20.11.2009 · Die juristischen Konflikte zwischen den Gesellschaftern des Suhrkamp-Verlags sind beendet: Der bisherige Mitgesellschafter Joachim Unseld, dem bislang 20 Prozent des Verlages gehörten, hat seine Anteile verkauft. Damit steht einem Umzug nach Berlin nichts mehr im Wege.
Von Michael HierholzerDem Umzug des Suhrkamp-Verlags nach Berlin steht nichts mehr im Weg: Joachim Unseld hat seine Anteile an die „Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung“ verkauft und ist somit als Gesellschafter des Unternehmens ausgeschieden. Dies wurde am Donnerstagabend von einer Sprecherin der noch an der Lindenstraße im Frankfurter Westend residierenden Firma bestätigt. Damit sind sämtliche gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem bisher als Umzugsgegner hervorgetretenen Unseld und dem von seiner Stiefmutter Ulla Unseld-Berkéwicz geleiteten Verlagshaus hinfällig. Die Veräußerung der Anteile tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Über den Preis wurde nichts bekannt.
Der Sohn des früheren Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld hatte erst vor einer Woche beim Landgericht Frankfurt eine Unterlassungsklage gegen die Verlagsleitung eingereicht, um den für Dezember geplanten Beginn des Umzugs zu verhindern und die Einberufung einer Gesellschafterversammlung zu erwirken. Dieser sollten nach Auffassung Unselds sowohl die Umzugsbeschlüsse als auch der Verkauf des Suhrkamp-Archivs an das Literaturarchiv Marbach zur Entscheidung vorgelegt werden. Er hatte die Rechtmäßigkeit beider Vorgänge bestritten. Wie aus dem Verlag zu erfahren war, ist gestern von den beiden verbleibenden Gesellschaftern, neben der Unseld-Familienstiftung die Medienholding AG Winterthur, der Umzug einstimmig beschlossen worden.