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Verlage : Erste Rauchzeichen von Weissbooks

Auf der Suche nach dem „Brüller”: Rainer Weiss Bild: F.A.Z.-Frank Röth

Das Interesse, das den Verlagsgründern Rainer Weiss und Anya Schutzbach entgegengebracht wird, ist erheblich - weil beide den Suhrkamp Verlag unter unerfreulichen Umständen verlassen haben. Nun stellten beide ihr Programm vor.

          Vielleicht war es noch ein wenig früh, um einen neuen Verlag zu akklamieren? Denn fertige Bücher gibt es nicht, noch nicht einmal Umschläge, die ersten fünf Titel sollen im Februar 2008 ins Rennen geschickt werden. Aber das Interesse, das Rainer Weiss und seiner Mitgründerin Anya Schutzbach bei der Präsentation von Weissbooks jetzt im Frankfurter Literaturhaus entgegengebracht wurde, war erheblich.

          Hannes Hintermeier

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Neue Sachbücher“.

          Das liegt daran, dass beide in der Branche bekannt sind und dass beide den Suhrkamp Verlag unter unerfreulichen Umständen verlassen haben. Der achtundfünfzigjährige Weiss war Programmgeschäftsführer, galt als Vertrauter der Verlegerwitwe Ulla Unseld-Berkéwicz - und ging nach zwei Suhrkamp-Jahrzehnten im heftigsten Streit. Die dreiundvierzigjährige Japanologin Schutzbach leitete die wichtige Werbe- und Marketingabteilung.

          Die Lust auf das Kühnste

          Ihren Aufbruch in die verlegerische Selbständigkeit in schwierigen Zeiten - wann waren sie je gut? - garnieren die beiden Gründer mit gravitätischen Redefiguren, vermutlich, um sich Mut zu machen. Just zu dem Zeitpunkt, als sich bei Weiss „die Lust herausschälte, das Kühnste zu machen“, hört er, dass auch die frühere Kollegin sich verändern wolle. Auch sie will „den einen, großen, kühnen Schritt“ riskieren. Aber überzeugende Worte genügen nicht für Existenzgründungen, ein Businessplan muss her, Geld sowieso. Über die privaten Investoren wurde verraten, sie kämen aus Deutschland und der Schweiz und sie hätten nichts mit Suhrkamp zu tun oder zu tun gehabt. Der Betrieb ist für drei Jahre gesichert, keine übertrieben lange Zeit im Buchgewerbe.

          Ein Beirat soll den geschäftsführenden Gesellschaftern „auf die Finger gucken“, mit dabei der Frankfurter Anwalt Manfred Schiedermair, der Wirtschaftsprüfer Hans G. Bungers, die Verlagsfrau Christina Eibl, der Unternehmensberater Rainer Lampe und die Urheberrechtsexpertin Magda Streuli-Youssef. Das „strategische Design“ der Buchumschläge wird der Zürcher Fritz Gottschalk entwerfen. Zehn Titel sollen 2008 erscheinen, in den Folgejahren vierzehn beziehungsweise achtzehn. Schwerpunkt wird Belletristik und erzählendes Sachbuch sein, an seinen früheren Arbeitgeber soll das Programm nicht erinnern, an Suhrkamp-Autoren wolle er sich „nicht vergreifen“, beteuert Rainer Weiss.

          Mit einer Ausnahme: Der Roman um den entführten Milliardärsenkel Paul Getty III. „Die Zwillinge“ hat gleich drei Autoren, Gisela Getty, Jutta Winkelmann und Jamal Tuschick (er ist Autor bei Suhrkamp). Die Schweizerin Jacqueline Moser debütiert mit „Lose Tage“, der deutsch-polnische Autor Artur Becker liefert nächsten Herbst den Roman „Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken“. Schließlich wird eine Ausgrabung aus Amerika annonciert, Breece D'J Pancake, 1979 aus dem Leben geschiedener Autor von Kurzgeschichten. Ob sich eines der Bücher zum „Brüller“ (Weiss) entwickelt? In einem halben Jahr wissen wir mehr.

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