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Bayreuth Schlingensief winkt

03.08.2007 ·  Wer das noch erleben will, sollte sich sputen: Zum vierten und letzten Mal hatte Christoph Schlingensiefs turbulent videowirre, unerhört bühnenwirksame „Parsifal“-Inszenierung Premiere in Bayreuth.

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Am Ende winkt Christoph Schlingensief ins Publikum, die Fans jauchzen zurück. Zum vierten und letzten Mal hatte seine turbulent videowirre „Parsifal“-Inszenierung Premiere in Bayreuth mit all ihren Doppelgängern, Vodoozauberern, Terroristen und den vielen lebenden, toten und ausgestopften Osterhasen. Nicht mal eine Filmaufzeichnung gibt es von dem Spektakel. Wer das also noch erleben will, sollte sich sputen und gleich mit „Suche Karte“-Schildchen auf den Hügel eilen.

Die Chancen stehen nicht mal schlecht. Repräsentative Teile der Wagnergemeinde reisten demonstrativ vor dieser letzten Premiere ab: Sie wollen diese „Schande“ einfach nicht mehr sehen. Ja, noch nie wurde eine „Parsifal“-Inszenierung so schnell wieder aus dem Programm gekippt wie diese. Dabei hatte Schlingensief endlich einmal wieder das Motto von der „Werkstatt Bayreuth“ ernstgenommen und in jedem Jahr etwas grundsätzlich verändert und verbessert. Im Endergebnis wirkt seine „Parsifal“-Lesart, die Auferstehung und Wiedergeburt in ein Einsteinsches Raum-Zeit-Kontinuum stellt, heute klar und geschärft, vor allem aber unerhört bühnenwirksam.

Im Gegensatz dazu zeigt die zweite Derniere dieser Spielzeit, die „Tannhäuser“-Inszenierung von Philippe Arlaud, wie rasch modisches Design altern und langweilig werden kann. Die Sänger beider Dernieren lieferten Musterbeispiele des typischen Bayreuth-Gebrülls ab.

Mehr dazu in der Rezension von Eleonore Büning, am Samstag im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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