Es geschieht nicht mehr sehr oft, dass man eine Nachricht nicht per Mail oder Internet, per Anruf oder aus dem Fernsehen und Radio erfährt. Sondern per Brief: Auf diesem Weg haben Marie-Luise Flammersfeld und Egon Ammann ihre Autoren vorab über das Ende ihres Verlags informiert. Auf den 30. Juni 2010 stellen sie ihre Tätigkeit an: „das Verlegen und Veröffentlichen von Büchern“.
„Unsere Beweggründe“, schreiben sie, seien in ihrer Arbeit und in ihrem Leben zu finden. Die Arbeit ist schwieriger geworden, mit dem Leben sind gesundheitliche Probleme und das fortschreitende Altern gemeint. Das Ende nach dreißig Jahren ist ein Schock - die Bilanz, die in dieser drei Jahrzehnten steckt, eine in literarischer Hinsicht überzeugende. Das Lebenswerk eines Verlegers. Der auch nicht will, dass dieses Lebenswerk in einer anderen Haus weitergeführt wird: Das kann sich Egon Ammann nicht vorstellen.
Für alle Autoren werde eine Lösung gesucht - das wird für Stammautoren wie Thomas Hürlimann einfach sein. Für viele andere weniger. Und die vielen Übersetzungen und Edition, die Ammann verantwortet, kann man sich anderswo kaum denken - die Verlagslandschaft verarmt. Das gilt ganz besonders für die Schweiz.
„Ein harter Schritt, ein notwendiger Schritt und, davon sind wir überzeugt, zum richtigen Zeitpunkt“, schreiben Marie Luise und Egon Ammann in ihrem Brief.
Einfach Schade!!!
Wolfgang Theurer (wtheurer)
- 10.08.2009, 18:59 Uhr