08.12.2012 · Kontortrottel, Beamtengenie, Staatsphilosoph und der militärfernste General der Literaturgeschichte: Es ist unmöglich, Stumm von Bordwehr aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ nicht zu lieben.
Von Jochen HieberRichtlinien für Lesermeinungen
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... warum hat Musil (genialerweise) eine General an diese Stelle
gesetzt: Es ist das immer optimistisch-weitergehende, sozusagen der
laufende militärische Betrieb der gesamten Operation; sie mag an
noch so große Schwierigkeiten, Gräben und undurchsichtige
Frontverlaufe stoßen. Die Parallelaktion geht weiter, der Auftrag
wird weiter erfüllt...
Charlie Brown, sein Comicpendant, hat dagegen immer etwas resignatives,
das Stumm von Bordwehr abgeht und ihn als Militär auch
grundsätzlich befremden würde. So militärfern ist er in
diesem Punkt also nicht ...
Musil, Roth und der Bayerische Rundfunk, Alles nur vom Feinsten
Wer Musils Buch schätzt oder schätzen lernen will, der kann
zur Einstimmung Joseph Roths Buch "Radetzkymarsch" vorab
genießen. Im online-Angebot des Bayerischen Rundfunks (br DOT de)
kann man wunderbare und hörspielartige Lesungen von Musils
verworfenen Teilen zum "Mann ohne Eigenschaften" hören
und downloaden.
Viel Freude ...
Eine Einsicht Stumm von Bordwehrs begleitet mich seit meiner ersten Lektüre: "Es gibt so viele Gedanken, und einer muß schließlich der erlösende sein." Hilft fast immer.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.12.2012 09:53 UhrWirklich?
Wäre ich jetzt ironisch - nicht sarkastisch - würde ich gut
norddeutsch sagen: Sach´ bloß.
Natürlich ist das ironisch, genau darin liegt doch das Hilfreiche
dieser Weisheit. "Lieber General", entgegnet Ulrich, "Du
nimmst das Denken zu ernst."
Wenn Sie ein Exemplar zur Hand haben, lesen Sie das Gespräch im 85.
Kapitel des ersten Bandes, um die ganze Doppelbödigkeit der
Musilschen Dialogkunst zu genießen. An einem Dezembersonntag kann
man kaum etwas besseres tun.