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John Cleese in Frankfurt : Mama, ich lass dich ausstopfen

Warum schreit man das Personal am besten auf Deutsch an? John Cleese am Montag bei seinem Auftritt in Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

Was macht eine gute Pointe aus? John Cleese will es in Frankfurt noch mal wissen. Sollte es im Publikum Ansätze von Zurückhaltung gegeben haben: Sie starben gleich zu Beginn des Abends in der Alten Oper.

          Da Wissenschaftler endlich bestätigen, was der Volksmund lange weiß – dass Lachen gesund ist –, war der Montag in der Frankfurter Alten Oper ein Abend, den die Krankenkassen mit Bonuspunkten belohnen müssten. Zwar erreichte er nicht den weiland von Ephraim Kishon geschilderten, frenetischen Lachpegel englischer Comedysendungen, der Radioapparate zum Implodieren bringt, aber viel fehlte nicht. Dabei hatte John Cleese seine Tour mit einem elegischen Abschiedsmotto unterlegt: „Last time to see me before I die“.

          Hannes Hintermeier

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Neue Sachbücher“.

          Nächstes Jahr wird er achtzig, ansehen tut man ihm das nicht. In der „Hauptstadt der Geldwäsche“, wie er Frankfurt zu nennen beliebte, gab es, anders als etwa im schwarzhumorigen Wien, keinen Zusatztermin. Ist es mit dem Humor in der „City of the Euro“ doch nicht so weit her? Die Zuschauer, die zum Teil von weit her kamen, spiegelten in ihrer Heterogenität die lange Karriere des John Cleese sowie seine Vorliebe für radikalen Humor – er ist ein Albtraum für Politkorrektler.

          Das Bild, das seine dritte Ehefrau beim täglichen Geldabheben zeigen soll – die Scheidung von der dritten Ehefrau hatte Cleese um zwanzig Millionen Dollar erleichtert –, macht das deutlich. Um sein aufreibendes Leben als weltbekannter Humorist begreiflich zu machen, lässt er das Publikum stehend in Sprechchören den Text einer typischen Ein-Fan-trifft-seinen-Star-Begegnung nachsprechen. Die Ovationen des Endes werden also gleich am Anfang abgehakt. Sollte es im Publikum Ansätze von Zurückhaltung gegeben haben: Sie sterben in diesem Augenblick.

          Verfolgung bis nach Florida

          Rund achtzig Nächte des Jahres verbringt Cleese in Hotels. Aus diesem Erlebnisfundus zimmert er eine Typologie der Rätsel, die jeden Hotelgast weltweit betreffen. Warum verschanzt sich das Rezeptionspersonal immer dann, wenn besonders viele Gäste einchecken wollen? Deswegen. Warum kommt ein Zimmermädchen und schlägt die Bettdecke um? Würden nicht einmal Mütter machen. Warum ist das erste Blatt Toilettenpapier zu einem Dreieck gefaltet? Damit der Gast weiß, das es zuvor nicht benutzt wurde. Warum schreit man das Personal am besten auf Deutsch an? Weil das die Leute wirklich einschüchtert.

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          Die Sketche der Komikertruppe Monty Python, die Cleese 1969 mitbegründete, sind auf Leinwand immer dabei. Und doch wechselt Cleese im Stil eines Conferenciers zwischen historischen Reminiszenzen und aktuellen Ausflügen, es soll keinesfalls Weihrauch wabern. Er erzählt vom rüden Hotelier Donald Sinclair aus Torquay, der ihm als Vorbild für seine Figur des Basil Fawlty diente. Als Cleese zehn Jahre nach Ausstrahlung der Serie in den mittleren Siebzigern das Vorbild preisgab, verfolgte die Presse Sinclair, bis sie ihn in Florida aufspürte.

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