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Zum Tod von Peter Matthiessen : Der mit dem Weißen Hai schwamm

Peter Matthiessen (1927-2014) Bild: AP

Der amerikanische Umweltschützer, Sachbuchautor und Romancier Peter Matthiessen ist im Alter von sechsundachtzig Jahren in New York gestorben.

          Der amerikanische Schriftsteller und Umweltschützer Peter Matthiessen, der mit Romanen und Sachbüchern über die unberührte Natur mehrere Literaturpreise gewann, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Nach Angaben seines Sohnes Alex erlag der Autor am Samstag zuhause in dem Ort Sagaponack (US-Bundesstaat New York) einer Leukämie.

          Hannes Hintermeier

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Neue Sachbücher“.

          Matthiessen wurde 1927 als Sohn einer wohlsituierten Familie in New York geboren. Er diente nach dem Zweiten Weltkrieg in der amerikanischen Navy, studierten Englisch in Yale und an der Sorbonne. In Paris gehörte er 1953 zu den Gründungsmitgliedern des renommierten Literaturmagazins „The Paris Review“. Mehr als fünfzig Jahre später gab Matthiessen zu, die Zeitschrift als Tarnung für seine Existenz als Geheimdienstmitarbeiter der CIA gegründet zu haben.

          „Auf der Spur des Schneeleoparden“ machte ihn bekannt

          Internationalen Ruhm erwarb er sich mit dem 1978 erschienen Buch „Auf der Spur des Schneeleoparden“ . Darin schildert er seine Erlebnisse als Begleiter des Wildtier-Forschers George Schaller, der den sagenumwobenen Schneeleoparden in Nepal aufspüren will. Aus der Expedition in den Himalaya wird eine spirituelle Reise, auch weil Matthiessen sich Rechenschaft über den Umgang mit seiner krebskranken Frau Deborah geben möchte, die 1972 gestorben war. Matthiessen experimentierte zu dieser Zeit mit LSD und ließ sich zum buddhistischen Priester ausbilden.

          Als Autor von mehr als zwanzig Sachbüchern über ethnologische und ozeanographische Themen ist er hierzulande weit weniger bekannt als in den Vereinigten Staaten. Dort gilt er zu Recht als Leuchtturm unter den Naturschützern, auch weil er sich früh um bedrohte Tierarten kümmerte.
          Schon  1971  befasste sich Matthiessen etwa mit einer Spezies, die wenig Sympathien genießt. Mit „Blue Meridian: The Search for the Great White Shark“ schrieb er ein faszinierendes Porträt des weißen Hais. Vier Jahre später brach mit Steven Spielbergs Blockbuster-Film „Jaws“ eine weltweite Ära der Hai-Hysterie an.

          Vor sechs Jahren erhielt Matthiessen den National Book Award in der Sparte Roman für „Shadow Country“, in dem er seine drei in den neunziger Jahren erschienenen Florida-Romane überarbeitete und in einen Band versammelte. Es war das dritte Ma in seinem langen Schreiberleben, dass Matthiessen diesen prestigeträchtigen Preis gewann.
          Sein letzter Titel „In Paradise“ soll am Dienstag vom Verlag Riverhead Books im englischen Original herausgegeben werden, meldete die „New York Times“ am Sonntag.

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