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Theater : Gert Voss ist tot

  • Aktualisiert am

Gert Voss, 1941 bis 2014 Bild: picture alliance / picturedesk.c

Er galt als der herausragende Schauspieler seiner Generation. Am Sonntag ist Gert Voss nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Die Theaterwelt trauert.

          Der Schauspieler Gert Voss ist tot. Er starb am Sonntag nach einer kurzen schweren Krankheit im Alter von 72 Jahren, wie das Burgtheater am Montag mitteilte. Voss galt als einer der herausragenden Schauspieler seiner Generation, der in fast sämtlichen großen Rollen der Theatergeschichte brillierte.

          „Das Burgtheater ist in tiefer Trauer über den Verlust dieses in der europäischen Theaterwelt einzigartigen Schauspielers und großen Menschen“, teilte die Bühne mit.

          Gert Voss war Ehrenmitglied des Burgtheaters und Träger zahlreicher Auszeichnungen wie dem Fritz-Kortner- und dem Nestroy-Preis. Seine Stationen waren die Bühnen in Konstanz, Braunschweig, München, Stuttgart und Bochum.

          1986 wechselte Voss mit Intendant Claus Peymann ans Burgtheater in Wien und wurde im selben Jahr als Richard III. gefeiert. Mehrfach spielte er den „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen.

          „Mit Gert Voss verliert das Burgtheater einen virtuosen Charakterdarsteller mit phänomenaler Strahlkraft“, sagte Interims-Intendantin Karin Bergmann.

          „Undurchsichtigkeit finde ich schöner“

          Voss, 1941 in Shanghai geboren, besuchte Schulen in Köln, Heidenheim und Friedrichshafen am Bodensee. Er studierte in Tübingen und Stuttgart, wechselte dann aber zum Theater. Ausschlaggebend war eine Eignungsprüfung am Schauspiel in Stuttgart, die positiv ausfiel.

          Als „Theaterreise“ beschrieb Voss in seiner Autobiografie mit dem Titel „Ich bin kein Papagei“ sein Leben. In der Tat hatte der Mann mit der rauen Stimme stets versucht, den Figuren seine ganz eigene Interpretation zu geben. Sie waren nie eindeutig gut oder böse. „Undurchsichtigkeit finde ich schöner“, sagte er einmal. Es ging ihm darum, die verborgenen Facetten eines Charakters aufzuspüren.

          Die Ausflüge ins Fernseh- und Filmgeschäft waren rar. Voss spielte mit in Axel Cortis „Radetzkymarsch“ und Paulus Mankers „Der Kopf des Mohren“. Im Jahr 2012 war er in der Komödie „Zettl“ von Helmut Dietl im Kino zu sehen.

          Lesen Sie hier Gerhard Stadelmaiers Würdigung Gert Voss' zum siebzigsten Geburtstag.

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