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Zum Tod von Dave Brubeck Nimm fünf und halte sie fest

Schon zu Lebzeiten war er eine Legende des Jazz. Er hat die weiße Mittelschicht für diese Musik erobert. Ungewöhnliche Rhythmen waren sein Markenzeichen. Er hat der Weltmelodie "Take Five" zum Durchbruch verholfen. 

© REUTERS Vergrößern Jazzlegende Dave Brubeck (6. Dezember 1920 bis 5. Dezember 2012)

Am Vorabend seines 92. Geburtstags ist Dave Brubeck, der weltberühmte amerikanische Jazz-Pianist, Komponist, Arrangeur und Bandleader in Norwalk/Connecticut gestorben.

Der am 6. Dezember 1920 geborene Brubeck wurde durch seine Mutter Elisabeth, einer Pianistin und Musiklehrerin, von klein auf mit Musik vertraut gemacht. Sie brachte ihm auch das Klavierspielen bei; außerdem erlernte er das Cellospielen. Als er 12 Jahre alt war, zog die Familie auf eine Ranch am Fuße der Sierras um, wo sein Vater Howard „Pete“ Brubeck sich als Viehzüchter betätigte. Brubeck wuchs zusammen mit seinen älteren Brüdern Henry und Howard auf, die wie er eine musikalische Laufbahn einschlugen.

Brubeck trat bereits im Alter von 13 Jahren mit professionellen Jazzgruppen auf. 1938 schrieb er sich am College in Stockton/Kalifornien zunächst für Tiermedizin ein, wechselte jedoch bald zur Musik und leitete eine 12-Mann-Collegeband. Aufgrund seiner Fähigkeiten in Kontrapunkt und Harmonik durfte er ab 1942 am Mills College in Oakland weiterstudieren, obwohl er keine Noten lesen konnte.

Die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs

Ende 1942 meldete er sich zum Militärdienst und nahm in General Pattons Dritter Armee in Europa am Zweiten Weltkrieg teil. Dort stellte er 1944 eine Band aus Frontrekonvaleszenten mit dem Namen „The Wolf Pack“ zusammen - eine der ersten gemischtrassigen in der Army. Die Kriegserlebnisse veränderten nach eigenem Bekunden sein Leben und lösten ein „spirituelles Erwachen“ aus; er beschloss, Komponist zu werden und „Musik über Frieden und die Gemeinschaft der Menschen“ zu schreiben.

Dieses Kompositionsstudium nahm er nach Kriegsende, das er in Bayern erlebte, und der Rückkehr ans Mills College bei dem französischen Komponisten Darius Milhaud auf. Milhaud, der selbst klassischer Musiker war, ermutigte seine Studenten, den damals noch verpönten Jazz zu spielen und die Freiheiten des Improvisierens zu nutzen.

In seiner Studienzeit gründete er mit Kommilitonen das Jazz-Oktett „The Jazz Workshop Ensemble“ (1946; später umbenannt in „Dave Brubeck Octet“), in dem die jungen Musiker mit komplexen Rhythmen und Polytonie experimentierten. Erfolge konnte die Gruppe mit dieser komplizierten Musik nicht erreichen, und so rief Brubeck 1949 mit dem Schlagzeuger Cal Tjader und dem Bassisten Norman Bates (bald durch Ron Crotty ersetzt) ein Jazz-Trio ins Leben, mit dem er bis 1951 einige Stücke aufnahm und Preise als Nachwuchsmusiker erhielt.

Das Dave Brubeck Quartet

Nachdem er 1951 durch einen schweren Schwimmunfall zu einer mehrmonatigen Pause gezwungen worden war, erfolgte der musikalische Neuanfang in einer erweiterten Formation: Der Altsaxofonist Paul Desmond stieß zu dem Trio, das nun als „Dave Brubeck Quartet“ auftrat und innerhalb weniger Jahre große Popularität erreichte. Mit dieser Formation verwirklichte er seine Ideen eines kammermusikalischen Jazz, die auf dem Hard Bop und der bei Milhaud erworbenen Kompositionstechnik beruhten.

Ein erster Erfolg war der Auftritt im Oberlin College 1953, später veröffentlicht als „Jazz at Oberlin“. 1954 war Brubeck - als erster Musiker nach Louis Armstrong - auf dem Titelblatt des „Time Magazine“ abgebildet und erhielt ein ausführliches Feature - ein erster Hinweis darauf, dass der Jazz dabei war, gesellschaftsfähig zu werden.

Die Band war auf zahlreichen Tourneen unterwegs und sorgte dafür, dass ihre als „West Coast Cool“ bekannte Jazzmusik den Weg in die Säle und die intellektuelle Atmosphäre der Colleges fand. Das Quartett spielte aber auch in führenden Jazz-Clubs und ging mit Charlie Parker, Dizzy Gillespie oder Stan Getz auf Tournee. 1958 sponserte das amerikanische Außenministerium die erste internationale Tour, die die Gruppe von Polen über Indien bis in den Irak führte.

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