04.02.2012 · Ein Interview mit der chilenischen Studentenführerin Camila Vallejo, die wie eine Erlöserin gefeiert wird: Was will die Bewegung? Und wer ist der Gegner?
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Mädchen, du hast keine Ahnung,
wovon du redest.
Das ist der erste Gedanke, der sich hier aufdrängt.
Im halbfeudalen Südamerika mag man Sehnsucht nach sozialem
Ausgleich haben, das ist verständlich. Doch Sozialismus heißt
Diktatur und Massenmord.
Das hat man in Südamerika, weit weg von Russland und China noch
nicht verstanden.
Wo ist hier "Kommunismus" i.S. seinerzeitiger Diktaturen zu erkennen?
Für mich verkörpert Frau Vallejo eine Haltung
aufgeklärten Bürgertums im besten Sinne, die bereit ist,
Verantwortung zu übernehmen und über einen Diskurs auf dem
Hintergrund des moralischen Gesetzes die Entwicklung einer Demokratie
freier aufgeklärter Bürger voran zu bringen.
Diese Utopie einer dahin entwickelten Verfasstheit allein sollte das
Ziel von Veränderung sein, die derzeit mehr als
überfällig scheint. Ob wir Bürger jedoch von nötiger
Vernunftentwicklung und davon getragener Verantwortungsübernahme
Gebrauch machen wollen, ist derzeit mehr als ungewiss.
Der Hauptfehler der kommunistischen Regime ist sicher der
Totalitarismus, aus dem auch die eingeschränkte persönliche
Freiheit resultiert, aber im Endeffekt kämpft dieses System mit den
selben Problemen wie unsere Demokratien.
Loyalität kommt vor Kompetenz und so werden Vollidioten auf
Positionen gehoben, die sie nie bekleiden sollen, wo sie einen
kompletten Saustall veranstalten, nicht ohne sich die eingen Taschen
ordentlich vollzuräumen.
Jedes System, sei es Monarchie, Demokratie oder Diktatur mündet
früher oder später in der Korruption, bis ein bestimmter Punkt
erreicht wird, dann werden einige Machthaber aufgeknüpft und der
Prozess beginnt von vorn.
Entscheidend ist, das die Globalisierung die gesellschaftlichen Schieflagen noch schiefer gemacht hat. Die Wenigsten kennen Chiles Schieflagen. Aber sie kennen Angst um ihre Privilegien. Wer das Massenträgheitsgesetz kennt, weiss, dass in jedem System eine Umkehrbewegung in Gang gesetzt wird, wenn eine kritische Differenz zwischen SOLL und IST erreicht ist. Die Leistung unseres Bildungssystems aber ist bitter: Die meisten der Komentatoren folgen Pawlow'schen Reflexen, intelligent programmiert, sie springen auf das Stichwort "Kommunismus" an, bellen sich 20' ununterbrochen gegenseitig zu, bis die Batterie leer ist.
Die ist eigentlich ziemlich ok
Blöd, dass immer nur auf das junge Gesicht und den Körper
sowie ihrem Marxismus Bezug genommen wird. Und überhaupt nix, worin
es in dem transandinischen Bildungs-Konflikt eigentlich geht, ausser
nebulöse Andeutungen auf Gesetze aus dem anderen Chile-Klischee,
der inzwischen bald 25 Jahre vergangenen Diktatur. Um den ganzen
Wahnsinn zu verstehen, tät Hintergrund-Recherche Not.
Tatsächlich sind viele Studiengänge qualitativ
fragwürdig, oft sehr teuer und mit vor diesem Jahr mit 8% Zinsen
belegt. Viele Politiker rechter und linker Parteien kassieren mit.
Frau Vallejo Dowling schlägt sich insbesondere in Debatten sehr
gut. Und ich bin ganz sicher kein Kommunist. Wer hinreichend Spanisch
versteht, kann auf youtube nach "Vallejo Tolerancia zero"
googlen.
War auf einer Vallejo Veranstaltung in Dortmund. Eine Katastrophe. Ein
überforderter Spanisch -> Deutsch Übersetzer und feierlich
vorgetragene Deklamationen von gewerkschaftlichen Basisgruppen, Kurden
und unreifen selbstberauschten Jünglin
Einer 23-jährigen Geografiestudentin aus Chile mag ich politische
Irrtümer nachsehen. Einer über 40-jährigen PDS-Sarah
allerdings nicht - vielleicht auch, weil ich jünger bin, als Oskar
aus dem Saarland. Und dem unanständigen deutschen Konglomerat der
Verlorenen und Ewig-Gestrigen (Lehrergewerkschaft GEW und Parteistiftung
der LINKEN) mag ich die Einladung an die irregeführte
"Hoffnungsträgerin" erst recht nicht durchgehen lassen.
.
"El pueblo unido, jamás será vencido" - wer
weiß. Die vereinte Dummheit hat schon eher Chancen (kurzfristig)
zu siegen...
El pueblo unido, wenn es stets zu Schutz und Trutze
brüderlich zusammenhält."
Nicht wahr?
Sag niemals nie! (007)
Was ist neu an dieser "Kommunistin"?
"“Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer
mit 30 Jahren noch Kommunist ist, hat keinen Verstand!” Diesen
Ausspruch schreibt man - wie so viele andere auch - W. Churchill zu. Ist
aber auch egal, wer's gesagt hat - es stimmt häufig.
Im Fall dieser hübschen Studentin dürfte es auch stimmen.
Und damit ist eigentlich alles gesagt.
Bemerkenswerter Weise beschäftigen sich fast alle Kommentatoren mit
zwei Fakten: 1. Frau Vallejo ist schön (schwerer etwas
offenkundigeres festzustellen), 2. Der Kommunismus hat Millionen Tote
gefordert (noch wesentlich einfacher festzustellen)!
Womit sich fast niemand beschäftigt scheint ihre Inhaltliche
Aussage zu sein. Sie fordert eine gerechtere Verteilung des Reichtum und
freien Zugang zu Bildungseinrichtungen und medizinischer Versorgung.
Diese Forderungen sind keine lächerlichen oder naiven Gedanken, wie
teilweise unterstellt, sondern berechtigte Anliegen. Wir in Deutschland
besitzen diese Grundrechte, behauptet deswegen jemand wir würden in
einem Kommunistischen System leben? Wohl kaum!
Die Kleidung der Forderungen in "Kommunismus" mag etwas schal
schmecken für unsere europäischen Gemüter, ist aber
eigentlich nur die Sehnsucht nach einem Gegenentwurf zum
gegenwärtigen System.
Den Chilenischen Studenten vorzuwerfen etwas ändern zu wollen finde
ich persönlich sehr verlogen!
"Keine Veränderung wurde jemals vom Individualismus
begründet, immer war es das Kollektiv, das diesen Prozess gewollt hat."
-
*facepalm*. Man möchte am liebsten mit Atlas Shrugged gegen die
Rübe donnern.
Das Gesicht des Kommunismus: Der Film "Soviet Story"
zeigt sein wahres Gesicht. Im Netz ist er zu sehen.
"Demokratischer Kommunismus" - Welch eine Luege
Nicht umsonst hat sich der Sozialismus vor ueber 100 Jahren in zwei Formen entwickelt: Eine demokratische (=Sozialdemokratie) und eine totalitaere (=Kommunismus) (die dritte Form des Nationalsozialismus lass ich hier mal weg). In keinem Land hat der Kommunismus, wenn er an der Macht war, demokratische Spielregeln eingehalten, auch wenn all diese Staaten sich stets demokratisch oder Republik nannten. Daran wird auch diese junge Dame nichts aendern. Aber egal, sie sieht huebsch aus und es gibt ja in der Tat Missstaende in Chile und anderswo. Also wird sie von den Medien gepusht. Das war mit Che Guevarra nicht anders. Dass der kein Demokrat, sondern ein Massenmoerder war, der nicht einmal den Charakter eines Volkskriegs verstanden hat (siehe seine in sich bereits radikale Foco-Theorie) - egal! Auch er sah gut aus und prangerte reale Missstaende an. Also war er per se ein guter Mensch.
Bei allem Für und Wider was die junge Frau von sich gibt, steht sie
doch mit ihrer Sicht auf die Dinge mitten im Leben. Warum sollte es denn
ausgerechnet in der gesellschaftlichen Entwicklung
einen Stillstand geben? So sicher wie die Medizin eines Tages den Krebs
besiegen wird, so sicher
wird die Menschheit den Kapitalismus überwinden. Der Name der neuen
Ordnung sollte dabei keine Rolle spielen.
Die Demonstrationen waren alles andere als friedlich und von einer
ausgesprochenen Aggressivität der Studenten begleitet. Wenn die
chilenische Polizei energisch eingriff, dann war das auch unbedingt
nötig um Privateigentum und Sicherheit zu schützen. Die
Polizei musste in vielen Fällen auch eigene Verletzte hinnehmen.
Die Art und Weise, wie diese Demonstrationen angefacht wurden, hatten
sehr wenig mit der scheinheiligen und schwammigen Philosophie, die die
gute Camilla jetzt in Deutschland an den Tag legt, zu tun.
"Neoliberale Weltordnung" - gibts nicht, gab's nie.
"Demokratie des kleinen Mannes" - gleichgeschaltete, weltweite
Medien behindern kritisches Denken - wollen die meisten ja auch nicht,
ist zu anstrengend innerhalb der Komfortzonen.
Kommunismus ist die perfideste Art sich zu betruegen. Ich deute ihre
Aussage so: Schwarmintelligenz ist die scharfe Waffe der interessierten
Massen. Alles wird aufgedeckt, das regt sogar die Inaktiven zum Denken
an. Internet, Youtube und andere Plattformen decken gnadenlos auf - das
ist die Zukunft! Jeder der Wissen will, weiss dann. Das ist der
"neue" Kommunismus, der keine Selbstgerechtigkeiten und Luegen
decken kann. Mensch evolutioniert, indem er vergleichen kann: Nie zuvor
war Information sofort global verfuegbar.
Einzig das systemische Denken und "richtiges" Schlussfolgern
muss sich noch verbreiten - dann brechen paradiesische Zeiten an (Zuvor
gibt's Geburtswehen)
So gut die Absichten der jungen Dame sind, so naiv sind sie doch. Das
der Kapitalismus in der Form wie wir in kennen, eine Änderung
erfahren muss, wissen meines Erachtens die meisten Menschen. Sich aber
dann wieder dem kommunistischen Gedanken zuzuwenden und einfach so
vieles in einen Topf zu werfen, ist vielzu simpel.
In einem hat Vallejo allerdings recht und das ist ein kollektives
Bewusstsein, dass gerade am Erwachen und notwendig ist, die neue
Weltordnung für das kommende Jahrtausend einzuleiten. Allerdings
kann dieses Erwachen nur aus dem individuellen Wollen heraus erfolgen,
dem Wollen, sich von der Indentifierzierung mit irgendwelchen Gruppen,
Gedanken und Konzepten lösen zu können, weil sie so viel Leid
verursachen. Der Apfel muss reif sein.
Es wird an der praktischen Umsetzung der nebeligen Idee Vallejos
scheitern, an der Ungleichheit der Menschen hinsichtlich ihrer Reife.
Vallejo mag ein Engel sein, aber diese verschwinden dann, wenn der
kommunismus sein wahres Gesicht zeigt.
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen."
- Karl Valentin
klingt nach dem deutschen Modell
Man lese mal genau, was Frau Vallejo will, eigentlich handelt es sich um
einen Verstaatlichungswunsch aller Dienstleistungen, die als frei
gehandelte für unmoralisch befunden werden. Der Staat soll die
Friktionen, die aus dem Gegensatz von Lohnarbeit und Kapital mildern und
so sich selbst als moralischer, gerechter legitimieren. Was man bekommt
ist Bevormundung und Beschneidung der Freiheit, vllt etwas mehr
Verteilungsgerechtigkeit. Schafft man dann noch die Konkurrenz der
Unternehmen gänzlich ab, hat man genau das Gemeinschaftsmodell des
früheren Osblocks. Ein Kapitalismus mit Ware und Geld aber ohne
Konkurrenz, dafür eine Einparteiendiktatur etc., die zum Untergang
verurteilt ist.
Kommunismus als Konsequenz der Aufklärung, als materialistische
Vollstreckung der liberalen Ideen, in der die Bindungen so eingerichtet
sind - nämlich vernünftig-, dass die individuellen Freiheit
maximal, ein Individuum wirklich wird, entfernt sich mit dieser Bewegung
weiter als der status quo es zeitigt.
Errare humanum est.
besonders lustig an Ihrem Beitrag ist der selbst TOTALITÄRE Duktus, wie jeder Kommunismus immer zu enden habe. Schönes Fehlbarkeitsdogma.
Sehr schön erklärt
Viele Anhänger des Kommunismus verstehen nicht, dass er sich selbst
ad absurdum führen müsste oder in einem totalitären Staat
endet. Das krampfhafte Festhalten an der Idee der Gleichheit sorgt
gerade eben für extreme Ungleichheit. Je gleicher die Menschen sein
sollen, desto unbarmherziger wird das Ganze.
Auf der Metaebene soll das Individuum also gleich sein, aber wer sagt
das, wer erwartet diese Gleichheit? Es sind Einzelne, meist sogar mit
guten Absichten, die diese Idee als "richtiger" darstellen und
damit eine Meinungshierarchie innheralb eines Systems erschaffen, dass
nicht hierarchisch sein möchte. Ihre Ideen und Vorstellungen von
der Gleichheit sollen die Grundlage schaffen und sind damit selbst ebend
nicht gleich. Dieses Paradoxon endet in dem, was man aus den
Geschichtsbüchern kennt, da die Idee der Gleichheit erzwungen
werden muss und es zudem genügend Menschen mit weniger guten
Absichten gibt, als die träumerischen Initiatoren sich ausmalen könnten.
Erst verkauft man uns die institutionalisierte Korruption des Quartetts
aus Regierungsbürokratien, Zentralbanken, Banken und
supranationalen Bürokratien als "neoliberale", freie
Marktwirtschaft, zerstört die natürlichen und wirtschaftlichen
Grundlagen ganzer Generationen und Völker, und dann führt man
uns hübsche Gesichtchen vor, die uns das nächste
totalitäre Experiment schmackhaft machen sollen.
Alles läuft nach Plan.
Verteidiger der Freiheit und des Rechts sind rar heutzutage.
Die Frau sollte vielleicht Skandinavien besuchen. Dort hat man die
Probleme, die sie umtreiben, weitestgehend geloest.
Nicht jeder ist eben in einer rueckstaendigen politischen Kultur
gefangen. Es stoert schon, dass manche meinen, ihr persoenlicher
Tellerrand ist der wahre Horizont.
Einig sind sich Studenten immer schnell wenn es um kostenlose Bildung geht. Das sie sich dann von Kommunistischen Rattenfängern für weitergehendes einspannen lassen ist ebenfalls nichts neues.