27.10.2006 · Die umstrittene Oper steht wieder auf dem Spielplan: Noch in diesem Jahr soll „Idomeneo“ zweimal in der Deutschen Oper Berlin aufgeführt werden. Zuvor war das Landeskriminalamt zu dem Ergebnis gekommen, daß „gefährdende Ereignisse“ unwahrscheinlich seien.
Die Deutsche Oper Berlin plant noch in diesem Jahr zwei Aufführugen der aus Furcht vor Anschlägen islamistischer Terroristen abgesetzten Mozart-Oper „Idomeneo“. Zu dieser Entscheidung kamen laut einer Mitteilung der Oper vom Freitag die Senatoren für Inneres Kultur, Ehrhart Körting und Thomas Flierl, sowie der Generaldirektor der Stiftung Oper, Michael Schindhelm und die Intendantin Kirsten Harms.
Zuvor war eine neue Gefährdungsbewertung des Landeskriminalamtes zu dem Ergebnis gekommen, daß „gefährdende Ereignisse“ im Falle einer Wiederaufnahme eher unwahrscheinlich seien. Diese Einschätzung berücksichtige auch das große Medieninteresse an dem Fall. Die Polizei sei selbst bei einer emotionalisierten Berichterstattung in der Lage, die Sicherheit zu gewährleisten.
Der Sprecher der Deutschen Oper, Alexander Busche, sagte am Donnerstag auf Anfrage, die Gespräche über eine Wiederaufnahme des Stückes seien in vollem Gange. In der Schlußszene in der Inszenierung von Hans Neuenfels werden die abgeschlagenen Köpfe von Mohammed, Buddha und Jesus auf die Bühne getragen.
Die Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, hatte die Oper im September nach einem Anruf von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) abgesetzt. Eine konkrete Bedrohung gab es aber nicht. Harms hatte zuvor gesagt, vor einer Entscheidung über die Wiederaufnahme von „Idomeneo“ wolle sie „eine neue Einschätzung unter Zurücknahme der ersten durch das Landskriminalamt“.