http://www.faz.net/-gs3-7wck0

Bayreuth entlässt Meese : Viel zu teuer

  • Aktualisiert am

Nimmt die Erzkunst ernst: Im August 2013 grüßt Jonathan Meese vor Gericht Bild: dpa

Der Provokationskünstler Jonathan Meese hatte noch beteuert, „Richard Wagner sachlichst dienen“ zu wollen. Allein von seinen Vorstellungen der „Parsifal“-Inszenierung 2016 sah man sich in Bayreuth überfordert. Finanziell.

          Gute Botschaft aus Bayreuth: Die künstlerische Leitung der Richard-Wagner-Festspiele hat sich, im Einvernehmen mit den Gesellschaftern, gerade noch rechtzeitig von der Idee verabschiedet, Jonathan Meese sei die Idealbesetzung für Regie, Bühnenbild und Kostüme des „Parsifal“. Die nächste „Parsifal“- Neuinszenierung steht in Bayreuth planmäßig für 2016 an. Sie folgt auf die legendäre Bayreuther „Parsifal“-Lesart von Stefan Herheim, der parallel zu diesem mythenumwölkten Alterswerk Richard Wagners auch recht handfest die politische Geschichte Deutschlands und des Wagnerclans mit ins Bild gesetzt hatte.

          Mythenzerstäuber und Kunstdiktatur-Installateur Meese stand bereits seit Sommer 2012 für die „Parsifal“-Regie unter Vertrag. Er beteuerte damals, „wahnsinnig präzise Richard Wagner sachlichst dienen“ zu wollen, gab aber auch zu verstehen, dass er dessen Musik eher unverständlich finde. Inzwischen sind, wie der kaufmännische Geschäftsführer der Festspiele, Heinz-Dieter Sense, am Freitag mitteilte, „erhebliche Finanzierungsprobleme“ aufgetaucht, was das von Meese vorgelegte Konzept für Bühne und Kostüme anbetrifft. Diese Ausstattung sprenge das Bayreuther Budget. Man müsse sich folglich von Meese trennen.

          Was genau so teuer daran wird, wurde nicht mitgeteilt. Wie verlautet, wollte Meese das Stück bundesgartenschaumäßig aus einer riesigen, bühnenfüllenden Blüte entfalten. Ein Ersatzregisseur ist zur Stunde noch nicht gefunden. Die musikalische Leitung des neuen „Parsifal“ wird, wie vorgesehen, Andris Nelsons übernehmen.

          Weitere Themen

          Sachsen liegt am Meer

          DDR-Roman von Bernd Wagner : Sachsen liegt am Meer

          Wo die Sprache nur zwei Grundstimmungen, die Sentimentalität und die Brutalität, zu kennen scheint. Bernd Wagners großes Buch über eine Jugend in der DDR ist ein selbstkritischer Heimatroman.

          Rettung für Huddersfield Video-Seite öffnen

          Premier League : Rettung für Huddersfield

          Ein Punkt war noch nötig zum Klassenverbleib: Huddersfield Town mit dem deutschen Trainer David Wagner gelingt die Rettung in der Premier League. Der Klub war im Vorjahr aufgestiegen.

          Topmeldungen

          DFB-Pokalfinale : Die Bayern sind gefrustet, traurig und wütend

          Die Bayern enttäuschen sich selbst und verkrümeln sich – ohne Sieger Eintracht Frankfurt die Ehre zu erweisen. Müller ist angesäuert. Trainer Heynckes nimmt die Niederlage zum Abschied wie ein Gentleman.

          Trumps Anwalt : Michael Cohens riskante Geschäfte

          Michael Cohen war jahrelang Trumps Mann fürs Grobe. Seinen Zugang zum Präsidenten versuchte er, zu Geld zu machen. Nicht nur gegenüber privaten Unternehmen.

          Deutsche Bank : Achleitner in Abstiegsangst

          Champions League adé! Die Deutsche Bank wird nach unten durchgereicht. Vor der Hauptversammlung bekommt der Aufsichtsratschef den Gegenwind zu spüren. Spielt die Bank bald in einer Liga mit dem FC Aschheim?

          Streit um Katalonien : Neuer Regierungschef brüskiert Madrid

          Der neue katalanische Regierungschef Quim Torra will in seinem Kabinett auch solche Politiker haben, die noch in Untersuchungshaft sitzen. Die Zentralregierung spricht von einer „Provokation“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.