02.08.2007 · Ein Protestorkan für den Regisseur Tankred Dorst, Ovationen hingegen für Dirigent Christian Thielemann und die Sänger: Mit der „Götterdämmerung“ ging der „Ring des Nibelungen“ in Bayreuth zuende.
Mit einem Protestorkan für Regisseur Tankred Dorst ging der „Ring des Nibelungen“ in Bayreuth zuende. Dirigent Christian Thielemann wurde demonstrativ gefeiert, ebenso die Sänger. Sie waren schon im dritten Teil der Tetralogie alle ausnahmslos so gut bei Stimme gewesen, dass es zu einer der seltenen Bayreuther Sternstunden kam. Hinreißend schnelle, spitze Wortgefechte lieferten sich etwa Stephen Gould (Siegfried) und Gerhard Siegel (Mime) beim Schwerterschmieden.
„Siegfried“ ist so etwas das Scherzo innerhalb des „Rings“. Auch fällt der tragische vierte Teil, „Die Götterdämmerung“, aus dem Rahmen insofern, als er Bausteine der Konvention enthält, die Zukunftsmusiker Richard Wagner sich bei seinem Konkurrenten Meyerbeer abgeguckt hatte: Schwurterzett, Duette, Arien, Massenchöre.
Regisseur Dorst wollte in seiner „Ring“-Lesart eigentlich zeigen, wie dicht Mythos und Gegenwart beieinanderliegen. Was sich auf dem Papier gut liest, wirkt aber dramaturgisch umgesetzt nur dilettantisch. In diesem Jahr gab es etwas mehr Rotlicht beim Feuerzauber als im letzten. Neu auch eine flügelschlagende Waldvogel-Statistin und der verirrte Radfahrer, der im Schlußbild auftaucht, als wär's der Abspann von der „Lindenstraße“.
Mehr dazu in der Rezension von Eleonore Büning, morgen im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.