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Darmstädter Ferienkurse : Unüberwindbare Hürden bei Frauenquote

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Die Internationalen Ferienkurse für neue Musik in Darmstadt können sich nicht erklären, warum Frauen das Angebot eher meiden: Probe des Ensemble Modern mit Corinna Harfouch, die im Sommer 2008 beim Ferienkurs für Neue Musik zu einer Komposition von Manos Tsangaris Valentin-Texte auf Bayerisch sprach. Bild: Wonge Bergmann

2014 veröffentlichten die Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt verheerende Statistiken zur Frauenquote. Wird 2018 die 50 Prozent Quote erreicht?

          Armin Köhler, der zu früh verstorbene Künstlerische Leiter der Donaueschinger Musiktage, wurde von der Karlsruher Kulturamtsleiterin Susanne Asche in Vorbereitung der dreiwöchigen Feierlichkeiten des sechzigsten Geburtstags von Wolfgang Rihm en passant gefragt, wie hoch der Frauenanteil denn bei seinen Tagen für zeitgenössische Musik sei. Köhler konnte antworten, es gäbe in diesem Jahr deutlich mehr aufgeführte Komponistinnen als Komponisten. Das Geschlecht spiele für ihn primär aber keine Rolle, sondern die Qualität.

          Das war im Jahr 2011. Diese Position, nämlich die Qualität des musikalischen Kunstwerks für dringlicher zu halten als die gesellschaftspolitische Frage nach dem Geschlecht der Autoren, wäre heute, im aufgeheizten *-Zeitalter, politisch unmöglich, wie das momentane Anmeldeverfahren für die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt 2018 belegt. Nachdem 2014 die amerikanische Komponistin Ashley Fure für die Ferienkurse eine durchaus erwartbar verheerende Statistik zur Frauenquote in Darmstadt veröffentlichte – sie erhielt im gleichen Jahr nicht dafür, sondern für ein Ensemblewerk den Kranichsteiner Kompositionspreis –, wurde für das Anmeldeverfahren in diesem Jahr eine strikte Quote in Form von zwei getrennten Anmeldekontingenten eingeführt. Wegen der hälftigen Teilung der Kursplätze in Frauen und Männer war das Männerkontingent schnell ausgeschöpft. Bei den Frauen blieben hingegen noch Plätze offen.

          Frauenquote noch nicht erfüllt

          Italienische Komponisten mit dem Vornamen Andrea oder Bewerber aus Südkorea, deren Geschlecht man hierzulande nicht unbedingt am Namen erkennt, konnten sich freuen, sofern sie sich hätten anmelden wollen, weil keine Kopie des Ausweises in Darmstadt verlangt wurde, wie sonst üblich bei Wettbewerben und Veranstaltungen dieser Art. Der Kursleiter Thomas Schäfer vertraut da auf die Ehrlichkeit der Neue-Musik-Community, meinte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Ob das geklappt hat, werden wir ab dem Start der Ferienkurse am französischen Nationalfeiertag – Freiheit, Gleichheit und wie lautet nochmal die dritte Forderung? –, dem 14. Juli, zu hören bekommen. Schäfer bedauert jedenfalls, dass trotz intensiver Versuche, die Fünfzig-Prozent-Frauenquote voll zu erfüllen, dieses Ziel nicht erreicht wurde. Es gäbe scheinbar immer noch unüberwindbare Hürden für Frauen, sich anzumelden. Ashley Fure immerhin ist dieses Jahr als Kompositionsdozentin vertreten.

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