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Urheberrechtsdebatte Finger weg von den Büchern

 ·  Wenn das Urheberrecht fällt, sind nicht nur Schriftsteller betroffen, sondern auch Lektoren, Übersetzer und Redakteure. Ein Protestruf der Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (55)

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Carmen Schuchna
Carmen Schuchna (Asako) - 17.05.2012 14:22 Uhr

zu eng gedacht: lieber inkl. Bedingungsloses Grundeinkommen für alle

...einschließen beim Weiterdenken. Urheberrechtsschutz So isoliert gedacht wie bisher kann man natürlich nur den Status quo verteidigen wollen.
Aber m i t dem BGK (staffelweise eingeführt z.B.) fiele schon mal die Hungerangst weg (die ich ansonsten unbedingt teile wos um nicht mainstreamige Kulturproduktion geht) und auch die Produktionsverhinderung durch Nebenjobterror,der ohnehin nur 20-40% eignes Arbeiten erlaubt, wenns sehr gut läuft..

In Bibliotheken kommt auch nur Stadtbevölkerung und solche die Geld für (viele) Fernleihen haben bzw. gesund genug sind, um die Wohnung zu verlassen.
Und was machen die komplexen schönen Arbeiten in allen Medien mit "Found Footage", die es seit den 60ern gibt? Vor dem Kadi??

Etc.
Also weiter denken, nicht enger! :)

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Jakob Bauer

Ertrinken im Meer der Fantasielosigkeit

Was mich erschüttert ist nicht, dass Sibylle Lewitscharoff eine andere Meinung hat als ich. Was mir wirklich weh tut ist die Fantasielosigkeit und Eingleisigkeit des Denkens, das diese Debatte beherrscht. Wenn man eine Kartoffel klaut, Frau Lewitscharoff, dann ist sie weg. Wenn man ein Buch liest, dann ist es anschließend immer noch da. Es gibt einen Unterschied zwischen Diebstahl und freiem Zugang zu Kultur. Aber man muß dem eigenen Geist erlauben, darüber wenigsten nachzudenken und nicht nur Eigentum zu reklamieren. Wofür viele Autoren im Moment bezahlt werden ist nicht mehr ihre kreative Arbeit, sondern die Strategie der Wertsteigerung durch künstliche Verknappung. Das ist frühkapitalistisch und primitiv. Ich habe Angst nach dieser Debatte keine Lust mehr auf Lesen zu haben, weil ich den Respekt vor Autoren völlig verliere, die ein solches "Geschäftsmodell Literatur" auch noch leidenschaftlich verteidigen. Und ich, Frau Lewitscharoff, habe den Bus und das Buch immer bezahlt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.05.2012 11:36 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 17.05.2012 11:36 Uhr

Künstliche Verknappung?

"Wofür viele Autoren im Moment bezahlt werden ist nicht mehr ihre kreative Arbeit, sondern die Strategie der Wertsteigerung durch künstliche Verknappung."
Darf ich Sie aus ehrlichem Interesse und völlig ohne Ironie fragen, was Sie konkret zu dieser Annahme bringt? Ich kann einfach die Logik hinter dieser immer wieder auftauchenden Aussage nicht nachvollziehen, sofern man nicht einfach nur eine "Kostenlos"-Mentalität unterstellen will.

Besteht Ihrer Ansicht nach die "künstliche Verknappung" darin, dass Sie als Kunde das Werk eines Anderen ohne dessen Erlaubnis nicht nach eigenem Ermessen beliebig vervielfältigen dürfen?

Dadurch findet aber doch keine Verknappung statt. Jeder Kaufwillige kann die entsprechenden Bücher, Filme und Musik erwerben. Es gibt so viele legale Möglichkeiten an Literatur zu gelangen, viele sogar kostenlos. Wo wird Ihnen Literatur aus Gewinnsucht künstlich vorenthalten? Und wie sieht Ihr Gegenentwurf zum "Geschäftsmodell Literatur" konkret aus?

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Jan Haubrich

Kein Mensch wird ein Produkt erwerben, das parallel legal kostenfrei zu erhalten ist

Blödsinn-da muss ich Herrn Schlegel zustimmen. Ich kaufe Filme, Serien, Bücher etc. gerne in den USA, da nicht synchronisierte Originale am besten sind und es mehr Auswahl zugleich früher gibt. Allerdings bin ich den letzten Jahren selektiver geworden, da durch die Globalisierung das Angebot sehr groß geworden ist, aber sich anstatt der Preise nur die Qualität angepasst hat - nach unten.

Ich kaufe u.a. Spiele für etwa 80 Eur (doppelt so teuer wie im Schnitt), die aber soviel Mehrwert bieten, dass ich mit dreien meine "Zuhause-Freizeit" auf 5 Jahre ausgeschöpft habe. Diese kaufe ich bequem direkt im Netz, d.h. der Produzent profitiert direkt. Es sind komplexe Nichenprodukte, aber sehr hochwertig, sodass ich diese fördern möchte. Sie verzichten auf Kopierschutz und lassen sich Account-frei verleihen, verschenken oder wiederverkaufen. Es muss nunmal gut sein, bequem zu einem fairen Preis zu erstehen, und dem Kunden einen Mehrwert bieten.

Denken Sie mal nach, von wem Autoren abhängen..

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2012 15:35 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 16.05.2012 15:35 Uhr

Ich sehe keinen Widerspruch zu meiner Aussage

Ich kann nicht genau erkennen, wo Sie meiner Aussage jetzt widersprechen, da Sie ja für die Spiele bezahlen.
Ich nehme eher an, dass auch Sie nicht der Ansicht sind, den Entwicklern dieser Spiele etwas Gutes zu tun, wenn Sie nun die von Ihnen einmal bezahlten Spiele auf eine Filesharing-Plattform hochladen und auf diese Weise aus eigenem Ermessen zu Freeware machen würden.

Würde dies aber nun tatsächlich per Gesetz legalisiert, ergäbe das Kaufen der Spiele doch keinen Sinn mehr und die Mehrheit würde es mit Sicherheit auch nicht tun. Gewiss mag es auch dann noch Menschen geben, die die Entwickler finanziell unterstützen würden, aber kein beruflicher Urheber kann es sich leisten, sich vom Gnadenbrot einiger Anständiger abhängig zu machen. Darauf kann man keine Existenz aufbauen.

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Roland Magiera

"Schreiben im Grunde nicht viel mehr als ein fortlaufendes Plagiat"

Ist natürlich vollkommener Blödsinn, das wäre so als würden die gleichen Leute behaupten, dass Ingenieure nichts mehr verdienen dürfen, weil deren Formeln von anderen erdacht wurden, ebenso wie das bei den Konstruktionsrichtlinien meist der Fall ist.

Diejenigen die so etwas fordern begreifen es aufgrund akuter Horizontenge nicht, dass die Gesellschaft dann in Kürze zum Museum wird.
"Wurde das und das vom Nietzsche schon verstanden?"
"Ja, vor gut 100 Jahren..."

Oder "Hurra, gestern las ich die "Buddenbrooks" zu Ende, jetzt bin ich literarisch voll auf der Höhe der Zeit...". Ist zwar ein lausiges, von Respektlosigkeit und begrenztem Verständnis geprägtes Buch, aber dafür bekannt.

Aber damit:
"Eine Generation, die durch das haltlose Internetgequassel groß geworden ist und wirkliche Qualitätsunterschiede kaum kennt, stellt sich offenbar vor, es komme nur darauf an, das Zeug irgendwie hinzuschreiben und ins Netz zu stellen. Fertig."
bringen Sie jeden gegen sich auf, überaus bitter!

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Andreas Schlegel

@Kein Mensch wird ein Produkt erwerben, das parallel legal kostenfrei zu erhalten ist

Hallo Herr Krause! Sie schreiben: "Kein Mensch wird ein Produkt erwerben, das parallel legal kostenfrei zu erhalten ist." Da hilft ein Blick über den Gartenzaun zur Softwareindustrie. Zum Beispiel Oracle: auf der Webseite können sie die Datenbankserver mit einer Entwicklerlizenz frei downloaden. Nach Ihrer Theorie ist das wirtschaftlicher Selbstmord. Die Praxis aber zeigt: Oracle ist dank seiner Database-Division eines der mächtigsten und am besten verdienenden IT-Unternehmen der Welt. Selbst Microsoft unterstützt mittlerweile die Entwicklung von Linux (kostenfrei und Opensource). Vor 10 Jahren hatte das Unternehmen wegen Linux noch den Untergang des westlichen Wirtschaftssystems ausgerufen. Heute leben beide in lukrativer Koexistenz. Schaun Sie mal, was dort lernen können.

Zum Piraten-Zitat: da fehlt noch die Quellenangabe (gehört einfach zumguten Ton).

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.05.2012 15:04 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 17.05.2012 15:04 Uhr

Ganz unformell: +1

Ich kann Ihnen nur zustimmen. Über die Zeit werden sich mit Sicherheit weitere Geschäftsmodelle im Bereich des Medienkonsums entwickeln und das ist letztlich nur zu begrüßen. Aufgrund der Vielfalt im Medienbereich werden sich wahrscheinlich sogar viel schneller individuelle Lösungen finden, als dass es ein alle Bedürfnisse und Erwartungen abdeckendes übergreifendes Recht geben wird.

Lösungen, die zu Lasten einer Seite gehen, werden sich aber nicht durchsetzen. Weder werden Berufsurheber auf die Bezahlung ihrer Werke verzichten können noch werden Konsumenten für jedwede Verwendung zur Kasse gebeten werden können. Urheber wie Konsumenten werden immer auf einander angewiesen sein und daher gerechtfertigte Bedürfnisse des Anderen respektieren müssen. Weder allgemeine Zugänglichkeit noch totale Kontrolle werden funktionieren.

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Andreas Schlegel

Wsa man von der Softwareindustrie lernen kann

Ich gebe Ihnen völlig recht, dass es keinen Sinn macht, die Geschäftsmodelle der Softwareindustrie zu übernehmen. Aber die Geschichte zeigt auch, dass nicht die befürchteten Horrorszenarien wahr geworden sind. Vielmehr hat sich ein modus vivendi gefunden, der beiden Seiten nützt, und es beweist, dass beide Modelle nebeneinander existieren können. Nicht selten sogar in ein- und demselben Unternehmen.
Was kann man daraus lernen? Dass ein Konsens möglich ist, auch wenn er im anfänglichen Schwarz-Weiß-Denken unmöglich schien und dass die Ängste vor der Zukunft meist völlig überzogen sind. Beide Seiten sollten daran arbeiten, ihr kreatives Potential für eine Lösung zu aktivieren, anstatt es wie jetzt zur Zerstörung des "Gegners" einzusetzen.
Gut wäre es, wenn alle, die was zu sagen haben und vor allem zuhören können, sich zusammenraufen und offen miteinander reden.

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Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 16.05.2012 16:32 Uhr

Zweifelhaft

Meine erste Antwort mit Link scheint nicht durchgekommen zu sein, daher ein weiterer Versuch: Schauen Sie auf der Website der PP unter dem Stichwort "Urheberrecht".

Ich glaube, dass sich Geschäftsmodelle aus dem Softwarebereich nur schlecht auf andere Märkte übertragen lassen. Ein Modell über kostenpflichtigen Service wird bei Musik und Büchern kaum funktionieren können.

Ich bestreite im Übrigen nicht, dass kostenfrei und -pflichtige Werke koexistieren können, nur halt nicht bei ein und demselben Produkt.
Sofern also ein Produkt in identischer Form legal auf beide Arten erhältlich ist, wird mit großer Sicherheit die Mehrheit zur kostenlosen Version greifen.

Und da die meisten Bücher und Filme - möglicherweise auch Musik - nur einmal konsumiert werden, wird es i.d.R. keinen weiteren bezahlten Erwerb des selben Produktes von den jeweiligen Konsumenten geben. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen . Aber auf den Einnahmen von diesen Wenigen kann kein Urheber eine Existenz aufbauen.

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Uwe Lauster
Uwe Lauster (Mocracy) - 16.05.2012 12:35 Uhr

Schade

Die Infos aus meinem Beitrag kann man nachlesen in Eckhard Höffners komparativen Untersuchung Geschichte und Wesen des Urheberrechts. Die Ergebnisse sind recht eindeutig und ich muss mich wirklich wundern, 1. das Frau Lewitscharoff sich nicht schämt sich so völlig uninformiert selbstschädigendem Verhalten hinzugeben und 2. das die FAZ ihr zu diesem Seriösitäts-Harakiri auch noch das nötige Forum liefert.

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Uwe Lauster
Uwe Lauster (Mocracy) - 16.05.2012 12:28 Uhr

Schwimmen lernen !

Bevor ich jetzt altbekanntes wiederhole nur soviel: ausgerechnet der Büchermarkt bietet eines der wenigen historischen Beispiele an denen man die Wirkungen des Urheberrechts beobachten kann. In Deutschland wurde nämlich ein Copyright für den Inhalt von Büchern erst spät installiert. Anders in England dort hatte man bereits 150 Jahre zuvor das Copyright eingeführt.
Vergleicht man jetzt diese beiden Märkte zeigt sich erstaunliches. Zum einen war das Durchschnittseinkommen von in der Buchindustrie Beschäftigten in Deutschland dreimal so hoch wie in England da die Verlage ja gezwungen waren ständig neue Bücher zu drucken( Ausnahme Star-Autoren diese verdienten in England horrende Summen wärend der Lektor darbte ) zum anderen wurden in den ersten hundert Jahren nach Einführung des Copyrights in England 100 mal!!! weniger Bücher veröffentlicht als in Deutschland im gleichen Zeitraum. ( Vergleichsjahre 1710 -1810)
U better start swimming or u sink like a stone.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2012 13:00 Uhr
Hans Meier

Im 19. Jahrhundert gab es ja auch keine nennenswerte Literatur in Deutschland

Im 19. Jahrhundert gab es in Deutschland ja auch gar keine guten Schriftsteller. Jedenfalls nicht so gute wie heute. Räusper.

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Chris Boesenstein

Ärgerliche Vögel

Was Frau Lewitscharoff auch völlig außer acht lässt: Die bösen Klaukids haben nur ein begrenztes Taschengeld. Dafür kaufen die viel lieber "Angry Birds" oder was gerade angesagt ist. Viele Stunden Spielespaß für 79 Cent. Die haben gar keine Zeit mehr für Literatur und interessieren sich auch gar nicht mehr für "Grauwerte"! Und: Kindle bietet Zigtausende Ebooks in englischer Sprache zu äußerst konkurrenzfähigen Preisen. Umgekehrt spielen auf dem globalen Markt deutschsprachige Werke eigentlich gar keine Rolle. Als deutschsprachiger Urheber würde ich mal einen Englischkurs besuchen und mich fit für den internationalen Markt machen. Das ist übrigens nicht so schwer wie es klingt und öffnet die Türen zu einem Markt mit Milliarden von potentiellen Kunden, die man noch vor wenigen Jahren nicht so einfach erreichen konnte! Just my 2 cents!

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Hans Meier

Friede für Google, Krieg den Schulkindern?

Noch mal zur Erinnerung: Google hat im letzen Jahrzehnt hunderttausend urheberrechtlich geschützte Titel kopiert und online ins Netz gestellt. Zwar immer nur mit Auslassungen, aber doch so, dass man den größeren Teil des Buches schon mal lesen kann.
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Und dagegen war wirksame Gegenwehr scheinbar nicht möglich, was? Google hat offenbar die mächtigere Lobby und die besseren Anwälte. Und nie, nie niemals würde Frau Lewitscharoff GoogleBooks benützen. Ihr Gewissen erlaubt es nicht.
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Ihre Ohnmacht gegenüber dem neuen Feudalherrn Google kompensieren die Urheber jetzt, indem sie sich in Wut über ein Feindbild hineinsteigern, das sie sich selber erst ausgedacht haben: Die "Generation gratis", die angeblich "alles umsonst haben will" und noch nie im Leben GEZ, Eintritt fürs Kino oder normal für eine CD bezahlt hat.
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Wo kommen wir dahin, wenn die Kids auch noch ihre Handy-Klingeltöne umsonst haben wollen.

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Hans Meier

Fragen Sie doch mal die Verleger, warum sie Texte über den Kindle vertreiben...

Das habe ich noch nicht oft gesehen: Dass jemand einen Bestseller am Bildschirm liest oder als DIN A-4 Ausdruck. Sie vielleicht, Frau Lewitscharow? Das kenne ich so nur von wissenschaftlicher Literatur, die sowieso immer ein Verlustgeschäft ist.
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Wer ansonsten billig an Lesestoff kommen will, geht einfach ins Antiquariat oder zu E-Bay, und bestellt sich dort die Pilcher oder den Houellebeck ganz legal für 39 Cent. Das ist ja auch viel billiger als eine Photokopie oder ein Computer-Ausdruck jemals sein könnten.
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Bleiben noch die Lesegeräte wie "Kindle". Na ja. Soweit ich weiss, ist kein Rechtehändler gezwungen, seine Blockbuster auf diesem Weg zu vertreiben.
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Ich kann mir gar nicht vorstellen, auf welches Szenario sich Frau Lewitscharows Befürchtungen eigentlich beziehen.

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Chris Boesenstein

Es war einmal...

Der Text von Frau Lewitscharoff liest sich in weiten Strecken wie die nostalgisch verklärten Erinnerungen an die längst vergangenen 60er oder 70er Jahre. Die sind aber nun einmal vorbei und lassen sich auch mit ACTA und PIPA und so weiter nicht zurückholen. Wie steht denn Frau Lewitscharoff eigentlich zu solchen Gesetzen, mit denen ihre internetaffinen Leser überwacht werden sollen? Anstatt zurück, sollte der Blick nach Vorne gehen. Print ist ja noch lange nicht tot. Wie das wunderbar funktioniert, zeigt z. B. immer wieder der erfolgreiche Taschen Verlag, für den Ikea jetzt extra tiefe Billy Regale baut. Im Internet gibt es jetzt Skobe, die E-Bücherei mit 5000 oder so Titeln für einen Zehner im Monat. Frau Lewitscharoff sollte all die notorischen Sparbrötchen einfach ignorieren und versuchen, die vielen zahlungswilligen Kunden mit attraktiven Angeboten zu überzeugen. Nie vergessen: Der Kunde hat immer recht! Und: Nie den zahlungswilligen Kunden verärgern! Der geht sonst weg.

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Hans Meier

Lektoren und Übersetzer verdienen miserabel

Wer wollte Lektoren und Übersetzern ihr karges Brot missgönnen.
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Seit Jahrzehnten kämpfen sie erfolglos gegen die Verlegermafia, und machen nebenbei noch umsonst deren Pressesprecher.
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Da bleibt wohl keine Zeit mehr, sich über die Position der Gegenseite zu informieren.
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Liebe Frau Lewitscharoff, früher wurde man nicht kriminalisiert, wenn man Bücher an Bekannte verlieh. Ich z.B. hab in meiner Kindheit die Bücher gelesen, die ich im Wohnzimmerschrank meiner Eltern fand und die schon Jahrzehnte alt waren. Nach der heutigen Ansicht der Content-Mafia war das ja irgendwie auch Diebstahl: Da liest ein Kind Texte, für die es selber nix bezahlt hat....

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2012 18:09 Uhr
Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 16.05.2012 18:09 Uhr

Bücher sind Einiges nicht.

Nein, die Bereitstellung eines einzelnen Exemplars ist keine Veröffentlichung, schon gar nicht im Familienkreis, und steht überhaupt nicht zur Debatte. Es kann immer nur ein Leser zur gleichen Zeit dieses Exemplar nutzen. Genau deshalb kaufen sich Leute ja auch ihre eigenen Exemplare.

Bei der Vervielfältigung per Dateikopie geschieht aber genau das, was rechtens nur dem Urheber oder den von ihm autorisierten Verwertern zusteht, die Verbreitung des Textes an viele Leser gleichzeitig.
Bei dem, was bei Dateien als "Verleihen" bemäntelt wird, handelt es sich genau darum eben i.d.R. nicht. Dazu muss dann nämlich die Datei bei dem Verleihenden für die Leihdauer gelöscht werden. Das meinte ich mit dem Weggeben des Reader: Sie können beim Verleihen den Text nicht mehr lesen, wenn gerade ein Anderer ihn hat.

Beim Kopieren erzeugen sie aber einfach ein weiteres Exemplar, und das ohne dass dazu ein Erlös an den Urheber/Verwerter geht.

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Hans Meier

Und Bücher sind keine Regale

Haha, das sind aber schiefe Vergleiche.
Der Reader ist ja wohl kein Buch, und an seiner Herstellung war auch kein "Urheber" beteiligt, jedenfalls kein literarische.
Früher konnte ich ein Buch verleihen und alle anderen immer noch lesen. .
Und die Bereitstellung von Büchern im Regal für alle Familienmitglieder und ihre Freunde war ja auch schon so was wie eine Veröffentlichung. Von der Stadtbücherei einmal ganz zu schweigen! Stellen Sie sich vor, in meiner Kindheit konnte man sich ganz viel Bestseller dort kostenlos ausleihen -- und trotzdem haben sich manche Leute immer noch Bücher gekauft für sich selber.
.
Wenn es nach den Rechtehändlern ginge, dann müssten die Kunden einen Chip ins Hirn implantiert kriegen, der immer Geld von ihrem Konto abbucht, wenn sie an den jeweiligen Text, Musik, Film etc. auch nur denken. Denn auch die Erinnernung ist ja sowas wie eine Kopie.

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Joachim Krause
Joachim Krause (J-Krs) - 16.05.2012 10:11 Uhr

Kopieren ist nicht Verleihen

Sie geben kein Gut weiter sondern vervielfältigen es. Verleihen Sie doch das nächste Mal einfach tatsächlich Ihren Reader, auf dem sich das gewünschte Buch befindet, anstatt nur die Datei rüberzuschieben. Dann wird Ihnen der Unterschied wahrscheinlich schnell bewusst werden.

Im Übrigen sind Privatkopien in begrenztem Rahmen auch mit dem existierenden Urheberrecht kein Problem und niemand wird deswegen kriminalisiert. Beim Vervielfältigen per Sharing-Dienst ist aber der Bereich des Privaten längst verlassen und die Bereitstellung der Dateien kommt einer Veröffentlichung gleich, in der Regel ohne Genehmigung des Urhebers, dessen Recht dazu ja sogar die PP anerkennt (im Widerspruch zur gleichzeitigen Forderung Massenkopien zuzulassen).

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Detlef Hermann

Kampf gegen die eigene Kundschaft?

"Die Kommentare, mit denen der Kampf gegen die eigene Kundschaft befeuert wird, sind bestenfalls abenteuerlich, oft widerlich." Momentan finden ja regelrechte Pogrome gegen alles und jeden der es wagt eine andere Meinung zu haben statt.

Nur eine Frage: finden Sie es okay, wenn Kinder im Kindergarten keine Lieder mehr singen dürfen, weil die GEMA findet, dass diese Kinder ihr dafür Geld schulden? Wenn ja, dann sollten wir die Debatte vielleicht auf das Thema "Gier und Geiz" - gegen die sich die Autoren ja so plakativ gewendet haben - lenken...

Es gibt übrigens in Deutschland keine Partei, die das Urheberrecht abschaffen will, aber solche Details interessieren ja anscheinend nicht.

"Finger weg von den Büchern!" - kein Problem. Von jemandem der sich derart für eine Kampagne zu seiner eigenen Versklavung instrumentalisieren lässt, werde ich ganz sicher kein Buch kaufen. Die Autoren in anderen Ländern haben da glücklicherweise einen größeren geistigen Horizont.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2012 17:00 Uhr
Detlef Hermann

Wenn...

...die Kinder den Text gar nicht lesen können, warum dann die Abmahnung?

Ertappt würde ich mal sagen ;)

(Das die Kinder den Text nicht selbst lesen sondern die Erzieherin Ihnen den Text vorliest ist jedem der noch über minimale geistige Fähigkeiten verfügt hoffentlich klar...)

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Martin Haas

Ach ja,

wie sollen die Vorschulkinder nur O Tannenbaum singen, wenn sie dabei den Text nicht mitlesen können.

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Detlef Hermann

Wie erwartet

reden sich die Urheberrechtslobby-Sockenpuppen selbst um Kopf und Kragen.

Es geht hier nämlich sehr wohl um gemeinfreie Werke, deren "pädagogische Aufbereitung" darin besteht, ein Firmenlogo mit ins Impressum zu drucken. Anschließend dürfen die Liedtexte nicht mehr kopiert werden (wodurch das nachsingen faktisch unmöglich wird). Da man bei der GEMA (handelte hier im Auftrag der VG Musikedition) davon ausgeht, das nicht jede Erzieherin einen eigenen Rechtsanwalt hat, der sie darüber berät _von wo genau_ man denn jetzt einen identischen Liedtext kopieren darf, hat man folglich frech auf Abmahngebühren spekuliert.

Zusätzlich erdreistet sich die GEMA die ErzieherInnen zum Buchführen über "öffentliche Auftritte" zu verpflichten. Über 38.000 Kindergärten wurden so zur Kasse gebeten. Jeder der googeln kann, kann sich über die Hintergründe informieren.

Der Eindruck "die GEMA würde für O Tannenbaum im Kindergarten abzocken" entspricht also sehr wohl der Realität und ist vollkommen richtig.

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Martin Haas

Richtig, Herr Meyer, außerdem..

..behauptet Herr Hermann, den Kindern würde von der GEMA das Singen verboten, was natürlich absoluter Quatsch ist. In dem besagten Fall ging es ausschließlich um das Kopieren von Noten und Texten und niemals um das Singen. Aber mit so ein paar Fehlinformationen und Halbwahrheiten im Bildzeitungs-Stil kann man natürlich schön Hetze betreiben.

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Hans Meyer
Hans Meyer (faz_meyer) - 16.05.2012 10:11 Uhr

Kinderschreck GEMA?

Die Sache mit dem Kindergarten ist reine Polemik vom Feinsten: "Die armen Kinder...". Tatsächlich geht es dabei überhaupt nicht um Traditionals, die schon immer gemeinfrei waren und sich legal und zuhauf im Internet finden! Die GEMA will für pädagogisch aufbereitetes Material Knatter sehen, also für Neuschöpfungen und auf die Bedürfnisse von Bildungseinrichtungen zugeschnittene Arrangements. Beides ist kreative Arbeit, die viel Zeit und viel Manpower bedeutet. (Ich kenne mich da aus und kann im Wortsinne ein Lied davon singen).

Von den Piraten wurde böswillig der falsche Eindruck erweckt, die GEMA würde für "O Tannebaum" im Kindergarten abzocken. Dass das nicht stimmen kann, beweist das als Antwort auf die GEMA gedachte Piratenliederbuch für Kinder: Da stehen auch nur die alten Traditionalmelodien (mit Akkordbeschriftung) drin, die sich jeder Kindergarten auch so hätte aus dem Netz ziehen können.

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Andreas Schlegel

Getretner Quark ...

... wird breit, nicht stark. Warum nennen Sie nicht den Namen und sagen einfach, welche Partei fordert, dass Künstler umsonst arbeiten sollen. An welches Parteiprogramm, an welche Beschlüsse denken Sie? Zitieren Sie Ihre Quellen.

Haben Sie sich überhaupt ernsthaft mit den Argumenten der Gegenseite beschäftigt? Wie wollen Sie einen Dialog führen, wenn Sie nicht zuhören? Das war leider eine vertane Gelegenheit, etwas Gutes zu sagen.

Um auch mit Goethe zu schließen:
Überall will jeder obenauf sein,
Wie's eben in der Welt so geht.
Jeder sollte freilich grob sein,
Aber nur in Dem, was er versteht.

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Holger Bode
Holger Bode (thx2013) - 16.05.2012 07:27 Uhr

Hier muß man leider zustimmen ...

Die wenigen Stimmen derer, die Literatur jenseits infantiler Ritualmörder-Bestseller wertschätzen, Literatur als Zuflucht des Geistes vor dem Terror der Tagesmeinungen am Leben zu erhalten versuchen, gehen unter im Wut- und Triumphgeheul eines ahnungslosen, verblendeten und heuchlerischen Netzpöbels. Künstlerverachtung ist zwar nichts grundsätzlich Neues, aber in diesen Dimensionen doch ein beängstigendes und deprimierendes Schauspiel.

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Alexander Neumann

Entschuldingung ...

... aber so langsam vergeht mir die Lust hier ständig die zigste Wiederholung von: "Wenn nun heute die Erwachsenen einer Partei fordern, bestimmte Güter sollten einfach umsonst zu bekommen sein" zu lesen.

Es wurde sich offensichtlich auch hier kein Stück mit der "Gegenseite" beschäftigt, nicht mal die Artikel von Lauer und selbst Schirrmacher hier in der faz wurden gelesen.
Ganz toller Beitrag zu der Debatte...

Kann nicht mal jemand Urheberrecht auf die These, "die Leute" wollten alle alles umsonst, geltend machen, damit wir hier nicht alle zwei Tage eine neue 1:1 Kopie ertragen müssen?

Urheber die darauf bestehen weiterhin Verwertern das Recht einräumen die eigenen Kunden mit unangemessen hohen Anteilen auszusaugen sind auch nicht besser als Kunden die sich die Werke umsonst abgreifen.
Ist das so schwer zu verstehen, dass die Realität momentan beides hergibt und daher schlicht und ergreifend ein Kompromiss gefunden werden soll unter dem man sich wieder näher kommen kann?

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thomas schulz

Déjà Vu

Vor gut 10 Jahren machten machten fast alle etablierte Serviceanbieter dicht, die als Schnittstelle zwischen DT-Designern, Musikern, Authoren auf der einen und Druckereien, Multimediaproduzenten etc. auf der anderen Seite fungierten. Wegen der fortschreitenden, auch zunehmend von Laien beherrschbaren Technologie und dem Preisverfall der Hard-/Software wurden sie überflüssig, was nun zunehmend auch die PR-Branche und Agenturen trifft. Es bestreitet ja niemand, daß die gegenwärtige Entwicklung Arbeitsplätze im 6stelligen Bereich kosten wird und der Übergang zu neuen Strukturen auch die Kulturschaffenden zu einer ungewohneten Kreativität/Flexibilität in ihnen unbekannten Sphären zwingen wird. Es wird in der Regel eben nicht mehr ausreichen, unter die Fittiche von Organisationen mit rund-um-sorglos Paketen zu schlüpfen, um sich ausschließlich auf seinen Schaffensdrang konzentrieren zu können. Get used to it or make room for someone who does.

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Reinhard Bauer
Reinhard Bauer (HardyB) - 16.05.2012 02:14 Uhr

Sich fremde Milieus

Nachdem F. Schirrmacher vor einigen Tagen beiden Seiten die Augen für das Milieu der jeweils anderen Seite zu öffnen versuchte, können wir hier leider feststellen, dass Frau Lewitscharoff die Wähler der Piraten auch nicht besser kennt, als diese einen Verlag oder ein Filmstudio von innen.

Auch wollen die Piraten keineswegs das Urbeberrecht abschaffen, was durch Lektüre von deren Reformvorschlägen leicht herauszufinden gewesen wäre. Allerdings könnte eine Abschaffung der Verfolgbarkeit von illegalen Downloads faktisch in diese Richtung ausschlagen.

Es ist für die Zukunft zu wünschen, dass ein praktischer Kompromiss erreicht wird.

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Paula Pilcher

Schon Schirrmacher gelesen? Schon mal ein e-Book weiterverkauft?

Frau Lewitscharoff, wenn Sie wirklich wissen wollen, woher die Verachtung, ja der Hass herkommt, der Ihnen und den anderen Unterzeichnern des Appells mit der selbstherrlichen Überschrift "Wir sind die Urheber" entgegenschlägt, dann lesen Sie doch mal den Beitrag von Frank Schirrmacher von vorgestern. Und wenn Sie meinen, es ginge nur darum, etwas umsonst zu bekommen, dann erklären Sie mir bitte, wie ich ein legal gekauftes e-Buch, das mir zu belanglos ist, um es für den Rest meines Lebens in meiner e-Büchersammlung zu behalten, weiterverkaufen kann?

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Uwe Grassmé
Uwe Grassmé (avalon99) - 15.05.2012 23:07 Uhr

Daneben

Die Ausführungen sind gleichermaßen interessant wie irritierend: Hier wird mit wohl gewählten Worten auf Forderungen eingegangen, die kein ernst zu nehmender Teilnehmer an der Diskussion um das Urheberrechts je gestellt hat - nämlich letztlich dessen komplette Abschaffung.
Darum geht es aber nicht. Fakt ist, dass sich im Zeitalter des Internets eine sagen wir wenigstens 95%ige Absicherung des Urheberrechts in seiner bisherigen Form nur durch Einrichtung einer gigantischen Überwachungs- und Zensur-Infrastruktur realisieren ließe. Dazu bin ich nicht bereit, so wie viele andere.
Notwendig ist ein Interessensausgleich, der die Freiheit auf der einen Seite und die notwendige Honorierung geistiger Schöpfungen auf der anderen Seite berücksichtigt. Den Stein der Weisen konnte ich dabei auch noch nicht finden - ob z. B. eine Kulturflatrate eine Lösung ist, weiß ich auch nicht. Weinerliche Artikel mit platten Argumenten und billiger Polemik sind jedoch ganz sicher nicht hilfreich.

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