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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Zum Tod Scott McKenzies Ein Sommer

 ·  „Be sure to wear some flowers in your hair“, sang Scott McKenzie einst in seinem Lied „San Francisco“, das sofort zur Hymne der Hippiekultur aufstieg. Sein Tod markiert nun auch das Ende einer Ära.

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© dpa Scott McKenzie während eines Auftritts im Jahr 1987

Heute wird mit dem Sänger Scott McKenzie eine Ära zu Grabe getragen. Gestorben ist sie schon vor langer Zeit, bald nach 1968, als mit Watergate und Wirtschaftskrisen erst in Amerika und dann bei uns die Träume von einer gerechten und friedlichen Welt verwehten. „There’s a whole generation, with a new explanation - people in motion“, hieß es 1967 in McKenzies Hit „If You’re goin to San Francisco“. „A generation on the move“ lauten heute die Anfangszeilen des Superdancehits „Cryin at the Discotheque“. Nichts sagt deutlicher, wie spurlos die Ideale der Hippiekultur verschwanden.

„Be sure to wear some flowers in your hair“. Was das Lied, das sofort zur Hymne aufstieg, forderte, erregt heute mitleidiges Lächeln. Damals, unter der Todesdrohung des Vietnamkriegs, kanalisierte es Angst und Zorn. Und forderte Mut - den nämlich, den schon hundert Jahre zuvor ein Viktorianer meinte, als er erklärte, es brauche für einen Mann mehr Mut, lange wallende Haare zu tragen als in den Krieg zu ziehen. Scott McKenzie, damals 28, wusste, wovon er sang: Er und John Philipps, bald darauf Leader des legendären Hippiequartetts „Mamas & Papas“, hatten jahrelang, verhöhnt als Drückeberger, mit langen Haaren und ramponierten Gitarren auf Folkbühnen gestanden und Anschluss an die Megaerfolge des Trios Peter, Paul & Mary gesucht, Dann, sanft benebelt vom Duft kalifornischer Mimosen und anderer Pflanzen, schufen sie mit ihrem Song ein neues Genre; Flower-Power-Musik beherrschte samt der Friedensbotschaft einige Zeit weltweit die Hitparaden.

Das Scheitern der Friedenssuchenden vorausgesehen

„For those who come to San Francisco, summertime will be a love-in there.“ Mehr als einige Sommer waren diesem Credo nicht gegeben: 1967 gingen Bilder der „Blumenkinder“ um die Welt, 1968 das des vietnamesischen Säuglings, dessen Haut in Fetzen hängt. Scott McKenzie, der mit „Like an old time movie“ nur einen Nachfolgehit bot, verbrachte Jahre als musikalischer Zulieferer der Mamas & Papas.

Unter ihrem Namen tourte er 1998 mit zwei Sängerinnen und Barry McGuire durch England. Eine umso traurigere Angelegenheit, als McGuire schon 1965 mit „Eve of destruction“ das Scheitern aller Friedenssuchenden vorausgesagt hatte. Doch das ist noch gründlicher vergessen als die Frisco-Ballade. Scott McKenzie starb am 18.August in Los Angeles. Er wurde 73 Jahre.

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Jahrgang 1949, Redakteur im Feuilleton.

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