der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan nach der Entgegennahme des Preises in Cannes Bild: dpa

Ein Favorit hat sich bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes im Hauptprogramm durchgesetzt: Die Goldene Palme geht an den türkischen Regisseur Nuri Bilge Ceylan.

          Achtzehn Filme konkurrierten bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes um die begehrte Goldene Palme. Prominente Regisseure wie Jean-Luc Godard, David Cronenberg, Ken Loach und Tommy Lee Jones, deren Filme im Hauptprogramm liefen, konnten sich Hoffnungen auf die Auszeichnung machen. Ein deutscher Film hatte es nicht in die Auswahl geschafft.

          An der Spitze der Jury stand dieses Jahr die neuseeländische Regisseurin Jane Campion. Sie trat in die Fußstapfen des Blockbuster-Regisseurs Steven Spielberg, der im vergangenen Jahr Jury-Vorsitzender war.

          Komisch, ironisch, klug komponiert

          Jane Campion war es also, die den Preisträger bekannt gab: Es ist der türkische Film „Winter Sleep“ von Nuri Bilge Ceylan.

          Bilge Ceylan, so schrieb unsere Filmkritikerin Verena Lueken aus Cannes, gibt seinem Film  Zeit, um sich zu entfalten, mit großer Ruhe ohne jeden Heckmeck: „Nur manchmal gibt er der Kamera und den Personen Auslauf in einem klug kalkulierten Rhythmus von innen und außen, Auslauf in die außerweltlich wunderbare Landschaft von Kappadokien, durch die Herden von Wildpferden jagen. Und dem Zuschauer gibt er in den vollgestopften Räumen immer etwas zu entdecken“.

          Manchmal wirke es, „als laufe Bilge Ceylan, der mit seiner Frau auch das Drehbuch geschrieben hat, über vor Begeisterung über den eigenen Einfallsreichtum beim Erfinden der Dialoge, in denen sich aus scheinbar banalen Fragen immer bösartigere Wortduelle entwickeln, obwohl selten nur einer die Stimme erhebt. „Winter Sleep“ ist teilweise sehr komisch. Gleichzeitig ist der Film auch ein ironisches Porträt des Künstlers, der die Welt nicht wahrnimmt, der die unangenehmen Aufgaben anderen überlässt, sich gefällt in der Pose des Patriarchen, aber weder seine Rolle als Grundbesitzer in diesem abgelegenen Flecken der Türkei begreift, noch die Frustration seiner Frau und seiner Schwester.“

          Die Preisträger der Filmfestspiele

          Goldene Palme: Nuri Bilge Ceylan für „Winter Sleep“ (Türkei)

          Großer Preis der Jury: Alice Rohrwacher für „Le meraviglie“ (Italien)

          Preis der Jury: Xavier Dolan für „Mommy“ (Kanada) und Jean-Luc Godard für „Adieu au langage“ (Frankreich)

          Bester Darsteller: Timothy Spall in „Mr. Turner“ von Mike Leigh (Großbritannien)

          Beste Darstellerin: Julianne Moore in „Maps to the Stars“ von David Cronenberg (Kanada)

          Beste Regie: Bennett Miler für „Foxcatcher“ (Großbritannien)

          Bestes Drehbuch: Andrej Swjaginzew und Oleg Negin für „Leviathan“ (Russland)

          Bester Kurzfilm: Simón Mesa Soto für „Leidi“ (Kolumbien)

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