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Zum Tod von Ray Manzarek : Keyboarder der „Doors“ gestorben

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Ray Manzarek, hier auf einer Fotografie aus dem Jahr 2007. Bild: dpa

Mehr als vierzig Jahre nach dem Tod Jim Morrisons ist ein weiteres Mitglied der Rockband „The Doors“ gestorben. Keyboarder Ray Manzarek erlag am Montag seinem Krebsleiden.

          Mit Songs wie „Riders On The Storm“ und „Light My Fire“ schrieben „The Doors“ in den sechziger Jahren Musikgeschichte. Nach Jim Morrisons frühem Tod im Jahr 1971 ist nun ein weiteres Gründungsmitglied der legendären Rockband gestorben. Keyboarder Ray Manzarek starb am Montag in einer Klinik im bayrischen Rosenheim. Nach einer Mitteilung auf der Facebookseite der Band litt der Musiker seit längerem an Krebs der Gallenwege. Manzarek wurde 74 Jahre alt.

          Doors-Gitarrist Robby Krieger sagte in der Mitteilung, dass ihn der Tod seines Freundes und Bandkollegen „tief betrübt“ habe. „Ich bin froh, dass ich im letzten Jahrzehnt noch viele Doors-Lieder mit ihm spielen konnte.“ Auf ihrem Stern auf dem „Hollywood Walk Of Fame“ wurden am Montag Blumen abgelegt. 2007 waren „The Doors“ auf dem berühmten Bürgersteig in Hollywood verewigt worden.

          Soundtrack für die Gegenkultur

          Manzarek wuchs als Sohn polnischstämmiger Einwanderer in Chicago auf. Zum Studieren ging er 1960 nach Los Angeles. Wie Jim Morrison schrieb er sich an der UCLA-Filmschule ein. Am Strand von Venice Beach lernte er den Rock-Poeten 1965 kennen. Manzarek gefielen Morrisons Songs und Gedichte, spontan gründeten sie die Band. Der Name „The Doors“ stammte von dem psychedelischen Essay „Die Pforten der Wahrnehmung“ von Aldous Huxley. Gitarrist Robby Krieger und Drummer John Densmore kamen dazu.

          Sie hatten gerade einmal sechs Jahre Zeit, um Hits wie „The End“ „Light My Fire“, „Break On Through (To the Other Side)“ und „Moonlight Drive“ zu schreiben. Sie lieferten den Soundtrack zu Drogen-Partys von Hippies, Vietnam-Kriegsgegnern und aufbegehrenden Studenten. Mit „L.A. Woman“ brachten sie ihr sechstes Studioalbum heraus, das letzte vor Jim Morrisons Tod 1971. Er starb im Alter von 27 Jahren in Paris. Sein früher Tod ließ die Band zur Legende werden.

          Ein Beitrag zur Protestformen

          Die übrig gebliebenen Musiker veröffentlichten weitere Platten ohne ihren Sänger - sie hinkten dem Erfolg ihrer früheren Welthits hinterher. Zwei Jahre später löste sich die Band auf. Nur selten standen Krieger, Densmore und Manzarek noch gemeinsam auf der Bühne, etwa 1993, als die Band in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde.

          Unter dem alten Band-Namen mit dem Zusatz „Doors of the 21st Century“ machten Manzarek und Krieger ab 2002 wieder gemeinsame Sache. Doch es gab Krach mit Densmore, der selbst nicht mitspielte. Er verklagte sie wegen Vertragsbruch, um ihnen die Benutzung des alten
          Bandnamens zu verbieten.

          Mit dem neuen Frontmann Ian Astbury rockten die Altmitglieder Manzarek und Krieger 2004 in Brüssel vor einer neuen Generation von Musikfans. „Vor allem vermitteln die Doors ein Gefühl der Hoffnung, aber auch eine gehörige Portion Kraft und eine Leidenschaft für die Kunst“, sagte Rockveteran Manzarek damals einer Agentur. „Unsere Musik sagt ganz viel darüber, wie man sich vernünftig verhält in einer chaotischen Welt.“ In den sechziger Jahren hätten sie versucht, „den Wahnsinn in Vietnam zu stoppen. Das war der Grund, dass es die Doors überhaupt gab. Neben der Musik sind bestimmte Dinge zu tun. Unseren bescheidenen Beitrag dazu liefern wir noch heute.“

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