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Zara Larsson in Frankfurt : Geboren, um zu performen

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Glitzersternchen: Zara Larsson in der Frankfurter Jahrnunderthalle Bild: Wonge Bergmann

Ganz schön tanzbar: Die schwedische Pop-Hoffnung Zara Larsson sorgt in der Frankfurter Jahrhunderthalle für Hysterie.

          Wer funkelt intensiver im Stroboskoplichtgeflacker? Ist es Zara Larsson im glamourösen knappen Glitzeranzug? Oder doch die üppig mit silbernem Lametta dekorierte Bühnenkulisse, über die der an früher erinnerte Opa Hoppenstedt wohl Worte grenzenloser Begeisterung fände? Alles in allem hinterlässt die schwedische Sängerin Zara Larsson bei ihrem knapp siebzig Minuten dauernden Besuch in der Jahrhunderthalle Frankfurt einen überaus glänzenden Eindruck. Da singt, tanzt, performt und unterhält eine von vier Musikern, zwei Backgroundsängerinnen und vier Tänzerinnen unterstützte 19 Jahre alte Sängerin hochprofessionell mit dem Anspruch, sich in der gleichen Nische wie die amerikanischen Superstars Beyoncé und Rihanna zu etablieren.

          Vom kompakten Auszug beider Alben „1“ (2014) und „So Good“ (2017) der im Stockholmer Stadtbezirk Enskede-Årsta-Vantör aufgewachsenen Tochter eines Armeebediensteten und einer Krankenschwester zeigen sich in der nicht ganz ausgelasteten Jahrhunderthalle mehrheitlich weibliche Teens und Twens angetan. Zara Larsson fungiert mit ihrer Geschichte vom Aufstieg aus kleinen Verhältnissen durchaus als Rollenmodell für die immer wieder gerne mal in Hysterie verfallende Fangemeinde: Von der dritten Klasse an unterzog sich die willensstarke Blondine einer Ausbildung an der Königlichen Schwedischen Ballettschule, die sie allerdings abbrach. Mit knapp zehn Jahren nahm sie am populären TV-Gesangswettbewerb Talang 2008 teil, den sie gewann. Eine erste Single mit einer stimmstarken Coverversion von Céline Dions „My Heart Will Go On“ erschien wenig später und eroberte auf Anhieb Platz sieben in den schwedischen Charts.

          Dass es dann noch einmal fünf Jahre dauerte, bis mit dem sechsfach mit Platin ausgezeichneten Nummer-eins-Hit „Uncover“ in Schweden ein Nachfolger bereitstand, dürfte dem besorgten Elternhaus geschuldet gewesen sein, das einer allzu frühen Karriere kritisch gegenüberstand.

          Ausgelassene Clubatmosphäre

          „Uncover“ fehlt im lediglich durch gelegentliche Choreographien aufgelockerten, aber ansonsten recht schmucklos gehaltenen Showkonzept ebenso wenig wie die weiteren schwedischen Nummer-eins-Positionen „Ain’t My Fault“, „Lush Life“ und „Never Forget You“. Mit letzteren beiden Songs gelang es Zara Larsson, sich auch in Großbritannien zu etablieren. „Never Forget You“, eine im Duett mit dem britischem Allroundtalent MNEK entstandene muntere Pop-House-Ode, dient Larsson denn auch als Einstiegssong ihrer auf ausgelassene Clubatmosphäre zielenden Genre-Überblendungen.

          Weitere Repertoiredetails wie das im Gespann mit Tinie Tempah entstandene „Girls Like“, das mit einem Schnipsel von Ed Sheerans „Shape Of You“ ausgestattete „Don’t Let Me Be Yours“ sowie die auf weibliche Emanzipation abzielende Hymne „Make That Money Girl“ verdeutlichen Larssons Anspruch, sich mit einer stets tanzbaren Mixtur aus Electropop, House, R&B, Funk, Soul, Ragga und HipHop im weltweiten Ranking aktueller Pop-Kultur einen Platz ganz weit vorne zu erobern. Balladeskes wie „Uncover“, „I Can’t Fall In Love Without You“ oder das mit der denkwürdig erotischen Zeile „I don’t wanna shower even if I stink, ’cause I don’t wanna wash you off my skin“ eröffnende „Only You“ lassen das Herzpochen der ohnehin sich in extremen Gefühlswallungen befindlichen Damenwelt vor der Bühne noch um einige Grade steigern. Dass die Duettbeiträge von MNEK, Ty Dolla Sign, Wizkid und Clean Bandit lediglich aus der Konserve stammen – geschenkt. Zum Finale des kurzweiligen Gastspiels unterstreicht Zara Larsson dann noch einmal eindringlich, um was es ihr in erster Linie geht: „Ich wurde geboren, um zu performen. Mein Dank gilt euch, dass ich meinen Traum leben darf.“

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