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Theater : Käthe Reichel gestorben

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Käthe Reichel, 1926 bis 2012 Bild: dpa

Sie spielte für Bertolt Brecht und Thomas Langhoff - Käthe Reichel gehörte zu den großen Schauspielerinnen der DDR. Jetzt ist die Charakterdarstellerin mit 86 Jahren gestorben.

          Käthe Reichel, Brecht-Schülerin und eine der bekanntesten Schauspielerinnen der DDR, ist tot. Sie starb in der Nacht zum Freitag im brandenburgischen Buckow im Alter von 86 Jahren, wie der Eulenspiegel Verlag mitteilte.

          Die 1926 in Berlin geborene Reichel kam 1950 an Brechts Berliner Ensemble (BE), wo sie in vielen Inszenierungen auftrat. Brecht hatte sie für das Theater entdeckt. Unter Brecht und Benno Besson wurde sie zu einer der wichtigen Protagonistinnen des Hauses. Ihre Lieblingsrolle war Zeit ihres Lebens die Titelfigur in „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“. Reichel blieb dieser Figur bis in die Gegenwart treu, sie erkundete die Gestalt von verschiedenen Seiten, etwa auch in George Bernard Shaws „Heilige Johanna“ oder als 90 Minuten langer Monolog in einem Ein-Personen-Stück.

          Seit 1961 war Reichel fest am Deutschen Theater engagiert. In ihren Filmrollen verkörperte sie die Figur der politisch bewegten Künstlerin. Einem größeren Publikum wurde sie als DEFA-Schauspielerin bekannt, etwa in dem Märchenfilm „Wie heiratet man einen König“ oder der „Legende von Paul und Paula“. Eine ihrer wenigen Hauptrollen vor der Kamera spielte sie in dem Fernsehfilm „Muhme Mehle“ von Thomas Langhoff. Kritiker waren von ihren sparsamen Gesten und der Genauigkeit beeindruckt. Reichel wirkte resolut und naiv zugleich.

          Politisch engagiert

          Die Schauspielerin setzte sich auch für die Bürgerrechte in der DDR ein. 1976 protestierte sie gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Während der Wendezeit hielt sie auf der historischen Demonstration vom 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz eine Rede für Freiheit und Demokratie.

          Während des zweiten Golfkriegs beteiligte sie sich an der Aktion „Mütter, versteckt eure Söhne“, für das „Komitee der Mütter Russlands“ sammelte sie Unterschriften. Ihre Meinung äußerte sie in Artikeln und Reden. In dem 2011 erschienenen Erinnerungsbuch „Dämmerstunde. Erzähltes aus der Kindheit“ (Verlag Neues Leben) schrieb sie in einprägsamen Geschichten von ihrer Kindheit und Familie.

          Seit einigen Jahren lebte Reichel in Buckow am Schermützelsee in der Märkischen Schweiz - an jenem Ort in Brandenburg, wo einst auch Brecht und Helene Weigel ihren Sommersitz hatten.

          Quelle: FAZ.NET mit dpa

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