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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Zuckmayers „General“ in Frankfurt Des Teufels Blablabla

 ·  Dass Carl Zuckmayers Kriegsdrama vom Teufelsgeneral sich überlebt hat, ahnte man lange. Das Schauspiel Frankfurt tritt nun mit einem luftlosen, gruftdunklen Abend den Beweis an.

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Eckart Härter

Inszenierung grauenhaft (?) - das Thema zeitlos aktuell !

Eine grauenhafte Inszenierung ist halt "modernes" Theater (das ich schon lange nicht mehr sehen will). Dass aber "Des Teufels General" sich überlebt haben soll, kann nicht unwidersprochen bleiben. Schliesslich ist auch die DDR noch nicht allzu lange überwunden. In Zuckmayers Tragödie geht es doch um grundsätzliche Fragen von menschlichem Verhalten und Charakter. Gerade kürzlich wurde der Rommel-Film lebhaft diskutiert, in dem es um dasselbe geht. Millionen, auch die späteren Widerständler, haben lange bei dem begangenen Unrecht und Schlimmerem (mehr oder weniger begeistert) mitgemacht - solange wie gesiegt wurde. Die andere Frage: darf ein Widerständler, um das System zum Einsturz zu bringen, reihenweise ahnungslose Kameraden in den Tod schicken? Diese Themen sind niemals ausdiskutiert, weil zeitlos aktuell. Jede Generation muss sich aufs Neue damit auseinandersetzen. Und Zuckmayer ist ein grossartiger Schriftsteller, der die Probleme packend und atmosphärisch stimmig thematisiert.

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Karl Altmann
Karl Altmann (Sahrib) - 19.11.2012 14:30 Uhr

Zuckmayer, der übergefühlige Allesversteher

ist natürlich ein Fossil, das erstaunlich lange in die Gegenwart hineinragte. Die Antipoden sind die gefühllosen Nichtversteher, die die Gegenwart bevölkern und das Dunkel der Geschichte mit ihrem hellen Moralismus ausleuchten wollen, der die Welt in Gut und Böse teilt, wobei sie selbstverständlich davon ausgehen, das sie in jeder Zeit immer bei den Guten gewesen wären.
Ei, wie widerständig sind doch heute die Jounalisten und Kritiker und stehen aufrecht für Zivilcourage und die richtigen Deutungen. Das Dritte Reich hätte wahrscheinlich keine 2 Jahre überlebt, wenn es nur damals so viele brave Leute gegeben hätte. Die Straßen wären voll gewesen vor couragierten Menschen, da hätte die Gestapo aber sofort um Selbstauflösung gebeten. Es stimmt, da war kein Platz für Tragik, nur für Charakterschweine - oder eben die Guten.

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Jahrgang 1950, Redakteur im Feuilleton.

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