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Eva-Maria Hagen zum Achtzigsten : Die erste eines Dreigestirns

  • -Aktualisiert am

Eva-Maria Hagen Ende August 2012 in Berlin Bild: picture alliance / dpa

Sie ist eine mutige Frau mit vielen Facetten. Als Schauspielerin, Sängerin, Malerin und Autorin machte sie sich einen Namen in Ost- und Westdeutschland. Eva-Maria Hagen zum Achtzigsten.

          Fragt man Österreicher nach berühmten Schauspieler-Dynastien, kommt prompt die Antwort Hörbiger, Wessely oder Albach-Retty. Bei uns wird lange gegrübelt, bis endlich jemand zum Beispiel auf den Fitz-Clan kommt, der mittlerweile in der dritten Generation präsent ist. Folgerichtig dürften auch die wenigsten hierzulande wissen, dass Cosma Shiva Hagen ihr schauspielerisches Talent nicht nur ihrer notorisch exzentrischen - und deshalb allgemein als Rockpopdiva bekannten - Mutter Nina Hagen verdankt, sondern auch ihrer Großmutter Eva-Maria Hagen.

          Eva-Maria Hagen im Jahr 1962 Bilderstrecke

          Als gelegentlich singende, ausnehmend schöne reife Frau kennt man sie in der wiedervereinigten Republik. Doch für die DDR war sie ein Star, die Antwort des Sozialismus auf Brigitte Bardot, die Sirene des Kapitalismus. Tochter pommerscher Landarbeiter, die es nach 1945 ins Brandenburgische verschlagen hatte, gelernte Maschinenschlosserin, war sie 1952 in Ost-Berlin zur Schauspielerin ausgebildet und 1953 von Bertolt Brecht ans Berliner Ensemble geholt worden. 1957 begann eine steile Filmkarriere bei der Defa, die sie bevorzugt blondgefärbt und figurbetont präsentierte. Das verhinderte nicht, dass sie auch durch stupendes Können auffiel und weiterhin an Ost-Berlins großen Bühnen gefragt war. Dennoch scheute Eva-Maria Hagen sich 1965 nicht, mit dem regimekritischen Liedermacher Wolf Biermann zusammenzuleben. Als er Auftrittsverbot und sie die Anklage „Staatsverleumdung“ erhielt, sagte sie sich nicht los. Die Folge: Verbannung an Provinztheater.

          Als sie 1976, seit 1972 von ihm getrennt, gegen Biermanns Ausbürgerung protestierte, kam die „Entlassung aus der Staatsbürgerschaft“. Eva-Maria Hagen begann im Westen von vorn, blieb Schauspielerin und Sängerin, wurde zur besten Zweiten. Ein Jammer, dass sie so selten ihrem großen Können gemäß besetzt wird - Deutschlands Beziehung zu seinen Schauspielern ist eben oft gedanken- und gedächtnislos. An diesem Sonnstag wird Eva-Maria Hagen achtzig.

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