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Komponist und Dirigent : Pierre Boulez gestorben

  • Aktualisiert am

Ohne Taktstock, aber mit viel Verständnis für die Persönlichkeit des einzelnen Musikers: Pierre Boulez als Dirigent. Bild: dpa

Er war einer der wichtigsten Musiker der Moderne: Der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez ist im Alter von 90 Jahren in Baden-Baden gestorben.

          Eigentlich wollte er Mathematiker werden. Dann fiel er gleich zweimal durch bei den Aufnahmeprüfungen, sowohl am Konservatorium in Lyon wie auch in Paris. Und doch wurde aus Pierre Boulez einer der wichtigsten Vertreter der musikalischen Avantgarde: Neunzehnjährig ging er in Paris in die Analysekurse zu Messiaen, nebenbei nahm er Kontrapunktunterricht bei Andrée Vaurabourg, der Ehefrau des Komponisten Arthur Honegger, die sich später vor allem an Zweierlei erinnert hat: Boulez kam niemals zu spät, und „er schien immer alles zu wissen.“

          Mit „Le marteau sans maitre“, nach Gedichten von René Char, gelingt 1955 der Durchbruch beim Festival in Donaueschingen, ein viel bewundertes Jahrhundertwerk und ein Unikat. Vierundvierzig Proben hatte der Dirigent Hans Rosbaud darauf damals verwenden müssen. Er war es auch, der Boulez überredete, nach Baden-Baden umzuziehen, in die Nähe des Südwestrundfunks, wo er seit 1958 und bis zu seinem Tode lebte.

          In seinen frühen Kompositionen kreuzen sich deutlich die Spuren der konstruktiven Lakonie mit den farbsinnlichen Freiheiten Debussys. Nicht mehr als dreißig Musikstücke vollendete er, das Handwerk des Dirigierens brachte er sich selbst bei – und brachte es, stets ohne Taktstock, nach und nach zu Erfolgen, die ihn bis nach New York und Bayreuth führten.

          Pierre Boulez ist am Dienstagabend im Alter von 90 Jahren in Baden-Baden gestorben. Das bestätigte sein Büro am Mittwoch in Paris.

          Quelle: FAZ.NET

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